BTCC: Bericht Croft 2012

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Vor der großen, siebenwöchtigen Sommerpause der BTCC, absolvierte man noch einmal drei Rennen auf der schnellen Strecke von Croft. Die Honda waren mal wieder extrem dominant.

Das die extra für dieses Jahr komplett neu aufgebauten Honda in diesem Jahr den Ton angeben würden, war klar. Aber ein wenig hatte man schon damit gerechnet, dass die TOCA die BoP so verändert, dass es vorne spannender wird. Immerhin hat man die MG mehr oder weniger unangetastet gelassen, damit die wenigstens vorne für Abwechslung sorgen. Doch in den letzten Rennen waren es vor allem technische Probleme, die dem Team Triple8 und Jason Plato zu schaffen machten. Ähnlich wie beim letzten Rennen in Oulton Park, musste Plato seinen Wagen auch in Croft vor dem ersten Rennen schon wieder an die Box schieben. Dieses Mal plagten den MG Zündaussetzer. Plato nahm es gelassen und schlug in Rennen 3 zurück.


Rennen 1

Gleich beim Start gab es schon den ersten Schrott. Dave Newsham, dessen Saison so stark angefangen hatte, wurde im Mittelfeld eingeklemmt, umgedreht und stopfte den Vectra ziemlich kräftig in die altersschwachen Leitplanken. Involviert waren dabei noch Frank Wrathall und Nick Foster. Letzterer konnte den nur leicht ondulierten BMW um den Kurs bewegen, der Proton von Welch war allerdings hinüber. Den Start vorne hatte Gordon Shedden gewonnen, der sich gegen Polesitter Matt Neal hatte durchsetzen können. Dahinter lauerte schon der BMW von Rob Collard.

Erstaunlicherweise gingen die BMW in Croft richtig gut. Bei West Surrey Racing war man sich vor dem Rennen schon sicher, dass es in Corft passen würde, auf die Frage, warum das alte Chassis ausgerechnet auf der schnellen Strecke so gut laufen würde, hatte man aber auch keine Antwort parat. Die schnellen Kurven seien wohl gut, vermutete man und freut sich schon auf Silverstone.

Collard war im Sppitzentrio dann derjenige, der die Honda zumindest unter Druck setzen konnte. Er blieb im Getriebe von Matt Neal, der seinerseits Gordon Shedden im Zentimeterabstand folgte. Das Duell wurde dann in Runde 12 beendet, als Neal sich vorbei zwängte und Shedden dabei so weit von der Linie drängte, dass auch Collard durchschlüpfen konnte. Und so ging das Rennen dann auch zu Ende.

Weiter hinten erstaunte vor allem der Audi A4 mit Rob Austin. Schon in der Quali war der sonst eher schwerfällig A4 aufgefallen, im Rennen lief es richtig gut. Er schob sich Platz um Platz nach vorne und setzte am Ende Andrew Jordan auf P4 unter Druck, der sich jedoch wehren konnte.

Ergebnis: Neal, Collard, Shedden, Jordan, Austin, Neate, Onslow-Cole, Jackson, Bratt, Smith.

Rennen 2
Das zweite Rennen startete gemächlicher, allerdings sahen sich die Top 2 aus Lauf 1 direkt unter Druck gesetzt. Die Zusatzgewichte drücken auf dem schnellen Kurs aufs Tempo. Zunächst setzte sich Rob Collard an die Spitze, doch dessen Freunde über die frische Luft vorne dauerte nicht mal eine Runde. Matt Neal schnappte sich den BMW, Gordon Shedden zog direkt nach und setzte seinerseits Neal unter Druck. Der ließ sich nur auf einen kurzen Kampf ein um dann Shedden P1 zu überreichen. Der Schotte setzte sich dann auch sofort ab und gewann das Rennen souverän vor seinem Teamkollegen.

Rob Collard lag lange auf P3, wurde dann aber nach hinten durchgereicht. Das zusätzliche Gewicht zerrte an den Reifen des BMW, so dass er sich nur schwer wehren konnte. Vor allem Rob Austin im Audi fuhr wie entfesselt und jagte den Wagen zu seinem bisher besten Ergebnis auf Platz 3.

Andrew Jordan im Pritek Honda hatte ein zähes Wochenende, schnappte sich aber ebenfalls Collard und kam am Ende auf P4 raus. Der Honda, der bekanntermaßen auch bei Team Dynamics aufgebaut wird, tat sich in Croft vor allem auf die Distanz erstaunlich schwer, vor allem beim Reifenverschleiss. Da Dynamics und Pirtek keine Abstimmungsdaten tauschen, scheint hier das Problem zu liegen. Neal und Shedden haben da deutlich mehr Erfahrung auf dem Gebiet, als Jordan und Smith.

Plato startete das Rennen von ganz hinten, wühlte sich aber erstaunlich schnell durchs Feld. Wenn der MG läuft, dann geht er richtig gut, aber offenbar zeigt sich im Moment, dass die Testzeit im Winter einfach zu kurz war. Man hofft nun auf die Sommerpause und die drei Testtage im Juli.

Am Ende gewann also Shedden vor Neal, Austin, Jordan, Collard, Onslow-Cole, Plato, Wrahall, Neate und Foster. Der Reverse Grid ergab dann, dass Foster auf die Pole geschickt wurde, die Reihenfolge aus Rennen 2 also komplett umgedreht wurde.

Rennen 3
Der komplette Reverse Grid sorgte dann im letzten Rennen für jede Menge Action. Die drei West Surrey Racing BMW mit Foster, Collard und Onslow-Cole gaben es sich richtig, so dass man schon befürchten musste, dass es zu einem Desaster kommt. Tatsächlich blieben die BMW aber halbwegs auf der Strecke, nur Foster sah sich kurz auf der schmutzigen Linie. Andy Neate, zweiter Fahrer bei MG und bisher in dieser Saison eher unauffällig konnte im Verlauf des Rennens die Führung übernehmen und sogar einige Runden halten.

Ein heftiger Abflug von Lea Wood und Liam Grffin in der ultraschneller “Tower” Passage sorgte dann für eine längere Unterbrechnung. Der Focus von Griffin fing sogar Feuer, die Streckenposten waren aber sehr schnell zu Stelle. Beide Fahrer blieben unverletzt.

Nach dem Restart blies Jason Plato zum Angriff, der sich erst die BWM schnappte und dann seinen Teamkollegen unter Druck setzte. Auch die Honda waren auf dem Vormarsch, wegen ihrer schlechteren Startposition ging ihnen allerdings die Zeit aus. Plato schnappte sich dann Neate und ein Doppelpodium wäre für MG drin gewesen, hätte Neate vor lauter Ärger seinen Wagen nicht kurz ins Grüne gesetzt. Onslow-Cole freute sich und übernahm die zweite Position. Auf P3 konnte Andrew Jordan den heranstürmenden Kollegen Neal hinter sich halten, der wiederum Collard im Genick hatte.

Ergebnis: Plato, Onslow-Cole, Jordan, Neal, Collard, Shedden, Austin, Foster, Neate, Welch.

Es waren drei interessante Rennen in Croft, die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden. Neal hat 221 Punkte, Shedden 220. Plato hat nur 192 Punkte, aber bei noch 15 ausstehenden Rennen ist da noch was drin. Wenn man bedenkt, dass Plato zwei Rennen gar nicht bestreiten konnte, und er bisher nur zwei Siege hat, ist seine Position gar nicht so schlecht.


Bilder: btcc.net

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About DonDahlmann

Don Dahlmann ist Journalist, Gründer & Chefredakteur des Racingblog.

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