Archive | Juli, 2008

IRL Übertragungs Wirren / NASCAR – News

Update: Bitte unbedingt diesen Artikel beachten. Die hier gemachten Vermutungen stimmen teilweise nicht. Ich habe sie sichtbar gestrichen.

—schnipp—

Mittlerweile dürfte sich rumgesprochen haben, dass Premiere das Rennen der IRL am kommenden Wochenende aus Edmonton nicht live zeigen wird. Dazu sollte man vielleicht wissen, dass das Rennen zu Beginn der IRL Saison nicht eingeplant war, sondern ein Teil der Übernahmemasse der ChampCar ist. Es ist also relativ spät in den Kalender gekommen. Die bestehenden Übertragungsvereinbarungen sollten eigentlich um dieses Rennen einfach erweitert werden, so wie es auch in den USA der Fall ist, wo ESPN, Broadcaster der IRL, das Rennen aus Edmonton einfach übernimmt.

Ich habe bei Premiere, genauer gesagt bei Herrn Ulich von der Motorsport Kommunikation nachgefragt, warum Premiere das Rennen nicht live zeigen wird. Seine Antwort lautet im Kern:

Von dem Rennen werden keine Live-Bilder aus Kanada nach Europa ausgestrahlt und stehen somit auch in Deutschland nicht zur Verfügung.

Gleichzeitig habe ich nach Hinweisen im Chat festgestellt, dass Sky Sport das Rennen als “Live” am Samstagabend um 23.00 Uhr angekündigt hat. Und zwar als HD, wie auch als “normale” Variante. Darauf angespochen blieb Herr Ulich bei seiner Aussage und schrieb:

Sky Sports dürfte demnach auch keine Live-Bilder erhalten. Es könnte sich höchstens um eine zeitversetzte Aufzeichnung handeln.

Damit wäre Sky aber tatsächlich der einzige Sender in Europa, der das Rennen live bringen würde.

Nachtrag: Das stimmt nicht. Ein Leser hat im Chat darauf hingewiesen, dass das Rennen auch in Portugal live übertragen wird.

Auf der Medien Seite der IRL gibt es ein Liste mit allen Ländern und den jeweiligen Sendern – allerdings wird hier nicht aufgeschlüsselt, welcher Sender live und welcher nur Aufzeichnungen bringt. Tatsächlich übertragen aber (nur als Beispiel) weder der italienische “NuvolariTV” noch der belgische “beTV” das Rennen. Auch der US-Soldaten Sender AFN hat in seiner Programmvorschau für den Samstag die IRL nicht erwähnt. Normalerweise übertragen die live, wenn auch nicht regelmäßig. Das Rennen vom 9/10.08 fehlt dort auch in der Übersicht, allerdings laufen da zeitgleich auch die Olympischen Spiele in China. Also – entweder gibt es keinen Feed, oder Sky hat einem Extra-Deal mit ESPN laufen, von dem in Europa sonst keiner etwas weiß. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ESPN für die extra einen Feed einrichtet, ohne es auch den anderen Sendern zumindest anzubieten.

s>Es gibt also einen Feed von dem Premiere nichts weiß. Da kann aber auch damit zusammenhängen, dass es eigentlich ein CCWS Rennen war. Ich weiß jetzt nicht, ob sporttv in Portugal oder Sky die Champcars vorher im Programm hatten, und das Rennen deswegen bekommen. Sicher scheint mir aber: Premiere behauptet etwas, dass so aller Wahrscheinlichkeit nicht stimmt.

Zur Sicherheit habe ich bei der IRL Medienabteilung direkt angefragt, aber da dauert es erfahrungsgemäß immer etwas, bis man eine Antwort bekommt. Selbiges gilt für ESPN und Sky. Daher warte ich mal mit meiner abschliessenden Bewertung.

NASCAR – News
- Eine Frage: wer führt in der Nationwide Serie die Tabelle an? Kyle Busch mit seinen fünf Siegen? Kevin Harvick? Carl Edwards? Weder noch – es ist Clint Bowyer mit nur einem Sieg. Die Nationwide Serie leidet – und zwar gewaltig. Was mal eine gute Serie für Nachwuchsfahrer war, ist mittlerweile eine Art Freizeitbeschäftigung der NASCAR Stars für ihre Sponsoren geworden. Wer war der letzte Nationwide/Busch Meister, der nicht aus dem Sprint/Nextel/Winston Cup kam? Der also kein einziges Rennen im Cup gefahren war und Meister in der 2. Liga wurde? Da muss man lange zurückblättern. Bis ins Jahr 1998 um genau zu sein, als Dale Earnhardt jr. die damaligen Busch Serie gewinnen konnte. Danach kamen nur noch Fahrer, die dann relativ flott aus der Busch Serie in den Cup gehoben wurden. Die Serie ist zwar immer noch der beste Brutkasten für junge Nachwuchsfahrer, aber wie man auch am Beispiel Joey Logano sieht, wird sie immer öfter übersprungen.

Dazu kommt in diesem Jahr, dass Toyota die Serie dominiert. Von 21 Rennen haben sie 12 gewonnen und es wären vermutlich noch mehr gewesen, hätte Kyle Busch alle Rennen gefahren, sähe es vermutlich noch anders aus. Bei der NASCAR ist man sich des Problems durchaus bewusst und versucht, die Leistung der Toyota Motoren runterzuschrauben. Man überprüft die Leistung ja regelmäßig und weiß genau, wer wieviel PS an der Kette hat. Jetzt hat man eine Anweisung rausgeschickt, die so aussieht:

At all Events, unless otherwise specified, all engines with a cylinder bore spacing less than 4.470 inches must compete using a tapered spacer with four (4) 1.125-inch diameter holes. At all Events, unless otherwise specified, all engines with a cylinder bore spacing of 4.470 inches or more must compete using a tapered spacer with four (4) 1.100-inch diameter holes. Unless otherwise authorized, the carburetor restrictor will be issued by NASCAR.”
“Eventually, all teams that upgrade to new engine packages will be subject to this rule modification,” said Robin Pemberton, NASCAR vice president of competition. “Over the years in our sport, we’ve taken steps on numerous occasions to help maintain a level playing field among our competitors and we will continue to do so.

