Überraschend kommt die Ankündigung der Teams, die von der FIA und Bernie Ecclestone kontrollierte Formel Eins verlassen zu wollen, schon, aber eine tatsächliche Überraschung ist sie nicht.
Die Hersteller haben schon 2004/2005 mit der ersten Herstellervereinigung, der GPMA, versucht eine eigene Serie auf die Beine stellen. Auch damals ging es um beiden Themen Reglement und Finanzen. Die Serie kam nie zustande, weil Ferrari sich der FIA vertraglich verpflichtete. Die Hersteller begruben ihre Idee und die GPMA. Die Idee einer eigenen Serie durch die Hersteller ist also so neu nicht. Und seit dieser Zeit schwelt der Streit zwischen beiden Parteien und seitdem haben sich die Fronten zwischen der FIA und der Herstellern verhärtet. Die Gründung der FOTA im letzten September ließ einen schon ahnen, dass es in Zukunft mehr Diskussionen geben würde. Der Grund ist auch hier einfach: es geht um Geld.
Die Hersteller können sagen, was sie wollen: es geht nie im Leben um das technische Reglement oder das Budget. Die Art und Weise, wie die FIA, bzw. Max Mosley die Regeln durch drückt mag einen an eine Diktatur erinnern, aber das ist nur eine Sache. Im Grunde interessiert die Teams das Reglement nur marginal. Ein Blick in die DTM, die WTCC oder auch die LMS zeigt, dass sich die Hersel ler selber ein striktes technisches Konzept auferlegen können und damit halbwegs zufrieden sind. Was die Hersteller stört, ist die Tatsache, dass sie zu wenig Geld abgekommen. Sie vergleichen die Situation so: Es sei so, als würde man ein Restaurant besuchen. Man bringt den Koch die Einrichtung, die Küche, die Zutaten und Wein mit, während das Restaurant die Räume und einen Kellner stellt. Und am Ende muss man auch noch dafür zahlen. Man will aber nicht zahlen, sondern etwas verdienen. Und man sieht überhaupt nicht ein, warum man eine private Finanzierungsgesellschaft durchfüttern soll, deren Schuldentilgung überhaupt erst dafür sorgt, dass die Zuschauer und die Veranstalter Unsummen auf den Tisch legen müssen, die nicht mehr finanzierbar sind.
Nur zum Vergleich: Hockenheim braucht 30 Millionen Euro Landeskredit, will man 2010 einen Grand Prix haben. In Australien hat der Veranstalter beim letzten Rennen 21 Millionen Dollar Verlust gemacht. Und das alles für ein Rennen, das 90 Minuten dauert. Anders ausgedrückt: das ist so, als würde der FC Bayern einmal im Jahr vorbeikommen und der Gastgeben müsste 20 Millionen Dollar auf den Tisch legen, damit die auflaufen. Die Tickets der Fans würden 300 Euro und mehr kosten. Dieser Irrsinn kann so nicht weitergehen. Auch das Sterben der Traditionsstrecken ist nicht gut. Für die Hersteller sind Rennen in den USA, Kanada und in Europa enorm wichtig. Aber nachdem dieses Jahr schon der Frankreich und Kanada GP weg sind, man in den USA gar nicht mehr fährt, droht für 2010 sogar der Verlust des britischen GP. Dafür fährt man in Bahrain und der Türkei vor ein paar Zuschauern. Eine unhaltbare Sache. Die FOTA verspricht nun, dass das alles anders und besser wird.
