Formel Eins: Analyse GP England 2011

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Wer hätte das gedacht, dass Ferrari ausgerechnet auf einer Strecke den ersten Sieg der Saison einfahren kann, auf der Red Bull eigentlich dominieren sollte. Ein Fehler von Red Bull half, aber auch ohne den wäre es vorne eng geworden.

Der GP in Silverstone war mal wieder abwechslungsreich, was natürlich auch mit dem typischen britischen Wetter zu hatte. Ein kleiner Schauer, rund 40 Minuten vor dem Start, sorgte für sehr gemischte Verhältnisse auf der Strecke. Während das Wasser auf dem neuen Teil von Silverstone gut ablief und der Kurs abtrocknete, stand das Wasser ab Brooklands bis auf die Hangar Straight. Die Intermediates waren die einzige Wahl, weil es für Slicks einfach zu nass war und auch lange blieb. Das alles war Vettel relativ egal, er knöpfte schon beim Start Mark Webber den ersten Platz ab und fuhr wie üblich seine fünf bis sechs Sekunden Vorsprung heraus. Webber hielt Respektabstand, dahinter tobte ein schöner Kampf zwischen beiden Ferrari und McLaren. Doch das Rennen nahm dann noch einige Wendungen und am Ende gab es Ärger um eine Teamorder von Red Bull.

Red Bull schien die Sache locker im Griff zu haben. Weder in den nassen, noch in den trockenen Bedingungen schienen Ferrari oder McLaren den Abstand nach vorne verkürzen zu können. Erschwert wurde die Verfolgungsjagd dadurch, dass Alonso und Hamilton lange in einen wunderbaren Zweikampf verwickelt waren, bei dem mal Alonso, mal Hamilton die Nase vorne hatte. Die beiden gaben sich nicht viel in Sachen Fahrkunst und Aggressivität, aber der Zweikampf, der sich über den ersten und zweiten Stint des Rennens hin zog, kostete beide viel Zeit.

Ferrari war in Silverstone erstaunlich flott unterwegs. Schon in den Trainingssessions waren die Italiener flotter als sonst, was man auf die neuen Updates schob. Allerdings kam Ferrari zu Gute, dass man das Rennen zum “Wet Race” deklariert hatte und man so darum herum kam, die harte Mischung fahren zu müssen, die dem F150 nicht wirklich liegt. Alonso konnte während des gesamten Rennens pushen und den Abstand nach vorne einigermaßen klein halten. Das sollte sich beim zweiten Stopp von Vettel dann als entscheidend herausstellen.

Denn beim zweiten Stopp von Vettel brach beim Stopp der Wagenheber und musste ausgewechselt werden. Die entscheidenden Sekunden fehlten dem Weltmeister dann bei der Ausfahrt aus der Box. Bis er wieder auf die Strecke einbog, war Alonso lange vorbei. Auch Lewis Hamilton hatte den Deutschen passiert, der sich somit auf einem ungewohnten Platz 3 wieder fand. Die Phase nutzte Alonso dann aus, um sich einen großen Vorsprung zu erfahren, da Hamilton die Pace des Ferrari nicht mal ansatzweise halten konnte. Vettel verlor massiv Zeit hinter McLaren, während Alonso vorne weg zog. Nach einigen herzhaften Duellen konnte Vettel dann schließlich am Briten vorbei gehen, doch da war der Ferrari schon außer Reichweite.

Bei McLaren lief es zeitweise richtig gut. Man hatte Hamilton auf P3 und Button in Lauerstellung auf P5, aber dann zerbröselte ein möglicher Erfolg, weil McLaren sich eine ungewöhnliche Fehlerkette erlaubte. Erst fiel Button aus, weil bei seinem Boxenstopp ein Rad nicht fest angezogen wurde. Der Lollipop-Mann hatte ihn zu früh los fahren lassen. Bei Hamilton sah es besser aus, aber offenbar hatte sich McLaren beim Sprit verkalkuliert, was ziemlich unverständlich ist. Silverstone gilt als Strecke, die wegen des hohen Vollgasanteils viel Sprit braucht, aber offenbar hatte McLaren darauf gehofft, dass die Strecke länger nass sein würde. Nasse Strecke = weniger Speed = weniger Verbrauch. Aber die Rechnung ging nicht auf und der Ex-Meister musste erst Vettel, später Webber passieren lassen. Am Schluss schaffte er es gerade so noch vor Massa auf P4.

