VLN: Analyse 3. Saisonlauf

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Manthey Racing gewinnt zum 2. Mal in Folge ein tolles Rennen, während alle Schutzengel heute rechtzeitig vor Ort waren.

Das wichtigste aber nun gleich vorne weg: Beide Fahrer, welche beim Crash im Streckenabschnitt Tiergarten involviert waren, konnten ihre Fahrzeuge eigenständig verlassen und es geht bzw. ging ihnen recht gut. So konnte Dirk Müller im Z4 GT3, nachdem er mit Clive Richards nach der Bilstein Brücke kollidierte sogar noch an der Siegerehrung teilnehmen, während Richards am Abend aus der Unfallklinik entlassen werden konnte. Kaum zu Glauben aber zum Glück wahr, wenn man sich die Bilder der verunfallten Ginetta aus der SP 10 ansieht, zumal dies an der schnellsten Stelle der gesamten Strecke passiert ist.

Es war ein richtig tolles Rennen mit richtig tollen Autos und Piloten, welches die VLN am Samstag zeigte. So war es am Morgen noch nass, jedoch trocknete gegen Ende des Zeittrainings die Strecke was komplett ab, die Sonne kam heraus, so dass gen Mittag dann alle Fahrer und Zuseher perfekte Bedingungen hatten. Die Zuseher durften sich über ein wahrhaftig tolles Staterfeld, vor allem in der Spitzenklasse, der SP9 erfreuen. So brachte Audi 7 R8 Lms ultra, u.a anderem mit Christopher Mies, Marc Basseng, Frank Stippler, Edward Sandstörm, Marco Werner, Chris Mamerow, Christer Jöns und Christopher Haase an den Start. Für BMW gingen gleich 5 Z4 GT3 auf die Jagd. So wurden 2 Z4 GT3 mit Jörg Müller, Dirk Müller, Uwe Alzen im einen, Dominik Schwager, Claudia Hürtgen und Nico Bastian im 2. Z4 das Rennen in Angriff genommen. Für Marc VDS griffen Maxime Martin, Bas Leinders und Markus Paltalla hinters Steuer, während sich bei Vita4One, unter anderem Matthias Lauda, Jens Klingmann, Pedro Lamy abwechselten. Allerdings kamen auch noch zusätzliche Namhafte Piloten samt Fahrzeugen hinzu. So wurde eine Corvette Z06 GT3, welche von Haribo Racing genannt wurde von keinen geringeren als Jan Magnussen, Daniel Keilwitz und Tommy Milner pilotiert. Dazu gesellten sich Thomas Enge, Stefan Mücke und Darren Turner im 2. Aston Martin GT3 als Teamkollegen von Stuck/Stuck/Rostek und Freddy Barth, dem 4. Mann im Bunde. Dazu gab Nick Heidfeld sein Debüt in der VLN und auf der Nordschleife, und konnte es auf dem sehr starken 6. Gesamtrang beenden.