Natürlich geht es den Teams in erster Linie nicht darum, die Formel Eins für die Fans zu erhalten. Die Serie ist ein Geschäft, man will Geld verdienen. Mercedes versenkt zwar jedes Jahr eine ungenannte Summe in McLaren, verdient auf der anderen Seite aber auch mit dem Verkauf der Motoren gutes Geld. Und statt der 50% der Einnahmen nach Abzug aller Kosten, kann man genauso gut fast alle Einnahmen bekommen. Dazu kommt die Vermarktungsplattform eine vergleichsweise billige Marketingmaßnahme ist, bedenkt man, dass man weltweit unterwegs ist. Im Moment schwanken die Angaben der Einnahmen der Teams zwischen 40 und 250 Millionen. Man kann sich vorstellen was eine Verdopplung der Summen für die Hersteller bedeutet. Man hätte nicht nur eine eigene Serie, die man nach den eigenen Vorstellungen führen kann, sondern würde auch noch richtig Geld verdienen. In Zeiten, in denen die Einnahmen ansonsten wegbrechen ist das Argument doppelt wichtig und nicht zu unterschätzen. Allerdings schließen die Einnahmen auch die enormen Kosten der TV-Vermarktung ein. Allein RTL soll mehr als 150 Millionen für vier Jahre auf den Tisch blättern. Ähnliche Summen hört man aus Italien, Spanien, Frankreich und England. Eine neue Serie würde nur den Bruchteil dieser Summen einbringen.
Die Achse Mosley/Ecclestone steht als Buhmann da. Ist die FIA also alles schuld?
Wenn die Teams sich jetzt hinstellen, und sagen, dass die FIA mit ihrer starren Haltung in Sachen Regeln die Serie kaputt macht, ist das so nicht richtig. Die Teams vergessen dabei, dass sie selber seit 2005 in den Regelprozess eingebunden sind. Allein die Gruppe “Überholen”, hat dafür gesorgt, dass das die Wagen 2009 anders aussehen. Auch hat Mosley die Hersteller in den letzten Jahren immer wieder aufgerufen, sich an den neuen Regeln zu beteiligen. Das hat die FIA in den letzten Jahren immer wieder gemacht und oft reagierten die Hersteller erst, als die FIA kurz davor war, eigene Regeln zu erstellen. Und das geht seit Jahren so und gilt auch für dieses Jahr.
Denn die FIA ist seit dem Winter dran, die Kosten radikal zu reduzieren. Einheitsmotor, Einheits-Chassis. Das waren alles Drohungen an die Hersteller, die kaum bis gar nicht reagiert haben. Ich habe während des gesamten Jahres nicht einen tragfähigen Vorschlag der FOTA in Sachen Budgetkappung gehört. Bis man sich auf einen Einfrierung der Motoren und ein einheitliches Getriebe geeinigt hat, dauerte es Ewigkeiten. Auch hat die FOTA in den letzten Wochen überhaupt nicht mehr auf die Vorschläge der FIA reagiert. Gipfel der “Kooperation” war wohl ein untergeordnetes Meeting zwischen Vertretern beider Seiten am Montag letzter Woche, wo die Rechtsanwälte der FOTA nicht mal das Recht hatten überhaupt etwas zu verhandeln. Es gab also genügend Zeit und Einladungen an die Teams.
Die FIA hat das Problem, dass sie nicht, wie es eigentlich sein sollte, nur die Sportbehörde ist, die für ein Einhaltung der Regeln sorgt, sondern dass sie auch über Mosley/Ecclestone in die geschäftliche Seite der Formel Eins eng eingebunden ist. Das ist keine gute Position. Deswegen hat die FIA ein vitales Interesse daran, dass die Serie auch ohne wankelmütige Hersteller funktioniert, die je nach Kassenlage in die Formel Eins kommen oder gehen sie. Das Beispiel Honda war wohl der Warnschuss, der die FIA dazu gebracht hat, wieder mehr die Privatteams zu fördern. Das ist eine durchaus richtige Haltung. Denn abgesehen von Ferrari hat es kein Hersteller lange in der Serie ausgehalten. Wenn die Hersteller, wie in diesem Jahr nicht zu Unrecht befürchtet, plötzlich die Steckdose ziehen, haben die FIA und Ecclestone ein Problem.
Die Motivationen sind also auf beiden Seite ähnlich. Beide Seiten wollen an die Einnahmequellen, der Streit um die Regeln ist zum großen Teil nur ein vorgeschobenes Argument. Dazu kommen persönliche Animositäten zwischen den Akteuren. Mosley kann im Moment nicht mit Montezemolo, Mercedes ist noch sauer wegen der 100 Millionen Strafe und der Art und Weise, wie Mosley Ron Dennis aus dem Geschäft gezwungen hat. Briatore scheint seit dem letzten Jahr keinen Respekt mehr vor Mosley zu haben (guess why), Toyota ist sauer, weil man sie von oben herab behandelt und BMW ist genervt, weil die Regeln immer genau dann geändert werden, wenn man gerade mal vorne war. Da hat sich viel Frust seit 2005 angestaut. Nur dieses Mal ist Ferrari auf der Seite der Hersteller.
