Zum siebten Rennen traf sich die DTM-„Gemeinde“ letztes Wochenende Oschersleben. Im Qualifying sicherte sich Spengler die Pole vor dem Tabellenführer Paffett. Auf Startplatz 3 folgt mit Jamie Green ein weiterer Mercedes und dahinter auf Platz 4, Dirk Werner, der schon das ganze Wochenende stark mit seinem M3 unterwegs war.

Direkt beim Start geht es schon heiß her, Ekström auf Startplatz 5 bekommt seinen Audi nicht vom Fleck, nur extrem knapp gelingt es Tomczyk und Scheider dem „parkenden“ Schweden auszuweichen und nicht direkt ins Heck zu rauschen. Den Start kann Spengler souverän für sich entscheiden, dahinter attackiert Green sofort Paffett und wird auch kurz auf P2 geführt, doch Paffett hält letztlich die zweite Position. Weiter hinten hat Robert Wickens einen fulminanten Start, von P13 kommend kämpft er sich bis auf P7 vor, jedoch nicht ohne Verluste. Am Ende der Zielgeraden rauscht der knallrote Mercedes dem Audi von Miguel Molina ins Heck. Kurz vor den beiden nimmt Edoardo Mortara die Kurve etwas zu eng und trifft dabei den innen neben ihm fahrenden Mercedes von Ralf Schumacher am Heck. Schumacher dreht sich dabei, kann aber ohne großen Schaden weiterfahren. Mortara jedoch beschädigt sich die Front seines A5, wenige Runden später hält er das Feld auf und muss schließlich in Runde 6 seinen Audi ganz in der Box abstellen. Etwas unauffälliger als Wickens, kämpft sich Augusto Farfus nach vorn, er verbessert sich von Startplatz 9 auf Platz 5 und gibt diesen Platz, wie Wickens übrigens auch Platz 7, bis zum Rennende nicht mehr ab. Überhaupt ändert sich, Boxenstopp bereinigt, an der Spitze von P1 bis P7 nichts mehr bis zum Rennende.

Adrien Tambay bekommt unterdessen von dem ganzen „Starttrouble“ nichts mit. Er startet erst mit zwei Runden Verspätung aus der Box, da man bei ihm einen Defekt an der Lichtmaschine feststellte und seinen Audi von der Startaufstellung in die Box schob, um die Lichtmaschine dort zu wechseln. Geholfen hat das jedoch nicht viel, kurz vor Ende des Rennes muss er seinen Wagen abstellen, wegen Problemen mit der Stromversorgung.

Scheider hat mit seinem angeschlagenen Audi zu kämpfen und Martin Tomczyk mit seinem BMW, der das ganze Wochenende nicht richtig funktioniert. Als sich die beiden auf der Strecke begegnen, ergibt das dennoch kurzzeitig ein nettes Duell der beiden, das in einem schön anzusehenden Kopf an Kopf Duell auf der Start-Ziel-Geraden mündet. Der hinter den beiden fahrende HWA Pilot, Christian Vietoris, versucht die Situation auszunutzen und attackiert. Er verbremst sich aber am Ende der Geraden und zwingt seinen Wagen in einen Dreher.
In Runde 20 muss einmal mehr Martin Tomczyk seinen BMW in der Box abstellen, für ihn war es ein Wochenende zum vergessen, verschiedene Defekte und das Zurückversetzen in der Startaufstellung um 5 Plätze wegen der Kollision in Zandvoort haben sein Rennen schon vor dem Start ruiniert.

Viel mehr passierte leider nicht mehr, weiter hinten blitzte noch mal kurz das können eines Andy Priaulx bei einem schönen Überholmanöver auf, doch auch er muss wenig später seinen BMW in der Box abstellen. Bei nur noch zwei verbleibenden Rennen sind es nun nur noch drei Fahrer, die zumindest rechnerisch den Titel ergattern können. Gary Paffett, der seit Saisonbeginn die Tabelle anführt mit aktuell 127 Punkten, Bruno Spengler 11 Punkte dahinter auf Platz 2 und Jamie Green dem mit 108 Zählern allerdings schon 19 Punkte auf Paffett fehlen.

Interessantes gab es neben der Strecke zu hören. Wenig überraschend plant BMW für das nächste Jahr mit 8 Wagen, also zwei mehr als in diesem Jahr und dann genauso vielen wie Mercedes und Audi schon heute. Die beiden neuen BMW erden vermutlich unter Ernest Knoors im Team MTEK antreten. Dazu wird man demnächst einen Test mit möglichen Kandidaten für die beiden freien Cockpits durchführen. Und dort möchte man scheinbar auch Alex Zanardi erneut die Chance geben, einem für ihn umgebauten BMW Tourenwagen zu testen. Vielleicht sehen wir dann also nächstes Jahr den willensstarken Italiener, der nach seinem schweren Indycar Unfall bereits in der Tourenwagen-WM mit einem umgebauten BMW drei Rennen gewinnen konnte in einem DTM M3.

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