Best of 2012 – Don

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Bestes Rennen:
Das ist natürlich immer schwer, sich da festzulegen. Die 24H von Le Mans stehen für mich eigentlich jedes Jahr an erster Stelle. Auch wenn es in diesem Jahr wegen des frühen Totalausfalls von Toyota an der Spitze wenig Abwechslung gab, erzählte das Rennen doch wieder großartige Geschichten. Der dramatische Kampf in der GTE-Am, der sich erst in den letzen 15 Minuten entschied, oder die traurig-dramatische Reparaturaktion am DeltaWing mitten in der Nacht. (Kollege Stefan hat die schon verlinkt)

An zweiter Stelle steht das Finale der Formel Eins in Brasilien, das alles hatte, was ein Formel-Eins-Rennen haben muss. Einen dramatischen Verlauf, einen WM-Leader in Schwierigkeiten, einen Underdog, der um den Sieg kämpfen konnte, und ein paar skurrile Szenen.

Nicht vergessen sollte man auch die beiden letzten Rennen der NASCAR in Phoenix und Homestead, die ebenfalls extrem spannend waren. Der Kampf zwischen Keselowski und Johnson um die Meisterschaft, das Pech des 5-fachen Meisters, der vor den letzten beiden Rennen noch wie der sichere Sieger aussah – das wird man so schnell auch nicht mehr vergessen.

Bestes Finish:
Überraschenderweise kommt das von der DTM. Und klar – Norisring. Hitze, Gewitter und ein unfassbares Finish in der letzten Kurve der letzten Runde – was will man mehr?

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=b1l_JPI0_tw&w=600&h=338]

Und dann waren da noch die letzten Runden in Watkins Glen

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=ptLBVCU9hGw&w=600&h=340]

Bester Fahrer:
Fernando Alonso. Was der Spanier aus dem lahmen Ferrari gezaubert hat, war schon atemberaubend. Wenn man sich die Abstände in der Quali anschaut, vor allem zu Beginn der Saison, dann war der F2012 selten für mehr als Platz 5 gut. Wenn es gut lief. Natürlich hat auch Sebastian Vettel gerade im Frühsommer aus einem nicht immer schnellen Red Bull viel raus geholt, aber Alonso hatte mit einem langsamen Wagen das gesamte Jahr zu kämpfen.

Bestes Team:
Toyota. Zu Beginn des Jahres wollte man nur als Test die 24H von Le Mans fahren. Der Rückzug von Peugeot und die eindringlichen Bitten von Audi und des ACO brachten die Japaner dazu, zumindest die halbe WEC-Saison zu fahren. Um dann schon in Silverstone den ersten Sieg einfahren zu können. Sicher – hinter Toyota stand die erfahrene Mannschaft um Patrick Vasselon, der schon den Peugeot-Einsatz geleitet hatte. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell die Toyota in Reichweite der Audi waren. In Le Mans hätte man sogar um den Sieg mitfahren können, wäre Anthony Davidson nicht so schwer verunglückt.

Überholmanöver des Jahres:
Da gab es ja so einige, aber exemplarisch nehme ich mal Kimi Räikkönen in den USA, als er sich in den Esses an (ich glaube Massa) vorbei mogelte. (Leider nicht online)

Manöver am Rande des Wahnsinns gab es auch beim AutoGP-Rennen in Marokko.

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Feinde/Duell des Jahres
Jeff Gordon und Clint Bowyer in Phoenix. Aus den beiden werden so schnell keine Freunde mehr.
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Szene des Jahres:
Kann man eigentlich auch die von Jeff Gordon und Clint Bowyer nehmen, aber lustiger war dann doch diese hier.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=2q1g_QC-3N0&w=600&h=338]

Kostenpunkt des Jahres:
Romain Grosjean und Pastor Maldonado. Die beiden haben derartig viel Schrott abgeliefert, davon hätte das HRT-Team die Saison 2013 bestreiten können.

Schönster Moment des Jahres:
Da gab es ja auch einige und ich musste lange überlegen, welchen ich da nehme. Aber ich hab mich nicht für einen Moment entschieden, sondern für den Sieg von Gordon Shedden in der BTCC. Der Schotte stand immer im Schatten von Matt Neal und galt als exzellenter “Wing-Man”, aber nicht gut genug für den Titel. Dieses Jahr hat er nicht nur Neal, sondern auch Jason Plato geschlagen.

Auf Platz zwei: Kamui Kobayashi auf dem Podium in Japan, als das gesamte Publikum in einen “Kamui”-Sprechchor ausbrach.

Überraschung des Jahres:
Der Sieg von Pastor Maldonado in Spanien gehört wohl zu den größten Überraschungen des Jahres. Der erste Williams-Sieg nach Jahren, dazu mit Maldonado jemand, den man absolut nicht auf dem Schirm hatte. Sensationell, wie er sich Alonso auf seiner Hausstrecke und vor heimischem Publikum vom Hals halten konnte.

Enttäuschung des Jahres:
Pastor Maldonado und Romain Grosjean. Beide extrem talentiert, beide extrem ungeduldig und mit wenig Übersicht. Beide hätten in diesem Jahr die Aufsteiger des Jahres sein können, beide vermasselten sich und ihren Teams die Saison mit unnötigen Unfällen und hanebüchenen Aktionen.

Langweiligstes Rennen:
Es gab einige unterdurchschnittliche Rennen der Formel Eins, wie zum Beispiel Korea. Aber wirklich gelangweilt haben mich in diesem Jahr zumeist die Rennen der NASCAR auf den 1.5-Meilen-Ovalen. Wir haben das im Podcast oft zum Thema gehabt und mit Goodyear auch einen Schuldigen gefunden. Aber die waren es nicht allein. Ein 500-Meilen-Rennen kann auch dann spannend sein, wenn es keine Caution gibt, weil dann der Langstreckencharakter und damit die unterschiedlichen Strategien zum Tragen kommen. Aber die NASCAR entschloss sich dann doch immer zu einer “Debris”-Caution, was die Strategie dann wieder uninteressant machte.

Racecontrol-Moment des Jahres:
Es gab ein bis zwei kleine Momente in der DTM, aber erstaunlicherweise nichts Besonderes. Offenbar hat BMW auch dafür gesorgt, dass man die Zügel etwas lockerer lässt. Die umstrittenste Entscheidung passierte wohl in der Formel Eins, als man Sebastian Vettel in Monza eine Durchfahrtsstrafe aufbrummte, nachdem er sich mit Alonso duelliert hatte.

Spruch des Jahres:
“Leave me alone, I know what I am doing” (Kimi Räikkönen, genervter Formel Eins Fahrer, Abu Dhabi 2012)

Glückspilz des Jahres:
Da gab es ja so einige, die alle Schutzengel auf ihrer Seite hatten. Als da wären: Anthony Davidson in Le Mans. Dass sich der Schotte bei diesem Überschlag nicht mehr getan hat, war schon ein kleines Wunder.

Fernando Alonso in Spa. Es war einer der “Horrormomente” des Jahres, als Grosjean nur Zentimeter an seinem Kopf vorbeiflog.

Und Conor Daly in Monaco:

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Wünsche für 2013:
Ich wünsche mir wenig Unfälle, die dann auch hoffentlich glimpflich ablaufen. Viele spannende Rennen. Mehr Mut zu weichen Reifen in der NASCAR, eine sehr enge F1-Saison und ein spannendes Le-Mans-Rennen.

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About DonDahlmann

Don Dahlmann ist Journalist, Gründer & Chefredakteur des Racingblog.

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