Der FIA und Ecclestone ist es nicht gelungen mehr Teams auf ihre Seite zu ziehen. Das bedeutet, dass man in einer sehr schlechten Position ist. Eine Serie mit Campos, Litespeed und einem reanimierten Brabham Team, dazu Fahrern aus der zweiten Reihe, deren Namen nur Eingeweihten bekannt ist, will niemand sehen. Das wäre eine GP2+, die kaum jemanden interessiert. Ferrari, McLaren, Renault, Toyota, Alonso, Massa, Vettel, Hamilton und Räikkönen wollen aber alle sehen.
Die FOTA hat mir ihrer Ankündigung für eine massive Eskalation gesorgt. Denn jetzt gibt es nur noch eine Einigung, wenn Max Mosley zurücktritt und die FIA alle Regeln, die man mit viel Pomp und Getöse verabschiedet hat, wieder einkassiert. Also eine komplette Kapitulation vor den Herstellern. Würde man das machen, hätte dies auch Auswirkungen auf andere Serien der FIA. In der WTCC und in der WRC gärt es ja seit Monaten auch schon, die Hersteller würden die Schwäche der FIA ausnutzen und ebenfalls Forderungen stellen. Die FOTA hat aber klar gemacht, dass es ihr nicht nur um ein paar Regeln geht, sondern, durch die Blume auch um die Person Max Mosley.
In einer Sache hat Max Mosley aber völlig recht. Es geht der FOTA um die völlige Übernahme der Formel Eins. Ob das etwas Gutes darstellt ist dann eine völlig andere Frage. Ich bin da eher skeptisch.





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Bernie und seinen Egeln geht es ums Geld, die Fia dagegen hat, nachdem #maxout für die sprichwörtlichen Appel und ein Ei die kommerziellen Recht für ca. 2 Quadrillionen Jahre an Bernies alte Klitsche verschoben hat, finanziell nur begrenzte Einnahmen durch die Formel 1.
Für mich geht es #maxout einfach um Macht. Er sonnt sich im Rampenlicht und genoss es in den letzten 10+ Jahren sichtlich, mit immer neuem Unfug auch Weltkonzerne am Nasenring durch die Manege führen zu können.
Ist ja sicher auch prima anderer Leute Geld zu verschwenden, während man, gestützt durch die gut geschmierten Seilschaften, selbst bei gröbstem Gesichtsverlust einfach stoisch weiter potentieren kann.
Es wird in diesen Tagen von vielen Seiten betont, dass Bernie und #maxout die Formel 1 erst zu dem gemacht, was sie heute ist. Für mich ist gerade das Grund genug, sie schnellstmöglich zu entfernen.
wegen der WTCC.. dort ist doch Seat zu ungunsten von BMW/Chevy der FIA auf der Nase herumgetanzt. Ich sage nur Ladedruck der Dieselaggregate. Nach der Absenkung des geheim! abgesprochenen Ladedrucks und einem Protestlauf der Seats, durfte dieser wieder erhöht werden, nachdem dieser vorher auf 2,5Bar begrenzt wurde. Das hat nichts mit Transparenz zu tun. Als BMW wär ich sofort aus der WTCC ausgestiegen, da Seat “geheime” Absprachen mit der FIA hatte. Sowas kann sich keine Sportbehörde leisten. Man denke sich sowas mal im Fußball, wobei die FIFA sicherlich auch kein leuchtendes Beispiel darstellt.
