Großkampftage für Juniorpiloten und Streckenposten: In Monaco geht erstmals neben GP2 und Formel Renault 3.5 auch die GP3 an den Start. F2 und F3 Open fahren derweil in der Eifel.

(c) Andrew Ferraro/GP2 Media Service

Ob es besonders clever war, neben der ohnehin schon spektakulären GP2 auch noch die fast 30 Auto starke GP3 auf den legendären Kurs an der Cote D’Azur zu lassen, wird sich erst im Laufe des Wochenendes weisen – eine erhöhte Belastung für Leitplanken und Streckenposten ist auf jeden Fall zu erwarten. Davon zeugen auch die ungewöhnlichen Startzeiten mancher Rennen: So fährt die GP3 etwa ihren zweiten Lauf um erst um 18 Uhr. Neben den beiden “üblichen” Serien startet auch noch die Formel Renault 3.5 in Monaco – wegen mangelnder Live-Übertragung aber fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein ähnliches Schicksal droht auch den Rennen von F2 und F3 Open am Nürburgring, die teils zeitgleich mit der Formel 1 und Indy 500 laufen.

GP2

Nach zwei reichlich lauwarmen Rennen in Barcelona ist von der GP2 in Monaco wieder etwas mehr Action zu erwarten – wie bei allen Juniorserien auf dem engen Stadtkurs muss man sogar hoffen, dass es nicht zu viel davon geben wird.

Mit zwei guten Punkteplatzierungen in Barcelona liegt GP2-Routinier Davide Valsecchi immer noch ziemlich komfortabel an der Spitze der Tabelle. Und das völlig zu Recht: Abgesehen von einem Ausfall in Sepang und einen vierten Platz in Spanien ist der Italiener in dieser Saison bei jedem Rennen auf dem Podium gelandet.

Wie wichtig Erfahrung in der Serie ist, beweist auch Luis Razia, der nach unspektakulären Jahren in der GP2 auch nach Spanien noch auf dem zweiten Rang der Tabelle liegt, und sich als solider Kandidat für die oberen Punkteränge profiliert hat.

Erster Pilot ohne Monaco-Erfahrung ist Rookie James Calado. Vom Briten sind daher vielleicht keine Wunderdinge zu erwarten. Mit Stadtkursen scheint er aber keine grundsätzlichen Probleme zu haben. Sein einziger Sieg in der GP3 Saison 2011 fand immerhin in Valencia statt.

Ein wenig unter Leistungsdruck steht dagegen Lotus/ART-Teamkollege Esteban Gutierrez, der zwar bisher meist clevere und risikoarme Rennen gezeigt hat, in der Tabelle aber schon ganze zehn Punkte hinter seinem Rookie-Teamkollegen liegt. Seine Erfahrung könnte ihm auf dem engen Stadtkurs aber helfen.

Im TV

Die GP2 macht es ihren Fans vergleichsweise leicht: Wie immer laufen die beiden Rennen live bei sky sport 1 bzw. sky sport HD 1. Zu beachten: Anders als gewohnt findet das Hauptrennen am Freitag (10:25 Uhr) und der Sprint am Samstag (16:05 Uhr) statt. Abonnenten der britischen Variante von sky dürfen sich zusätzlich auf eine Übertragung des freien Trainings (Do., 11:55 Uhr) (Edit: Oh, schon vorbei. Sorry!) und des Qualifyings (Do., 16:50 Uhr) freuen.

GP3

Ein Wochenende der zwei Hälften bot die GP3 in Barcelona – zumindest konnte man den Eindruck haben, wenn man sich das ersten Rennen live mit englischem Kommentar, und das zweite Rennen dann auf Eurosport angeschaut hatte. Rennen eins wirkte dynamisch, spannend – und es schien nicht schwierig, zwischen den immerhin 26 Piloten im Feld zu unterscheiden. Rennen zwei wirkte zerfahren und chaotisch, und es fiel schwer, auch nur die ersten drei Positionen im Kopf zu behalten. In Wahrheit dürften die beiden Rennen sehr ähnlich gewesen sein – die unterschiedlichen Eindrücke sind wohl eher auf die Qualität der beiden Live-Kommentare zurückzuführen. Das ist vor allem deshalb schade, weil Eurosport-Mann Norbert Ockenga schon bei zahlreichen Sportwagen-Rennen bewiesen hat, dass er es eigentlich viel besser kann.

