VLN: Vorschau 4. Saisonlauf

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Nach dem Höhepunkt vieler Teams, dem Lauf zweimal rund um die Uhr steht nun nach 5 Wochen Pause der 4. Lauf zur VLN auf dem Programm.

In der Regel starten nach dem 24H Rennen doch deutlich weniger Fahrzeuge als in den VLN-Läufen davor. So lassen einige Teams den folgenden Lauf aus um sich zu erholen oder das Auto zu überholen, während andere Teams wohl nicht mehr auftauchen werden. Zu den ersteren gehört z.b der GT3 R des Manthey Teams oder die beiden Dörr McLaren, während Teams wie WRT oder Marc VDS und vor allem der Glickenhause Ferrari unter normalen Umständen wohl nicht mehr in der VLN zu finden sein werden, da man sich hierbei nun auf andere Rennen und Serien wie z.b die BES und die 24H Spa konzentrieren will. Trotzdem wollen am Samstag gut 170 Fahrzeuge und Teams das Rennen über 4 Stunden in Angriff nehmen, was nicht zuletzt daran liegt, dass in der Gruppe H einige interessante Teams und Autos an den Start gehen werden.


Das wäre zum einen Porsche 911 GT3 RSR von den beiden Pavel Karmanov und Oleg Kvitka aus der H4, also der Klasse mit Fahrzeugen, Baujahr 1996 und älter sowie max. 6250cm³ Hubraum zu erwähnen. Leider ist der 2. sehr bekannte und wunderschöne Porsche 911 aus der H Klasse, nämlich der 993 RSR von Johannes Paczynski nicht am Start. Dafür wird aber auch neben dem Mercedes Benz E190 der Brüder Ralf und Andreas Schall auch der sehr beliebte Opel Manta aus der H2 von Kissling Motorsport eingesetzt. Pilotiert wird dieser diesmal nicht von Volker Strycek, sondern von Olaf Beckmann, Peter Hass und Bernhard Schmittner. Auch war der BMW M1 von Achim Heinrich leider heuer noch nicht am Start, allerdings hoffte ich, dass auch jener Augen und vor allem Ohrenschmaus heuer noch in das Gschehen eingreifen kann, denn bilden jene Fahrzeuge doch immer eine gelungene Abwechslung zu den GT3 an der Spitze.

Diesmal fällt auch die Diskrepanz zwischen der Gruppe H und der SP9 nicht mehr so stark aus, denn für Samstag wurden bisher nur 12 GT3 genannt. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, reichen aber von Pause wie beim WTM GT3 R oder Young Driver bis hin zu anderen Einsätzen wie bei VDS, welche wir daher nicht mehr mit ihrem Z4 sehen werden. Von daher wird es auch für mich diesmal einfacher meine Prognose zu treffen, welche man abgesehen von der Wettervorhersage, den Audi vorne sieht. Zum einen ist Phoenix Racing mit Marc Basseng, Frank Stippler sowie Rene Rast und Luca Ludwig absolut top aufgestellt, zum anderen war aber auch jenes Auto, der R8 lms ultra beim 24H Rennen das siegreiche Auto und somit naturgemäß der Topfavorit. Zu gute kommen, könnte ihnen hierbei auch die Strecke, denn anders als beim 24H Rennen wird hier die gut 1 km kürzere Variante aus Mercedes Arena und Querspange gefahren, denn beim Eifelklassiker war man schon sehr nahe dran Stints von 10 Runden zu fahren, sodass dies hier sicher im Bereich des Möglichen liegen dürfte. Zwar hat man nun wieder 5 Liter weniger Tank, sollte man aber mit den 120 Litern die 10 Runden schaffen können, würde man sich bei normalen Rennverlauf über 28 Runden den Splash and Dash gegen Ende sparen, so dass man mit 2 Stopps das Rennen absolvieren könnte – Ein Vorteil von fast 1 Minute wäre der Lohn dafür. Dazu darf man im Vergleich zum letzten VLN Lauf 15 kg ausladen und darf mit 1335 kg antreten, was nur 10 kg mehr als beim Rennen 2 mal um die Uhr wären. Der Rest der BoP bleibt im Vergleich zum letzten VLN Rennen unverändert bzw. auch die Mercedes müssen nach dem 24H Rennen wieder den Tank um 5 Liter verkleinern, während bei Porsche alles beim alten bleibt. Der 3. Audi im Kampf um den Gesamtsieg wäre der R8 von Raeder Motorsport mit Frank Biela, Christian Hohenadel und Michael Ammermüller am Volant.

