Drei Rennen, drei Sieger auf drei verschiedenen Marken. Die BTCC ist fulminant aus der Sommerpause gestartet.

Große Überraschungen gab es in der Qualifikation. Die hochfavorisierten Honda von Matt Neal und Gordon Shedden gingen für ihre Verhältnisse komplett unter. Neal schaffte nur einen siebten Platz, Gordon Shedden musste gar von ganz hinten starten. Das lag aber daran, dass sein Civic im Training abgebrannt war und er keine Zeit setzen konnte. Vorne stand der Dynojet Toyota mit Frank Wrathall am Steuer, daneben lauerte Jason Plato. Hinter ihm folgten Dave Newsham im Vectra, Andrew Jordan, David Welch mit seinem Proton, Matt Neal, Lea Wood, Onslow-Cole und Jeff Smith. Das versprach für das erste Rennen eine interessante Mischung.

Rennen Eins:

Den Start entschied Plato für sich, weil Wrathall die Drehzahl in den Keller fiel. Dave Newsham setzte sich ebenfalls durch und eroberte P2. Dahinter ging es erstaunlich gesittet durch die ersten Kurven. Den ersten Dreher konnte dann Andrew Morgan für sich verbuchen. Der Nachwuchspilot übertrieb es im neuen Infield von Snetteron und drehte sich raus, ohne irgendwo anzuschlagen.

Vorne sah es zunächst so aus, als ob sich Plato absetzen würde, aber Newsham ließ den Ex-Meister nicht aus den Augen. Auf der Geraden hatte der Vectra sogar einen leichten Vorteil, so dass die Lücke schnell wieder zu gefahren war. Eingangs der sehr schnellen ersten Kurve versuchte es Newsham dann auf der Außenseite, aber Plato ließ ihn da einfach verhungern. Die entstandene Lücke nutze Frank Wrathall, der sich P2 schnappte, diesen aber hart gegen Newsham verteidigen musste.

Der Tag für Andrew Morgan wurde dann auch nicht besser. Er kollidierte mit Robb Holland, der für Terry Gilham im alten Honda Civic saß. Beide landete in den Reifenstapel, was eine längere Safety-Car Phase erforderte. Nach dieser Unterbrechung konnte sich Plato vorne etwas absetzen. Auch Wrathall blieb vorne, während Newsham mit Andrew Jordan zu kämpfen hatte. Er hielt sich bis zur letzten Runde vor dem Honda-Mann, der rumpelte aber in den letzten Kurven an Newsham noch vorbei. Nach dem Rennen wurde Newsham disqualifiziert, weil sein Wagen zu leicht war.

Ein gutes Rennen lieferte dann Gordon Shedden, der in den ersten Runden wie ein Derwisch durchs Feld ritt. Von P22 gestartet fand er sich schnell auf P10 wieder, wo sein Vorwärtsdrang aber von den beiden WSR-BMW von Onslow-Cole und Rob Collard gebremst wurde. Collard konnte Shedden noch schnappen, danach war aber Schluss. Immerhin landete er nur wenige Sekunden hinter seinem Teamkollegen Matt Neal, der ein ruhiges Rennen auf P5 beendete.

Ergebnis: Plato, Wrathall, Jordan, Neal, Welch, Wood, Cole, Shedden und Jackson. In der letzten Runde rollte Rob Collard aus, dessen Motor den Geist aufgegeben hatte.

Rennen 2:

Auch beim zweiten Rennen kam Wrathall nicht richtig los und musste Jordan und Neal passieren lassen. Plato konnte sich nicht richtig freifahren und musste schauen, dass er Andrew Jordan hinter sich halten konnte. Matt Neal ließ eine kleine Lücke und schonte seine Reifen für die zweite Hälfte des Rennens. Hinter ihm biss sich Gordon Shedden zunächst die Zähne am Toyota von Frank Wrathall aus, der nach seinem verpatzten Start besser unterwegs war. Kurz vor Mitte des Rennens gelang Shedden aber das Überholmanöver und schloss recht schnell zu den drei Führenden Fahrzeugen auf. Wrathall konnte das Tempo nicht halten und musste sich zeitweise mit Onslow-Cole auseinandersetzen.

