Etwas später als gewohnt, aber ich wollte doch mal abwarten, ob sich Kyle Busch zu seinem Rennen noch meldet. Offenbar hat er aber keine Lust dazu.
Es war ja abzusehen. Kyle Busch hat seit einem Jahr darauf hingearbeitet im dem er mit seiner forschen Art sich mit so ziemlich jedem im NASCAR-Feld angelegt hat. Und nicht nur im Cup sondern auch in der Nationwide. Man kann über seine Art zu fahren sehr geteilter Meinung zu sein, aber in Sachen Talent gibt es wohl keinen, der ihm im Moment das Wasser reichen kann. Er ist mit allen schnell, was man ihm gibt. NASCAR, GrandAM, Trucks. Setz ihn irgendwo rein, und er wird das Maximum rausholen. Er ist ehrgeizig, er schreit schon mal per Funk sein Team an, wenn ein Stopp mal nicht geklappt um sie dann wieder alle in den Arm zu nehmen, wenn er gewonnen hat. Kyle Busch ist ein Ausnahmepilot, einer, der in der NASCAR die nächsten 20 Jahre ein Star sein, über dessen Eskapaden man immer wieder Filmausschnitte sehen wird. Und doch war der Unfall am Samstag unnötig.
Denn man kann sagen, was man will – der Unfall war seine eigene Schuld. Der erste Block war völlig ok, der zweite eben nicht mehr, zu mal er auch viel zu spät kam. Stewart hatte einen “run” und ich verstehe auch nicht, warum der Spotter von Busch nicht gewarnt hat. Und wenn er gewarnt hat, warum Busch nicht gehört hat. Denn immerhin hatte er hinter sich nicht einen Mark Martin oder Jeff Burton, die in so einem Moment vielleicht etwas vorsichtiger zu Werke gehen, sondern Tony Stewart. Und wie man ja nun weiß macht Stewart in so Fällen keinen Rückzug. Es war eben mal wieder der eine Block zu viel, den Busch gemacht hat, was für ihn nicht ungewöhnlich ist. Mir ist schon öfter aufgefallen, dass er bei den Restrictor-Rennen gerne mal wild blockt und zackt. Irgendwann musste das schief gehen. Dumm nur, dass der Egoismus von ihm in Daytona das halbe Feld in Abgrund mitgezogen hat. Er dürfte sich noch weniger Freunde im Feld gemacht haben weswegen das Gibbs Team wohl seit Samstag erst mal einen Maulkorb verpasst hat.
Ansonsten war das Rennen nicht schlecht, auch wenn es vorne, bis auf die letzte Runde, erstaunlich ruhig zu ging. Mann des Rennens war auch nicht Stewart oder Busch, sondern Montoya, der ein bärenstarkes Rennen ablieferte. Zweimal bekam er den Lucky Dog um am Ende mit einem angeschlagenen und reichlich verbeulten Wagen doch wieder in den Top Ten zu landen. So langsam wird das was mit ihm und den Chase. Angesichts der sonstigen, eher mauen Leistung von EGR (siehe Truex jr.) muss man seine Leistung doppelt hoch einschätzen. Da fragt man sich schon, wo er stehen würde, wenn er bei Hendrick, Roush oder Gibbs unterwegs wäre. Das Truex in diesem Jahr kein Bein auf den Boden bekommt, ist eine mittlere Überraschung, aber so wie es aussieht, ist er mit seinem Gedanken sowieso schon in der Saison 2010 und bei Michael Waltrip. Angeblich soll er dort einen neuen Vertrag haben, während sein Sponsor, Bass Pro, bei EGR bleibt. Die Pressekonferenz gibt es heute Abend um 18.30 Uhr auf Speed.
Bei Ford bewegt sich im Moment nicht viel. Carl Edwards ist gut in die Saison gestartet, galt sogar als Titelaspirant, aber seit dem Frühjahr bewegt man sich kaum noch nach vorne. Und das mit einem Hersteller, der von der Krise in den USA noch am wenigsten betroffen ist. Während Chrysler/Dodge und GM Pleite sind, konnte sich Ford über Wasser halten und hat also auch genug Geld für die Weiterentwicklung. Aber es tut sich, nach dem starkem Anfang, wirklich wenig. In Daytona lag Edwards zwar in den Top Ten, doch man hatte nie das Gefühl, dass er oder die anderen Roush Piloten auch nur den Hauch einer Chance gegen Hendrick und Gibbs hatten. Das muss aber noch nichts bedeuten. Wie man im letzten Jahr bei Johnson gesehen hat reicht es, wenn man ab August seine Form gefunden hat.
Nächster Stopp der NASCAR: Chicagoland. Wieder mal ein Samstagrennen. *gähn*
WTCC – Porto
Uh – ja. Ein Massaker. Mehr aber auch nicht. Man fragt sich, ob solche extrem engen Kurse ohne echte Überholmöglichkeit überhaupt Sinn machen. Die Strecke in Pau, die ja wohl leider endgültig aus dem Kalender geflogen ist, ist auch nicht besser, hat aber immerhin zwei Stellen, an denen was geht. In Porto gibt es maximal eine Stelle. Wenn überhaupt. Man kann also entweder brav hintereinander her fahren, oder man landet in der Mauer. Daher fällt mir zum “Rennen” auch nicht so viel ein.
