Der jahrelange Kampf um die Vorherrschaft im US-Sportwagen-Rennsport wird heißer: 2012 könnte ein großes Jahr für die Grand-Am werden. Und es beginnt mit dem goldenen Jubiläum eines großen Rennens.

2008 feierte die NASCAR die 50. Ausgabe des Daytona 500 mit dem Debüt des Car of Tomorrow – vier Jahre später ist die Grand-Am, seit jenem Jahr Teil des NASCAR-Imperiums, nun auch an der Reihe, eben diesen runden Geburtstag ihres eigenen wichtigsten Events zu feiern. Und auch hier steht ein neuer Fahrzeug-Typ in den Startlöchern: der Daytona Prototype der dritten Generation, kurz: DPG3. Damit hat die Rolex Sports Car Series, die Top-Serie der Grand-Am, endlich wieder ein ansehnliches Rennfahrzeug. Zwar sind die alten DPs mit ihrer klotzigen Optik noch startberechtigt, doch deren Ära neigt sich dem Ende zu. Und auch in der GT-Klasse gibt es reichlich (neue wie bekannte) Autos zu bestaunen.

60 Autos sind gemeldet, 14 Daytona Prototypes und sage und schreibe 46 GTs! Ein solches Feld hat Daytona seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Zunächst aber soll das Jubiläum als Anlass dienen für einen kurzen Rückblick in die Historie dieses traditionsreichen Rennens.

Die Geschichte

NASCAR war von jeher eine rein US-amerikanische Gelegenheit, aber mit diesem Sportwagen-Event holte Bill France ab 1962 neben den heimischen auch internationale Fahrer und Autos in seinen wenige Jahre zuvor gebauten Steilwand-Tempel, genannt Daytona International Speedway. Mit Dan Gurney gewann ein Amerikaner in einem britischen Lotus-Climax das erste Rennen, das noch über nur drei Stunden ging. 1964 wurde die Distanz auf 2000 Kilometern verlängert, was etwa 12 Stunden entspricht; weitere zwei Jahre später ging es erstmals zweimal rund um die Uhr – nach dem Vorbild der 24 Stunden von Le Mans. Außerdem wurden die 24 Stunden von Daytona Teil der Sportwagen-WM.

Es siegten Ken Miles und Lloyd Ruby in einem Shelby-Ford GT40. Das Duell Ford vs. Ferrari prägte die zweite Hälfte der 60er Jahre im Sportwagen-Sport, im Jahr 1966 mit dem besseren Ende für die Detroiter, die in Le Mans sogar einen Dreifach-Sieg einfuhren. 1967 schlug Ferrari mit dem wunderschönen 330 P4 zurück: Lorenzo Bandini und Chris Amon führten einen Hattrick auf dem home turf von Ford an.

Danach übernahm Porsche die Macht. 17 mal in 24 Jahren – wobei das Rennen einmal der Ölkrise zum Opfer fiel und einmal aus dem gleichen Grund verkürzt wurde – siegten Modelle aus Zuffenhausen, von den Prototypen-Legenden 907 und 917 über die 911er-Varianten Carrera RSR und 935 bis hin zum 962 der Gruppe C / IMSA-GTP-Ära in den 80ern. Zählt man den Sieg eines Porsche-befeuerten March 1984 dazu, ist die Quote sogar 75%. Auch die Liste siegreicher Fahrer ist mehr als ansehnlich: Mario Andretti, Jacky Ickx, Rolf Stommelen, Bobby Rahal, A.J. Foyt, Derek Bell, Al Unser Jr., Martin Brundle, um nur einige zu nennen.

Die 90er waren eine unstete Zeit für das Rennen: schon seit 1982 war es nicht mehr Teil der WM, sondern gehörte zur IMSA GT-Serie, die nun mit wechselnden Besitzern und wechselnden Reglements zu kämpfen hatte. Auch in Daytona wechselten die Sieger, so erreichte 1992 mit Nissan mit einem Werkseinsatz als erster japanischer Hersteller den ersten Platz; zweimal siegte Dyson Racing und 1996 der kürzlich verstorbene Gianpiero Moretti als Teamchef und Fahrer im Ferrari 333 SP nach einer Aufholjagd, die seinem Teamgefährten Massimiliano Papis den Namen Mad Max einbrachte.

Dann kam der andere Split. In Le Mans wurden die LMPs als neue Top-Kategorie eingeführt und Don Panoz stampfte in Kooperation mit dem ACO die American Le Mans Series aus dem Boden, angedacht als Nachfolger der IMSA GT-Meisterschaft  – doch, wie beim bekannteren Open Wheel-Split, gab es einige, die eine auf die USA fixierte Serie für besser hielten: über ein paar Ecken wurde die Grand American Road Racing Association – kurz: Grand-Am – mit der Rolex Sports Car Series als höchster Serie gegründet.