Mit anderen Worten: Toyota bekommt eine Art Restriktor verpasst. Und zwar schon für das Rennen im O’Reilly Park in Indianapolis.

- Tony Stewart hat bestätigt, dass es kein drittes Team bei Stewart/Haas geben wird. Der zweite Fahrer ist weiterhin offen. Sowohl Ryan Newman als auch Truex jr. sind weit oben auf der Liste. Newman hat aber angeblich auch ein Angebot von Evernham auf dem Tisch.

Und sonst?
Kimi Raikkönen hat bestätigt, dass er auch 2009 in einem Ferrari sitzen wird. Ob er 2010 allerdings noch in der Formel 1 antreten möchte, ließ er offen.

24.07.2008

Aufz. 12:00 Uhr Porsche Cup Hockenheim Premiere
Aufz. 12:30 Uhr Formel BMW Hockenheim Premiere
Aufz. 13:05 Uhr Indy Lights Watkins Glen MotorsTV
Aufz. 14:00 Uhr Belgian GT Spa MotorsTV
Aufz. 14:25 Uhr Dutch Supercar Spa MotorsTV
Aufz. 17:55 Uhr V8 Supercars Queensland MotorsTV
Aufz. 19:00 Uhr F1 Hockenheim Premiere
Aufz. 19:40 Uhr Belgian GT Spa MotorsTV

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McLaren mit Traktionskontrolle? /F1 – Ferrari in der Kise? / NASCAR – News / Alzen in der FIA GT

F1 – McLaren mit technischem Vorteil?
Wenn die Meldung des britschen Telegraph stimmt, dann könnte es demnächst wieder Ärger in der Formel Eins geben. Denn die berichten, dass McLaren eine Art “workaround” für eine Traktionskontrolle gefunden hat, wobei “Traktionskontrolle” es in Fall von McLaren nicht genau trifft. Die TK war eine elektronische Regelung, die die Motorleistung bei durchdrehenden Rädern einfach gekappt hat. Wenn die Hinterräder am Ausgang einer Kurve durchdrehten, regelte die Elektronik den Motor ab was man gut hören konnte, wenn der Motor gestottert hat. Richtig gelücklich war diese TK nie, denn sie nahm die Leistung am Ausgang der Kurve weg, man bekam also weniger Vortrieb. Weil dies aber nur für einen Sekundenbruchteil der Fall war und zu dem so ein Ausbrechen des Wagens verhindert wurde, lohnte sich die TK, weil sie den Fahrer entlastete.
McLaren hat jetzt wohl etwas gefunden, was ziemlich genial ist. Statt die Motorleistung zu kappen, verschiebt man das Drehmoment, in dem man es später einsetzen lässt. Dass kann man zum Beispiel dadurch schaffen, in dem man die Drehzahl einfach weiter unten begrenzt. McLaren setzt das angeblich recht einfach um. Man hat zwei weitere am Lenkrad unter den Schaltwippen installiert. Damit kann man jeden beliebigen Gang in seiner Drehzahl begrenzen. Wie eben schon mal erwähnt, reichen ein paar Sekundenbruchteile, schon kann die volle Leistung wieder einsetzen. Soweit die Theorie vom “Telegraph”.

Stellen sich ein zwei Fragen:

- Wie umgeht McLaren die Standard-Elektronik, die ja genau das verhindern soll?
Eine Möglichkeit wäre, dass die Zugkraftunterbrechung über die Elektronik des Lenkrades gesteuert wird, die wiederum mit dem elektronischen Gaspedal zusammenarbeitet. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Standard-Elektronik diesen Eingriff zulässt. Immerhin ist ja eine Filiale von Mclaren für den Bau und die Entwicklung der Software in der Elektronik zuständig. Die nächste Frage ist auch, was die Elektronik insgesamt vereinheitlicht. Zündungsunterbrechung, Kennfelder etc. werden wohl kaum betroffen sein, da jeder Motor ja ein wenig anderes konstruiert ist und an anderen Stellen des Drehzahlbandes die volle Leistung bringt.

- Ist das legal?
So lange es nicht verboten ist, ist in der Formel Eins alles egal. Allerdings kann die Auslegung der Regeln schnell in Haarspalterei ausarten.

Sollte McLaren so was im Auto haben, wird es Diskussionen geben. Vor allem um den überlegenen Sieg von Hamilton im Regen von Silverstone. Wenn man im Regen mit einer TK unterwegs ist, läßt man natürlich jeden stehen.

F1 – Krise?
Man kann die Kirche natürlich im Dorf lassen. Ein dritter Platz und ein sechster Platz. Drittschnellste Rennrunde. Das kann sich bei so einem engem Feld sehen lassen. Aber trotzdem hängt bei Ferrari wohl der Haussegen schief. Zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen hat Luca di Montezemolo öffentlich gefordert, dass sich bei Ferrari was tun muss. Man sei definitiv langsamer als McLaren und so ginge das ja auch nicht. Ob das nun geschickt ist, die Kritik mal wieder in die Öffentlichkeit zu tragen, sei mal dahin gestellt. In Italien gelten andere Gesetze. Klar ist – Mclaren hat Ferrari seit Ende Mai im Griff. Der Sieg von Massa in Frankreich war auch dem Umstand geschuldet, dass Hamilton wegen diverser Strafen hinten rumfahren durfte. Aber mal abgesehen von Magny Cours gab es für Ferrari eine Ohrfeige nach der anderen. Und das Schlimme ist, dass die auf sehr unterschiedlichen Strecken verteilt wurden. Monaco, Silverstone, Hockenheim. Spätestens nach dem Rennen vom Wochenende läuten die Alarmglocken sehr schrill. In Frankreich, einer nicht durchaus vergleichbaren Strecke, war man schienbar besser, in Deutschland fehlten drei Zehntel. Mit Ungarn und Valencia folgen zwei enge Kurse, die offenbar mehr dem McLaren liegen. Spa wird ausgeglichen sein, aber Monza könnte nach der Performance von Silverstone in den trockenen Trainings wieder McLaren-Land sein. Wenn Ferrari nicht bald was findet, dann könnte Hamilton vorne davon ziehen. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr weiß man zwar, dass man auch noch eine WM gewinnen kann, wenn man drei Rennen vor Schluss 14 Punkte zurück liegt, aber zweimal werden sich McLaren und Hamilton nicht so abzocken lassen.

