Formel Eins: Cockpitsuchen

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Von DonDahlmann 05 Jan 2010 um 13:49 in F1

Zwei gute Cockpits sind für die Saison 2010 noch zu bekommen. Und auch ansonsten hat sich über Weihnachten wenig getan.

Heute hat der Manager von Robert Kubica durchblicken lassen, dass man neu formierten Renault-Team wohl bleiben wird. Kunststück, wo soll er auch hin, der Pole, denn alle anderen Cockpits sind ja belegt. Ich habe seine Entscheidung sich von BMW-Sauber zu verabschieden, ja durchaus verstanden, aber warum er Renault gewählt hat, ist mir ein Rätsel geblieben. Immerhin wäre McLaren im Herbst ja ein guter Kandidat gewesen, bevor Jenson Button auf dem Markt auftauchte. Kubica hat sich zu früh entschieden, aber einen Vorwurf kann man ihm deswegen nicht machen. Denn ein anderer Pilot hat genau das Gegenteil gemacht und sitzt noch tiefer im Mist. Peter Sauber hat nämlich durchblicken lassen, dass man Nick Heidfeld nicht mehr in seinem Rennwagen sehen wird.

Heidfeld hat die letzten Monate immer wieder mit Brawn gesprochen und auch Mercedes war durchaus an ihm interessiert, als Button plötzlich absprang. Zumindest als “Lösung 2″, denn wenn man einen Schumacher haben kann, warum sollte man einen Heidfeld nehmen? Angeblich war Lotus an Heidfeld interessiert, die offenbar einen konstanten Mann neben Trulli haben wollten, aber denen hat er wohl abgesagt, weil er sich die Chance mit Mercedes nicht vergeigen wollte.

Wer viel wagt, kann aber auch viel verlieren. Und so steht Heidfeld jetzt komplett ohne Cockpit da. Wenn Renault nicht zugreift (was ich nicht glaube) bleibt ihm nur noch Campos oder das USF1 Team. Campos braucht Geld, ebenso USF1 und wie es mit Sponsoren von Heidfeld aussieht, weiß ich nicht. Es sei denn er zahlt sein Cockpit selber. Aber beides sind nicht wirklich gute Alternativen und ein böser Abstieg. Dabei halte ich Heidfeld jetzt auch für “langsamer” als einen Glock. An guten Tagen kann er Kubica auch schlagen, aber seine Quali-Schwäche ist, ähnlich wie bei Glock, einfach zu groß. Schade wäre es schon, denn wer sonst hat so schöne Porno-Sonnenbrillen und Bärte wie der Deutsche?

Sauber hat derweil mit Kobayashi einen offenbar extrem talentierten Mann im Gepäck und als Nummer Zwei soll jemand kommen, der sehr viel Erfahrung mit bringt, wie er in einem Interview mit der NZZ angedeutet hat. Zwei Namen werden da genannt: Pedro de la Rosa und Giancarlo Fisichella. Warum der nicht seit Jahren nicht mehr im Rennbetrieb aktive de la Rosa eine Alternative sein sollte, ist mir schleierhaft. Sicher, er würde viel Wissen von McLaren mitbringen, aber zum einen: hat er noch die Vorbereitungen für 2010 mit bekommen? Und zum anderen: was bringt das Wissen, wenn der erfahrene Mann zu langsam ist? Fisichella klingt nicht nur wegen der Ferrari-Connection nach einer deutlich besseren Lösung. Zusätzlich hält Peter Sauber sehr viel von dem Italiener.

Die Euphorie um Schumacher hat sich wieder gelegt. Wenn sie denn überhaupt jemals voll ausgebrochen ist. Ich hab im Blog mal die Suchanfragen in der Zeit vor und nach Weihnachten beobachtet und “Schumacher” stand da nicht sehr oft. Die Strategie, knapp vor Weihnachten, wenn alle im Vollstress stecken und den Kopf mit anderen Dingen voll haben, mal so nebenbei zu verkünden, dass Herr Schumacher sein Comeback gibt, scheint funktioniert zu haben. Übrig bleiben die skeptischen Stimmen, die sich fragen, ob ein 41jähriger Mann der drei Jahre keinen aktuellen F1 gefahren ist, der einige Strecken nicht mal kennt (Valencia, Singapur, Abu Dhabi) und der einen angeschlagenen Nacken hat sich nicht selber demontiert. Ich gebe zu, dass ich auch skeptisch bin, der Februar wird schon einen Fingerzeig geben. Aber es würde mich wundern, wenn er weniger als sechs Monate brauchen würde, um sich auf dem Niveau der anderen zu etablieren.