Und damit zurück zum Geschehen an der Strecke: Dort konnte im ersten Rennen der Neuseeländer Mitch Evans zeigen, wieso er trotz mäßiger zweiter Saisonhälfte 2011 heuer zum Kreis der Favoriten zählt. Dass dahinter der 2011 fast völlig glanzlose Philippiner Marlon Stockinger und der ebenso unverdächtige Finne Aaro Vainio landeten, war schon etwas überraschender – die beiden wären aber auch nicht die ersten Piloten, die erst in ihrer zweiten Saison in einer neuen Serie ihr wahres Talent zeigen können.

Rennen zwei gewann dann Conor Daly, Sohn des ehemaligen Formel 1 Piloten Derek Daly, der im Vergleich zu seinem Vater aber nicht für Irland, sondern für die USA an den Start geht, und dort als Zukunftshoffnung gilt. Eine gute Platzierung für Daly war gewiss verdient. Ob er das Rennen aber auch gewonnen hätte, wenn sich der aus der ersten Startreihe wegfahrende Tio Ellinas keinen Frühstart geleistet hätte, muss ungeklärt bleiben. Hinter Daly landeten der Rumäne Robert Visoiu und der Finne Matias Laine auf dem Podium – so wie Stockinger und Vainio im ersten Rennen eher als Überraschungskandidaten.

In der Meisterschaft führt trotz Reifenproblemen und Platz 20 am Sonntag immer noch Samstags-Sieger Mitch Evans, dahinter liegen Daly und Vainio. Die Aussagekraft dieses Tabellenstandes ist aber natürlich nach einem Wochenende noch äußerst begrenzt – und besonders in Monaco kann bei einer Juniorserie mit 26 Autos ohnehin ziemlich viel passieren.

Im TV

Von der GP3 ist im deutschen Fernsehen diesmal leider nichts zu sehen, TV-Partner Eurosport hat die Serie am kommenden Wochenende leider nicht im Programm. Volles Service bietet dagegen auch hier sky UK: Das sicher chaotische Qualifying (Fr, 7:35 Uhr), Rennen 1 (Fr., 12:25 Uhr) und Rennen 2 (Sa., 17:50 Uhr) werden allesamt live übertragen.

Formel Renalt 3.5

Etwas ratlos hat den Autor dieser Zeilen das erste Rennwochenende der Formel Renault 3.5 zurückgelassen: Festzustehen schienen nur zwei Dinge: Zumindest in Aragon konnte man mit dem neuen Auto auch mit DRS nicht gut überholen. Und Robin Frijns dürfte in dieser Saison ein heißer Titelkandidat sein.

Probleme hatten dagegen noch die ehemaligen GP2 und F1-Testfahrer: Einzig Sam Bird konnte mit einem zweiten Rang im Sonntagsrennen die in ihn gesetzten Hoffnungen einigermaßen erfüllen.

Es bleibt zu hoffen (aber wegen der Streckencharakteristik nicht unbedingt zu erwarten), dass die Rennen in Monte Carlo für etwas mehr Klarheit sorgen.

Im TV

Leider keine Live-Übertragung gibt es am kommenden Wochenende auch von der Formel Renault 3.5: Eurosport zeigt lediglich eine halbstündige Zusammenfassung des Rennens am Sonntagabend um 22:30 Uhr. Hier gibt es wahrscheinlich auch keine Alternativen. Einzig der Eurosport Player könnte vielleicht übertragen. Leider kann ich dies aber wegen mangelndem Zugang zu diesem Angebot nicht überprüfen. Wenn jemand Bescheid weiß, bitte um einen kurzen Hinweis in den Kommentaren! Edit: Beide Rennen der Formel Renault 3.5 gibt es im Eurosport Player. Zeiten siehe Kommentar von “haudi87” unter diesem Artikel. Herzlichen Dank für den Hinweis!