Wie ich gestern schon geschrieben hatte – die Probleme bei Ferrari sind wohl gemischter Natur. Ein wenig der Wagen, ein wenig die beiden Fahrer. Räikkönen wirkt dieses Jahr teilweise etwas müde, Massa – nunja. Und ob die Führungsriege von Ferrari nicht einen Tacken zu jung ist, wäre auch noch so eine Frage. Komischerweise lief es immer dann, wenn Jean Todt bei den Rennen im Hintergrund rumhing. Mag ein Zufall sein, aber Todt ist ein Taktikfuchs, einer der meist ein Ass im Ärmel hat und der sehr, sehr viel Erfahrung aus verschiedenen Rennserien (Rally WM, Le Mans) mit gebracht hat. Dieses Rückgrat scheint den Italienern im Moment zu fehlen.

Eins sollte man aber nicht vergessen, wenn man “Krise” ruft. Ferrari hat verglichen mit McLaren weniger Ressourcen. Laut Aussage von di Montezemolo steckt der Fiat Konzern keinen Euro in das F1 Engagement rein. Ferrari finanziert sich selber. Dann wäre da der nicht mehr taufrische Windkanal und davon gibt es auch nur einen. Zudem hat Ferrari (noch) keinen modernen Simualtor für die Fahrer. McLaren hat dagegen das modernste Technologie-Center, zwei Windkanäle und Mercedes, die wild entschlossen und zur Not offenbar sogar dazu bereit sind, den gesamten Laden zu kaufen, und noch mehr Geld reinzustecken. Ich vermute mal, dass im Moment kein Team, weder Honda noch Toyota, so viel Geld in die Formel Eins investiert, wie McLaren-Mercedes.

Dies alles sollte man im Kopf haben, wenn man einer “Krise” spricht. Ich bin zwar auch der Meinung, dass ein Alonso dem Team gut tun würde, aber das scheint ja sowieso nur eine Frage der Zeit zu sein. Gut vorstellen kann ich mir, dass man auch ein Auge auf Vettel geworfen hat. Wie man weiß, hat Schumacher immer ein gutes Wort für den Heppenheimer übrig. Man sollte Ferrari zwar nie, wirklich nie abschreiben, aber in diesem Jahr scheint mir Hamilton und McLaren insgesamt ein Stück besser zu sein.

NASCAR – News

- Tony Stewart wird ab 2009 mit der #14 an den Start gehen. Die gehört zu den Nummern mit der grössten Tradition in der NASCAR. Das erste mal wurde sie beim Rennen am Daytona Beach 1949 eingesetzt. In den 50er Jahren gehörte sie lange Fonty Flock, der damit 1951 immerhin zweiter der Meisterschaft wurde. In den 60ern fuhr meist Jim Paschal damit rum, war aber weniger erfolgreich. In den 70ern übernahm Coo Coo Marlin, der Vater von Sterling Marlin, die #14, und erreicht immerhin 51 Top Ten Ergebnisse. Besser lief es in den 80er Jahren, als A.J. Foyt die #14 übernahm der immerhin in seiner Karriere schon vier mal in Indy gewinnen konnte. Es folgten verschiedene Fahrer wie Terry Labonte, Ron Hornaday, Jr. und Larry Foyt, bis 2006 Sterling Marlin die Nummer seines Vaters übernahm und sie bis Ende des letzten Jahres fuhr. Jetzt also Tony Stewart, dessen Sponsoren Office Depot und Old Spice heißen werden. Gibt es wenigstens keine Probleme mit den Farben, denn beide Marken sind rot.

- Reed Sorenson wird wohl seinen Vertrag bei Ganassi wohl verlängern. Etwas verwunderlich, denn so richtig konnte der 22jährige dieses Jahr nicht beeindrucken.

- Die Strafe gegen das DEI Team und Truex wird nicht verändert. Es werden ihm und dem Team jeweils 150 Punkte abgezogen, dazu die 100.000 $ Strafe und eine sechswöchige Sperre für den Crewchief. Damit schwinden die Chancen auf den Chase gewaltig.

- Budweiser bleibt Sponsor für das “Bud Shootout” zum Start der Saison.

Und sonst?
Uwe “Ich-hab-Dich-Auf-Meiner-Liste” Alzen fährt bei den 24 H von Spa (03.08) bei der FIA GT mit. Nein – nicht in einem Porsche. Das Phoenix Team setzt ihn in eine Corvette für die GT1 Klasse. Da wird er sich vor allem freuen, dass die Corvette vorne nicht so einen blöden Wasserkühler wie die Porsche haben. Ob die Gegner davon begeistert sind, wird man dann noch sehen müssen. (Ich meine: Alzen! In einer Corvette! Da wird sich die LMP2 aber warm anziehen müssen *scherz* )

23.07.2008

Aufz. 12:00 Uhr GP 2 Hockenheim Premiere
Aufz. 16:50 Uhr F1 Hockenheim Premiere
Aufz. 18:20 Uhr Dutch Supercar Hockenheim MotorsTV
Aufz. 19:10 Uhr Belgian GT Spa MotorsTV
Aufz. 19:40 Uhr GT Open Estoril MotorsTV
Aufz. 19:50 Uhr IRL Mid-Ohio Premiere

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F1 – Hockenheim / IRL – Mid-Ohio

Zuerst das Wichtige: Beim ALMS Rennen in Mid-Ohio (nicht gesehen) hat es wohl ein Feuer beim Nachtanken an der Box des de Ferran Teams gegeben. Das Feuer wurde schnell gelöscht, der “Tankwart”, Keith Jones, hat jedoch wohl schwere Verletzungen davon getragen. Obwohl er beim Abtransport bei Bewußtsein gewesen sein soll, beschreiben die Ärzte seinen Zustand als “kritisch”. Angeblich hat er schwere Verbrennungen davon getragen, die bis zu 30% seinen Körpers betreffen sollen. Ich verfolge das weiter.