Am ehesten einen Strich durch die Rechnung machen, könnte hier der Manthey Porsche mit der #10, auch bekannt als Nadelstreifen-Porsche mit Jochen Krumbach am Steuer. Interesant dürfte dabei aber noch sein, wer der 2. oder 3. Pilot des Wagens sein wird, denn zwar wäre eine Alleinfahrt von Krumbach möglich, allerdings auch sehr anstrengend und daher kaum mit Aussicht auf Erfolg, auch wenn Piloten wie Chris Mamerow dies in der Vergangenheit auch widerlegt haben! Der 2. Porsche wäre der von Falken Tires eingesetzte GT3 R mit Sebastian Asch und Martin Ragginger am Steuer, welches gerade bei Regen doch ein paar Trümpfe mehr in der Hand haben dürfte, denn bei nassen und leicht feuchten Bedingungen funktionierten in den ersten Läufen die Reifen von Falken sehr gut. Komplettiert werden die Porsche von der bekannten Truppe rund um Sabine Schmitz und Klaus Abbelen, welche zusammen mit Chris Brück und Patrick Huisman wieder auf die Reise gehen werden. Von den Mercedes, sind weder ein SLS von Black Falcon, noch von Heico Motorsport am Start, wordurch vor allem Jan Seyffarth und Alexander Roloff die Fahnen jendes Autos hochhalten werden.

Was ich aber nicht so ganz verstehen kann, ist das Nichtantreten von Aston Martin bzw. Young Driver AM mit dem Vantage GT3. Immerhin hat man vor gut 5 Wochen angekündigt im nächsten Jahr einen Angriff auf den Gesamtsieg mit diesem Auto starten zu wollen, allerdings erwieß sich der GT3 Vantage zum einen aufgrund der mangelnden Testkilometer noch nicht als perfekt abgestimmt und vor allem offenbarte er in der Zuverlässigkeit erhebliche Mängel. Möchte man also nächstes Jahr wirklich dort zum großen Schlag ausholen, wären aber einige Testeinsätze in der VLN sicher hilfreich bzw. sicher nicht negativ, denn ich glaube kaum, dass es 2013 wie heuer mit 2 Einsätzen vor dem längsten Rennen des Jahres getan ist.

Da kein Z4 GT3 diesmal von Vita4One, Schuberth oder Marc VDS an den Start geht, wird Michael Bäder in seinem selbstaufgebauten BMW Z4 von Getrag mitsamt 4l V8 aus der SP7 versuchen die Fahnen des Münchner Herstellers hochhalten. Das Auto, welches nach einem schweren Unfall letztes Jahr nicht mehr zum Einsatz gekommen ist, feiert nun Saisonpremiere mit Tobias Hagenmeyer als 2. Piloten. Sollte dieser tolle Z4 ohne Probleme durchkommen, könnte ein Top10 Ergebnis möglich sein.

In den Klassen der V5, V6 und der Clio Cup wird hingegen nicht durch Abwesenheit geglänzt, denn heir gehen wie immer die Teams von Black Falcon, Schmickler, Bonk Motorsport und Konsorten auf die Jagd nach den Punkten, wobei es vor allem in der Serienwagenklasse bis 3500 ccm³ wieder hoch hergehen dürfte. Immerhin starten dabei Emin Akata, Mario Merten und Wolf Sylvester auf dem M 3 für Bonk Motorsport, Steve Jans, Carsten Knechtges und Tim Scheerbarth ebenfalls auf nem M 3 für BF und Dieter Weidenbrück und Markus Schmickler auf einem ähnlichen Fabrikat aus dem Süden der Bundesrepublik. Da alle Teams hierbei auf jenen m 3 vertrauen und ähnlich stark besetzt sind, dürfte es hier bis zum Ende des Rennen sehr eng zu gehen und man kann nur hoffen, dass das Fan TV auch Bilder von diesen Wagen liefern wird.

Leider erreichte uns alle gegen Mitte der Woche eine sehr traurige Nachricht, welche das Rennen überschattet: Marcel Engels, der Klassensieger der SP3T beim 24H Rennen 2012 mit einem Subaru GVB ist am vergangenen Sonntag in einen Motorradunfall verwickelt wurden und erlitt dabei tödliche Verletzungen. Unser Beileid und unser Mitgefühlt gilt allen Freunden, Angehörigen und Teammitgliedern von Marcel Engels.

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