Zurück zu den Cockpits: Ich bin gespannt, wen Renault aus dem Hut zaubert. Nicht wenige tippen ja auf Vitaly Petrov, der letztes Jahr in der GP2 einen recht guten Eindruck hinterlassen hat. Eine gewisse Schnelligkeit hat er sicher, auch viel Erfahrung aus der GP2. Und er bringt einen Batzen (russisches) Geld mit, was Renault auch nur helfen kann. Heute hat Renault aber verkündet, man wolle 2010 in die Top 3 und 2011 um die Weltmeisterschaft fahren. Und mit einem Petrov geht das wohl eher nicht. Eigentlich bräuchte man einen zweiten starken Mann, aber ist ja nicht mehr so viel auf dem Markt, wenn man mal von Fisichella absieht.

Theoretisch ebenfalls frei ist der zweite Platz bei Toro Rosso. Alguarsuari schien erst sicher zu sein, aber jetzt ist es verdächtig still geworden. Der Rookie-Test im Februar konnte nur Ricciardo glänzen, aber soll man den schon in ein F1-Cockpit hieven und ebenso verbrennnen wie Brandon Hartley oder Grosjean (Siehe dazu auch den Text zum Nachwuchs 2010)?

Zumindest setzt sich so langsam alles. Wenn Sauber und Renault in den nächsten 14 Tagen ihre Fahrer bekannt geben werden, gibt es nur Plätze im Hinterfeld. Erstaunlicherweise werden auch trotz der vielen neuen Teams etliche bekannte Fahrer nicht auftauchen.

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4 Comments

  1. Ralf G.

    Vielleicht will Heidfeld Testfahrer bei Mercedes GP werden, weil er darauf spekuliert, dass es um Schumis Gesundheit nicht so gut bestellt ist wie verkündet wird. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wurde Schumi bei der Aufzeichnung vom ROC am WE bei Eurosport dahingehend zitiert, dass die Fahrerei in dem Buggy an seinen lädierten Hals geschmerzt habe. Mal schauen, wie er das Fahren im F1 verkraftet.

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  2. Oder Heidfeld geht zu McLaren, falls man de la Rosa verliert. Sinn macht das aber nicht, da wird es ihm wie Wurz gehen. Der kommt nie mehr aus der Nummer raus, wenn er kein gutes Cockpit bekommt. Vielleicht sollte er lieber zu einem guten LMS/GT Team gehen, da bewegt sich ja im Moment viel.

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  3. Marc

    Habe heute Timo in der Tennishalle getroffen und konnte ein bischen was erfahren.
    Er hat einen langfristigen Vertrag (2+1), ein gutes Einkommen (möchte ich nicht sagen) und die Möglichkeit etwas aufzubauen. Er hat Mitspracherecht, selbst bei der Wahl des Teamkollegen und einen “sehr guten Draht” zu dem Team.
    Leider hat man keinen eigenen Windkanal, daher sind wohl alle etwas nervös.
    Auf jeden Fall ist er absolut optimistisch und sympathisch, was sich auch daran zeigt, das er sich immer noch mit Fußvolk wie mir unterhält.
    Achja, er spielt sau gut Tennis.

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  4. der hennes

    - Heidfeld war zuletzt nicht nur vergleichsweise langsam unterwegs, er hat es v.a. in den vergangenen beiden Jahren nicht geschafft, sich gegen die ihm offenbar gar nicht liegende formalistisch-bürokratische Herangehensweise seines Teams zu wenden. Auch wenn man nicht weiß was intern da ablief, es macht insgesamt einen bräsigen und wenig durchsetzungsfähigen Eindruck.

    - Schade, dass Sato nichts gefunden hat. Der Kerl war doch immer für die eine oder andere wilde Aktion zu haben.

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