F1 – Hockenheim
Fiat-Chef Luca di Montezemolo hat in einem Interview mal zugegeben, dass er auf schlechte Rennen seines Ferrari Rennstalls äußerst emotional reagiert und in den vielen Jahren insgesamt vier Fernseher das zeitliche gesegnet haben. Gestern könnte der fünfte kaputt gegangen sein. Was Ferrari da abgeliefert hat, war schon, verglichen mit ihren Ansprüchen, extrem schlecht. Das fing beim miserablen Quali-Ergebnis von Raikkönen an und hörte beim wehrlosen Massa auf. Sicher – der Brasilianer war gegen Hamilton sowieso chancenlos. Der Brite holte pro Runde mehr als ein Sekunde auf Massa auf. Das lag zum einen daran, dass der McLaren einfach besser ging, zum anderen aber auch daran, dass Hamilton auf weichen und vor allem neueren Reifen unterwegs war. Das allein kann schon eine halbe Sekunde ausmachen. Aber – die Art und Weise wie sich Massa dann überholen ließ, war schon traurig und zeigte, das er eben kein Champion ist. Ich erinnere mich da gerne an ein Rennen von Schumacher in Ungarn vor ein paar Jahren, als der mit abgelutschten Regenreifen rundenlag gleich eine ganze Horde hinter sich halten konnte. Damals übertrieb es der Deutsche deutlich und in Hockenheim gibt es mehr Platz zum überholen – aber es geht um die Einstellung. Und da fehlt bei Massa vielleicht etwas der Biss. Wenn man gleichzeitig sieht, wie verbissen (wenn auch höchst erfolglos) Alonso gekämpft hat, dann wird vielleicht auch klar, was ich meine.
Räikkönen war da schon erfolgreicher und konsequenter unterwegs, denn immerhin flog er, als seine Reifen frisch waren, an etlichen Konkurrenten vorbei. Dass er am Ende nicht an Kubica vorbei kam, war allerdings auch so eine Sache. Bei Ferrari läuft irgendetwas schief. Vielleicht arbeitet man schon am Rande der Entwicklungskapazität, vielleicht fehlt dem Team die Erfahrung der alten Garde. Vielleicht ist der Wagen nicht so gut, wie man gehofft hatte. Vielleicht sind die Fahrer nicht motiviert genug. Vermutlich ist es ein wenig von allem.

Wie gut Hamilton und wie gut der McLaren im Moment ist, zeigte sich jedenfalls gestern Nachmittag. Selbst wenn das Team einen schweren taktischen Fehler begeht, reicht es für die Briten noch locker ein Rennen zu gewinnen. Er profitert sicher davon, dass das Team sich voll auf ihn konzentriert und Kovalainen gestern unschön zurück gepfiffen hat. Das “Überholmanöver” war schon arg gestellt, und Kovalainen war nach dem Rennen wohl auch nicht wirklich gut gelaunt. Es soll Stunden gedauert haben, bis er aus dem Motorhome wieder rauskam. Aber was sollte McLaren auch machen. Nach der Katastrophe aus dem letzten Jahr, hat man wohl keine Lust mehr, seine Fahrer offen gegeneinander antreten zu lassen. Zu dem war der Finne deutlich langsamer und lag schon vor dem Rennen über 20 Punkte in der WM zurück. Taktisch war die Entscheidung richtig, wenn auch nicht schön. Hamilton selber hat mich aber in den letzten zwei Rennen schwer beeindruckt. Es ist nicht allein sein Speed, es ist vor allem seine Entschlossenheit, mit der er zu Werke geht. Er fackelt nicht lange beim Überholen, er geht konsequent in jede Lücke und er hat jede Menge Entschlossenheit.

Das Rennen selber war bis zum Unfall von Glock (dem es gut geht und der die Woche wieder testen soll) ja eher bescheiden. Nur durch die Safety Car Phase und die unterschiedlichen Strategien kam einigermaßen Schwung in die Sache. Ohne die Unterbrechung wäre es wohl das ödeste Rennen des Jahres geworden. Heidfeld, der bis dahin auch eher unglücklich unterwegs war, und vor allem Piquet fuhren dann ein gutes Rennen. Auch die Zweikämpfe dahinter waren herzerfrischend, vor allem zwischen Alonso, Rosberg und Vettel. Was Vettel gestern wieder gezeigt hat, war aller erster Güte. Er hat beide Red Bull verblasen und einen zweifachen Weltmeister hinter sich gehalten. Besser geht es ja wohl kaum.

Im Chat gab es gestern kurz eine Diskussion, ob eine “Safer Wall” beim Unfall von Glock was gebracht hätte. Ich bin der Meinung: ja! Auch wenn die Stelle “unüblich” für einen Unfall ist, sollte man sich doch mal überlegen, ob man nicht alle Mauern mit einer “Safer Wall” absichert. Die Technologie ist da, so teuer ist sie nicht und wie schon etliche Unfälle in den USA gezeigt haben, funktioniert sie perfekt. Mit “Safer Wall” wäre Glock vermutlich aus dem Wagen völlig normal ausgestiegen.

Nächstes Rennen ist bekanntlich auf der Micky Maus Bahn in Ungarn. Ich bin mal gespannt, wie die McLaren da unterwegs sind. Da sie in Monaco deutlich gesiegt haben, sollten sie auch in Ungarn vorne sein. Allerdings – BMW hatte ein eher unglückliches Rennen und auf so engen Strecken sollten sie eigentlich gut unterwegs sein. Aber bei dem Lauf, den Hamilton und McLaren haben, wird es schwierig sein, die zu schlagen.