Konnten Teams anfangs noch in beiden Serien – und damit bei den Klassikern von sebring und Daytona – antreten, wurde der Bruch mit der Einführung der „Daytona Prototypes“ für die Grand-Am vollständig: diese war eine völlig eigene Klasse, die keine Gemeinsamkeiten mehr mit den alten GTPs oder den neuen LMPs hatte. Kostengünstig und simpel sollten sie sein und etwas langsamer, um auf dem Oval von Daytona allzu gefährliche Geschwindigkeiten zu vermeiden – das Ergebnis: Prototypen, die mehr Ähnlichkeit mit einer auf den Kopf gestellten Badewanne haben als mit einem Rennauto.

Die Gegenwart

In den ersten Jahren konnten die GT-Porsche den Ungetümen noch die Show stehlen, doch schließlich übernahmen die DPs das Ruder, auch durch Anpassungen des Reglements. Und es zeichnete sich bald eine neue Ära ab: Ab 2005 siegte in jedem Jahr ein Riley-Chassis, viermal in den Händen des Ganassi-Teams, die auch die Rolex Series dreimal gewannen. In den letzten drei Jahren kehrten mit Porsche und BMW deutsche Unternehmen als Motorenlieferanten auf die Siegerstraße zurück.

Auch das Fahrerfeld hat sich gewandelt: Namhafte Piloten aus Nord- und Südamerika werden meist nur für die 24 Stunden von Daytona durch internationale Sportwagen-Stars wie Mike Rockenfeller und Pedro Lamy sowie IndyCar- und NASCAR-Piloten wie Jimmie Johnson, Juan Pablo Montoya und Dario Franchitti ergänzt. Die GT-Klasse, in der sich Porsche mit Mazda, Chevrolet und anderen misst, hat klar an Bedeutung verloren. US-Teams mit heimische Piloten der zweiten und dritten Garde bestimmen das Bild, während die Top-Teams und -Fahrer sich in der ALMS tummeln.

Das Rennen verlor im internationalen Vergleich seit dem Ende der IMSA-GT-Serie etwas an Gewicht und die Felder schrumpften von um die 70 auf 35 Autos. Auch der Zuschauerzuspruch war schwach, auch wenn das schon den letzten 50 Jahren oft der Fall war. Das liegt aber auch daran, dass sich ein paar tausend Zuschauer auf den für 150.000 Personen ausgelegten Tribünen optisch verlieren.

Doch spannend waren die Rennen in Daytona in den vergangenen Jahren allemal; als Höhepunkt ist sicherlich der knappe Sieg des traditionsreichen Brumos-Porsche-Teams um David Donohue 2009 zu nennen, 40 Jahre nach seinem Vater Mark. Doch die Spannung kommt nicht von ungefähr: einerseits garantiert das DP-Reglement ein ausbalanciertes Feld auf Kosten der Ingenieurskunst, da keine Weiterentwicklung und keine technischen Finessen erlaubt sind; andererseits gab es im benannten 2009er Rennen mit 25 Full Course Cautions mehr Safety Car-Phasen als Rennstunden, was dem Ausdauerrennen seinen Charakter nimmt und ihn tatsächlich in eine Serie kurzer Sprints verwandelt. Doch das ist sicherlich Geschmackssache…

Die DP-Teams

2012 ist nun das Jahr des nächsten Umbruchs: das neue technische Reglement für Daytona-Prototypen hat vor allem einen Sinn: die Fahrzeuge attraktiver zu machen und die Marken-Identität für Hersteller zu stärken. Unter der frisch gestrafften Haut bleiben die Wagen ein simples Stahlrohrkonstrukt anstatt von teurer Kohlefaser. Ausgenutzt hat dies vor allem General Motors mit dem Chevrolet Corvette DP, der wirklich ein Augenschmaus ist.

Doch: nicht der ganze Wagen stammt von GM. Es handelt sich lediglich um eine Silhouette, die über abgewandelte alte Chassis von Riley, Lola oder Dallara gestülpt wird. Das zeigt noch einmal, dass es bei dem neuen Reglement rein ums äußere Erscheinungsbild geht. Darunter bleiben die DPs simpel und altbacken wie eh und je.

