Die VLN startet 2 Wochen nach dem vierten zu ihrem 5. Wertungslauf, aber schon wieder wird ein Lauf von sehr traurigen Ereignissen überaschattet.

Es ist gerade einmal 2 Wochen her, da verlor Marcel Engels bei einem Motorradunfall sein Leben und die Motorsportwelt und hier die VLN verlor einen Konkurrenten im Kampf um Klassensiege, einen Kollegen, aber auch einen Bekannten und vor allem einen guten Freund. Die Trauer um diesen Verlust ist kaum erloschen, da passierte am Mittwoch ähnliches. Hendrik Vieth, seines Zeichens Champion des Mini Cups und Starter bei den 24H vom Nürburgring und der 2. platzierte vom letzten Wertungslauf 2011 auf einem Schubert BMW, verunglückte am Mittwoch mit seinem Motorrad bei einem Verkehrsunfall tödlich. Seine Karriere begann 1994 mit dem Kartsport, welcher ihn dann über die Formel BMW ab 2002 in die Formel Renault brachte. 2003 wurde er hier Vizemeister in Deutschland, sodass er 2004 im Porsche Carrera Cup für keinen geringeren als Land Motorsport starten konnte. Ab 2005 pausierte er dann, um sich vollends auf sein Studium zu konzentrieren und so feierte er ab 2009 in der Mini Challenge sein Comeback. Hier wurde er 2 mal Vizemeister und holte einmal, 2011 den Meistertitel. Der Lohn der Arbeit war ein Start beim 10. Lauf zur VLN 2011. Gemeinsam mit Edward Sandström und seinem Kollegen aus der Mini Challenge, Nico Bastian schaffte er es völlig überraschend den 2. Gesamtrang einzufahren und um ein Haar hätte es zum ganz großen Coup gereicht, nämlich dem Gesamtsieg, denn die Zeiten die allen voran Hendrik fahren konnte, waren absolut auf Spitzenniveau, und das bei seinem ersten Einsatz auf diesem Auto und auf der Nordschleife! Somit konnte er auch für 2012 ein Cockpit in der SP9 ergattern, nämlich von Gemballa Racing. Er fuhr er dann mit Sascha Bert, Nick Heidfeld und Klaus Ludwig beim 24H Rennen sein leider letztes Rennen mit. Hendrik Vieth hinterlässt seine Frau Sabrina und wurde nur 31 Jahre alt. Die gesamte Motorsportwelt und die VLN hat leider wieder einen Konkurrenten, einen Kollegen aber auch einen sehr guten Freund verloren, welcher aber auch ein leidenschaftlicher Rennfahrer war und sicher gerne wieder in der VLN an den Start gegangen wäre. Daher werden am Samstag viele Gedanken bei Hendrik, als auch bei Marcel Engels sein, wenn um 12.00 Uhr die Ampel auf Grün schaltet.


Sein Team, Gemballa Racing wäre aber so oder so nicht am Start gewessen, denn dafür hätte man ein Auto vom GT Masters umrüsten müssen, denn das eigentliche Einsatzfahrzeug ist leider stark beschädigt. Stattdessen wird wieder Dörr Motorsport die Farben von McLaren hochhalten dabei mit Kai Riemer, Henri Moser und Rudi Adams wieder 3 erfahrene und schnelle Piloten an den Start bringen, welche durchaus das Zeug haben vorne mitzufahren – wenn das Auto hält, denn ein Wunder an Zuverlässigkeit ist der McLaren leider bis heute nicht. Jene schon angesprochene Spitze dürften diesmal wieder ein McLaren, ein Porsche GT3 R und 3 Audi R8 lms darstellen, wobei aber nach dem 24H Rennen und dem letzten Lauf die Audi doch leicht im Vorteil sein sollten. So ist der Audi mittlerweile knapp das schnellste Auto geworden und einer Hauptkonkurrenten, der Manthey GT3R, welcher zwar nur knapp dahinter rangiert, darf sich immer noch über die Tankrestriktionen freuen, welche dafür sorgen, dass man unter normalen Bedingungen knappe 10 Sekunden pro Stopp auf die anderen Wagen verliert.

Zwar ist an diesem Samstag mit Marc Lieb ein absoluter Meister seines Faches am Start und die Sieger vom letzten Lauf, Marc Basseng und Frank Stippler sind nicht am Start, allerdings wird es spannend zu sehen sein, ob Jochen Krumbach und Lieb die gute und gerne 20 Sekunden auf die anderen Autos reinfahren können – Ein Unterfangen, was alles andere als leicht ist. Daher hat auch Timbulli den letzten Lauf genützt und einen Aufkleber im Fahrzeug platziert, welcher von der onboard schön dargestellt wurde und die Aufschrift Bitte Ohne Porsche trug. Ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl gen Einstufungskommission, denn zum einen darf man durchaus die Frage stellen, ob es Sinn macht ein Auto, welches einen kleineren Benzintank und nominell einen geringeren Verbrauch hat, durch Restriktionen beim Betanken einzubremsen. Dazu kommt, ob es dann auch sinnvoll ist, Autos, welche mehr Sprit brauchen nicht nur mit einem größeren Tank (120 bzw. 125 Liter beim 24H Rennen) auszustatten und ihnen durch vergrößerte Durchflussbegrenzer ihnen dann sogar einen Vorteil beim Boxenstopp einzuräumen.