ALMS & IRL – Mid Ohio
Das IRL Rennen fing viel versprechend an – um dann öde zu enden. Beim Indy Lights Rennen hatte es noch aus Kübeln geregnet, aber zum IRL Rennen war die Strecke wieder halbwegs trocken. Man ging aber kein Risiko ein, und startete auf Regenreifen, was sich schon bei den Einrollrunden als überflüssig rausstellte. Die ersten gingen dann auch schon nach einer Runde an die Box, was sich zunächst als goldrichtige Entscheidung herausstellte. Vito Meira und Darren Manning fanden sich dann plötzlich an der Spitze und es sah dann auch lange so aus, als könnten sie das Rennen so zu Ende fahren. Doch dann gab es eine “Full Course Yellow” und an der Box setzte sich dann die Routine der großen Team durch. Dazu kam dann noch, dass einige andere Fahrer draußen geblieben waren und auf eine andere Strategie setzten. Und Glück hatten, denn die ging dann am Ende tatsächlich auf, so das Ryan Briscoe nach vorne kam, obwohl der Pole-Sitter am Anfang wegen der Regenreifen weit nach hinten gefallen war. Ansonsten war es eher mau, was die IRL ablieferte.

Im Chat tauchte gestern die Mitteilung auf, dass Premiere das Rennen in Edmonton nicht übertragen wird. Ich hab bei Premiere nachgefragt, ob das stimmt, aber noch keine Antwort erhalten. Im Forum von digitalfernsehen.de tauchte die Meldung auf, dass man “Aufgrund begrenzter Übertragungskapazitäten” das Rennen nicht zeigen könne. Aha. Dabei ist am nächsten Wochenende nichts besonderes zu sehen. Unschön, wenn sie es nicht zeigen, aber das Rennen kann man sich legal auf indycar.com in einer einigermaßen guten Qualität anschauen.

Und sonst?
Die A1 fährt im nächsten Früjahr in Kyalami (Südafrika). Damit ist der Stadt GP von Durban wohl raus.

Vorschau auf das kommende Wochenende: DTM nebst Rahmenrennen am Ring, WTCC in Brands Hatch, BTCC in Oulton Park, IRL Edmonton und NASCAR in Indy.

TV-Vorschau kommt morgen wieder.

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Formel Eins – Freies Training / Peugeot in die F1?

Die beiden freien Trainings in Hockenheim zeigten nicht so viel, wie man sich vielleicht erhofft hat. Das lag zumindest im ersten Training am Wetter, denn die Bahn war klatschnass. Da der Wetterbericht für Sonntag immer noch Regen in Aussicht stellt, war aber trotzdem jede Menge los. In der zweiten Session war komplett trocken, aber die Bahn war halt sehr “grün”, hatte also wenig Grip. Dominierend in beiden Trainings: Hamilton. Der legte zwei Bestzeiten hin an denen sich der Rest die Zähne ausgebissen hat. Vor allem Ferrari machte keinen guten Eindruck, denn richtig schnelle Zeiten kamen nie zustande. Wenn man sich dazu die Zeiten aus der letzten Woche anschaut, kommt man wohl zum dem Schluss, dass Ferrari einfach nicht schneller kann und McLaren was gefunden haben muss. Viel hat wohl mit dem neuen Frontflügel zu tun, der jetzt über drei Platten verfügt und für noch mehr Abtrieb sorgen soll. McLaren schien auch als einziges Team wenig Probleme mit der Abstimmung zu haben, während man ansonsten viel Beschwerden in Sachen Untersteuern hörte.

Hinter McLaren und Ferrari hat sich das Loch stabilisiert. Es scheinen weiterhin drei oder vier Zehntel zu sein, die den anderen fehlen. BMW muss man mal wieder etwas aus dieser Wertung rausnehmen, weil die ja Freitags immer mit vollen Tanks unterwegs sind. Erstaunlich eng ist es allerdings zwischen Red Bull, Williams und Torro Rosso. Die Fahrer lagen, zusammen mit den BMW Piloten, innerhalb von einer Zehntelsekunde. Das wird schön eng morgen.

Einen Schritt nach vorne gemacht haben auch die Force India. Wenn man mal die sieben Zehntel Vorsprung von Hamilton abzieht, liegen sie nur noch 1.3 Sekunden hinter der Spitze. Gemeinerweise hat der Rest des Feldes auch zugelegt. Ansonsten waren die Sessions langweilig. Kubica flog im ersten Training eingangs Motordrom ab und verbog sich die vordere Aufhängung. Glock rasierte mal wieder über die Wiese, suchte einen Buckel, fand diesen und legte eine kleine Flugeinlage hin und zu Überraschung aller dreht sich Massa im Regen nicht.

Es wird schwer für Ferrari die Pole zu bekommen. Im Moment sieht alles nach McLaren und Hamilton aus, die die Sache im Griff zu scheinen haben. Wenn Ferrari am Freitag nicht schnell ist, dann sind sie es auch am restlichen Wochenende nicht.

- grandprix.com berichtet das führende Peugeot Sportmannen im Fahrerlager von Hockenheim gesichtet wurden. Jean-Claude Lefebvre von Peugeot soll sich den Trubel interessiert angeschaut haben und schon überlegt man im Fahrerlager, ob die Franzosen einsteigen wollen. Tatsächlich ist Peugeot in Sachen Sport ja nicht so breit aufgestellt. Nach dem Rückzug aus der Rally WM fährt man eigentlich nur in der LMS und in Le Mans. Das kostet zwar schon eine Menge Geld, bringt aber auch nicht so den Werbeeffekt. Peugeots Erfahrungen in der Formel Eins sind auch nicht gerade besonders gut. Man fuhr von 1994 bis 2000 in der Formel Eins. Erst mit McLaren, wo man aber von Mercedes ausgebootet wurde, dann mit Jordan und zum Schluss mit Prost. Als bestes Ergebnis konnte man zwei 2. Plätze 1994 verbuchen, danach passierte nichts mehr, außer dass es hieß, die Peugeot Motoren seien sehr anfällig. Bei Prost ging dann alles schief und die Streitigkeiten zwischen dem Team und dem Hersteller gingen so weit, dass man teilweise nicht mal mehr miteinander redete. Ich glaube, es war beim GP von Frankreich 2000, als Peugeot die dauernde Kritik von Alain Prost so sehr auf die Nerven ging, dass man sich kurzzeitig weigerte, neue Motoren bereit zu stellen.