Ich kann die Hersteller bzw. FOTA durchaus vestehen. Sportbehörde hin oder her. Wenn Dinge beschlossen werden, die die Telnehmer nicht hinnehmen können, einigt man sich entweder oder geht getrennte Wege. Eine solche Bereinigung könnte sicherlich einiges bewirken. Ob dann alles besser ist, sei mal dahingestellt. Aber nur um die alte Formel1 zu behalten, wär ich als Hersteller nicht bereit flaule Kompromisse zu machen. Es wird immer mehr gegen Fans und Hersteller gearbeitet. Und um noch mehr Profit zu erwirtschaften (für Bernie und Maxi) geht man in irgendwelche Wüsten und Gegenden wo kein Motorsportinteresse vorhanden ist. Einzig reiche Scheichs die sich gern amüsieren und mal eben für 1 Milliarde einen Retortenkurs abstecken zu lassen.
Um nochmal auf die Fans zu kommen. Ich zumindest hätte viel lieber mehr Rennen in Europa, gerade auf Traditionsstrecken und vielleicht auch mal den Lausitzring neben Hockenheim und Nürgurgring und auch Nordamerika, die angenehmen Sendezeiten zur Primetimel garnichtmal mitgerechnet.
Ich bin nach aktueller Lage voll auf dem Alternativkurs, auch wenn es sein mag, dass die FOTA sicherlich nicht nur der Fans wegen eine mögliche Trennung herbeiführt.
Die Entwicklung der Formel1 in den letzten Jahren lässt mir leider keine Wahl, eine andere Meinung zu bekommen.
hmm…. hatte die virgin gruppe nicht demletzt erst einen vertrag mit der FIA gemacht? (oder CVC oder wem auch immer) währ natürlich schöne scheisse für den Richard …
fakt ist: F1 ohne mcLaren und Ferrari ist keine F1. Williams bleibt aber da. F1 mit nur williams ist aber auch doof.
auf der anderen seite aber auch verständlich: jetzt wo die ganzen banken eh keinen guten stand bei irgendwem haben, ist so nen firmengeflecht wie es Ecclestone/Mosley da gebaut haben schön blöd.
gerade weil da irgendwelche banken mit drinhängen die fürs nixtun geld bekommen irgendwelche regioen/städet müssen aber heftige kohle auf den tisch blätten und millionen versenken.
zum reglement (was ich persönlich den herstellern etwas mehr abnehme als vllt don :) :
was haben wir da für bullshit gesehn die letzten jahre?
angefangen von der holzplanke unterm auto über Rillenreifen testverboot bis hin zum Kers.
wenn die neue serie einfach mit dem 1990+ reglement fährt haben wir auch wieder überholmanöver.
welcher aufwand betrieben werden muss um die reifen in irgend nem gescheiten fenster zu halten wo sie funktionieren und mann dann trotzdem nochmal nen anderen reifen fahren muss… das suckt doch. schön racing wo der fahrer 100% geben kann mit überholmanöver. hmmm lecker.
hab mir mal den 1993 GP von silverstone wieder angesehn. mann watt waren das für tolle rennen damals. und ich will nicht hören das das technisch nicht geht. 1993 gings doch auch. die autos gibts doch noch da kann man kucken was da heute anders ist (ich vermute es ist die holzplanke am unterboden und die breite der autos … :)
kurzum: wenn wir ne F1 bekommen die dann anders heisst aber wo es auf der strecke wieder zugeht wie 1993 mit mclaren und ferrari und renault und bmw und toyota können ecclestone und mosley menetwegen sonstwohin gehn. der verlust von williams währe allerdings schon herb.
p.s.: auch interessant, aber nebenschauplatz name der neuen serie (branding/wording) :) “Formula New”? :)
p.p.s.: wenn dann RTL die rechte ned bekommt sondern irgendwer mit style dafür und HEiko Wasser müsste den ganzen tag kommentiren wie nico rossberg alleine um den kurs tuckert und kai ebel steht alleine in der box. gerechte strafe führ jahrelanges dummlabern.
p.p.p.s.: wo wir einmal dabei sind, letzte saison irgendwann meint heiko wasser “blabla bla ist aus dem rennen es steht OUT neben seinem namen.” wer schonmal das livetiming benutzt hat weiss wie dermassen FACPALM dieser satz war.)
p.p.p.p.s.: in der formula new dann bitte mehr streaming im internet mit freiwählbarer onboardperspektive + telemetrie. danke im vorraus herr briatore :).