Effizienz und hier ein möglichst geringer Spritverbrauch war schon immer ein sehr wichtiges Thema im Langstreckensport. Schaffte man durch viel Arbeit und ein Konzept, welches weniger Sprit verbraucht (z.b weniger Luftwiderstand + kleineren Motor) eine oder zwei Runden länger ohne Stopp auszukommen, hatte man sich einen deutlichen Vorteil erarbeitet, welcher umgerechnet mehrere Sekunden pro Runde brachte. Etwas was völlig legitim ist und alles andere als schädlich für den Sport war. Mit dieser Regelung wird die ganze Sache aber komplett auf den Kopf gestellt und ein Auto, welches weniger verbraucht und einen kleineren Tank hat wird dadurch bestraft. Ob das zum einen im Sinne der BoP ist und dem Hintergrund hoher Spritkosten und Reglemente welche immer mehr das Thema Verbrauch in den Fokus rücken, wie ab 2014 in Le Mans geschend, gerecht wird, möchte ich daher mal stark anzweifeln.

Die 2 Audis von Phoenix Racing werden von Christopher Mies und Christopher Haase sowie von Christer Jöns und Luca Ludwig pilotiert, wobei ich das Duo mit Mies und Haase noch einen Ticken schneller und erfahrener einschätze und somit meine Siegkandidaten Nummer 1 wären. Dahinter wären sowohl der 2. Phoenix Audi, als auch der von Raeder Motorsport eingesetzte Audi R8 mit Frank Biela, Thomas Mutsch und Christian Hohenadel sowie der schon angesprochene Manthey Porsche und der Rowe SLS mit Jan Seyffarth und Alexander Roloff.

Dazu gesellt sich in der Topgruppe ein Fabrikat, welches beim 4. Lauf gefehlt hat, und auch diesmal eher nicht um den Gesamtsieg kämpfen wird können, aber doch erwähnenswert ist, denn die Besatzung birgt doch eine Überraschung: Die Rede ist vom Schubert Z4 GT3, welcher von Stammpilotin Claudia Hürtgen, Adulaziz al Faisal und „trommelwirbel“ Klaus Abbelen – ja richtig gelessen, dem Klaus Abbelen, welcher mit seinem Team einen GT3 R einsetzt pilotiert wird. Natürlich bringt das einiges an Spekulatius hervor, welcher zum einen absolut ohne Nährboden sein kann, zum anderen aber auch doch durchaus Sinn ergeben kann: Der eingesetzte GT3 R wäre nach der Saison 2,5 Jahre alt und hätte 2 24H Rennen sowie gut 20 VLN Läufe auf dem Buckel. Dazu kommt, dass die schon angesprochene Einstufung der Porsche etwas „suboptimal“ ist und der BMW wohl zur Zeit das schnellste Auto sein dürfte. Allerdings war das Team von Klaus Abbelen und Sabine Schmitz beim 24H Rennen gemeinsam mit Schubert in der Box und die beiden Mannschaften haben sich dabei prächtig verstanden, so dass es auch einfach nur eine Gefälligkeit seitens Schubert ist.

Keine Gefälligkeiten wird es aber im Kampf um die Meisterschaft geben, denn dort ist der Meister von 2010, Bonk Motorsport mit Mario Merten, Wolf Sylvester und Emin Akata aus der V6 zurück in die SP3 gewechselt, als jener Klasse in der man 2010 die Meisterschaft holen konnte. 2011 fuhr man dann nicht mehr in der Klasse, da hier kaum noch Teams an den Start gingen und man somit kaum die notwendigen Punkte erreichen konnte. Daher wechselte man in die Serienwagenklasse und fuhr seit 2012 in der stärksten, nämlich der V6. Da aber die Starterzahlen in der SP3 nun wieder etwas angezogen haben und man in der V6 ein beinhartes Duell mit Black Falcon und Dieter Weidenbrück / Markus Schmickler hätte, hat man sich für den Wechsel in die SP3 entschieden.

3 sehr prominente Starter gibt es aber auch noch zu vermelden: so wird Pierre Kaffer, seines Zeichens Dritter beim Eifelmarathon und LMP2 Pilot den F458, einen aufgebohrten F458 Challenge von TagTag Racing, aufgebaut von Christian Kohlhaas steuern. Die 2 anderen sind Markus Paltalla und Maxime Martin. Die beiden Marc VDS Piloten, welcher heuer zum ersten mal überhaupt auf der Nordschleife zu gange sind und mit ihrem Z4 den 1. und 3. Lauf sowie das 24H Rennen fuhren, wären wohl unter normalen Umständen nicht mehr an den Ring gekommen, aber bereits 1 Woche nach den langen 24 Stunden von Le Mans, als der 4. Lauf über die Bühne ging pilotierten sie wie morgen einen 911 Cup von Teichmann Racing. Anscheinend hat hier das gefürchtete Nordschleifenvirus zugeschlagen :)

Was zwar nicht mit der VLN zu tun hat, aber unter der Woche doch für einiges an Aufmerksamkeit gesorgt hat, war die Mitteilung der RCN, das man am 18. und 19. August einen Saisonlauf auf dem Eurospeedway austragen wird. Dabei wird man die gute 13km lange Variante aus GP-Strecke und dem Dekra-Oval nutzen, welches durch Bremsschikanen unterbrochen wird.

Edit: scheint so, als hätte man die Tankrestriktionen für die GT3 R wieder aufgehoben.

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