Klar – es gibt zwei freie Teamplätze und die Formel Eins in Sachen des globalen Marketings vermutlich unschlagbar, aber es kostet ja auch zweieurofuffzisch. Das die Franzosen in der Lage sind im Spitzensport mitzuhalten, zeigen sie in der Le Mans Serie, aber die Formel Eins ist dann doch noch eine andere Sache. Und vor der Änderung des Reglements 2011 wird man wohl kaum antreten wollen.

Interessant ist der Besuch von Peugeot aber schon, denn er zeigt, dass sich hinter den Kulissen der F1 was tut. Es gibt zwei Teamplätze und wenn es der FIA gelingt ein neues Regelement mit einer vernünftigen Kostenreduktion zu installieren, könnten auch weitere Werke in die Formel Eins kommen. Für Peugeot wäre der Vergleich zu Renault spannend, VW hat neulich gesagt, man habe in den nächsten drei Jahren nicht vor in die F1 einzusteigen und aus Korea hört man auch immer wieder, dass man in einer gemeinsamen Anstrengung etwas erreichen möchte.

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ALMS & IRL – Mid-Ohio / NASCAR NW – Gateway

Viel ist neben der Formel Eins am Wochenende nicht los, zumal auch wenig im Fernsehen zu sehen ist. Wer sich für die Nationwide Serie interessiert, wird sich auf das Rennen in Gateway freuen können, denn Gateway ist ein merkwürdiges Oval, dass aus zwei verschiedenen Teilen besteht. Turn 1 und 2 haben 11 Grad, die beiden anderen Turn nur 9 Grad Überhöhung. Das ist also ungefährt das, was man in Indy fährt. Turn 3 und 4 sind allerdings deutlich enger der Rest. Da muss man richtig in die Bremsen, damit man nicht in der Mauer landet. Auf jeden Fall eine interessante Strecke, die allerdings auch ziemlich eng ist, weswegen das mit dem Überholen so eine Sache ist. Man sollte sich wohl auf etliche Unterbrechungen einstellen. Die Sprint Cup Stars nehmen sich allerdings eine richtige Auszeit und so sind nur sechs Fahrer aus der ersten Liga am Start. Man wird sich also ein paar eher unbekanntere Namen anhören können.
In der NW Serie hat man zur Zeit ein wenig Sorgen, dass die anhaltende Wirtschaftskrise für den Abzug weiterer Sponsoren sucht. Das Juniors Rennstall, JR Motorsport, den Hauptsponsor verloren hat, sorgt schon für hochgezogene Augenbrauen. Aber in Fall der “Navy” ist liegt die Sache anders. Die Navy überlegt, was sie in Zukunft machen soll, und vor allem wartet man die Wahlen in den USA ab. Man vermutet wohl, dass das Militär-Budget nach der Wahl zusammen gestrichen wird.

Auch unterwegs: die CTS auf dem eher langweiligen Oval in Kentucky. Kyle Busch wird sein Wochenende hier verbringen.

ALMS & IRL – Mid Ohio
Auf einer sehr schönen Strecke sind ALMS und IRL am Wochenende unterwegs. Mid-Ohio ist ein anspruchsvoller Kurs, auf dem es ziemlich hoch und runter geht. Aber vor allem der letzte Teil des Kurses hat es in sich. Schnelle Kurven, die nach außen hängen, machen den Fahren das Leben schwer und sorgen für eine erhöhte Fehlerquote. Nachteil der Strecke – die Auslaufzonen, die man so unter den Begriff “nicht vorhanden” benennen könnte. Das mag bei der ALMS vielleicht noch gerade so gehen, für die IRL finde ich Mid-Ohio schon eher grenzwertig. Nach dem Chaos von Watkins Glenn kann man sich aber sicher schon auf das Rennen freuen. Allerdings ist der Kurs deutlich schwerer zu beherrschen, also wird das Feld nicht so dicht beieinander bleiben.

In der ALMS dürfte es wieder einen Kampf zwischen den Acura und den Porsche geben. Die Japaner haben offenbar deutlich zugelegt und spielen nun endlich in der vordersten Linie mit. Der Sieg von letzter Woche war sicher etwas glücklich, aber auch ein Zeichen dafür, dass man dabei ist. Für die Audi wird es in Mid-Ohio wieder schwer. Es gibt zwar diese lange Gerade, aber die vielen mittelschnellen Kurven machen dem Audi das Leben schwer, auch wenn man nun ein paar Liter mehr tanken kann.

Eine interessante Neuigkeit gibt es allerdings aus der ALMS: BMW wird 2009 mit einem M3 in der GT2 antreten und wenn man sich das Video von BMW Motorsport so anschaut, dann müssen sich Ferrari und Porsche warm anziehen.

Und sonst?
Nix

18.07.2008

LIVE 09:55 Uhr F1 Hockenheim 1. FT Premiere, DSF 12:30, 17:15 h
LIVE 13:55 Uhr F1 Hockenheim 2. FT Premiere, DSF 15:45, 18:45, 23:30 h
Aufz. 20:30 Uhr Formel Eins Hockenheim DSF
LIVE 22:30 Uhr ARCA Kentucky Quali SpeedTV

19.07.2008

LIVE 00:30 Uhr NASCAR CTS Kentucky Training SpeedTV
LIVE 01:00 Uhr NASCAR NW Gateway Training ESPN 2
LIVE 02:00 Uhr ARCA Kentucky SpeedTV
LIVE 10:55 Uhr F1 Hockenheim 3. FT Premiere
LIVE 13:45 Uhr F1 Hockenheim Quali Premiere, RTL 19:00, 23:00 h
LIVE 15:55 Uhr GP2 Hockenheim 1 Premiere
Aufz. 16:30 Uhr Formel Eins Hockenheim DSF
LIVE 17:35 Uhr Formel BMW Hockenheim 1 Premiere
Aufz. 20:30 Uhr Formel Eins Hockenheim DSF
LIVE 21:30 Uhr NASCAR CTS Kentucky Quali SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr NASCAR NW Gateway Quali ESPN 2

