Die offenen Chevrolet-Meisterschaften gingen zwar auch in Oschersleben weiter, aber nicht ganz so, wie man es erwartet hatte.

Es ist klar, dass in der WTCC nur ein Chevy-Pilot Meister werden kann, doch immerhin ist die Meisterschaft weiter spannend, da Yvan Muller und Rob Huff eng zusammen liegen. Nachdem der Brite die erste Saisonhälfte dominiert hatte und Muller in Porto regelrecht düpierte, sie die Sache nun anders aus. Jetzt ist es Muller, der offenbar seine alte Form wieder gefunden hat und Rob Huff hinter sich lässt. Richtig spannend ist es auch in der Independent Wertung, wo BMW Pilot Norbert Michelisz nach zwei miserablen Wochenende den einstmals großzügigen Punktevorsprung aufgebraucht hat. Das er die Führung nicht ganz abgeben musste war reines Glück. Doch BMW hatte am Wochenende durchaus Grund zur Freude.

In Lauf 1 sah die WTCC-Welt noch aus wie immer. Muller und Huff fochten ihr Duell an der Spitze aus, wobei der amtierende Weltmeister zum dritten Mal hintereinander die Nase vorne hatte. Huff mühte sich bei klatschnassen Bedingungen zwar ab, Muller machte aber mal wieder keinen Fehler. Lustig war es aber dahinter. Robert Dahlgren hatte es geschafft, den Volvo C30 für den ersten Lauf auf P2 zu stellen, doch beim Start (der dritte Start – die beiden ersten hatte man abgewunken) verlor der Schwede einige Plätze und wurde dann auch noch zur Seite geschoben. Dahlgren fiel zurück, kämpfte sich aber in einem ansehnlichem Rennen zurück. Immerhin zeigte der C30 mal wieder sein Potential. Auf der Geraden geht der Wagen schon mal gut, in den Kurven fehlt etwas.

Auch im Mittelfeld ging es gut zur Sache, vor allem zwischen den Independent Piloten. Die BMW mischten in Kampf um die vorderen Plätze deutlich besser mit, als in den Rennen zuvor. Das lag einerseits an einem leicht verbesserten Motor, hatte aber auch etwas damit zu tun, dass die FIA die BMW vor dem Rennen in Oschersleben um 10kg erleichert hatte. Das machte sich dann doch deutlich bemerkbar, auch wenn Gabriele Tarquini im ersten Rennen “Best of rest” war.

In Rennen zwei stand Franz Engstler auf der Pole, verlor seinen Spitzenplatz aber schon beim Start an Michelisz, der aus der zweiten Reihe nach vorne stürmte. Engstler konnte immerhin P2 halten, kam aber auch nicht näher an den Ungarn heran. Dahinter pflügten die Cruze durchs Feld, aber bei weitem nicht so leicht, wie bei den anderen Rennen der Saison. Das lag sicher auch an der Strecke, die wenig Überholmöglichkeiten bietet.

Während die BMW Independents vorne ihren Kampf ausfochten, hatten Huff und Muller ihr eigenes Rennen. Tief im Mittelfeld gestartet, hatten beide Probleme sich an den BMW und Seat vorbei zu schieben. Dabei war Huff zunächst der aggressivere und versuchte einen Wagen zwischen sich und Muller zu bringen. Das lief derartig schief, dass Muller einen missglückten Überholversuch von Huff an Monteiro ausnutzen konnte, um an beiden vorbei zu gehen. Huff blieb sogar noch etliche Runden hinter dem Seat hängen, bevor er doch wieder zu Muller aufschliessen konnte.

Vorne warf Michelisz seinen fast sicheren Sieg zur Halbzeit weg, als er sich dreht und später von Coronel in einen Reifenstapel geschickt wurde. Der Punktverlust sollte sich rächen, auch wenn sein direkter Konkurrenz Poulsen schon beim Start abgeschossen wurde. V

Vorne wurde es zeitweise dann wieder eng, nachdem Alain Menu seinen Cruze endlich hinter Engstler positioniert hatte. Doch erstaunlicherweise konnte der BMW den Abstand zu Menu konstant halten. Das ist, auch für die weitere Saison, eine gute Sache.

Engstler gewann sein erstes Rennen in der WTCC im zarten Alter von 50 Jahren. Ein schöner Erfolg vor der hemischen Kulissen. Durch den Ausfall von Michelisz und Poulson ist es in der Indepentwertung auch wieder richtig eng. Da liegen gleich vier Piloten noch gleichauf.

Alle Wertungen gibt es bei der WTCC.

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