Am Start setzten sich aber die SLS von Mercedes durch. Klaus Graf konnte hierbei gleich den Polesetter Jörg Müller überholen und die Spitze behaupten bzw. ausbauen. Dachte man nach dem letzten Lauf noch, dass die SLS ins Hintertreffen geraten seien, so zeigte hier der ALMS Pilot in Diensten von Rowe Racing das dem defnitiv nicht so ist und konnte diese bis zum Beginn der 6. Runde auch verteidigen. Damit war er aber auch nicht der einzige SLS in Front, denn auch Lance David Arnold in Diensten von Heico Motorsport und Hankook unterwegs konnte ebenso wie Pierre Kaffer im 2. Heico SLS den BMW von Müller überholen, was eine 3fach Führung der Flügeltürer bedeutete. Diese hilt allerdings nicht lange, denn Marc Lieb im Nadelstreifen Porsche machte sich daran, einen Mercedes nach dem anderen zu überholen und auch Jörg Müller konnte sich im Z4 auf Grund der höheren Kurvengschwindigkeiten wieder nach vorne arbeiten. So war es dann auch gegen Ende des 5. Umlaufes so weit und er konnte den SLS von Klaus Graf auf der Döttinger Höhe aufgrund des leicht besseren Topspeeds überholen und gab diese Führung Ende der 7. Runde ab, als man zum 1. Routine Stopp an die Box abbog. Dabei übernahm „der verrückte Uwe“ (O-Ton Müller beim Fan-TV) Das Steuer des Z4. Da man hier aber etwas länger als die Konkurrenz, insbesondere des Nadelstreifen-Porsche an der Box stand, musste man sich nachdem alle ihren 1. Stopp absolvierten als 2. hinter dem Porsche und dem SLS von Heico einreihen. Dahinter lagen dann bereits die R8 LMS von Phoenix bzw. Raeder Motorsport. Der R8 ultra von Mamerow Racing kam allerdings nicht zum Einsatz bzw. konnte erst mit gut 1 Stunde Verspätung ins Geschehen eingreifen, nachdem man im Zeittraining einen Unfall hatte und das Auto reparieren musste.

Die anderen R8 gingen aber recht gut, denn so konnte Christopher Mies am Start und zu Beginn des Rennens gleich 7 Positionen gutmachen und das Steuer auf Rang 4 liegend übergeben.

Dies war aber kein Problem, denn nicht nur Uwe Alzen gaste richtig an, sondern auch der Z4 in Diensten von Schuberth ging richtig gut und so war bald der SLS vor ihm überholt und auch Jochen Krumbach im Porsche war 1 Runde später fällig, als man ihm aussen in der Mercedes Arena überholen konnte. Dabei zeigte sich das wieder, was man die letzten 2 Läufe begutachten konnte: Der Z4 GT3 gings insbesondere in den Kurven extrem gut und holt dabei die Zeit raus Uwe Alzen konnte hier 30 Sekunden Vorsprung sowie die schnellste Rennrunde mit 8:13 herausfahren. Eine bemerkenswerte Zeit im Vorfeld des 24H Klassikers, was aber auch zeigt dass der Z4 sehr gut geht. In Sachen Rundenzeiten lagen aber auch der Porsche und der Audi nicht viel dahinter, wobei aber immer zu beachten ist, dass wohl alle Fabrikate noch nicht ihr gesamtes Können offenbart haben.. Auf der Geraden war man aber etwas langsamer als der Porsche GT3 R, aber etwas schneller als der Audi und der Mercedes, aber man verbrauchte mehr Sprit als der Porsche bzw. hatte mit 1250 kg 20 Liter weniger Tankinhalt als die SLS und die R8, sodass man in der Regel 1 Runde eher zum Stopp kommen musste.

Daher gaste Uwe Alzen nun richtig an und konnte so bis zu 34 Sekunden zwischen sich und Jochen Krumbach legen, bevor er nach 16 Runden an die Box kam und dabei auf Dirk Müller übergeben konnte. 1 Runde später kamen dann Jochen Krumbach und der dato auf Platz 3 vorgefahrene R8 von Phoenix an die Box. Hierbei übernahmen wieder Marc Lieb und Christopher Mies auf den Plätzen 3 und 4 liegend die Wagen, weil der Heico SLS erst nach dem 18. Umlauf an die Box zum Service musste und daher kurzfristig die Führung übernehmen konnte. Danach hatte man aber technische Probleme und so hat man immer mehr Boden verloren und mit 2 Runden Rückstand das Rennen auf Platz 14 Gesamt zu Ende fahren. Ab der 24. Runde spitzte sich dann aber der Dreikampf um die Spitze zu. Der Schuberth Z4 GT3 kam in Führung liegend an die Box und musste noch Spirt für 3 Runden tanken. Aufgrund der langen Betankungszeit durch den ADAC Tank Pilot, welcher die Tankzeit der Autos auf 144 Sekunden anhebt, wenn man den Wagen voll tanken will. Somit konnte man mit gut 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze aus der Box fahren. Ein sehr enger Kampf um die Spitze war somit vorprogammiert, denn auch der R8 und der Porsche vom Team Manthey mussten noch nen Splash and Dash absolvieren und die Zeit die man dafür benötigt ist in etwa jene 50 Sekunden.
1 Runde später, also gegen Ende des 25. Umlaufes fuhr dann auch der Audi an die Box und konnte sich knapp vor dem BMW halten, welcher ihn natürlich sofort unter Druck setzte. Der Nadelstreifen Porsche blieb aber draussen und wäre wohl erst gegen Ende des 27. Umlaufes an die Box zu seinem Stopp gekommen. Man hätte etwas kürzer als der Audi stehen müssen, sodass Marc Lieb hierbei wohl mit knappen Vorsprung vor dem Audi und dem BMW auf die Strecke gekommen wäre.