20.07.2008

LIVE 01:00 Uhr NASCAR CTS Kentucky SpeedTV
LIVE 03:00 Uhr NASCAR NW Gateway NASN, ESPN 2
LIVE 09:10 Uhr Formel BMW Hockenheim 2 Premiere 12:20, 19:00 h
LIVE 10:25 Uhr GP2 Hockenheim 2 Premiere
LIVE 11:40 Uhr Porsche Supercup Hockenheim Premiere, Euro 2 18:30 h
LIVE 13:00 Uhr F1 Hockenheim Premiere, RTL 22:00 h
Aufz. 16:00 Uhr V8 Supercars Queensland MotorsTV
Aufz. 17:30 Uhr Formel Eins Hockenheim DSF
Aufz. 19:00 Uhr ALMS Mid-Ohio MotorsTV
LIVE 19:00 Uhr IRL Mid-Ohio Premiere, RTL

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F1 – Hockenheim / News / NASCAR

Am Wochenende also mal wieder der GP von Deutschland. Wegen der vereinbarten Rotation zwischen dem Hockenheimring und der Nürburgring, ist dieses Jahr die Strecke im badischen dran. Das erste Rennen in Hockenheim ohne Michael Schumacher, von daher bin ich mal gespannt, wie voll es werden wird. Denn noch sind die deutschen Fahrer ja weit von den Erfolgen entfernt, die Schumacher geleistet hat.

Die Strecke ist bekanntermaßen ja vor ein paar Jahren von Tielke umgebaut worden. Am Anfang mochte ich die Strecke überhaupt nicht, mittlerweile hat sich aber gezeigt, dass der Kurs durchaus in Ordnung ist. Die Mischung aus der langen Geraden, der Passage bei der Mercedes Tribüne und das klassische Motodrom ist keine schlechte Sache, weil es von den Wagen eine Menge fordert. Auch die Kurven sind ordentlich geworden, da es einige gibt (Turn 1 und 2 z.B.) die wirklich nicht einfach zu fahren sind. Überholen kann man auf der Strecke ebenfalls ganz gut, vor allem natürlich wegen der Haarnadel. Richtig interessant wird es allerdings, wenn es regnet, aber damit kann an diesem Wochenende wohl nicht rechnen, auch wenn die Wettervorhsage ein paar Tropfen anzeigt.

Wie an jedem Wochenende im Moment, ist es schwer zu sagen, welchem Team die Strecke besser liegt. McLaren-Mercedes war bei den Tests letzte Woche sehr gut unterwegs, aber man weiß halt nie, ob Ferrari nicht gepockert hat. Sicher ist, dass Lewis Hamilton nach dem grandiosen Sieg in England mit neuem Selbstbewußtsein nach Deutschland kommen wird. So etwas kann einem schon ein oder zwei Zehntel bringen. Ebenso spannend wird die Frage sein, ob Nick Heidfeld seinen Trend nach vorne zu bestätigen. Es ist etwas Unruhe im BMW Team, weil Robert Kubica wohl von Renault und/oder Honda umworben wird. Er hat sich bisher nicht fest gelegt, ob er 2009 wieder für die Deutsch/Schweizer Truppe an den Start gehen wird. Solche Spielereien sind zwar normal, werden in einem Team aber nicht so gerne gesehen.

Das Mittelfeld ist weiter dicht gedrängt und ich habe nicht den Hauch eines Schimmers, wer da im Moment die Nase vorn hat. Renault lag in England vorne, Toyota war dafür in Frankreich besser. Red Bull hat sich in Silverstone selber ein Bein gestellt, aber die haben auf jeden Fall aufgeholt. Und dann ist da noch Torro Rosso und Williams, die um den Anschluss kämpfen. Eng wird es in jedem Fall und Q2 wird mal wieder die spannendste Sache am Wochenende.

Neben der F1 ist die GP2 und der Porsche Supercup unterwegs. In der GP2 geht es schon so langsam Richtung Meisterschaft. Noch führt Giorgio Pantano mit 50 Punkten vor Bruno Senna, der 39 Punkte hat. Das ist schon eine Menge und Senna sollte am Wochenende nicht ausfallen, sonst wird es richtig eng. Allerdings – Senna scheint bei Torro Rosso für das nächste Jahr schon gesetzt zu sein, auch wenn er nicht Meister wird. Er sollte halt eine gute Saison fahren und mindestens zweiter werden. Ich bin mir bei Bruno Senna aber nicht so sicher, wie gut der Neffe von Ayrton eigentlich ist. In der britischen F3 hat er mich nie so richtig überzeugt, in seinem ersten GP2 Jahr ging es auch eher gemächlich zu. In diesem Jahr läuft es deutlich besser, auch weil es ihm gelungen ist, endlich mal etwas Konstanz in seine Rennen reinzubekommen.

F1 – News

- Red Bull hat das (schlechte) Verwirrspiel um den Nachfolger von Coulthard beendet und erwartungsgemäß Sebastian Vettel bestätigt. Man wollte das wohl unbedingt beim GP von Deutschland machen, was eine nette Geste ist. Aber die Sache war ja offenbar schon vorher klar. Damit ist eine Tür für Alonso dann auch zugefallen. Bleiben nur Toyota, Honda, BMW und Ferrari. Und Renault natürlich, sollte der Spanier noch ein Jahr dranhängen müssen, wenn sich Ferrari nicht von Massa trennen kann oder will. Für den Deutschen geht es dann ab 2009 wirklich um was. Man wird schon von ihm erwarten, dass er Mark Webber die Hölle heiß macht und ihn gegen Ende der Saison auch schlagen wird. Webber dürfte für den Deutschen vor allem in der Quali eine harte Nuss sein, da der Australier bekanntermaßen auf eine schnelle Runde zusammen mit Jarno Trulli wohl zu den schnellsten in Zirkus gehört. Für Vettel ist Webber ein erster echter Gradmesser in der Formel Eins.