Fünf der schicken Corvette DPs werden an diesem Wochenende in Daytona am Start sein und versuchen, die Riley-Dominanz der letzten Jahre zu durchbrechen. Action Express Racing, das Siegerteam von 2010, tritt mit gleich zwei Wagen an, einer davon besetzt mit David Donohue, Christian Fittipaldi und Darren Law an, allesamt ehemalige Daytona-Champions. Auch der zweite Action-Express-Prototyp ist mit drei früheren Siegern bestückt: Joao Barbosa, Terry Borcheller und Mad Max Papis, unterstützt von JC France, Enkel des Daytona 24- und NASCAR-Gründers Bill France und sicherlich Schwachpunkt dieses Teams.

Max Angelleli und Ricky Taylor holten im Vorjahr für SunTrust Racing den zweiten Platz in der Meisterschaft und werden im neuen Wagen vom australischen IndyCar-Ass Ryan Briscoe unterstützt. Das Trio war in den ersten Trainings stets ganz oben mit dabei. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die Corvette-Werkspiloten Antonia Garcia, Oliver Gavin, Jan Magnussen und Richard Westbrook, die für Spirit of Daytona ins Lenkrad greifen.

Und dann sind da noch die ewigen Rivalen des dominierenden Ganassi-Teams: Jon Fogarty, Memo Gidley und Alex Gurney für GAINSCO/Bob Stallings Racing. Sie wurden 2007 und 2009 Meister, doch der Sieg in Daytona fehlt dem Team noch. Sie sind die einzigen, unter deren Corvette-Außenhaut ein Riley steckt, das Fahrzeug der härtesten Konkurrenz.

Denn Chip Ganassi tritt mit dem DPG3-Modell an, das von Riley selbst konstruiert wurde und optisch schonmal hinter dem Corvette DP zurücktreten muss. Den Test- und Trainings-Sessions nach zu urteilen sollte der Riley von der Performance her allerdings mit der Chevy-Konkurrenz mithalten, doch wie stark beide schlussendlich sind, wird sich erst im Rennen zeigen. Viel Spielraum lässt das Reglement sowieso nicht.

Ganassi setzt auf zwei BMW-motorisierte Rileys: die dreifachen Meister und vierfachen Daytona-Sieger Scott Pruett und Memo Rojas werden in der #01 von Graham Rahal und BMW-Werksfahrer Joey Hand, der 2012 die DTM und die ALMS für die Münchner bestreiten wird, unterstützt;  in der #02 sitzt die All Star-Kombo aus den Indy Car-Champions Scott Dixon und Dario Franchitti, NASCAR-Mann Jamie MacMurray und dem mittlerweile als Multitalent zu bezeichnenden Juan Pablo Montoya.

Starworks setzt zwei Riley-Ford ein, wobei einer der zweiten und einer der dritten Generation angehört. Der neue Wagen ist allerdings auch mit einem All Star-Lineup besetzt: die Le Mans-Legenden Lucas Luhr und Allan McNish sowie Ex-ChampCar-Pilot Ryan Dalziel teilen sich den Wagen mit Enzo Potolicchio und Alex Popow. Die Besatzung des zweiten Wagens wurde aus finanziellen Gründen kurzfristig über den Haufen geworfen. Diesen Wagen pilotieren nun Scott Mayer, Miguel Potolicchio, Maurizio Scala sowie IndyCar-Ass Ryan Hunter-Reay und Lucas Luhr, der damit eine Doppelschicht einlegt. Tony Kanaan muss zugunsten der neu hinzugekommenen Pay-Driver leider aussetzen.

Einen neuen und einen alten Riley-Ford setzt Michael Shank Racing ein, aber mit weniger großen Namen: nur AJ Allmendinger und Justin Wilson sind international bekannt; Felipe Nasr hat seinen Platz durch den Sieg in der Sunoco Challenge erlangt, die mehrere britische Nachwuchsserien umspannt; und NASCAR-Mann Michael McDowell ist leider mangels Erfolgen vor allem durch den schweren Unfall in Texas bekannt, den er unbeschadet überstand.

Nicht zu unterschätzen sein sollte auch der Lola-Ford von Krohn Racing mit Driver/Owner Tracy Krohn und Nic Jonsson, die in einem Ferrari die GTE-Am-Wertung der ILMC 2011 gewannen, sowie  Ford-Nachwuchsfahrer Colin Braun und Ex-F1-Pilot Ricardo Zonta, der auch bereits einige Grand-Am-Erfahrung hat.

Nur drei Motorenhersteller sind damit in diesem Jahr am Start: Corvette, BMW und Ford. Chancen auf den Sieg haben alle drei. Alle fünf Corvette DPs sind enorm stark besetzt und da der Wagen keine völlige Neuentwicklung ist, sollte es auch nicht mehr Haltbarkeitsprobleme geben als bei der Konkurrenz. Die beiden Ganassi-BMW-Rileys werden ihr härtester Konkurrent sein. Doch dank zahlreicher Gelbphasen sind in Daytona auch stets Überraschungen möglich.

