F1 – GP Valencia / IRL – Feuer bei Penske

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Von DonDahlmann 21 Aug 2008 um 15:26 in Motorsport

Zum ersten Mal seit längerer Zeit begibt sich die Formel Eins auf eine komplett neue Strecke. Zwar ist die Strecke in Fuji für die F1 auch relatives Neuland gewesen, allerdings ist man hier schon früher auf einem etwas anderem Streckenlayout gefahren. Die letzte neuen Strecke kam 2005 mit dem Kurs in der Türkei, und im Jahr zuvor waren es China und Bahrain die in den Kalender aufgenommen wurden. Nun also Valencia und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit. Der letzte nicht permanente Rennkurs der in der F1 aufgetaucht ist, war Melbourne 1996, der letzte richtige Stadtkurs wurde 1989 mit dem Rennen in Phoenix (USA) eingeführt, wo man aber nur drei Mal unterwegs war. Es ist also schon eine ziemlich große Neuerung. Und ich bin mir beim Kurs von Valencia aber nicht so sicher, ob man er für die Formel Eins nicht deutlich zu schnell ist.

Wenn man sich die Streckengrafik von Valencia anschaut, kann einem schon ein wenig anders werden. Gleich dreimal muss man aus über 300 km/h mächtig runterbremsen, zweimal wird man auf über 280 km/h beschleunigen. Das sind für einen Stadtkurs schon enorme Geschwindigkeiten und da man in einer Stadt auch keine kilometerlangen Auslaufzonen haben kann, ist der Kurs dementsprechend eng. Ich empfinde das als nicht sehr glücklich. Da baut man Kurse, die sicher sind und weite Auslaufzonen haben, und dann knallt man mit 300 zwischen zwei Betonmauern rum. Muss das sein? Ich weiß es nicht. Der Unfall von Kubica aus dem letzten Jahr hat gezeigt, dass solche Vorfälle auch mal ins Augen gehen können. Die Amerikaner bauen ihre Stadtkurse schon aus guten und vor allem tragischen Grund schon extra etwas winkliger. Das wird auch klar, wenn man das Onboard Video aus einem GT Rennen anschaut, dass vor ein paar Wochen stattgefunden hat.


Sorgen macht mir vor allem die lange Start/Zielgerade mit dem Knick. Die Wagen werden gut und gerne 260 km/h vor der Spitzkehre drauf haben, dazu die Kurve in der man mindestens zu zweit fahren kann. Das hat die Grundzutaten für einen Startunfall, der wegen der fehlenden Auslaufzonen schnell größere Ausmaße annehmen kann. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob der Kurs nicht ganzes Stück zu schnell ist.

In Sachen Abstimmung berichten die Teams in ihren Pressemitteilungen, dass man sich wohl in Richtung Montreal bewegen wird. Also wenig Abtrieb, viel Höchstgeschwindigkeit, da es keine Hochgeschwindigkeitskurven gibt. Das ist auch der Grund, warum Bridgestone mit den soft/supersoft Reifen anrücken wird. Dazu soll das Wochenende sehr heiß werden. Alles Dinge, die eigentlich für Ferrari sprechen. Mit den Soft-Reifen kommen die Italierner besser klar, ebenso mit der Hitze, die den Reifenverschleiss erhöht. McLaren wird nicht weit dahinter sein, aber deren Vorteil ist sowieso die Quali, denn auf einem Stadtkurs ist es bekanntermaßen mit dem Überholen etwas schwieriger. Der Schlüssel liegt also, mal wieder, in der Startposition. Was aber keiner einschätzen kann, ist der Asphalt und wie der auf die Reifen reagieren wird.

Hinter den beiden Spitzenteams könnte sich Toyota einordnen. In Montreal war Glock auf dem vierten Platz, sicherlich aber auch begünstigt durch die Ausfälle von Raikkönen, Hamilton und Rosberg. Auf der anderen Seite sind die Toyota bei Hitze immer gut drauf und nicht zu unterschätzen. Auch BMW muss man auf der Liste haben, denn immerhin hat man das Rennen in Kanada ja gewinnen können. Die langen Geraden passen dem BMW Motor und Kubica ist auf diesen Strecken sehr stark. Hinter BMW und Toyota wird es eng. Für Williams könnte in Valencia noch eine Chance auf einen guten Platz in den den Top 5 liegen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Engländer überhaupt noch den Anschluss ans vordere Mittelfeld haben. Red Bull und STR erwarte ich eher weiter hinten, ebenso Honda und Force India.