In den letzten Runden wurde es aber noch einmal dramatisch, denn Vettel verlor plötzlich an Geschwindigkeit und hatte plötzlich Webber im Nacken, der zum Überholvorgang ansetzte. Vettel verteidigte, das Duell blieb sauber, aber dennoch funkte Red Bull, in dem Fall Christian Horner persönlich, an Webber, der solle die “Distanz” halten. Webber berichtet nach dem Rennen, dass man ihn wohl mehrfach befohlen hat, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber blieb zwar dahinter, meinte aber mit angesäuerter Mine nach dem Rennen, dass derartige Team Order seine Entscheidung, wo er 2012 fahren wird, dann doch beeinflussen würde.

Wie immer, kann man geteilter Meinung sein. Webber hatte im Rennen keine Chance gegen Vettel, obwohl Red Bull ihn immer als erster an die Box holte. Beim ersten Stopp könnte man noch sagen, dass man Webber eher reinholte, um die Strecke mit den Slicks für Vettel zu testen. Beim zweiten Stopp war das aber nicht mehr nötig. Auf der anderen Seite: Vettel hatte in den letzten Runden offenbar ein Problem, sein Vorsprung beträgt 80 Punkte auf Webber und 92 Punkte auf Alonso. Wäre Webber auf P2 gefahren, würde er “nur” 77 Punkte zurück liegen. Zu vergeben sind noch 250 Punkte. Natürlich muss man damit rechnen, dass Ferrari noch stärker wird, aber Vettel hat die WM auch dann, wenn Alonso alle Rennen gewinnt und er nur noch dritte Plätze einfährt. Die Aktion wird bei Red Bull noch für Ärger sorgen. Interessant an der Sache ist, dass Mark Webber in diesem Jahr eigentlich immer sehr ruhig war und sich, die Verlängerung seines Vertrages im Kopf, nicht aus dem Fenster gelehnt hat. Offenbar hat sich seine Vertragssituation verändert und Radio Fahrerlager vermeldet, dass Ferrari jetzt doch sehr am Australier interessiert ist.

Eine andere Frage ist, ob Ferrari auch dann gewonnen hätte, wenn Red Bull den Fehler nicht gemacht hätte. Die Antwort lautet wohl: Ja. Denn die Pace von Alonso und die technischen Probleme von Vettel (angeblich ging das KERS nicht, was aber laut TV-Bilder nicht stimmt) hätten Alonso sicher an die Spitze geführt. Eventuell wäre es auch über die Boxenstrategie gegangen. Was bedeutet: Ferrari ist dran.

Das könnte mit dem Mapping zu tun haben, um das es am Wochenende viel Ärger gab. Vor dem Rennwochenende hatte FIA die Stellung der Drosselklappen in den Kurven auf 10% festgelegt. Renault ist dagegen Sturm gelaufen. Zum einen, weil man die offenen Klappen braucht, um den Motor zu kühlen, zum anderen, weil Mercedes ein anderes System hat, was ihnen einen Vorteil verschafft. Samstag wollte die FIA wieder alles revidieren, dann fiel ihnen auf, dass man am Rennwochenende die Regeln nicht verändern kann. Red Bull akzeptierte dies zähneknirschend, wollte am unbedingt an diesem Wochenende noch eine Einigung erreichen, damit man für das nächste Rennen planen kann. Doch vermutlich Ferrari/Sauber und Williams sagten “Nein”, was Red Bull angeblich dazu brachte, mit einem Rückzug aus dem Rennen zu drohen.

