DTM: Scheider ist Meister / NASCAR: ABC sollte Montoya danken

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Von DonDahlmann 26 Okt 2009 um 19:19 in DTM, NASCAR

Timo Scheider konnte sich gestern mit einer soliden Leistung seinen zweiten Meistertitel in Folge sichern. Das Rennen war leider wieder etwas öde.

audi_motorsport-091025-2496Wenn es nicht um die Meisterschaft gegangen wäre, das Rennen wäre leider mal wieder sehr langweilig gewesen. So ging es einigermaßen, weil Paffett nicht von Scheider weg kam und di Resta hinten nicht aufschließen konnte. Das muss man Mercedes dann lassen: man hat sauber gearbeitet. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass Paffett vorne etwas langsamer macht, damit di Resta Scheider unter Druck setzen kann, aber auf die Nummer hat man dankenswerterweise verzichtet. So konnte am Ende der Fahrer den Meistertitel holen, der einfach am konstantesten gefahren ist und die wenigsten technischen Probleme hatte.

Timo Scheider ist ein sympathischer Meister. Er ist kein Bösewicht, ihm fehlt ein wenig die Schlitzohrigkeit eines Ekströms, aber er gehört auch nicht zu den humorlosen Fahrern im Feld, die nur an den Sieg denken. Ich mag seine Art Interviews zu geben und das er durchaus ein guter Pilot ist, muss er mit zwei Titeln ja keinem mehr beweisen.

Interessant war dann doch zu sehen, wie stark die Emotionen auf allen Seiten waren. Scheider, der völlig neben sich stand, Dr. Wolfgang Ulrich, der ein paar Tränen verdrückte. Ich gehöre auch zu denen, die die DTM nicht immer so ganz ernst nehmen. Das mag viele, hier schon oft aufgeführte Gründe haben, aber wenn man in einer Serie steckt, sieht das natürlich anders aus. Der Druck, der auf allen Beteiligten lastet scheint jedenfalls sehr, sehr hoch zu sein. Da kann Norbert Haug die dritte Niederlage in Folge noch so locker wegreden, bei Mercedes wird man sicher “not amused” sein.

Jetzt folgt erst einmal eine lange Pause. Die DTM geht 2010 25.April erst wieder los. Vielleicht gibt es bis dahin auch mal eine Überlegung, wie man das Regelment 2011 gestalten möchte.

NASCAR – Die Hälfte
Heute morgen trudelten die Mails aller Autoren und einer nach dem anderen bekannte, dass er sich das Rennen in Martinsville nicht angesehe habe. Ich habe es bis zur Halbzeit ausgehalten, dann kam Besuch. Obwohl ich das Rennen durchaus gut fand, und das wo Martinsville nicht zwingend zu meinen Lieblingsstrecken gehört, war ich während des Rennens seltsam unberührt. Nachdem die Johnson mal wieder die Führung übernommen hatte schien es so, dass er keinen Gegner mehr haben würde. Martin war nicht gut drauf, Gordon kämpfte, wie in den letzten Jahren fast üblich, mit Kleinigkeiten.

Wäre in diesem Chase nicht Juan Pablo Montoya mit dabei, und würde dieser nicht wie ein Löwe um jeden Millimeter kämpfen und jeden mehr oder weniger sanft zur Seite schubsen, der ihm und seinen Punkten im Weg ist, der Chase wäre grottenlangweilig. Was auch an der besonderen Situation von Montoya liegt.

Er ist, immer noch, ein Außenseiter, obwohl alle sein Talent und die enorme Steigerung in den letzten zwei Jahren mittlerweile bemerken. Es fehlt ihm noch der Sieg auf dem Oval, aber er war alleine in diesem so oft knapp dran, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein kann. Sein Auftritt gestern in Martinsville hat mich sehr überrascht, denn Shorttracks waren die ganze Zeit die Achillisferse seiner NASCAR-Karriere. Rundstrecke ok, die flachen Ovale auch gut, aber die vielen Shorttracks haben ihm bisher nicht gelegen.

