Offenbar wird es die angekündigte Piratenserie der FOTA doch nicht geben. Auch weil Max Mosley im Oktober nicht mehr antreten wird.
Der Streit ist vorbei, es gibt keine FOTA-Serie. Die FIA und Max Mosley haben einen Demütigung erfahren. Da kann Mosley öffentlich seinen Plan, dass die Kosten reduziert werden, noch so sehr in den Himmel loben – im Grunde sind alle seine Vorschläge gescheitert. Das Zwei-Klassen-Modell, die Budgetgrenze und der Plan, dass die FIA die Einhaltung der Grenze kontrollieren wollte. Nichts davon wird im umgesetzt. Denn das die Kosten reduziert werden müssen, dass haben alle Teams seit dem letzten Jahr schon bekannt. Ob sich die Teams aber auch mit ihrem Ziel durch gesetzt haben, dass sie an den Einnahmen besser beteiligt werden, ist allerdings nicht bekannt.
Im Grunde ist der ganze “Kompromiss” bisher ein Witz und dient nur dazu, Mosley und die FIA nicht komplett wie Volldeppen in der Öffentlichkeit dastehen zu lassen. Es gibt absolut keine Angaben, wie die Kostendeckung aussehen soll, und wie hoch die endgültige Summe sein wird. Man spricht sehr nebulös davon, dass man die Kosten auf dem Niveau der frühen 90er Jahre einfrieren möchte. Welches Jahr ist gemeint? 1992, als Williams mit dem FW14B einen HighTech Wagen auf die Beine stellte und Millionen in dessen Entwicklung versenkte? Oder 1993, als man den ganzen Krempel, wie die aktive Radaufhängung, wieder verboten hat? Oder doch lieber 1996 als Mercedes anfing Geld in den Rennstall zu schaufeln? Und auf Basis welcher Ausgaben? Minardi hat Ende 90er (kein Link, hab ich nur so im Kopf) mal davon gesprochen, dass sie eine Saison 20 bis 30 Millionen Dollar kostete. Paul Stoddart spracht, bevor er verkaufte, von rund 50 Millionen Dollar, die ihn Minardi kosten würde. Interessant auch, dass die FOTA und nicht die FIA ein “Kontrollsystem” etablieren will, dass die Kosten transparent halten soll.
Völlig ungeklärt ist auch noch die Frage, wie und vor allem wer die Regeln in Zukunft gestalten soll. Es ist die Rede davon, dass es bei der FIA wieder einen “Formel Eins Ausschuss” geben soll, in dem die Teams, bzw. die FOTA sitzt. Da wird man abwarten müssen, wie der aufgehangen ist. Sollte der weitreichende Veto-Rechte gegenüber der FIA haben, ist die Hoheit über die Regeln der Formel Eins durch die FIA Vergangenheit.
Es ist also nichts geklärt, zumindest gibt man keinerlei Einigung in Detailfragen bekannt. Die heutigen Aussagen beschränken sich auf Absichtserklärungen und der Meldung, dass man Mosley sofort los wird. Denn die Verhandlungen mit der FOTA soll nach Angaben von Joe Saward Michel Boeri, Präsident des Automobil Club Monaco und FIA Senats Präsident, übernehmen. Genau jener Boeri, über den in den letzten Tagen wohl durch gesickert ist, dass der Monaco GP zur FOTA abwandern könnte. Gerüchteweise soll der Kompromiss in der letzten Nacht zwischen Bernie Ecclestone und Luca di Montezemolo ausgehandelt worden sein. Mosley war angeblich schon am Sonntag, als er verkündete, es werde bald Frieden geben, von den Investoren der Formel Eins, der CVC-Gruppe, aufs Abstellgleis geschickt worden. Es deutet auch vieles daraufhin, dass es innerhalb der FIA eine Palastrevolution gegeben habe könnte. Das die Verhandlungen zwischen Ecclestone und der FOTA so lange gedauert haben, deutet darauf hin, dass man sich in Sachen Geld nicht so schnell einigen konnte.
Das Ganze ist eine Farce, die Einigung nur eine blumige Umschreibung dafür, dass man Max Mosley los geworden ist. In Sachen Regeln ist man genauso weit, wie im letzten April. Während die neuen Teams mit den “Mosley-Regeln” eine gewisse Planungssicherheit hatte, haben sie nun nichts mehr in der Hand. Dazu ist die FIA massiv geschwächt. So wie es im Moment aussieht, hat man vor den Herstellern komplett kapituliert. Und das kann auch Auswirkungen auf andere Serien der FIA haben.
Die Frage ist jetzt: Wird alles besser? Ist eine von der Herstellern dominierte Serie das, was kommt und was man als Fan wirklich haben will?
So sieht jedenfalls die Startliste für 2010 aus. Es gibt keine Änderung zu jener, die die FIA am 12.06. veröffentlicht hat.
Ferrari
McLaren-Mercedes
BMW-Sauber
Renault
Toyota
Red Bull
Toro Rosso
Williams
BrawnGP
Force India
Campos Meta
Manor Grand Prix
Team US F1