Dabei ist nicht mal klar, ob das Mappingverbot Ferrari nicht auch trifft. Es ist schwer zu sagen, ob die Updates am Wagen, oder das Verbot des Mappings zum Sieg beigetragen haben. Hinter dem “Nein” könnte auch einfach Politik stecken. Wie in der Vorschau schon mal angedeutet, wird das Verbot Red Bull treffen und der Zeitverlust scheint bei so rund 4 Zehntel zu liegen, wenn man die Quali sieht, wo Alonso auf einem Zehntel dran war. Aber Webber war auch schneller als Vettel, der normalerweise wiederum drei bis vier Zehntel schneller sein sollte. Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen. Sauber und Williams können die Saison damit abhaken. Richtig blöd für Sauber, die auf den Bau eines angeblasenen Diffusor verzichtet hatten, weil die FIA ihnen signalisiert hatte, dass man die Sache verbieten wird.

Aber hinter Red Bull, Ferrari und McLaren gab es auch noch ein Rennen:

- Mercedes hatte eine okaye Ausgangsposition. Schumacher kam aus der ersten Runde auf P9 raus, Rosberg, der mal wieder einen schlechten Start hatte, auf P12. Die Mischbedingungen liegen Schumacher, der mal wieder richtig gut aussah, doch dann auf Kobayashi traf. Den räumte er in Brooklands fast ab, als er viel zu schnell innen reinstach. Klarer Fehler von ihm, die 10 Sekunden Stop/Go Strafe war dann allerdings etwas übertrieben. Ohne diesen Crash wäre P6 drin gewesen, Massa auf P5 hätte er aber nicht bekommen. Rosberg fuhr eher unsichtbar und landete auf P6, wo Mercedes auch hingehört.

- Renault leidet unter dem Mapping- und hot blown diffusor Verbot. Heidfeld, nach schwacher Quali nur auf P16, holte auf P8 immerhin noch Punkte, erreichte das aber auch dadurch, dass er einen Stopp weniger einlegte. Petrov lagen die Verhältnisse nicht und er verschwand im Mittelfeld. Für Renault sieht es düster aus, denn viel Geld um den Wagen umzubauen hat man auch nicht.

- Pech für Force India. Paul di Resta lag lange auf P6, dann verpatzte man einen Boxenstopp, weil man die Reifen für Sutil bereit liegen hatte, und nicht für den Schotten. Sutil lag am Anfang in den Punkten, rutschte dann aber raus und kam nur auf P11.

- Toro Rosso verlor Buemi nach einer Kollision mit di Resta, aber Alguersuari holte mal wieder Punkte auf P10.

- Pastor Maldonado lag ebenfalls in den Top Ten, aber der Williams hat einen schlechten Rennspeed und fiel zurück. Barrichello fiel gar nicht auf, landete aber am Ende auf P13 vor Maldonado. Noch schlechter lief es für Lotus, die beide Wagen in den ersten 10 Runden mit technischen Problemen verloren.

- Glock wurde “best of the rest”, Neuling Ricciardo kam immerhin ins Ziel.

In 14 Tagen geht es am Nürburgring weiter.

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About DonDahlmann

Don Dahlmann ist Journalist, Gründer & Chefredakteur des Racingblog.

16 Kommentare zu “Formel Eins: Analyse GP England 2011

  1. 11 Juli, 2011 at 09:45

    Ah. Dem Don ist auch aufgefallen, dass Vettel gegen Webber KERS nutze. Nagut. Die Grafik sagt lange nichts darüber aus, obs nun endgültig funktioniert oder nicht. Aber wenn es nicht funktioniert, nutz man es ja eigentlich nicht. Ganz zufällig in dieser Phase kaputt gegangen ;)…

    Stallorder: Das hatte schon Niveau ala “Let Michael pass for the Championship”. Ich konnte es von Ferrari in Hockenheim letztes Jahr verstehen, weil man letztlich den letzten Strohhalm Richtung Titel nehmen wollte. Das gestern, versteh ich nicht. Vettel hat einen Vorsprung, der riesig ist. Da müssen es die anderen erstmal schaffen, überhaupt in Reichweite zu kommen. Und diese 3 Punkte mehr sind natürlich der Wahnsinn derzeit ;)…

    Aber schön das Horner indirekt bestätigte, dass die Ansage von Dr. Marko kam. Das macht Horner ja noch ein wenig symphatisch in diesem moment.

