Halbzeit-Zeit bei den Juniorserien: Für die GP2 bricht in Silverstone die zweite Saisonhälfte an, für die GP3 endet die erste. Klare Favoriten fehlen immer noch in beiden Serien.

(c) Daniel Kalisz/GP2 Media Service

Wer die GP2 in Valencia verfolgt hat, traute vermutlich seinen Augen nicht: Statt der gewohnten Hafen-Fadesse bot die Serie in Spaniens drittgrößter Stadt diesmal zwei Rennen, die von spannenden Zweikämpfen und großen Kampfgruppen dominiert waren, und in der auch die späteren Sieger endlich einmal nicht von Anfang an feststanden. Vor den Silverstone-Rennen am kommenden Wochenende wird auch der Kampf um die Tabellenspitze wieder härter – Davide Valsecchi hat fast den gesamten Vorsprung, den er sich in Bahrain herausgefahren hatte wieder eingebüßt. In der GP3 ist der Kampf um die Spitze ebenfalls knapp. Wegen der wechselhafteren Form vieler Piloten gestalten sich Vorhersagen um die Meisterschaft hier aber fast noch schwieriger. 

Zudem stand Valencia im Zeichen einer Rückkehr von ART/Lotus in die Nähe der Tabellenspitze. Sauber-Testpilot Esteban Gutierrez hat (zumindest im Hauptrennen) seine Form wiedergefunden und das Rennen gewonnen. Im Grunde stand er aber trotzdem an beiden Renntagen im Schatten seines Teamkollegen James Calado, der im Hauptrennen aber trotz zeitweiliger 15-Sekunden Führung wegen der falschen Boxenstrategie nur in der MItte des Feldes landete.

Insgesamt scheint sich vor allem Calado in diesem Jahr als einer der meistversprechenden Nachwuchsfahrer herauszukristallisieren. Ein deutliches Problem für den hoch eingeschätzten (und stark finanziell geförderten) Gutierrez.

Der Tabellenstand ist nach Valsecchis (141 Punkte) Nullnummern wieder auf einen Unterschied von einem einzigen Punkt zum zweitplatzierten (und in dieser Saison erstaunlich schnellen und konstanten) Brasilianer Luiz Razia (140) gesunken. James Calado (95) hat als Drittplatzierter schon einen deutlichen Rückstand. Das gleiche gilt für die dahinterliegenden Max Chilton (93), Giedo van der Garde (89) und eben auch Esteban Gutierrez (87).

GP3

Bei der kleinen Schwesterserie ist in der Rolle des Meisterschaftsanwärters vor allem der Neuseeländer Mitch Evans vorstellbar. Der von Mark Webber geförderte Kiwi (78 Zähler) führt nicht nur mit vier Punkten Vorsprung auf den Finnen Aaro Vainio (74) in der Meisterschaft, sondern hat über das Jahr gesehen auch die meisten Topleistungen geboten. Als einziger Pilot kann Evans schon zwei Saisonsiege anschreiben; Bezeichnenderweise beide davon in den Hauptrennen, in denen die Leistung im Qualifying und eine konstante Fahrweise etwas mehr belohnt werden, als in den Reverse-Grid Läufen vom Sonntag.

Der nur knapp dahinter liegende Vainio kann im Vergleich zu Evans immerhin mit einem Podestplatz mehr punkten. Daniel Abt (42) auf dem dritten Tabellenrang liegt da schon deutlich dahinter – und das, obwohl er sich bisher als der vielleicht konstanteste Fahrer im Feld profilieren konnte. Nur leider liegen seine “normalen” Platzierungen bisher so rund um Platz fünf, was in der Tabelle nicht gerade zu riesigen Sprüngen verhilft.

Insgesamt lässt sich aber auch in dieser Saison wieder eine gewisse Ausgeglichenheit (man könnte auch sagen: Unübersichtlichkeit) in der GP3 konstatieren. In nur sechs Rennen gab es insgesamt schon ganze zehn verschiedenen Podiumsbesucher – und fünf verschiedene Sieger. Man darf gespannt sein, ob sich zum Ende der ersten Saisonhälfte – wenn alle Piloten schon etwas besser mit dem Auto vertraut sind – etwas mehr Konstanz in die Serie einschleicht.

Im TV

Bei der GP2 gibt es auch am kommenden Wochenende business as usual: Beide Rennen laufen bei sky – jenes vom Samstag um 15:35 Uhr und das von Sonntagmorgen um 10:25 Uhr. Eurosport legt sich auch in Silverstone richtig ins Zeug, und überträgt beide Rennen der GP3 live, wenn auch zum Teil “nur” auf Eurosport 2. Dort läuft am Samstag um 17:15 das erste Rennen. Sonntagmorgen um 09:15 steht der zweite Lauf beim “Hauptsender” auf dem Programm (9:15 Uhr), davor gibt es eine Wiederholung des Sonntagsrennens (08:45 Uhr).

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