Ich bin klar für diei FOTA-Serie! Bloß weg von Mosley/ Eccelstone und auch von der FIA!
Eine legislative und judikative Aufsichtsbehörde die selbst am Geschäft beteiligt ist, Geheimabsprachen mit einzelnen Herstellern trifft, die sich die Loyalität von Teams 200 Mios kosten lässt…Hallo?…Unabhängigkeit? Überparteilichkeit? Glaubwürdigkeit?
Warum sollten die Teams das selber nicht besser machen? Und das auch noch mit 50 % mehr Gewinn!
Ich wünsche mir das die F1 sportlicher wird und dazu gehört ganz klar ein nachvollziehbares Reglement und vorallem eine Gleichbehandlung aller Teams!!!
Irgendein unabhängiges Kontrollorgan wird sich schon finden lassen….meinetwegen Fresenius ;-)
@ abductee: Das Reglement von 1990+ würde heute ganz andere Autos hervorbringen als damals, gar einfach weil die technischen Möglichkeiten andere sind. Die Autos waren damals so simpel und “überholfreundlich” weil man eben die Aerodynamik einfach noch nicht so komplex entwickeln und bauen konnte. Das jetzige Reglement ist schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Aber Überholen war, seit der Einführung von Flügeln, behaupte ich mal, nie einfach und wird es auch nie werden. Einen weiteren Schritt Richtung frühe 90er gibts ja nächstes Jahr mit dem Tankverbot, vielleicht hilft dir das ja weiter ;-)
Ich stehe – ich habs oft genug gesagt – eher hinter der FIA-Formel 1. Eine Hersteller-Serie würde mich von den Teams her genau Null unteressieren, außer Ferrari würde ich niemanden vermissen. Außerdem gibt das nur noch mehr Streit und Uneinigkeit als jetzt, die FOTA konnte sich doch bisher kaum mal auf was einigen. Das einzige Problem dabei ist, dass die Top-Fahrer wohl alle mit in die FOTA-Serie wechseln würden.
Dass die FOTA sich auf nichts einigen kann, ist doch nur das Märchen, dass #maxout und Bernie seit Monaten mit zunehmender Desperation zu erzählen versuchen.
Tatsächlich hat die FOTA in den Fragen Motorenlieferung, Testfahrten und KERS bewiesen, dass sie entscheidungs- und handlungsfähig ist. Und die unterlegenen Teams (Ferrari bei den Testfahrten, BMW bei KERS) haben nicht etwa ihre Sandförmchen genommen und sind auf den Nachbarspielplatz gegangen, nein, sie betreiben die Ziele der FOTA weiterhin aktiv.
Unvorstellbar in #maxout und Bernies Welt – business as usual in der Realität.
Tscha, das Thema scheint sich ja erledigt zu haben wie man grade in diversen Online-Gazetten liest. Und wirklich, Max musste dran glauben. Jetzt bin ich nur mal gespannt was bei dem “Kompromiss” jetzt für Regularien bzgl. Einsparmaßnahmen raus gekommen ist. Hat einer irgendwo schon was gelesen?
@Prometheus: klar geht heute in sachen aero mehr. daher: Einheitsflügel?
@Tarmac: wie währs mit nur 30% mehr gewinn, aber dafür nicht so hohe kosten für die streckenbetreiber? ( und damit auch mehr F1 auf coolen strecken/ an orten wo die motorsportbegeisterung gross ist )
Laut Sport1.de ist nun alles vom Tisch. Angeblich haben sich FIA und FOTA geeinigt!
@abductee: Karosserieaufbauen etc. sind ja schon verboten und wenn du jetzt auch noch Einheitsflügel machst, kannst du auch gleich Einheitsautos vorschreiben und das wär für mich ne Katastrophe. Lieber hab ich ne F1 mit technischer Entwicklung und wenig Überholmanövern als das Gegenteil davon. Für letzteres gibts ja die IndyCars, und selbst da wünsch ich mir mehr verschiedene Autos.