    PS: Webber zu Ferrari um dann auch als dicke Nummer 2 zu enden? Naja, kann er letztlich auch bei RBR bleiben.

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  2. 11 Juli, 2011 at 10:14

    Kurzer Hinweis zum 2. Absatz: Massa und Hamilton liefern sich das Duell, aber Alonso und Hamilton wechseln sich mit der Führung ab?

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  3. 11 Juli, 2011 at 11:29

    Zur Teamorder. Ich hätte alles Verständnis der Welt für Red Bull, wenn nicht genau dieses Team letztes Jahr pausenlos erklärt hätte, Teamorder würde es bei Red Bull niemals geben.
    Oder liegt der Sinneswandel daran, dass letztes Jahr Vettel vom Verzicht auf die Teamorder profitiert hat und dieses Jahr von der Entscheidung für die Teamorder? Ach nein, so heuchlerisch wird man doch nicht sein, auf gar keinen Fall …

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  4. 11 Juli, 2011 at 11:45

    Bei dem Mapping-Thema hab ich jetzt doch den Überblick verloren: “Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen.” Also, welche Regeln gelten denn jetzt? Darf wieder angeblasen werden oder nicht?

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  5. 11 Juli, 2011 at 12:03

    Wegen Punktevorsprung:

    Naja, 80 Punkte klingt nach wahnsinnig viel. Aber wenn die alten Punkteregelung nimmt, dann sind es “nur” rund 32 Punkte mehr bei noch 10 zu fahrenden Rennen. Ein Ausfall, eine Kollision – und schon sieht die Sache wieder anders aus.

    Team Order sind ja seit diesem Jahr offiziell erlaubt. Ich bin da auch eher auf der Seite von Red Bull, da Webber im Rennen nie vor Vettel war, und nur auf der letzten Runde die Gelegenheit hatte.

    @ toba:
    Alles bleibt, wie es vor dem Valencia Rennen war. Ausnahme: Man darf auch weiterhin das Mapping zwischen Quali und Rennen nicht mehr verändern.

    Lillibelle schrieb:

    Kurzer Hinweis zum 2. Absatz: Massa und Hamilton liefern sich das Duell, aber Alonso und Hamilton wechseln sich mit der Führung ab?

    Ein “Massa” zu viel ;) Ich habe es korrigiert.

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  6. hwk
    11 Juli, 2011 at 17:27

    @ Speedwriter33:
    ganz meine Meinung. Dr. Marko konnte ich noch nie leiden, und somit bestätigt sich das auch, dass er ein falsches Spiel nach außen treibt. Was der “Konsultant” genau macht, konnte ich auch noch nicht herausfinden.

    Ich finds gut, dass sich Webber wehrt. Einerseits ist RBR der Arbeitgeber, anderseits regt sich jeder über Teamorder auf… insbesondere RBR letztes Jahr.

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  7. nona
    11 Juli, 2011 at 17:42

    Webber hat sich damit eigentlich mehrfach ins Knie geschossen. Ich schätze ja an ihm, dass er aus seinem Herzen normalerweise keine Mördergrube macht und äusserst frei weg sagt was er denkt (wenngleich auch er nicht völlig frei von unwahrer Propaganda im eigenen Sinne ist, z.B. bei der Frontflügelgeschichte letztes Jahr). Er hätte sich nach dem Rennen hinstellen können und erklären, dass er gemäss Teamorder nicht überholt hat (er käme gut dabei weg). Ebenso hätte er z.B. vortäuschen können, sein Funk sei defekt gewesen (läge also nicht an ihm). Dass er beides nicht gemacht hat, ist ihm menschlich durchaus hoch anzurechnen, finde ich.
    Jetzt aber steht er da als egoistischer Angestellter, der teamdienliche Anweisungen mehrfach willentlich und nach Laune ignoriert (das gibt Mecker vom Chef, und macht ihn übrigens auch für andere Teams weniger attraktiv). Und er steht da als klarer #2-Fahrer, der Fahrer #1 trotz dessen anscheinend leicht waidwunden Autos dennoch nicht überholen konnte. Klar ist er sauer, aber clever war das nicht.