Ich erwarte aber durchaus ein spannendes Rennen, vor allem zwischen den Spitzenteams. Wenn ich tippen müsste, dann würde ich Hamilton vorne sehen, weil ich glaube, dass er auf diesen Kursen am besten unterwegs ist.

IRL – Penske abgebrannt
Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ausgerechnet der Transporter mit den beiden Rennwagen und sämtlichen Zubehör ist komplett abgebrannt. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, aber außer einer klebrigen Masse ist von beiden Wagen nichts übrig geblieben. Glück im Unglück für Penske: die beiden Testfahrzeuge waren zufälligerweise auch in Kalifornien und werden gerade zum Infinion Raceway gebracht. Alle anderen Teile werden aus der Penske Abteilung eingeflogen. Trotz allem ist das natürlich eine Schwächung für das Team. Die Testwagen haben nicht unbedingt die Teile am Wagen, die die Einsatzfahrzeuge hatten, die gesamte Ausstattung muss auch erst zusammen sortiert werden. Das dürfte die Meisterschaftschancen für Scott Dixon, der 78 Punkten vor Castroneves führt, noch weiter erhöhen. Man kann zwar in den drei verbliebenden Renne noch insgesamt 150 Punkte zusammen bekommen, aber Dixon muss eigentlich nur noch in den Top 5 nach Hause gondeln.

Und sonst?
IRL, NASCAR und ALMS Vorschau kommt morgen. TV Termine sind online.

22.08.2008

LIVE 09:55 Uhr Formel Eins Valencia 1. FT Premiere, DSF Wdh: 12:15, 17:40 h
Aufz. 13:00 Uhr British F3 Spa MotorsTV
LIVE 13:55 Uhr Formel Eins Valencia 2. FT Premiere, DSF Wdh: 19:20 h
Aufz. 15:45 Uhr LMS Nürburgring MotorsTV
LIVE 16:30 Uhr   NASCAR NW   Bristol Training   SpeedTV
LIVE 18:00 Uhr   NASCAR SC   Bristol Training   SpeedTV
Aufz. 19:00 Uhr Formel Eins Valencia FT DSF
LIVE 21:30 Uhr   NASCAR SC   Bristol Quali   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR NW   Bristol Training   SpeedTV
LIVE 00:00 Uhr   NASCAR SC   Bristol Training   SpeedTV

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14 Comments

  1. Prometheus

    Ich habe eigentlich keine allzu großen Sicherheitsbedenken bei dem neuen Kurs. Natürlich ist bei einem Stadtkurs das Unfallrisiko immer etwas größer. Aber ich denke nicht, dass Hermann Tilke hier ein – was die Sicherheit betrifft – minderwertiges Produkt abgeliefert hat. Und auch der FIA und King Bernie ist ja nicht plötzlich alles egal. Die wissen schon, was sie tun. Und in Interviews in den letzten Wochen und Monaten haben auch die Fahrer immer wieder gesagt, dass sie positiv überrascht sind von den Auslaufzonen und den Sicherheitsvorkehrungen. Da sind mir manche US-amerikanische Parkplatzrennen deutlich suspekter (ehrlich gesagt fallen mir sogar einige permanente Strecken in den USA ein, die ich für problematischer halte als den Valencia-Kurs^^).

    Selbstverständlich kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Kein Mensch hätte etwa damit gerechnet, dass man in Montreal ausgerechnet da abfliegen kann, wo Kubica es getan hat. Sonst wäre da nicht dieser Knick in der Mauer gewesen. Aber in Kombination mit den modernen Autos sollte das Risiko doch nicht übermäßig groß sein.