Aber das ist eben Geschmackssache…
Natürlich geht es bei Teams und Herstellern immer zwangsläufig um Geld, bzw. um das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen, aber das ist ein Meta-Zweck, denn man immer anführen könnte. Wenn sich meinetwegen ein Norbert Haug oder ein Mario Theissen hinstellen und erklären, es gehe neben Geld (bzw. Budget) ums Reglement und um Respekt und vernünftige Ausübung des Sports und dergleichen, dann kann man denen das ruhig glauben. Die Herren sind Chefs der Motorsportabteilungen ihrer Konzerne, nicht des Verkaufs oder des Marketings oder Controllings. Die wollen primär Motorsport betreiben.
Und ich würde nicht zustimmen, dass es kein Hersteller ausser Ferrari “lange” in der F1 ausgehalten hätte. (Wie lang ist überhaupt “lange”…? ;) Ferrari ist eine Ausnahme, da sie quasi Gründungsmitglied sind. Für andere kann man sagen, dass die Hersteller-Ära in der F1 noch garnicht alt genug ist, um da ein Urteil zu fällen. Die meisten derzeitig vertretenen Hersteller sind etliche Jahre und Jahrzehnte in der einen oder anderen Form dabei, somit eigentlich den Grossteil dieser Ära, und haben sich auch in erfolglosen Zeiten nicht verkrümelt. Wirklich “weggebrochen” sind nur wenige Namen, spontan fallen mir da erstmal nur Ford, Honda und Jaguar ein (ich weiss, ein paar mehr mit kurzen Engagements gab’s schon, aber da kommt man schon bald an Definitionsgrenzen, was genau “Engagement” ist – nur einen Motor bauen und verkaufen, oder weitergehende Werksunterstützung, oder gleich ein Team betreiben, etc.).
Letztens meinte jemand zu mir, wie schade es wäre, dass die ganzen kleinen Teams von früher ausgestiegen wären, aber selbst dass stimmt ja kaum, denn die meisten haben sich so im letzten Jahrzehnt ja nur umbenannt, den Besitzer gewechselt, usw. – Red Bull ist ehemals Jaguar ist ehemals Stewart (sprich: Ford), Toro Rosso ist ehemals Minardi, Force India ist ehemals Spyker ist ehemals Midland ist ehemals Jordan, Brawn ist ehemals Honda ist ehemals BAR ist ehemals Tyrrell, …
@Prometheus jaja die trennung is vom tisch… aber ich hätte trotzdem gerne wieder solche rennen http://www.youtube.com/watch?v=DiDKwvnDXPk
evntl mal den gegenteiligen anstaz probiren: reifen mit ohne blödreglemetirung und viel mehr abtrieb damit “das bisschen” was man an abtrieb beim hinterherfahren verliert nicht ins gewicht fällt…
@ abductee: Spannende Szenen klar. Aber was Ähnliches hatten wir dieses Jahr auch schon, als Fernando Alonso in Malaysia mehrere Runden lang spektakulär die Gegner (Barrichello, Raikönnen, Webber) hinter sich gehalten hat. Übertrieben, magst du jetzt vielleicht finden? Gucks dir nochmal an, grad Alonso vs. Webber in Runde 13 ist großartig ;-)
Klar kann man jetzt dazu neigen, die Vergangenheit zu glorifizieren und zu sagen “Ja, aber Alonso ist nicht Senna und Webber nicht Prost…”, aber primär entstehen solche Situationen schlichtweg dadurch, dass deutlich schnellere Autos hinter einem langsameren Wagen festsitzen, in dem aber ein Top-Fahrer sitzt, der solche Manöver bringen kann.
Und das bringt mich wieder zu der Grundprämisse für Überholmanöver: es muss ein deutlich schnelleres Auto hinter einem langsameren sein. Sonst geht nix. Egal ob mit Aero oder ohne. Und das kommt nunmal heute zu selten vor. Ich würde mir deshalb vor allem wünschen, dass man die Autos zwischen Quali und Rennen nochmal umbauen darf und dass es wieder ein Warm Up gibt, damit sich eventuell die Kräfteverhältnisse zwischen Quali und rennen nochmal ändern können (das schließt selbstverständlich das Abschaffen des Sprit-Qualifyings ein!).