Nach dem ersten Rennen der Saison in Melbourne geht es gleich diese Woche mit dem gar nicht mehr so frühen Aufstehen weiter. Die Formel 1 fährt in Malaysia ihren fast schon traditionellen GP auf dem Kurs von Sepang. Erhoffen darf man sich ein klareres Bild der Kräfteverteilung, sofern es, wie immer in Malaysia, nicht regnet. 

Der Sepang International Circuit befindet sich nun immerhin schon seit 1999 durchgehend im Formel 1 Kalender und die Teams wissen was sie erwartet. Eine enorm hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen und eine nicht geringe Chance auf heftige Regenfälle. Diese könnten uns auch dieses Wochenende wieder erwarten. Die positiven Vorhersagen sprechen am Samstag von einer 30%-tigen Regenwahrscheinlichkeit ,am Sonntag soll diese sogar bei 60% liegen. Die pessimistischen Vorhersagen prophezeien von Freitag-Sonntag starke Regenfälle mit teilweise schweren Gewitterstürmen. Zu wünschen ist, das es nicht so schlimm wie 2009 wird, damals musste das Rennen nämlich wegen heftigen Regenfällen abgebrochen werden.

Die Strecke wurde von Hermann Tilke konstruiert, gehört aber gefühlt zu den Besseren. Sepang ist eine fahrerisch sehr abwechslungsreiche Strecke, mit 2 langen Geraden, die durch eine Haarnadel getrennt sind, schnellen Kuven, teilweise ziemlich langsamen 90°-Knicks  und dem charakteristisch langsamen S am Ende der Start- und Zielgeraden.

Durch die hohen Temperaturen wird einer der wichtigsten Faktoren im Rennen die neuen Reifen von Pirelli sein. Die bringen die Medium und Hard-Variante mit. Durch die hohen Temperaturen wird der Reifen teilweise an seiner oberen Leistungsggrenze agieren und die Teams müssen aufpassen, die jetzt ja wohl nicht mehr so haltbaren Pirelli Reifen nicht zu “überfahren”, dann können 5,5 km nämlich sehr schnell sehr lang werden.

Vor dem hohen Reifenverschleiß werden wohl vorallem Mercedes und Ferrari Angst haben müssen, sollten die Mediumreifen nicht so haltbar sein. Mercedes hat den hohen Reifenverschleiß noch nicht in den Griff bekommen und im Rennen in Melbounre sah man unter anderem dadurch auch nicht so gut aus. Es wird sehr spannend zu sehen, wie schlimm der Reifenverschleiß wirklich ist und ob man auch im zweiten Rennen zumindest in der Qualifikation glänzen kann. Die langen Geraden sollten dem Wagen jedoch entgegen kommen. Weiterhin steht der noch nicht vollständig geklärte Streit um das DRS-System im Raum. Während McLaren nichts Verwerfliches an dem System sieht, drängen vorallem Lotus und RedBull auf eine Ansage von der FIA, und behalten sich auch für Malaysia das Einlegen von Protest vor.

Für Ferrari jedoch könnte Malaysia ein richtig schlimmes Rennen werden, wo man das erste Mal so richtig die Schwächen des Fahrzeugs sieht, die Alonso in Melbourne durch eine sehr gute Leistung noch ganz gut verdecken konnte. Die Strecke erfordert auf Grund ihrer Charakteristik relativ viel Abtrieb und auf den beiden Geraden ist Top-Speed nicht verkehrt, beides fehlt wohl dem Ferrari. Das es für ein Top 5 Resultat reichen wird, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Eine Prognose zwischen McLaren und RedBull abzugeben. ist sehr schwer. Es wird viel davon abhängen wie die RedBull im Qualifying aussehen, im Rennen waren sie in Melbourne nur leicht schwächer als die McLaren. Dennoch ist der Tip auf einen Sieger auf Grund der Strecke verhältnismäßig simpel: Jenson Button. Niemand geht so gut mit den Reifen um und fährt so rund. Das könnte den entscheidenen Vorteil bringen, zumal er jede Menge Selbstvertrauen aus Melbourne mitbringt.

Genau so spannend wie ganz vorne dürfte aber zu beobachten sein, wo Lotus sich postiert. Das Auto ist schnell, das hat in Melbourne durch den grandiosen 3. Platz von Grosjean im Qualifying und der ansprechenden Leistung von Raikönnen gesehen. Der Wagen hat wohl den wenigsten Reifenverschleiß von allen Teams, was sie im Rennen locker in Schlagdistanz von Ferrari und eventuell auch Mercedes bringen könnte.

Ebenfalls 2 Teams die Ferrari gefährden könnten, sind Sauber und Williams. Williams scheint bei den Testfahrten ordentlich gemauert zu haben, da der Wagen in Australien durchaus Potenzial zeigte. Maldonado war im Endeffekt schneller als Alonso, was schon eine Ansage ist. Es ist fast tragisch aber auch bezeichnend, dass man anscheinend seit Jahren wieder ein gutes Auto hat, aber 2 Fahrer, die wohl nicht in der Lage sind das ganze Potenzial abzurufen. Allerdings soll der Williams bei den Tests massive Abtriebsprobleme gehabt haben, was eher ungünstig für Sepang ist, aber vielleicht hat man die ja auch in den Griff bekommen. Der Sauber bestätigte in Melbourne im Prinzip die Form der Testfahrten, auch in Sepang sollte das Auto gut für die Top 10 sein. Der Reifenverschleiß des Wagens ist relativ gering, was beispielsweise gegenüber den Ferraris definitiv von großem Wert seien wird.

Dahinter werden sich mit geringen Chancen auf die Top 10 Force India und Tor Rosso vermutlich auf ähnlichem Niveau bewegen. Ganz hinten ist Caterham in Australien dann doch in die Realität zurückgeholt wurden. Für sie wird es zunächst darauf ankommen, beide Wagen ins Ziel zu bringen. Zu Marussia gibts nichts besonderes zu sagen und bei HRT ist die größte Frage, ob sie die 107% Hürde schaffen.

Die Übertragungszeiten für Malaysia sind um einiges angenehmer, als die in Australien.

Daten Malaysia:

Aero-Setup: Medium/High Downfoce
Top Speed: 312 km/h (Mit DRS), 300 km/h (ohne DRS)
Vollgasanteil: 70 %
Gesamtverbrauch: ca. 153 Kilo Benzin
Bremsanteil: 15 %
Bremsenverschleiss: Mittel
Boxenstopp: ca. 22,5 s (Mit Ein- und Ausfahrt)
Zeitverlust pro Runde je 10 kg Benzin: 0,36 sek.

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