Die ADAC GT Masters geht am Hockenheim in ihr Saisonfinale. Dabei haben noch 7 Fahrer (bzw 3 Fahrerpaarung) die Chance auf den Meistertitel, in der wohl professionellsten GT Serie der Welt. Und damit sieht man auch mal die “positive” Seite der BoP denn alle 3 Fahrerpaarung + (Christian Engelhart) sitzen auf unterschiedlichen Autos mit teilweise komplett verschiedenen Konzepten. So sind der Mercedes SLS, die Corvette und der Alpina B6 GT Wagen mit einem Frontmotor und V8 mit daher viel Gewicht auf der Vorderachse eher das klassische Konzept, aber auch der mit einem Heckmotor betriebene Porsche 911 mit nur 6 Zylindern kann um die Meisterschaft mitfahren. Ob das auch so ohne BoP gehen würde ist eine Frage die man auch ruhig mal trotz der ganzen Kritik stellen darf. Die einzigen wirklichen Verlierer waren dann wohl die Mittelmotor Wagen, bei dem sowohl der McLaren, als auch Audi und Lamborghini in diesem Jahr wirklich gar nichts lief, was aber auch den Reifen liegen könnte die man ja laut Angaben von Reiter nie wirklich richtig zum Arbeiten bekommen hat.

Mit 151 Punkten gehen Keilwitz und Alessi als Tabellenführer in das Saisonfinale. Die beiden haben am letzten Wochenende ein sehr gutes Wochenende am Nürburgring abgelegt mit einem 2. und 1. Platz, zudem bleibt das Gewicht der Corvette gleich bei 1285kg wodurch der Wagen auch weiterhin ganz gut laufen sollte und nicht im Mittfeld des Feldes verschwindet wenn alles normal läuft. Zudem stehen ihnen 3 Saisonsiege zu buche, was die hälfte der 151Pkt immerhin ausmacht. Dabei könnten das Team schon viel mehr Punkte bleiben, wenn nicht die generalüberholte Corvette (besonders der Motor) einigemale während der Saison gestreikt hätte. Schützenhilfe kann man sich von Frentzen und Wirth erhelfen in einer der anderen Callaway Corvettes, die auch oft vorne im Feld zu finden sind.

Auf Platz 2 in der Tabelle liegt momentan Christian Engelhart alleine mit 144 Punkten, da sein normaler Teamkollege Nick Tandy beim 4. Saisonlauf gefehlt hat.
Bei den Porsche Teams darf man sich um eine Erleichterung um 15kg von 1225kg auf 1210kg freuen, damit ist man sogar leichter als bei den Siegen am Red Bull Ring und Lausitzring. Am letzten Wochenende lief es für Tandy und Engelhart nicht ganz so optimal und so musste man um Punkte kämpfen und fuhr mit einer sehr niedrigen Ausbeute wieder weg. Was die Saisonsiege angeht steht man allerdings am besten da mit 4 Saisonsiegen von denen sogar 3 in 4 Rennen gelangen. Bei einem Punktegleichstand am Ende der Saison könnte Anzahl der Saisonsiege den Ausschlag geben.

Fast Punktgleich sind momentan Asch und Götz mit 142 Punkten und damit nur 9 Punkte hinter Keilwitz und Alessi. Der Wagen bleibt weiterin von der BoP unbetroffen bei 1330kg (1350kg ist Ausgangsgewicht) und dürfte weiterhin wie eigentlich auf allen Strecken gut mithalten können. Die große Stärke des Duos Asch/Götz ist die Konstanz, so konnte man über die Saison verteilt 7 Podiumsplatzierung holen, allerdings kein Sieg und ist damit soetwas wie der “Ewige 2.”. Daher wäre es für die beiden ein toller Abschluss die Meisterschaft zu gewinnen, nachdem man bisher immer links oder rechts vom Podium platz nehmen musste.

Die Dark Horses wenn es um die Meisterschaftsentscheidung geht sind Martin und Lunardi mit 133 Punkten. Damit fehlen zwar 19 Punkte auf die Führenden, aber dies ist bei maximal 50 Punkten die noch zu vergeben sind dies gar nicht soviel, wie es zuerst aussieht. Das letzte Wochenende lief mit Platz 1 und 2 ähnlich erfolgreich wie bei Keilwitz und Alessi. Die BoP belässt den Wagen bei 1270kg was 30kg Zusatzgewicht bedeutet zum normalen Gewicht. Insgesamt lässt sich wohl sagen, dass alle 4 Teams ähnlich große Chancen am Wochenende auf den Titel haben.

Die Amateurwertung wird zwischen Swen Dolenc (266Pkt) und Kristian Poulsen (244Pkt) entschieden, wobei die Favoritenrolle ganz klar Dolenc zu zuschreiben ist.
Die Teamwertung wird noch entschieden zwischen Callaway Competition (166Pkt), kfzteile24 MS RACING Team (149Pkt), Schütz Motorsport (147Pkt) und Alpina (137Pkt). In der Teamwertung wird ja nur immer das beste Resultat eines Wagens aus dem Team gewertet, womit die Meisterschaft auch ähnlich offen ist wie die Fahrermeisterschaft, dabei hat sie eher eine geringe Rolle.

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch in dem GT Masters Feld, so kommt Muehlner Motorsport mit den schon aus der GT1 Weltmeisterschaft bekannten Porsche 911 GT3 R. Am Steuer werden sitzen Jörg van Ommen und Marcel Lasée, die schon DTM bzw Formel1 (Test) Erfahrung vorweisen können und so vielleicht vorne ins Feld stoßen könnten.
Auch an der Start kommen sollen ein 2. MRS McLaren und ein 2. Schubert BMW Z4, wobei beide Wagen noch mit TBA besetzt sind.
Zudem wird man wieder die Lambda Ford GT wiedersehen, der eine Wagen ist wie immer mit Krohn und Verdonck besetzt und der andere mit Riccardo Brutschin und Francesco Lopez.

Zu dem Thema BoP schreibe ich entgegen meiner Ankündigung von letzter Woche erstmal nichts, auch wenn es auf Facebook wieder einige Kommentare einiger Fahrer gab, die sich sehr über die (falschen) Einstufungen aufgeregt haben. Dabei ist allerdings teilweise schwer zu sehen, ob es wirklich an der BoP liegt das es nicht läuft (wie bei Farnbacher mit dem Ferrari oder bei Lamborghini (Reiter)) oder die Fahrer einfach nach einem schlechten Wochenende einen Schuldigen suchen. Wie ich schon letzte Woche schrieb, werde ich in der Saisonanalyse oder in einem extra Artikel über die BoP (der wohl so um die Jahreswende kommen wird wenn etwas weniger los ist in der Welt des Motorsport).

Übrigens auch am Wochenende fährt die GT1 WM ihr gefühlt 3. Übergangsjahr zuende. Die 11 noch vorhandenen Starter fahren ihr Saisonfinale in Donington aus, Rennen 1 ist am Samstag um 14 Uhr und das große Finale am Sonntag um 12:45.

Die beiden Rennen laufen wie immer auf Kabel1 mit den Vorberichten ab 12:15 und dem eigentlichen Rennen um ca 12:30. Die Gesamtwertung verspricht aufjedenfall ein spannendes Saisonfinale, was man sich gut an einem kalten September Wochenende anschauen kann!

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