Die beiden Rennen in Suzuka brachten viel Schrott und sahen einen Überraschungssieger. In der WM bleibt es auch sehr spannend.

Man muss sich sowieso freuen, wenn denn mal kein Chevrolet Cruze ein Rennen gewinnen kann, aber für Tom Coronel kann man eine extra Portion Glückwünsche raus holen. Der Niederländer war in diesem Jahr nicht wirklich mit Glück gesegnet, da kommt ein Rennsieg gerade recht. Man darf ja auch nicht vergessen, dass jeder Sieg, gerade in dieser Saison, für ein Privatteam ein reiner Segen ist. Schließlich geht es auch jetzt schon darum, Sponsoren für die neue Saison zu finden. Nach dem Sieg von Franz Engstler in Oschersleben ist es zu dem der zweite Sieg eines BMW in diesem Jahr, was zeigt, dass der Wagen, trotz seines Alters, immer noch für einen Podestplatz gut ist. Mit der WM-Entscheidung hat das aber alles nichts zu tun, hier wird es zwischen Robert Huff und Yvan Muller wieder etwas enger.

Rennen 1
Das ersten Rennen sorgte schon vor der ersten Kurve für Ärger. Robert Dahlgren, der den Volvo in die zweite Reihe bugsiert hatte, wurde im Getümmel abgeschossen und knallte noch vor der Anbremszone böse in die Leitplanke. Ein paar Meter weiter erwischte es Tom Coronel und Tiago Monteiro, die sich ins Gehege kamen und ihre Einsatzwagen stark onduliert abstellen mussten. Immerhin schaffte es die Mannschaft von Coronel die raus gerupfte vordere Aufhängung noch während des Rennens zu ersetzen, so dass der Holländer zu ein paar Testrunden raus konnte.

Vorne gab es derweil das übliche Bild, nur das Alain Menu dieses Mal den Ton angab. Dessen Cruze war am Wochenende auf der Kurzanbindung von Suzuka so schnell, dass die Teamkollegen nur das Heck sahen. Hinter dem Schweizer lagen sich, wie immer, Muller und Huff in den Haaren. Aber bei Muller gab es in diesem Rennen ein Problem, denn sein Wagen lag alles andere als gut. Er kämpfte mit massiven Übersteuern und einem instabilen Heck. Das nutzte zunächst Huff aus, dann stand Muller auch noch quer und verlor den dritten Platz an Nykjaer und dessen Seat. Im weiteren Verlauf konnte er den Dänen zwar wieder unter Druck setzen, von hinten nahte aber auch Poulsen, den der Franzose in Schach halten musste.

Damit war die Sache dann mehr oder weniger erledigt. In einem unspektakulärem Finish gewann Menu vor Huff und Nykjaer. Ein kleines Highlight setzte Colin Turkington, der seinen BMW auf Platz sechs prügelte. Franz Engstler blieb hinter seinen Erwartungen zurück und landete nur auf Platz 9. Für jede Menge Spaß sorgten die vielen japanischen Gaststarter, die dank ausgewiesener Streckenkenntnis ihre S2000 Wagen kraftig um den Kurs scheuchten. Immerhin konnte man einige Stars abhängen.

Rennen 2
Darryl O’Young stand für Rennen 2 auf der Pole, doch neben ihm lauerte schon Tom Coronel. Die zweite Reihe belegten Robb Huff und Yvan Muller, dahinter lagen Dahlgren, dessen Wagen repariert werden konnte, Menu, Tarquini und Nykjaer. Doch O’Young versemmlte den Start und wurde durchs Feld gereicht um dann in der ersten Kurve endgültig in den Kies geschickt zu werden. Tarquini hatte ihn abgeschossen, weshalb der später eine Durchfahrtsstrafe bekam. Eine etwas harte Strafe. Coronel übernahm die Spitze, dahinter nistete sich Muller ein, der beim Start eine bessere Linie als Huff gefunden hatte.

In den ersten Runden tat sich relativ wenig. Dunkle Regenwolken hingen über Suzuka und viele Piloten warteten erst einmal ab, was das Wetter machen würde. Der D-Zug aus 20 Wagen blieb erst einmal erstaunlich stabil, wobei es schon etwas erstaunlich war, dass Dahlgren mit dem im Heck stark beschädigten Volvo vorne mithalten konnte. Überholmanöver waren aber Fehlanzeige.

So ab Runde 10 wurde Yvan Muller hinter Coronel etwas ungeduldig und versuchte sich vorbei zu quetschen, der BMW-Pilot musste seine gesamte Fahrkunst aufbieten, um Muller in Schach zu halten. Huff hatte Dahlgren im Nacken, der seinerseits Menu im Rückspiegel hatte. Es entwickelte sich ein packender Kampf um die Führung und den dritten Platz, der bis zum Ende des Rennens anhielt.

Erstaunlich war dabei, dass der BMW am Ausgang der Kurve immer einen Tick besser war, als der Cruze, während Muller in den Esses deutlich besser lag. Aber da hielt Coronol die Innenlinie dicht und Muller hatte keine echte Chance vorbei zu kommen. Der Alt-Meister blieb aber auch vorsichtig, ein Crash hätte das Aus bedeutet und damit seinem Teamkollegen Huff die WM-Führung spendiert.

Auch im Rennen nicht viel passierte, war es doch recht unterhaltsam, da die Top 5 die meiste Zeit Stoßstange an Stoßstange lagen. Der Sieg für Coronel war Ende verdient, Muller war froh, dass er Huff hinter sich halten konnte.

Bei noch vier ausstehenden Rennen ist die Situation in der WM wieder schön eng geworden. Muller führt mit 13 Punkten vor Huff, was praktisch nichts ist, da man einem perfekten Wochenende 50 Punkte gewinnen kann. Sollte keiner von beiden einen Ausfall in China erleben, könnte die WM in Macau entschieden werden.

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