    Re: Vettel-KERS, man kann wohl nicht binär sagen, dass das KERS entweder beständig geht oder beständig nicht. Eher: mal geht es, mal nicht, je nach Temperatur. (Wenn ich das richtig sehe, wird die Energie aus den Batterien zu wenig abgerufen, wodurch sie beim Bremsen noch zu gefüllt sind und bald an ihrer Ladegrenze stossen bzw. überladen werden, wodurch sie insgesamt zu warm werden und durch die Verteilung in den RB7 auch nicht gut genug runtergekühlt werden können. Deswegen muss das RBR-KERS mitunter entweder gedrosselt (weniger Aufladung dadurch weniger Batterietemperatur) oder komplett deaktiviert werden bis die Batterietemperatur nach einer Weile wieder auf verträgliche Werte runter ist so dass KERS wieder voll aktiviert werden kann.)
    Wurde Vettels drastischer Zeiteneinbruch gegen Rennende eigentlich schon wirklich irgendwo erklärt? Nach KERS sah mir das eigentlich nicht aus, dafür war der Abfall zu stark – so sehr wirkt sich KERS nun auch wieder nicht aus. Im Rennen hatte ich einbrechende Reifen vermutet, dazu passend stieg die Streckentemperatur in den letzten Runden sprunghaft um recht viele Grad an während sie vorher im Rennen praktisch konstant war. Sofern dass nicht bloss eine Anomalie am Messpunkt war, könnte da vielleicht das sich bessernde Wetter auf die Reifenkalkulation bei Vettel negativ ausgewirkt haben.

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  8. 11 Juli, 2011 at 18:09

    Ich habe ja die Vermutung, dass man bei Vettel auch Sprit sparen musste. Der musste vorne vielleicht doch mehr pushen als Webber, der am in der ersten Hälfte sich ja eher eingerichtet hatte. Möglich ist auch ein Getriebeproblem, das hatte Webber neulich ja auch.

    Eine simple Antwort könnte aber auch sein, dass er einfach schonend unterwegs war, nachdem klar war, dass man Alonso nicht mehr einholen konnte. Laut Rundenzeiten (http://www.fia.com/en-GB/mediacentre/f1_media/Documents/gbr-race-analysis.pdf ,pdf) war Webber erst in den letzten 5 Runden deutlich flotter unterwegs, und das war zu einem Zeitpunkt, als Red Bull wohl beiden Piloten gefunkt hatte, dass man die Positionen halten soll. Vettel hat sich vielleicht keine Sorgen gemacht, Webber hat sich halt nicht daran gehalten.

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  9. nona
    11 Juli, 2011 at 18:29

    Ja, kann alles sein. Mit anderen Worten, nichts genaues weiss man nicht. :)

    Re: Schumacher, die 10s-Strafe kann man wohl so interpretieren, dass dadurch die kurze neue Boxenzufahrt kompensiert werden sollte, die ja sonst schon ein bisschen einer Abkürzung gleichkommt. Ist allerdings erstaunlich, dass di Resta für eine durchaus vergleichbare Aktion keine Strafe bekommt. Wie schon öfters in der Vergangenheit seit Schumachers F1-Rückkehr scheint es manchal so, als bei ihm nicht immer dieselben Maßstäbe angelegt werden wie beim Rest.

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  10. Ralf G.
    11 Juli, 2011 at 20:58

    Das Rennen war ja interessanter als erwartet. Und gut mal jemand anderen oben auf dem Treppchen gesehen.

    Ich wundere mich über die Glorifizierung des mangelnden Teamgeist von Mark Webber in einigen Kommentaren. Normalerweise sollte es auch ohne ausdrückliche Funk-Ansage selbstverständlich sein, in der letzten Runde den Team-Kollegen nicht zu attackieren, der ja auch davon ausgeht, dass das so ist.

