Bruno Senna wird 2012 für Williams an den Start gehen. Eine Entscheidung, die überrascht.

Williams wird 2012 mit Pastor Maldonado und Bruno Senna an den Start gehen. Eine kleine Überraschung, hatte man doch in den letzten Wochen auf Sutil oder Barrichello für das zweite Cockpit gesetzt. Offenbar gab es aber andere Gründe, warum man auf Senna zurück greift. Nach der schlechtesten Saison für Williams aller Zeiten, hatte man schon Mitte des Jahres mit einer völligen Neuorganisation des Teams begonnen und in verschiedenen Strukturbereichen auch gut abgeschlossen. Eine Restrukturierung innerhalb einer Firma geht nie so ganz reibunglos und schon gar nicht, wenn die komplette Entwicklungsabteilung neu besetzt wurde. Da braucht man eigentlich mindestens einen Fahrer, der erfahren genug ist, die Entwicklung während der Saison mit voran zu treiben. Beides hätten Sutil oder Barrichello leisten können. Aber das Geld zwang Williams zu einer anderen Entscheidung.

Ende 2011 sprang der Titelsponsor AT&T ab, was nicht so überraschend kam. Eher schon die Tatsache, dass es Williams nicht gelang einen Ersatz zu finden. In diesem Jahr sieht es so aus, als ob Williams ganz ohne Titelsponsor unterwegs sein muss, was lange nicht mehr vorgekommen ist. Bruno Senna bringt aber, ähnlich wie Pastor Maldonado, viel Geld mit. Im Grunde ist Williams 2012 mit zwei nicht Pay-Drivern unterwegs, die zwar nicht schlecht sind, aber auch nicht gezeigt haben, dass sie Top 5 Niveau erreichen können.

Bruno Senna hat offensichtlich nicht das Talent seines Onkels, aber sein Einsatz im Renault in den letzten Rennen des Jahres 2011 war so schlecht nicht, wenn man bedenkt, dass der Wagen eher eine Krücke war. Sein siebter Platz in der Quali von Spa war sicher ein echtes Highlight, allerdings blieb es auch das Einzige.

Es ist völlig klar, dass Williams nach dem miserablen Jahr 2011 nicht sofort wird an die Spitze fahren können. Dort tummeln sich Red Bull, Ferrari, Mercedes und McLaren, die deutlich mehr Ressourcen haben. Ziel von Williams wird es sein, regelmäßig in die Punkte zu kommen, die Hauptgegner sollten Renault, Sauber und Force India darstellen. Innerhalb dieses Paketes muss man sich durchsetzen müssen, was auch angesichts der fahrerischen Qualitäten der Konkurrenz nicht leicht sein wird. Di Resta, Hülkenberg, Grosjean, Räikkönen, Kobayashi und Perez – das sind alles Namen, denen man im ersten Moment mehr zutraut, als Maldonado und Senna.

Dennoch muss die Enscheidung von Williams keine Schlechte sein. Beide Piloten kennen das Mittelfeld gut, 2012 wird für Williams bestenfalls so oder so ein Übergangsjahr. 2013, wenn die neuen Motoren und Aero-Regeln kommen, wird weitaus spannender für ein kleines Team wie Williams. Dafür muss man in diesem Jahr aber die Strukturen schaffen und die liegen vor allem im Team und weniger bei den Fahrern.

Gefährlich wird es nur, wenn beide völlig versagen und es nicht schaffen in die Punkte zu kommen. Denn kommen auch keine neuen Sponsoren, was für die Weiterentwicklung des Teams schlecht ist.

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