Um so erstaunlicher sein Aufstieg in den letzten Monaten. Und der von seinem Team. EGR ist das einzige Team, das nicht irgendwie mit Hendrick zusammenhängt, das vorne mithalten kann. Von den Top 5 nutzen vier Hendrick Motoren, nur EGR fährt mit Motoren aus der gemeinsamen Schmiede mit Childress. (Was auch zeigt, dass die Probleme von Childress auf der Chassis-Seite liegen, aber das ist was anderes)

Montoya ist halt so wie er ist. Während die anderen rechnen, überlegen und sich das Auto nicht verbiegen wollen, hält er halt rein. Die Art und Weise wie er zwischen durch gestern die Hendrick Mannschaft weggeräubert hat, war schon beeindruckend. Bei ABC meinte man sofort, er würde sich da keine Freunde machen, aber da sind wie Europäer den Amis ja etwas voraus, und wir wissen, dass es JPM völlig egal sein wird.

Und überhaupt fiel mir gestern mal wieder auf, wie miserabel die Übertragung von ABC war. Solche Sätze, dass Montoya sich meine Freunde machen würde, sind einfach ein Witz. In den 90er Jahren wurde ausschließlich so gefahren, das sollte alle Beteiligten besser wissen. Und es macht wohl auch deutlich mehr Spaß, wenn man jemanden wie JPM auf der letzten Rille fahren sieht, als den anderen bei der Strategie zu zu schauen.

Aber am Ende hat es ja nicht viel gebracht. Montoya wurde dritter, dummerweise kam Johnson aber auf den zweiten Platz. Vier Rennen vor Schluss führt der dreifache Meister nun mit 118 Punkten Vorsprung auf Mark Martin. Gordon hat 150 Punkte Rückstand, Stewart 187 und Montoya fehlen 195 Zähler. Wer jetzt aber “doofer Chase” sagt, liegt auch nicht komplett richtig. Wenn man sich die “Classic Points” anschaut, dann führt da zwar noch Stewart, aber sein Vorsprung beträgt gerade mal 85 Punkte auf Johnson. Wie auch in den letzten Jahren, wird es hier eng, aber wenn JJ weiter so macht, wird er Titel Nummer Vier auch nach dem alten Punktesystem erreichen.

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3 Comments

  1. Prometheus

    ESPN/ABC macht es sich aber auch nicht leicht mit dem Thema “Montoya”. Ich hatte das ja gestern schon im Chat angesprochen: während der College Football-Übertragung auf ESPN wurden die Top 5 der NASCAR eingeblendet und der Kommentator meinte: “Wo ist denn Montoya hin?”, woraufhin sein Co-Kommentator dann sagte: “Der holt sich nen Taco.” Dafür hat er sich dann kurz vor Ende noch ganz kleinlaut entschuldigt, ansonsten hätte er wohl mächtig einen auf den Deckel bekommen. Die Story gibts u.a. hier zu lesen: http://www.scenedaily.com/news/articles/sprintcupseries/ESPN_football_analyst_Bob_Griese_apologizes_for_Juan_Pablo_Montoya_comment.html und hier die Original-Szenen zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=bE4XhdgjD64

    Aber es ist auch interessant, wie empfindlich die Amis da sind. Würde ein Jacques Schulz so nen Witz reißen, würd sich wahrscheinlich keiner dafür interessieren…

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  2. Walter

    Gut, ich bin befangen, weil ein Fan von ihm: Aber in dem Artikel über Martinsville kein Wort über den Sieger Denny Hamlin zu verlieren, ist auch ein Kunststück.

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  3. @ Walter:
    Das war keine böse Absicht. Ich hatte das Rennen halt nur zur Hälfte gesehen und mich dann auf Montoya konzentriert. Hamlin, so sehr ich ihm den Sieg gönne und das er Kyle Busch dieses Jahr im Griff hat, ist halt leider auch schon aus dem Chase raus.

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