Die GT-Teams

Im Grunde noch spektakulärer als die neuen Fahrzeuge in der DP-Kategorie sind die GT-Neuzugänge, die das Feld auf 46 Fahrzeuge aufstocken. Darunter diesmal auch: Audi und Ferrari, die die Strukturen aufbrechen wollen und dafür speziell entwickelte Varianten ihrer aktuellen GT-Sportwagen über den Atlantik schicken.

Viel vorgenommen hat sich vor allem Ferrari: deren US-amerikanisches Quasi-Werksteam Risi Competizione bringt zwei F458 an den Start, und zwar mit zwei Vollprofi-Trios: Bruni/Fisichella/Matos in der #62, Berreta/Bertolini/Vilander in der #63. Da in beiden Wagen keine Gentleman- oder Paydriver sitzen, dürften sie zu den Top-Favoriten in der Klasse gehören. Dafür muss allerdings der Ferrari durchhalten. Die Grand-Am-Variante ist ein Downgrade der GT3-Version mit simplerer Elektronik und Aerodynamik.

Die Jubiläums-Ausgabe des Rennens lockt daneben noch ein weiteres Ferrari-Teams aus der ALMS herüber: Scott Sharps Extreme Speed-Team wird mit dem Chef selbst sowie van Overbeek/Cosmo/Brown antreten. Die NASCAR-Geschäftspartner Michael Waltrip und Robert Kauffman sowie Rui Aguas und Motocrosser Travis Pastrana pilotieren einen AF Corse/Waltrip-Ferrari.

Audi ist dagegen nur mit zwei kleinen Privatteams am Start, in denen bis auf Steven Kane (Oryx Racing Racing #74) und Altstar Emanuele Pirro und Dion von  Moltke (APR Motorsport #51) keine bekannten Namen vertreten sind. Das ist insofern überraschend, als Audi bei den 24h-Rennen in Spa und am Nürburgring stets mit voller Werksunterstützung und entsprechendem Fahreraufgebot angetreten ist, um – koste es was es wolle – den Sieg zu holen. Vielleicht liegt es daran, dass den GTs die Chance auf den Gesamtsieg fehlt, doch mit diesen Besatzungen dürfte Audi auch die Chance auf den Klassensieg gegen die Menge an stark besetzten Autos fehlen.

Mit BMW stellt nämlich auch ein weiterer deutscher Hersteller mehrere Werksfahrer bereit, und zwar für Turner Motorsport, die zwei BMW M3 einsetzen. Die Stamm-Piloten Dalla Lana/Marsal/Johnson werden sich mit Bill Auberlen, Dirk und Jörg Müller, sowie Dirk Werner und Boris Said abwechseln. Die von Riley aufgebauten M3 GT hat das Team bereits letztes Jahr mit einigem Erfolg eingesetzt, zwei Siege und ein dritter Platz sind die Bilanz.

Nur zu einem Sieg reichte es im Vorjahr für Mazda, und doch verpassten die Japaner den Hersteller-Titel in der GT nur knapp, da sie durch Konstanz glänzten. Deren stärkster Wagen dürfte der des SpeedSource-Teams sein, mit Jonathan Bomarito und Sylvain Tremblay, die im Vorjahr in der engen GT-Fahrer-Meisterschaft Dritte wurden, sowie der prominenten Unterstützung Marino Franchitti und James Hinchcliffe.

Gleich drei RX-8 setzt das Team Sahlen ein, für das diverse Mitglieder der erfahrenen Rennsport-Familie Nonnamaker sowie Teamchef Joe Sahlen selbst antreten. Zwei weitere Wagen kommen von Dempsey Racing; neben dem Schauspieler sitzt vor allem Grand-Am-erfahrenes Fahrerpersonal am Steuer, international bekannt ist einzig Ian James. Und bei einem großen US-Rennen müssen selbstverständlich auch Andrettis am Start sein: John und sein Sohn Jarrett werden für Yellow Dragon Motorsports einen Mazda fahren.

Die US-Flagge halten ansonsten vor allem die Chevy Camaro-Teams hoch: Autohaus Motorsport mit u.a. Tom Milner und dem nur knapp geschlagenen Vorjahres-Vizemeister Jordan Taylor könnte ein Wörtchen um die Vergabe der Podiumsplätze mitreden; Stevenson Motorsport hat zwar eusgeglichenenes, Grand-Am-erfahrenes Personal, dürfte sich jedoch gegen all die großen Namen doch schwer tun. Der Rick Ware-Ford Mustang mit u.a. Dale Earnhardts Enkel Jeffrey sowie je einmal Chevy Corvette und Dodge Viper gehören zu den klaren Außenseitern.