    Wovor ich immer Angst habe, egal ob auf Oval-, Stadt- oder Straßenkursen, ist, dass ein Auto abheben und in den Zaun oberhalb der Mauer geraten könnte. Grad bei Open-Wheelern ist sowas ja durchaus möglich, wenn die bei höheren Geschwindigkeiten mit den Rädern aneinander geraten.

    Aber warten wir mal das Wochenende ab und drücken die Daumen, dass alles gut läuft. Bis das Gegenteil bewiesen ist, habe ich jedenfalls Vertrauen in Tilkes Verstand und Fähigkeiten und in die Autos.

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  2. Raziol

    Ich kann mich der Meinung von Prometheus nur anschließen. Ich bin etwas überrascht über die Sorgen von Don Dahlmann.
    Nachdem ich die ersten Bilder von der Strecke sah, war ich überrascht, wie groß die Auslaufzonen doch sind. Ich mache mir ebenfalls keine großen Sorgen um die Sicherheit, auch wenn natürlich immer ein kleines Restrisiko bleibt.
    Übrigens finde ich die Strecke in Valencia nicht schön, es kommt zwischen den Betonwänden null Monaco-Flair auf. Hoffentlich liefert die Strecke wenigstens ein spannendes Rennen ab.

    BTW: Im Übrigen kann es durchaus sein, dass es am Samstag Regen in Valencia gibt. Es könnte also eine richtig spannende Quali geben.

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  3. Ich mache mir eigentlich nur Sorgen um die Startphase, wo es halt eng werden kann. Für einen Stadtkurs hat man schon relative gute Auslaufzonen, wenn sieht, wie man früher gefahren ist. Aber ich frage mich halt auch, ob man einen Stadtkurs so bauen muss, dass man die meiste Zeit mit über 270 km/h unterwegs.

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  4. ethone

    Der Knick geht voll und breit genug ist die Strecke bis zur ersten echten Kurve auch. Nur die ist ähnlich eng wie La Source in Spa oder der Haug-Haken am Nürburgring, nur ein bisschen schneller in der Anfahrt. Kann gut sein dass es da knallt, aber wenn da keiner wem anders über die Reifen brettert wird das nicht schlimmer als normal. Vor allem ist der Auslauf ja asphaltiert, so dass bei Drängelmanövern im Knick oder in der Kurve notfalls ausgewichen werden kann.

    Das größere Problem wird denke ich sein, dass kein Pilot die Strecke kennt und einige Kandidaten unkonventionelle Überholmanöver probieren könnten. An Stellen, an denen es nicht geht, was nur noch niemand weiß.

    Aber Don hat schon Recht, die Anfahrt zur ersten Kurve ist für einen Startcrash schon prädestiniert.

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  5. Wolli

    natürlich ist der Kurs zu schnell, und bei der Rennpremiere sah man auch eher wenige Reifenstapel.Zudem frag ich mich,warum man soviele Formelserien nach Valencia schleppt.Wenns in der F1 nicht knallt,dann in F3 und F-Bmw und GP2.Mit Sicherheit!!^^ Und asphaltierte Auslaufzonen,ja toll,das bremst auch ein Auto ab,wenn ein oder mehrere Räder fehlen.Für mich ist der Kurs einfach zu flott designt,da wird das Medical und Safetycar sehr oft im Einsatz sein^^

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  6. sperro

    Da war einem wohl langweilig, schaut insidegrandprix und lernt völlig unerwartet noch was dazu:
    Die F1 Getriebe müssen vier Rennen eingesetzt werden, das ist nichts neues. Neu war mir aber, das die Getriebeabstufung dazu zählt. Das bedeutet, das man nicht mehr von Rennen zu Rennen die Gänge abstimmen kann, sondern einen Kompromiss zwischen den nächsten vier Rennen fahren muss.
    Da muss ich die Rennen im nach hinein ganz neu bewerten. Angenommen, man fährt seit Saisonbeginn im Turnus, so hat man dieses Wochenende das Getriebe mitsamt Abstufung von Silverstone im Heck.
    Das lässt bei mir im Umkehrschluss die Vermutung zu, das ein Superhirn auch mal einen GP “opfert” um die anderen drei einen Vorteil zu haben.
    Irre. Ich hab es nicht gewusst und finde es auch nicht gut.

