Das ist bitter – Premiere steigt komplett aus der NASCAR Serie aus. 2009 wird es nicht mal mehr die Highlightsendung geben.

premiere_logo_invPer Mail erfuhr ich heute von der Entscheidung von Premiere, dass man komplett aus der NASCAR Berichterstattung aussteigen wird. Leider war ich unterwegs und konnte die Sache nicht sofort hier reinstellen, aber wie ich gesehen habe, ging die Sache ja im Chat rum. Wie dem auch sei – das ist schon eine große Enttäuschung. Vor allem auch deswegen, weil Premiere klar sagt, dass sich an Übertragungssituation 2009 nichts ändern wird. Ich hatte insgeheim damit gerechnet, dass Premiere, nachdem neues Kapital in den Sender fließen wird, ab Mitte des Jahres wieder in die Übertragung einsteigt. Die HD-Variante, also NASCAR nur in HD zu bringen, schien mir einigermaßen realistisch. Stattdessen hört man also ganz auf lässt die NASCAR fallen. Das wird vor allem die Abonnenten erfreuen, die noch im letzen Januar ihr Abo verlängert hatten, weil Premiere ja lange zum Stand der letztjährigen Verhandlungen nichts gesagt hat.

Auch in diesem Jahr bin über die Informationspolitik des Senders mal wieder enttäuscht. Die Argumentation lautet: “Durch die langen Live-Sendestrecken von bis zu fünf Stunden entstehen neben den Lizenzrechtekosten erhebliche Satelliten- und Produktionskosten. Deshalb muss Premiere in erster Linie aus ökonomischen Gesichtspunkten in diesem Jahr auf die NASCAR-Rennserie verzichten.” Ich habe wirklich nichts gegen die Golf-Übertragungen, da ich sie selber ab und an gerne schaue, aber angesichts der Übertragungskosten für ein Turnier, dass immerhin vier Tage dauert und wo man jeden Sonntag mindestens drei Stunden live berichtet, klingt die Sache mit den Satelliten-Kosten wie ein Hohn. Arbeitet die Crew um Knauss und Co billiger, als die von Jacques Schulz? Kostet ein Golf-Tunier aus Arizona mehr, als ein Rennen aus Bristol?

Zu dem kennt man sowohl die Kosten für eine Übertragung, als auch die finanzielle Lage des Senders ja nicht erst seit gestern. Musste man wieder bis auf den letzten Drücker warten, um diese Entscheidung zu treffen? Würde man es böse mit dem Sender meinen, könnte man auf die Idee kommen, dass man mal wieder so lange wie möglich gewartet hat, damit ein Kündigungsfristen verstreichen.

Für die deutschen Fans bleibt nur die Suche nach Streams und die Hoffnung, dass die NASCAR selber endlich merkt, dass es weltweit sehr, sehr viele Fans gibt, die bereit wären für einen vernünftigen Stream seitens der NASCAR auch Geld zu bezahlen. Die NFL ist hier das klare Vorbild. Dann muss man sich auch nicht mehr mit Sendern wie Premiere rum schlagen.