IRL & sky
Das Rennen war ok, wenn auch nicht spektakulär. Der Sieg von Justin Wilson für das bisher seit knapp 20 Jahren sieglose Team von Dale Coyne war eine schöne Sache. Weil es auch zeigt, dass ein Team, dass mit einem kleinen Budget arbeiten muss, in der IRL durchaus siegfähig ist. Das wäre so, als wenn Force India um ein Podium mitfahren kann. Auf den Ovalen hat das Coyne Team keine Chance, auf den Rundkursen sieht das anders aus. Woran man auch erkennen kann, was ein guter Fahrer aus einem mittelmässigen Auto rausholen kann.
Den Aufreger lieferte aber mal wieder Premiere sky. dogfood hat in einem langem Eintrag beschrieben, wo die technischen Probleme beim Sender liegen.
Es war völlig klar, dass man das dramatische Finale in Wimbledon nicht für ein Rennen der IRL unterbrechen würde. Damit hat niemand ein Problem. Ich habe auch – beschränkt – Verständnis dafür, dass man nicht einfach eine zusätzliche Option aufmachen kann. Zwar könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass man eine Option nicht mit einem PPV Angebot belegt, weil es durchaus auch bei einem normalen Verlauf eines Tennisspiels wegen Regen etc. zu Verzögerungen kommen kann, aber so etwas ist man von sky ja sowieso nicht gewohnt. Die Verzögerung stört mich also nicht, auch, dass man die ersten Runden weggelassen hat, ist nicht so schlimm. Das Rennen war bis zu dem Zeitpunkt nicht sonderlich spannend. Warum man das Rennen nicht einfach zeitversetzt “as live” gesendet hat, ist mir allerdings auch ein Rätsel.
Was mich aber wirklich ankotzt ist die Informationspolitik. Man ist es als Kunde ja gewohnt, dass man vom Sender keine Informationen bekommt. Ich bin es auch gewohnt, dass die PR-Abteilung entweder gar nicht oder mit Textbausteinen reagiert, weswegen ich schon seit einem Jahr auf weiteren Kontakt mit der Abteilung verzichte. Textbausteine kann ich mir auch alleine schreiben. Aber warum war sky nicht in der Lage seine Kunden mittels Laufband darauf hinzuweisen, dass das IRL-Rennen nach Wimbledon kommen würde? Warum konnte der Kommentator in einer Spielpause nicht mal sagen “Sorry, liebe IRL-Fans, nach dem Spiel schalten wir sofort zum Rennen, sie verpassen nichts”. Das hätte ja gereicht. Alle wären zufrieden gewesen. Stattdessen bekam man mal wieder zu spüren, dass die neue Hülle nur die alte, verrottete Firmenpolitk kaschiert.
Und damit sollte auch klar sein, dass es keine NASCAR mehr bei Premiere geben wird. Wie wollen die das machen, wenn sie Golf, DEL, IRL, machmal die Formel Eins und andere Sportarten in den Sonntagabend quetschen müssen? Da man den Umsatz pro Kunde steigern möchte, wird man sicher ausgerechnet am Sonntagabend nicht die PPV Kanäle verzichten. Entweder kastriert man dann die Golf-Übertragungen, oder eben keine NASCAR. Die Rechte an den PGA-Touren in den USA und Europa laufen in diesem Jahr aus, aber ich glaube kaum, dass man darauf verzichten wird. Es sei denn, man will es sich auch noch mit den Golf-Fans verderben.
Bilder vom Wochenende:
Und sonst?
Kurze Vorschau aufs Wochenende: NASCAR in Chicago, IRL in Toronto. Die Formel Eins ist am Nürburgring unterwegs.
Womit ich zu einer Ankündigung komme: Ich bin am Wochenende auch am Ring. Nicht privat, sondern mehr oder weniger beruflich. Ich habe eine Einladung von “Vodafone” zum gesamten Renn-Wochenende am Nürburgring erhalten und gerne angenommen. So nah kommt man ja selten an die Formel Eins ran. Ich werde versuchen mittels Handy vom Ring ein Bilder und Eindrücke ins Blog zu schicken. Disclaimer: Vodafone ist ein Kunde von mir. Hotel und Zutritt zum Rennen werden von Vodafone übernommen. Anreise und den sonstigen Rest trage ich selber. Und wenn ich mir das Wetter so ansehe, werde ich vorher wohl noch einen neuen Pullover kaufen müssen.





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Du hast aber nicht zufällig dieses bei Premiere (so hieß das damals noch) beworbene Vodafone-Gewinnspiel (Gast in der Vodafone McLaren Mercedes-Box) gewonnen, oder? ;-)
Nein, nix gewonnen. Ist eine Einladung, auch weil ich für Vodafone schreibe.
Mich hat es auch geärgert, was SKY/Premiere da getrieben hat. Immerhin wurde auf dem Übersichtsportal auf die Verschiebung hingewiesen, aber wer blättert da schon ständig hin und her, wenn gerade ein Wimbledonfinale läuft.
Was ich aber eigentlich verwunderlich fand, waren die Äußerungen von Jaques Schulz in seiner Live-Reportage, als er auf das NASCAR-Rennen eingangen ist. “Wie Sie alle vielleicht ja heute Nacht gesehen haben…” …entweder war er live vorort in Watkins Glen oder er schaut auch Feeds im Netz. Hätte sich mal dazu äußern sollen, wo er geschaut hat.
stimmt, wäre mal interesssant wo er die Rennen immer schaut. Oder ob er sich nur die Videos bei youtube ansieht bzw ne Zusammenfassung liest.
aber vielleicht kriegt man ja unter der Mailadresse auf der wunderschönen Seite http://www.jacques-schulz.de eine Antwort ;-)
Ich habs noch nicht ausprobiert, aber könnte man ja mal versuchen
Ich vermute mal, dass er ein Sky UK Abo hat.