    Gruß sperro

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  7. Eagel-F1

    Wer denkt sich denn eine solch schwachsinnige Regel aus? Die Haltbarkeit ist für mich absolut nachvollziehbar und auch sinnvoll, aber wieso müssen auch die Abstuffungen gleichbleiben? Versteh ich nicht…

    Nach den ersten Livebildern erinnert mich die Strecke und vor alle die Begrenzungen doch sehr an Stadtkurse in den USA, nur hier ist der Kurs wohl um einiges flotter.

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  8. @sperro: das stimmt auch nicht.

    Sport-Reglement Artikel 28.6:
    a) Each driver may use no more than one gearbox for four consecutive Events in which his team competes
    “Jeder Fahrer darf in vier aufeinander folgenden Rennen nur ein einziges Getriebe verwenden.

    d)At each Event seals may be broken once, under supervision and at any time prior to the second day of practice, for the sole purpose of changing gear ratios and dog rings

    “Beim jedem folgenden Event dürfen die Siegel je einmal aufgebrochen werden, um irgendwann vor dem Start des ersten Qualifikations-Trainings unter Aufsicht einzig die Getriebeübersetzungen zu ändern und die dog-rings zu wechseln.”

    Kann man bei der FIA im sportlichen Reglement nachlesen, dass es hier zum download gibt

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  9. sperro

    Sorry für die Ente. Entweder habe ich es missverstanden oder es wurde gestern falsch berichtet.
    Habe nach einem Zimmertausch noch keine Anlage am Rechner, daher hier mal der Deeplink zu einem Bericht, der es sein müsste.
    Vielleicht mag es jemand mal kontrollieren.
    http://www.insidegrandprix.com/techno_12.html

    Sorry nochmal, sperro

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  10. Macht doch nix und trotzdem danke für den Hinweis!

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  11. Promtheus

    @ sperro: Ich habs auch gesehen, und hatte es genauso verstanden. Also danke für die Aufklärung an DonDahlmann auch von meiner Seite :-)

    Na toll, jetzt hab ich mich so auf die neue Strecke gefreut, und dann penne ich nach der Hälfte des Trainings ein, weil ich die ganze Nacht Olympia geguckt hab und dann fährt Vettel auch noch Bestzeit! Ich könnt mich echt ärgern, aber zum Glück hat ja Premiere mangels Live-Sport genug Platz für Wiederholungen^^

    Nochmal zum Thema Sicherheitsbedenken: der Übergang zur Brücke macht wohl u.a. Bridgestone Sorgen, Marc Surer dagegen meinte, das ständige Fahren über die Randsteine sei viel schlimmer. Mal gucken, wer Recht hat. Ich könnte gut auf Reifenschäden verzichten.

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  12. dogfood

    Also beim Nebenbeigucken des (aufgezeichneten) 1ten Qualifyings muss ich sagen, dass ich die Strecke so aseptisch und glatt finde, dass ich mir wie in einem Computerspiel vorkomme (und prompt Lust bekomme Test Drive Unlimited mal wieder zu fahren, die ja auch so einen Hafensektor haben…)

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  13. Promtheus

    Ich nochmal^^ Thema Sicherheit in Valencia: kann es sein, dass die in Kurve 1 so ene Art Safer Barrier am Rand der Auslaufzone haben? Man sieht das ja leider meist nur kurz und aus der Vogelperspektive, aber wenn ich das richtig gesehen habe, sind da erst die Mauer, dann Reifenstapel, dann so einzelne Blöcke, die rot gefärbt und deshalb gut erkennbar sind, und dann kommt noch mal so eine Barriere. Also es sieht aus wie eine Safer Barrier mit zusätzlich noch Reifen dazwischen.

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  14. Wolli

    da gibts einige Safer Walls an der Strecke verteilt.Guter Ansatz,aber warum stehen fast überall nur eine Reihe Reifenstapel? Also der absolute Klopper ist die Zielkurve,aus der Onboard links steht eine Mauer im rechten Winkel,zwar gesichert mit ner Safer Wall,aber an der Stelle will ich keinen einschlagen sehen,das würde weh tun.

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