Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen weiter. Dieses Wochenende kann die Konkurrenz sich das Heck der Chevy in Donington anschauen.

Donington ist für gute Tourenwagenrennen bekannt. Die Abstecher der BTCC sind ja meist immer recht unterhaltsam, so auch in diesem Jahr. Da ist der direkte Vergleich mit der WTCC ja durchaus mal interessant, auch wenn es vorne vermutlich nicht so eng wird, wie in der britischen Serie. Doch die FIA hat mit den Gewichten gespielt und das könnte die Sache interessanter machen. Das Chevorlet das Maximalgewicht aufgebrummt bekommt, ist klar, aber die FIA hat den BMW weiter 10 kg Ballast rausgenommen und beim Volvo sind es es sage und schreibe 60kg. Nach dem das Polestar Team in den letzten Rennen mit Maximalgewicht unterwegs war, sind es jetzt nur 1130kg. Da der Volvo in Porto schon nicht so schlecht aussah, werden die 60kg in Donington einiges bewirken.

Es wäre ja auch mal nett, wenn sich vorne noch eine andere Marke zeigen würde, als nur Chevrolet. Aber auch Gabriele Tarquini rechnet sich wieder etwas mehr Chancen aus. Dem Seat-Motor fehlte es bisher ein wenig an Leistung, da hat man aber offenbar nachgelegt, was gerade auf dem leicht hügeligen Kurs in England sicher nicht schlecht ist. Tarquini ist immer eine Marke, auf die man achten muss, vielleicht schafft er ja wie in Zolder eine Überraschung.

Doch im Grunde eht es vermutlich wieder einfach nur darum, wer von den drei Cruze-Piloten bei den Rennen die Nase vorne haben wird. Und so richtig entspannt ist die Stimmung im Chevrolet-Lager nicht. Yvan Muller beklagte sich nach dem Rennen in Porto, dass das Überholmanöver von Rob Huff nicht ganz legal gewesen sei. Der hatte eine Schikane auslassen müssen, dass allerdings auch nur deswegen, weil Muller ihn beim Überholvorgang sanft angeschoben hatte. Rob Huff wiederum möchte gerne seine “Underdog” Image los werden. Er gilt als schneller, aber auch fehleranfälliger Pilot, dem schon mal die Nerven fehlen. Bisher hat er eine tadellose Saison hingelegt, aber sein Vorsprung in der WM ist noch nicht so groß, dass man davon sprechen könnte, er sei dominant. Aber immerhin lässt Chevrolet seine Fahrer frei fahren, was ja auch eine nette Sache ist.

In der Wertung der freien Teams sieht es dagegen etwas enger aus. Dort führt Norbert Michelisz die Fahrerwertung an, was ein wenig überraschend ist, hatte man doch dem Engstler-Team gute Chancen ausgerechnet. Doch bei Franz Engstler läuft es im Moment nicht so rund, was auch mit dem etwas schwierig zu fahrenden BMW-Motor zu tun haben soll, dessen Leistungsentwicklung eher im digitalen Bereich liegt. Entweder ist der Turbo an, oder aus. BMW hat nachgebessert, was die letzten Rennen auch gezeigt haben, aber dann ist da halt noch das alte Chassis, aus dem man nicht mehr viel rausholen kann. Die Zeit der BMW neigt sich langsam zu Ende und man darf gespannt sein, ob BMW sich noch mal die Mühe macht, ein neues Chassis für die Kundenteams zu homologieren. Immerhin liegt Poulsen in der Wertung aber P2, nur 5 Punkte zurück, da ist also noch alles drin.

In England gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Colin Turkington, der für das Wiechers Team an den Start gehen wird.

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