Der Konjunktiv rührt aber daher, da in der 26. Runde eben jener schwere Unfall zwischen dem bis dato auf Platz 3 liegenden BMW und der Ginetta passierte. Im Fan TV konnte man nur sehen, dass es im Bereich Tiergarten wohl einen Unfall gab, da auf einmal viele verstreute Teile lage. Kurz darauf entschied sich dann auch die Renneleitung das Rennen abzubrechen, da zum einen die Leitplanken und Streckenbegrenzungen an jendem schnellsten Streckenabschnitt in Mitleidenschaft gezogen wurden und auch die Säuberungsarbeite lange gedauert hätten. Zum anderen wollte man wohl auch nicht eventuelle Rettungsmaßnahmen behindern/verzögern oder gefährnden und entschied sich daher gute 10 Minuten vor Ende zum Abbruch. Das Rennen wurde somit Eine Runde zuvor, nach 26 absolvierten Umläufen gewertet. Da zu diesem Zeitpunkt der führende GT3 R noch nicht an der Box zum letzten Stop war, gewann er mit 26 absolvierten Runden vor dem R8 LMS von Markus Winkelhock und Uwe Alzen sowie Dirk und Jörg Müller im Schuberth Z4.

Nur war Manthey nicht der einzige Gewinner an diesem Wochenende: Auch VLN-Debütant und Gemballa Pilot Nick Heidfeld konnte mit seinem Partner Sascha Bert vollkommen zufrieden sein. So konnte man nicht nur Erfahrungswerte sammeln und sich bis auf Platz 6 nach vorne fahren, sondern Nick Heildfeld auch jede Menge Erfahrung für das 24H Rennen, bei welchem er wohl mit dem Team antreten wird. Auch zeigt eine Bestzeit von 8:25, dass McLaren und die Teams bei der Weiterentwicklung des Wagens den richtigen Weg eingeschlagen sind, denn erstmals konnte man mit mehr Federweg und weicheren Stabilisatoren antreten, nachdem in den ersten beiden Läufen dies genau der Hauptknackpunkt war. Das 2. Team, welches auf den MP4-12C GT3 setzt, Dörr Motorsport hatte aber erneut Pech, als man nach dem 20. Rang im Zeittraining bereits in der 3. Runde ausschied. So blieb nur noch der BMW Z4 aus der SP6, welcher das Rennen beenden und die Klasse mit 2 Runden Vorsprung gewinnen konnte.

Unter dem Moto “Außer Spesen nix gewessen” kann wohl auch das Team Glickenhaus mit dem P4/5 Competizione das Wochende abhaken. Man hat mit dem Auto, welches man im Winter mit Haifisch Flosse, Lufthutze und KERS ausgestattet hat, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht um zum einen das Leistungsdefizit und auch den eklatanten Top Speed Nachteil auf die Konkurrenten aufzuholen. Die Rundenzeiten haben sich mit einer schnellsten Runde von 8:29 etwas verbessert und nach dem Start konnte man sich bis an bzw. in die Top 10 nach vorne arbeiten, die Arbeit wurde aber nicht belohnt da man nach 11 Runden das Rennen mit technischen Problemen beenden musste. Was der Grund war, weiß ich leider nicht, aber es gab bereits beim 1. Lauf massive Probleme mit dem KERS System bzw. dessen Batterie-Pack, da es immer zu überhitzen drohte und daher nur temporär eingesetzt wurde.