    Unsportlicher als Webber kann man sich kaum verhalten, er hatte ja das ganze Rennwochenende freie Fahrt und hat es wie immer nicht geschafft, besser als Vettel zu sein. Den Teamkollegen dann in den letzten 2 Runden einzuholen, weil der sich wg. des eigenen Teams hinter sich sicher wähnt und der Technik wg. im Schongang unterwegs ist, ist aber wirklich eine Heldentat des “Racing-Spirit”…

    An Horners Stelle würde ich Webber ein Rennen Pause geben, so als “Team-Building-Massnahme”. ;-)

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  11. hwk
    11 Juli, 2011 at 22:06

    @ Ralf G.:
    meinst du Vettel wär brav hinterhergefahren? Dr. Marko hätte schon entsprechende Order gegeben “let seb pass for the championchip”….

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  12. nona
    11 Juli, 2011 at 22:45

    Die Frage ist weniger, ob Vettel gegen Ende des Rennens einen vor ihm liegenden Webber in Ruhe liesse (das hat er in der Vergangenheit schon von sich aus gemacht, Türkei 2009 z.B.), um dem Team nicht ein gutes Ergebnis zu versauen – wir wissen also bereits, dass er wahrscheinlich in der Tat “brav hinterhergefahren” wäre, sollte das angebracht sein. “Hold positions” am Ende eines Rennens ist ja nun auch nicht gerade unüblich, egal ob es bewusst angeordnet oder unausgesprochen von mündigen Fahrern schlichtweg erwartet wird. Die Frage ist vielmehr, was Webber zu einer so eklatanten Insubordination reitet, eindeutige Anweisungen seiner Vorgesetzten mehrfach bewusst zu ignorieren. Die Teamorder mag einem vielleicht nicht gefallen, aber wenn sie denn kommt und legal ist, dann sollte sie auch im Sinne des Teams, dessen Teil Webber ja ist, ausgeführt werden. Webber kann sich nun wirklich nicht darüber beklagen, vom Team bewusst benachteiligt oder sonstwie schlecht behandelt worden zu sein; er hat kein irgendwie gelagertes “moralisches Recht” auf seiner Seite, das es ihm erlaubte, am Team vorbei zu machen was er will.

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  13. 11 Juli, 2011 at 22:52

    Ich kann noch etwas Öl ins Feuer der Weiber/Bettel Sache giessen. Die spanische Maria hat berichtet, das Vettel bis Silverstone ein eigenes, besseres Mapping fahren konnte, was ihm einen deutlich Vorteil gebracht haben. In England war das Mapping weg und Weiber schneller. Halt eines der Gerüchte, die es so gibt.

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  14. Ralf G.
    11 Juli, 2011 at 23:10

    Weiber, Bettel? Ich wusste ja schon immer dass sich jeder Konflikt im Grunde immer auf das eine reduzierten lässt. ;o)

    Bliebe die Frage, warum Vettel dann nicht “ein eigenes geändertes reglementskonformes besseres Mapping” bekommen hat.

    @hwk: Das ist ja reine Spekulation. Ehrlich gesagt verstehe ich den Aufstand in allen Medien und im Netz nicht, Positionen halten in den letzten Runden im Team ist ja jetzt nicht so die spektakuläre Neuerung, öffentlichkeitswirksam daran ist doch eigentlich nur Webbers Egotrip.

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  15. 12 Juli, 2011 at 00:26

    Verdammte Autokorrektur auf dem Handy :))))

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  16. hwk
    12 Juli, 2011 at 12:26

    @ DonDahlmann:
    Weiber/Bettel das neue RBR Dreamteam.. herlich. :-) ich hasse auch meine IPhone Korrektur.. man keine SMS mehr schreiben, ohne wirre Worte..

    @Ralf G: ja, ist schon gut, alle Einwände erkannt, nur dass Web das beste Ergebnis für sich verbuchen will, darf man ihm moralisch nicht verbieten.

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