Das DTM Highlight des Jahres steht auf dem Programm: Der Norisring. Und das Rennen verspricht richtig gut zu werden.

© DTM

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Eigentlich ist dieser Norisring ja keine richtige Rennstrecke. Drei Geraden und fünf Kurven sind jetzt nicht das, was man als herausfordernd erwartete würde. Und dennoch hat die Strecke so ihre eigene Tücken. Die lange Start/Zielgerade mit dem schwierigen Anbremspunkt, die S-Kurve mit der hübschen Mauer und die Dutzendteich-Kehre, wo man sich nicht nur verbremsen, sondern seinen Gegner auch hübsch ausbremsen kann. Selbst in den langweiligsten Zeiten der DTM waren die Rennen in Nürnberg immer noch richtig gut und spannend. In der diesjährigen Konstellation könnte das Rennen am Wochenende zu einem echten Hingucker werden. Ich hoffe das schwer, ich bin nämlich vor Ort.

Norisring, das ist Mercedes-Land. Man muss lange, sehr lange, in den Geschichtsbüchern zurückblättern um den Sieg einer anderen Marke in Nürnberg zu finden. Was würde man schätzen? 2009? 2005? Tatsächlich lautete der Name des letzten Nicht-Mercedes-Fahrers Laurent Aiello, der Sieg datiert aus dem Jahre 2002. Das ist schon sehr erstaunlich, aber vermutlich hat BMW in diesem Jahr etwas gegen die Fortführung der Mercedes-Dominanz. Die BMW haben viel Traktion aus den Kurven heraus, was bei zwei Haarnadeln auf einer Strecke mit 5 Kurven ja insgesamt schon mal nicht unwichtig ist.

Aber auch Audi hat nachgelegt. Der Sieg am Red Bull Ring hat mich ein wenig überrascht, vor allem, weil die Audi plötzlich im Bereich Höchstgeschwindigkeit nachgelegt haben. Die Strecke in Österreich hat einige Stopp and Go-Passagen, so dass man die Ingolstädter nicht abschrieben sollte.

Überhaupt ist das Feld in diesem Jahr noch enger zusammen gerückt, als man es sonst schon war. Die Abstände bewegen sich vorne im Hundertstelbereich, was für eine gute Ausgeglichenheit sorgt. Allerdings bleibt das Problem mit den neuen Chassis, dass man sie nur schwer überholen kann. Entweder muss man die Brechstange rausholen, oder der Vordermann einen kleinen Fehler machen. Wie Bruno Spengler am Lausitzring gezeigt hat, kann man den Hintermann selbst dann blockieren, wenn der nur zwei Meter hinter einem hängt. Die Fahrer rufen daher immer lauter nach einem DRS oder KERS-System. Was der DTM durchaus gut zu Gesicht stehen würde, allein aus Marketinggründen.

Interessant dürfte am Wochenende auch das Wetter werden. Ich kenne den Norisring eigentlich nur in zwei Zuständen: brüllend heiss oder nass. Die Wettervorhersage im Moment sagt beides voraus. 30 Grad und leichte Schauer. Das kann ja heiter werden.

Da ich vor Ort bin, werde ich versuche per Twitter ein paar Eindrücke aus dem Paddock zu schildern. Wenn denn das Netz funktioniert, wie üblich bricht das ja gerne zusammen, wenn mehr als 10 Leute zusammenstehen.

Disclaimer: Wir haben in diesem Jahr eine Kooperation mit ZF. ZF übernimmt die Hotelkosten in Nürnberg.

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