Die Musik ging aber vorne ab. Plato konnte Jordan hinter sich halten, obwohl seine Reifen klar nachließen. Neal schaute sich das ganze ein paar Runden an, schnappte sich aber dann Jordan auf der Bremse mit einem extrem mutigen Manöver. Allerdings ließ Jordan, dessen Wagen ja auch von Team Dynamics vorbereitet wird, die Tür recht weit offen.

Mit Neal im Nacken musste Jason Plato komplett auf Verteidigung umstellen. Der MG hatte den besseren Topspeed und kam besser aus den Kurven raus, aber auf der Bremse und beim Einlenken war Neal klar besser. Die zwei Zehntel, die Plato auf der Geraden holte, hatte Neal beim Anbremsen wieder rein geholt. Der MG hielt die hinter ihm fahrenden klar auf, teilweise lagen die ersten vier in einer Sekunde. Neal versuchte es dann im hinteren Teil der Strecke, nach “Bombhole”, berührte Plato aber auf der rechten Seite. Der stand daraufhin bei Fullspeed komplett quer und konnte den Wagen irgendwie halten. Neal ging vorbei, aber Plato rächte sich vor der Haarnadel mit einem späten Bremspunkt und schob Neal ins Gras. Er selbst rutschte aber auch raus, was Jordan und Shedden erlaubte vorbei zu gehen. Plato ordnete sich auf P3 ein, Neal dahinter. Was am Ende dann auch der Zieleinlauf war. Es folgten: Wrathall, Jackson, Cole, Newsham, Wood und Aaron Smith um zweiten Redstone Focus.

Nach dem Rennen gaben sich Neal und Plato aber entspannt. So etwas würde eben gerne passieren, wenn beide so eng zusammenliegen, meinte Neal, Plato äußerte sich ähnlich.

Der Reverse Grid ergab dann folgende Aufstellung: Lea Wood auf Pole. Dann Newsham, Cole, Jackson, Wrathall, Neal, Plato, Shedden, Jordan, Aaron Smith.

Rennen 3:

Der Reverse Grid sah nach viel Action aus, aber überraschenderweise ging es relativ gesittet zu. Wood und Newsham mussten am Start auf Onslow-Cole aufpassen, dessen BMW deutliche Vorteile am Start haben sollte. Wood konnte die Pole aber behaupten, Newsham musste Cole aber kurz passieren lassen, holte sich den zweiten Platz aber noch in der ersten Runde zurück. Probleme hatte Matt Neal, der in einem Infight mit Frank Wrathall unsanft ins Gras geschickt wurde und sich am Ende der ersten Runde auf P20 wiederfand.

Vorne ließ man es ruhig angehen. Newsham schonte zunächst seine Reifen, blieb aber an der Stoßstange von Lea Wood. Dahinter eilte Mat Jackson mit dem brandneuen NGTC-Focus durchs Feld und schnappte sich sogar Onslow-Cole. Doch den Focus befielen dann nach wenigen Runden die altbekannten Probleme. Die Vorderreifen machten nach und nach schlapp, Jackson bekam immer mehr Untersteuern. Zwar konnte er seine Position zunächst halten, aber irgendwann war es dann doch etwas viel. Nach der langen Gegengerade rutschte er leicht raus und verlor gleich drei Plätze.

Newsham erhöhte derweil den Druck auf Wood und ging mit einem schönen Überholmanöver vorbei. Wood konnte das Tempo nicht mehr halten und sah sich dann auch unter Druck der anrückenden Meute, die P3 bis P7 belegte. Unglücklicherweise stellte dann das Getriebe des Vectra den Dienst ein.

Newsham konnte seinen Vorsprung dann verteidigen und rollte sicher seinem ersten Sieg entgegen. Dahinter landeten: Cole, Plato, Jackson, Jordan, Wrathall, Neal und Collard.

Update:
Gordon Shedden wurde im letzten Rennen nachträglich disqualifiziert, weil sein Ladedruck zu hoch war.

In der Meisterschaft ist man an der Spitze richtig zusammen gerückt. Plato und Shedden sind an Neal vorbei, alle drei Fahrer liegen jedoch innerhalb von 20 Punkten, was quasi nichts ist. Das nächste Rennen findet in 14 Tagen in Knockhill statt.

Es waren drei abwechslungsreiche und gute Rennen in Snetterton, mit zwei Siegern, die zum ersten Mal ganz oben auf den Podium standen. Die Meisterschaft ist weiterhin komplett offen, man darf sich auf die weiteren Rennen freuen.

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