Gemischte Gefühle gab es aber bei den “Exoten”, Aston Martin mit ihrem Team Young Driver und der Haribo Corvette. So musste zwar der Stuck Aston Martin bereits nach 4 Runden die Segel streichen, dafür konnte aber der 2. Aston Martin mit Stefan Mücke, Thomas Enge und Darren Turner auf Platz 10 ins Ziel fahren und auch die Stuck Brüder zeigten sich doch wesentlich optimisitscher, was die Abstimmung des Wagens angeht, so dass man auch hier in die richtige Richtung entwickelt hat. Bei der Corvette sah es etwas anders aus: Zwar konnte man mit Platz 5 in der Qualifikation ein Achtungszeichen setzen, denn immerhin ist dies der erste Einsatz einer Corvette in der SP9 seit Ende 2010 und auch Jan Magnussen ist jetzt nicht als großer Nordschleifenexperte bekannt, während auch Tommy Milner das 1. mal in der Vette auf dem Ring fuhr. Im Rennen selber konnte man aber das Tempo de Spitze nicht ganz mitgehen, mit einer besten Runde von 8:25 war man gute 10 Sekunden langsamer als die Spitzenautos und verlor somit Stück für Stück an Boden, so dass am Ende Platz 17 im Gesamtklassement zu Buche schlägt. Man war hier aber auch seitens des Teams nicht darauf aus hier 4 Stunden lang voll anzugasen und das Auto zu riskieren. Vielmehr lag der Fokus auf dem Sammeln und Auswerten von Testkilometern. Man darf gespannt sein, was das Auto noch erreichen kann.

Im Kampf um die VLN Meisterschaft konnten sich Elmar Jurek und Jannek Olivo an die Spitze der Tabelle setzen. Ihr Sieg in der Clio Cup bei 17 gewerteten Autos entspricht 9,72 Punkte, nachdem dies bereits ihr 2. Laufsieg in Folge war und man den 1. Lauf auf Platz 2 belegen konnte. Ihr Vorsprung ist daber aber nicht groß, genauer gesagt nicht vorhanden, denn mit ihnen liegen Guido Strohe und Stein Tveten aus der V4, welche zum 3. mal in Folge ihre Klasse vor 8 anderen Starten gewinnen konnten.
Knapp dahinter liegen Markus Fugel und Uwe Wächtler aus der SP3, welche nach dem letzten Jahr wieder größere Starterfelder aufweisen kann. So gingen am Samstag 13 Wagen an den Start – gut 10 mehr als teilweiße letztes Jahr dort fuhren, sodass der Sieg satte 9,62 Punkte bei 8 ins Ziel kommenden Fahrzeuge erreicht werden konnten.

Die Titelverteidger von Black Falcon liegen auf Platz 12 liegend, nachdem man zwar die V6 gewinnen konnte, aber der 4. Platz vom letzten Lauf einiges an Punkte gekostet hat. Gar nicht gut lief es auch für die Vorgänger von Black Falcon in Sachen Meisterschaft, nämlich Mario Merten und Wolf Sylvester, welche sich mit einem Rückstand von satten 7 Runden auf die Spitze der Klasse und somit den letzten Platz begnügen mussten. Ein denkbar schlechter Start, denn damit hat man quasi nach 3 Läufen schon seine beiden Streichresultate aufgebraucht.

Die Chance zur Verbesserung gibts erst wieder am 23.06, wenn die 43. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy über 4 Stunden ausgefahren wird. Der Grund für die lange Pause ist aber auch leicht zu erklären: Am 19. Mai findet der Höhepunkt in der Eifel statt – Das 40. 24H Stunden Rennen.

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