Doch ihnen allen steht eine Armada von Porsches gegenüber: 24 911 GT3 sind gemeldet. Allein fünf davon setzt TRG ein, mit europäischen GT-Assen wie Dominik Farnbacher, Patrick Pilet, Allan Simonsen, Jeroen Bleekemolen und Wolf Henzler dürften darunter die #66 und #67 zu den Favoriten zählen. Ebenfalls enorm stark ist das Flying Lizard-Team aus der ALMS mit den Werksfahrern Jörg Bergmeister und Patrick Long sowie Mike Rockenfeller und Seth Neiman.

Für das Traditionsteam Brumos Racing sitzt neben Werksfahrer Marc Lieb auch der mit fünf Siegen erfolgreichse Daytona 24-Pilot Hurley Haywood am Steuer. Sascha Maassen und Rob Bell treten für Paul Miller Racing an, Richard Lietz und Rene Rast unterstützen die Amerikaner von Magnus Racing. Marco Holzer, Emmanuel Collard und Butch Leitzinger fahren für Alex Job Racing.

Sogar Franz Engstler, sonst in der WTCC unterwegs, setzt zusammen mit Mitchum Motorsports einen Liqui Moly-gesponserten Porsche ein, den er auch selbst pilotieren wird. Weitere deutsche Piloten sind Sebastian Asch und Martin Ragginger für Burtin Racing/Goldcrest Motorsport. Sentimentaler Favorit dürfte der NGT-Porsche mit u.a. Sean Edwards und Nick Tandy (bekannt aus dem Porsche Supercup) sein, die mit MOMO-Sponsoring antreten; MOMO-Firmengründer und Daytona 24-Sieger Gianpiero Moretti verstarb erst diesen Monat.

Die Ergebnisse der ersten Trainings in der GT-Klasse waren durchmischt; vor allem aber waren sie eines: nämlich eng! Es waren jeweils rund ein Dutzend Fahrzeuge innerhalb von einer Sekunde, darunter natürlich stets einige Porsche, aber auch die Ferrari, BMW und Camaros ließen sich vorn blicken. Unter diesen vier Marken (immerhin über 30 Autos) dürften auch die Favoriten auf die Top-Plätze sein, Mazda scheint es ebenso etwas an Pace zu mangeln wie den beiden schwächer besetzten Audi-Teams.

Wann und wo?

Das Oval von Daytona ist weltbekannt: ein Tri-Oval, 2,5 Meilen lang, 31° Neigung in den Steilkurven, etwas weniger in dem Knick, wo sich die Start/Ziel-Linie befindet. Der Rundkurs biegt kurz nach der Startlinie links ins Infield ab und besteht im Wesentlichen aus vier (allerdings unterschiedlich zu fahrenden) 180°-Kurven, bevor er in Turn 1 wieder auf das Oval zurückführt. Auf der Gegengerade ist eine schnelle Schikane eingebaut, um die Geschwindigkeit vor der zweiten Steilkurve zu senken; die Schikane führt allerdings auch oft zu Problemen, wie es sie überhaupt bei so vielen Wagen und so vielen Fahrern unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichen Erfahrungsgrades geben wird. Zwar soll das Wetter gut werden, doch mit 20-25 Gelbphasen sollte man schon rechnen. Die werden das Rennen jedoch auch bis zum Ende spannend halten, da Rundenrückstände so seltener zustande kommen.

Das Rennen startet am Samstagabend um 21:30 Uhr deutscher Zeit. In den USA überträgt Speed TV weite Teile des Rennens (außer in der Nacht), MotorsTV übernimmt diese Übertragungen. Die genauen Zeiten sind im TV-Plan zu finden, Sendestart ist am Samstag um 20:30 Uhr. Wer kein MotorsTV empfängt, kann sich dank Eurosport 2 den Start, die Zieleinfahrt sowie einige Zwischenberichte von 45-60 Minuten anschauen. In den US-Nachtstunden, wenn es keine TV-Übertragung gibt, wird es einen Stream von SpeedTV geben, der allerdings wohl auf Standkameras zurückgreifen wird.

Um bei all den Fahrzeugen nicht den Überblick zu verlieren, gibt es außerdem wieder von Andy Blackmore einen Spotter Guide mit den Lackierungen aller 60 Fahrzeuge.

(Foto: Porsche)

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