WTCC: Valencia Analyse 2012

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Zwei gute Rennen lieferte die WTCC auf dem eigentlich nicht für Tourenwagen konzpierten Kurs von Valencia ab, auch wenn am Ende wieder einer der großen Blauen ganz vorne stand. 

Schon das Qualifying war überraschend Yvan Muller deklassierte  seine Markenkollegen, indem er mit über einer Sekunde Vorsprung auf Huff (5.) und Menu (9.) die Pole holte. 2. im Qualfying wurde überraschend Tarquini, dahinter fuhr BMW-Speerspitze Tom Coronel die drittschnellste Zeit. Den letzten Punkt im Qualifying griff Pepe Oriola ab, der einen starken 4. Platz einfuhr.

Im ersten Rennen setze sich Muller vorne problemlos ab und fuhr einen komplett ungefährdeten Start-Zielsieg ein. Das Rennen hinter Muller war innerhalb der T0p 10 bis zur Mitte des Rennen relativ ruhig. Danach kamen sich die Kontrahenten jedoch etwas näher, auf den Podestplätzen blieb das Ergebnis aber auf Grund der eher mäßigen Überholmöglichkeiten mit Tarquini und Coronel das Gleiche wie in der Startaufstellung.

Allerdings gab es einen heftigen Kampf um den zweiten Podestplatz, bei dem Coronel bei Tarquini mehrmals freundlichst anklopfte und darum bat, vorbeigelassen werden. Dies sahen die Rennkommissare nicht so gern und verwarnten Coronel. Eine überzogene Strafe, speziell auf einer Strecke wie Valencia, wo man eh kaum überholen kann und den Gegner praktisch anschieben muss, damit man vorbei kommt.

Hinter den ersten Drei kamen Rob Huff und Alain Menu ins Ziel, Menu kämpfte sich von Platz 9 durchs Feld nach vorne, während es Huff lediglich schaffte an Oriola vorbeizugehen. Die Eurosportkommentatoren spekulierten, dass Chevrolet mit den beiden  hinteren Fahrzeugen jeweils nicht das ganze Potential abrief um die Gegner stark aussehen zu lassen. Zugegeben, diesen Eindrück konnte man bekommen zumal Muller sich vorne eben mal so 7 Sekunden von Tarquini absetzte. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es mit den 40kg Zusatzgewicht in beiden Rennen den Chevroletpiloten schwerer als eh schon gefallen sein dürfte, zu überholen.

Auf Platz 6 kam der erste Seat mit Pepe Oriola am Steuer ins Ziel, der ein ganz starkes Wochenende erwischte. Dahinter folgten Norbert Michelisz und Franz Engstler, dahinter Tiago Monteiro, was eine sehr lobenswerte Leistung ist, da dieser ja mit dem 1 Jahr alten Motor fuhr.

Im zweiten Rennen stand D’Aste auf der Pole, konnte aber Menu trotz hartem Kampf nicht lange halten. Das 2. Rennen war jedoch besser als das erste Rennen. Sowohl in den Top 10, als auch im Hinterfeld gab es viele harte aber faire Positionskämpfe. Gegen Mitte des Rennens ging dann leider das Auto von James Nash kaputt. Die Fords, die wohl über zu wenig PS verfügen. erreichten zwar Q2 nicht, zeigten aber eine bessere Leistung als in Monza und waren kurz davor einen Top 10 Platz zu ergattern.

Durchs Nash Ausfall wurde jede Menge Öl auf der Strecke verteilt, was auf den Ausgang des Rennens großen Einfluss haben sollte. Franz Engstler hatte sich mittlerweile auf Platz 3 vorgearbeitet, kam dann jedoch leider auf das Öl und rutschte aus ebenso wie Menu, Muller, d’Aste und Huff.

Dadurch kam Coronel wieder nach vorne, der überraschenderweise sogar in der Lage war richtig Druck auf Menu auszuüben und öfters deutlich anklopfte. Menu ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und fuhr das Rennen als erster zu Ende. Dahinter kam Coronel ins Ziel, gefolgt von D’Aste und Michelisz, der ebenfalls ein sehr gutes Wochenende hatte. 5. wurde Franz Engstler. Die beiden anderen Chevroletpiloten kamen auf Platz 6 (Huff) und Platz 8 (Muller), dazwischen schob sich Oriola. 9. wurde Tarquini und die Top 10 rundete Bennani ab.

Allgemein hat sich das Kräfteverhältnis aus Monza bestätigt. Die Chevrolet sind immer noch die stärksten Wagen, allerdings sind die BMW’s, speziell Tom Coronel an guten Tagen und auf passenden Strecken durchaus konkurrenzfähig. Die Seats hingegen sind leider immer noch relativ schwachbrüstig und man wird erst ein paar Monaten (!) alle Fahrzeuge mit den neuen Motoren ausgerüstet haben. Die Fords scheinen momentan leider nur an guten Tagen gut für die Top 10 zu sein, aber vielleicht wird das ja besser wenn sie nicht mehr mit dem Strafgewicht auf Grund nicht regelkonformer Teile rumfahren.

In der Meisterschftswertung führt Muller mit 81 Punkten, dahinter Menu mit 61 und Coronel mit 68 Punkten, den Rest hier. Bei den Privatfahrern führt Pepe Oriola mit 31 Punkten vor D’Aste mit 28 Punkten und Michelisz mit 27 Punkten, alle anderen hier.

In 2 Wochen geht es dann zum “Destruction Derby” nach Marrakesh.

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2 Kommentare zu “WTCC: Valencia Analyse 2012

  1. Wongi
    4 April, 2012 at 00:02

    Ist die WTCC immer so langweilig ? – wollte dieses Jahr mal BTCC und WTCC anschauen – aber da schläft man ja ein – und dann wenn ein Hauch von Renngeschehen aufkommen will gibt´s ne Strafe – is ja fast wie DTM … wenn das nächste Rennen auch so is werd ich wohl bei der BTCC bleiben ;)

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  2. Chaos
    4 April, 2012 at 10:08

    Naja also so schlimm wie die DTM ist die WTCC bei weitem noch nicht ;) Valencia ist auch keine gute Strecke für Tourenwagen und dafür waren die Rennen zusammen mit den Grundproblemen die die Serie hat mehr als in Ordnung. Klar ist in der BTCC mehr los. und es wird viel mehr angeklopft, dort geht es mMn aber auch teilweise in den unfairen Bereich, aber meistens sind die BTCC Rennen besser – was aber auch an den Strecken und der höheren Leistungsdichte liegt. Die Rennen aus Valencia waren sagen wir mal guter Standard für die WTCC

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