Formel 2

Unter die Kategorie “könnte man auch mal wieder reinschauen” fällt bei mir in diesem Jahr die Formel 2, die am kommenden Wochenende am Nürburgring unterwegs sein wird.

Bisher habe ich heuer noch kein Rennen gesehen – und was die Läufe in der Eifel betrifft, macht es der Zeitplan der F2 nicht gerade einfach, dieses Faktum zu ändern (siehe unten).

Daher hier nur eine schnelle Darstellung der Ausgangslage: Der Brite Luciano Bacheta hat bisher alle vier Rennen für sich entscheiden. Das ist etwas erstaunlich, denn während seiner GP3 Saison im vergangenen Jahr konnte er nicht so wirklich überzeugen. Dahinter liegen in der Tabelle gleich drei Schweizer: Matheo Tuscher, Christopher Zanella und Alex Fontana. Der Deutsche Markus Pommer rundet die Top 5 ab.

Im TV

Die Formel 2 wird, wie gewohnt, live auf Motors TV übertragen. Außerdem gibt es den offiziellen Stream auf formulatwo.com. Eine Serverüberlastung ist dabei nicht zu befürchten: Rennen 1 (Sa., 13:30 Uhr) überschneidet sich mit der F1-Quali in Monaco, Rennen 2 (So., 14:00 Uhr) sogar mit dem Rennen der Königsklasse.

F3 Open

Etwas kompliziert gestaltet sich in dieser Saison die F3 Open. Das betrifft nicht nur die wetterbedingt etwas chaotischen Eröffnungsrennen in Potimao, sondern auch den Modus, in dem die Serie 2012 ausgetragen wird.

Neben der Gesamtwertung gibt es nämlich auch noch eine “Copa F308/300”, an der Piloten teilnehmen, die sich den neuen Dallara F312 nicht leisten konnten oder wollten. So weit, so normal – eine “National Class”, wie in der Britischen F3 gibt es ja anderswo genauso, und auch 2011 hatte die F3 Open schon eine “Copa F306/300”.

Das ungewöhnliche an der F3 Open 2012: Mehr als die Hälfte des Feldes ist in der “Copa 308” unterwegs, und einige Fahrer aus dieser Serie greifen auch in die Spitzenplatzierungen der “eigentlichen” F3 Open ein. So holte etwa der Italiener Kevin Giovesi, Spitzenreiter der “Copa F308” in Portimao zwei fünfte Plätze, und liegt damit auch auf Rang 5 der Gesamtwertung. Die Formelserie erfordert also, ähnlich wie Sportwagenrennen, wegen der unterschiedlichen Klassen ein wenig zusätzliche Aufmerksamkeit.

An der Spitze der Tabelle liegt nach Portimao der mir sonst leider unbekannte Schwede Mans Grenhagen. Dahinter befindet sich mit dem Kanadier Gianmarco Raimondo ein (wenn auch nicht als besonders schnell) bekanntes Gesicht aus der F3 Euroseries. Auf den Rängen drei und vier liegen aktuell der Mexikaner Juan Carlos Sistos (im vergangenen Jahr Vierter der F3 Open) und der aus der AutoGP bekannte Argentinier Facundo Regalia.

Im TV

Erstmals werden die Rennen der F3 Open (so wie übrigens auch jene der GT Open) im deutschen Fernsehen live übertragen: Vermutlich wegen des deutschen Austragungsortes konnte man Sport 1+ als Partner gewinnen. Rennen 1 läuft dort am Samstag um 16:00 Uhr, Rennen 2 am Sonntag um 11:30 Uhr.