- Willi Weber hat die Spekulationsmaschine angeworfen, und behauptet, dass McLaren sich von Kovalainen trennen wird, damit man Nico Rosberg einsetzen kann. Einen Teufel wird McLaren machen. Zum einen ist Kovalainen nicht schlecht drauf. Er schlägt Hamilton hier und da in der Quali und holt wichtige Punkte in der WM. Zum anderen ist der Finne ein perfekter Wasserträger und das Team kann sich auf Hamilton konzentrieren. Was besseres kann McLaren gar nicht passieren, als so eine Konstellation. Einen Rosberg zu haben wäre sicher nett, aber dann hätte man auch wieder mehr Unruhe im Team und zwei Fahrer, die sich gegenseitig die Punkte wegnehmen. Weber möchte wohl seinen Schützling Nico Hülkenberg bei Williams unterbringen.

- Zum Thema Williams gibt es aber auch einiges zu sagen. Irgendwie passt mir die Kommunikation zwischen Team und Rosberg gerade nicht. Der gibt nicht wenige Interviews, in denen er sich indirekt über das Team beschwert und deren Leistungspotentiale in Frage stellt. Es ist gar nicht mal, dass er unrecht hätte. Die Frage ist eher, ob man so etwas macht. Vor allem, wenn man mit einer derartigen Fehlerquote wie Rosberg sie in diesem Jahr hat, belastet ist. Nun schreiben die Medien viel und nicht alles mag stimmen, aber zumindest bei Premiere lässt er kein Interview aus, in dem er sich nicht kritisch mit der Performance seines Teams auseinandersetzt. Ich finde das eher unschön. Rosberg sollte auch mal überlegen, welche anderen Möglichkeiten er hätte. Bei Renault kommt er vom Regen in die Traufe, McLaren wird ihn nicht wollen, Ferrari schon gar nicht, bliebe allerhöchstens noch BMW, aber ob die aus Marketinggründen mit zwei deutschen Fahrern an den Start gehen wollen?

NASCAR – News

- Das wird man bei der NASCAR gerne hören. Das Nationwide Team JGT wird im nächsten Jahr einen Wagen im Sprint Cup einsetzen. Am Steuer wird Marcus Ambrose sitzen, der ehemalige Meister der V8 Supercar Serie. Der Aufstieg wurde möglich, da sich Brad Daugherty (Ex-NBA Star) ins Team eingekauft hat und nun 50% hält. Das Team heißt dann auch JGT Daugherty. Ambrose fäht seit zwei Jahren mit mittlerem Erfolg in der NW Serie rum, hat sich am stetig weiter entwickelt. Ein Top 35 Platz ist für das Team nicht unmöglich.

- GM streicht seinen Rennsportetat zusammen. Der Autokonzern bekommt nun auch die Wucht der schlechten US-Wirtschaft zu spüren. Ganze 10 Milliarden Dollar will und muss man sparen, und auch das Rennprogramm von GM wird untersucht. Hier geht es aber erst einmal nur um das Sponsoring einiger Strecken/Rennen, die GM teuer zu stehen kommen. Es ist noch nicht gesagt worden, ob man auch in der NASCAR Rennsportabteilung selber sparen will. Aber hier wird man vermutlich als letztes rangehen, da man kaum hinter Dodge, Ford oder Toyota zurückfallen will. Zumindest nicht im Sprint Cup. Aber die Kosten in der NASCAR sind in den letzten Jahren explodiert. Selbst von Toyota hört man, dass man auf keinen Fall mehr Geld in die NASCAR stecken möchte. Ford hat sich nicht geäußert, bei Dodge weiß man nie, was kommt, da die Firma ja einem privaten Investmentfond gehört. Ich bin mir sicher – sollte die US-Wirtschaft weiter so bergab gehen, dann wird das erst der Anfang einer Kürzungsarie in der NASCAR.

- Angeblich wird Jacques Villeneuve wird beim NW Rennen in Montreal an den Start gehen. Vermutlich wird er im Team von Robby Gordon antreten. Er fährt die #32 von Braun Racing, einem Team, dass unter anderem von Toyota unterstützt wird und in diesem Jahr mit Kyle Busch schon einen Sieg einfahren konnte. Das ist aber zunächst nur eine einmalige Sache.

Und sonst?
- Bei WTCC Rennen in Brands Hatch wird ein Volvo C30 aus der schwedischen STCC Meisterschaft an den Start gehen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Volvo ernsthaft darüber nachdenkt, in die WTCC einzusteigen. Nach dem Toyota in diesem Jahr um drei Ecken mit einem Yaris in die Meisterschaft kommt, scheint sich also einiges in der WTCC tun.

TV-Wochenendvorschau ist online. Vorschau für die restlichen Rennen kommt morgen.

18.07.2008

LIVE 09:55 Uhr F1 Hockenheim 1. FT Premiere, DSF 12:30, 17:15 h
LIVE 13:55 Uhr F1 Hockenheim 2. FT Premiere, DSF 15:45, 18:45, 23:30 h
Aufz. 20:30 Uhr Formel Eins Hockenheim DSF
LIVE 22:30 Uhr ARCA Kentucky Quali SpeedTV

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Halbzeit in der F1

Ferrari
Man war nicht so weit vorne, wie man sich erhofft hatte. Der Wagen hat, auf manchen Strecken, riesiges Potenzial, auf anderen sieht es nicht so gut aus. Das erinnert an das letzte Jahr, wo man wegen des zu langen Radstandes manchmal im Hintertreffen war. Aber obwohl man das verändert hat, sind ein paar Probleme geblieben. Allerdings sind das wirklich nur Marginalien. Ich bin mir sicher, dass Ferrari das beste Auto im Feld hat. Viele Probleme des Teams sind aber auch hausgemacht. Die Qualitätsprobleme zum Start der Saison, oder chaotische Entscheidungen an der Box. Man verlässt sich zu sehr auf den, manchmal nicht vorhandenen Speed, und geht in der Quali wenig Risiken ein. Das hat sich schon ein paar gerächt. Bei den Fahrern geht es auch auf und ab. Man meint Räikkönen anzumerken, dass er nach dem Sieg in der Weltmeisterschaft ein wenig den Dampf verloren hat und Massa ist halt weiterhin Dr.Jekyll/Mr.Hyde. Mal ist er unschlagbar, mal kann er nicht geradeaus fahren. Der Schwachpunkt bei Ferrari ist nicht das Auto, sondern die Probleme an der Box und bei den Fahrern. Das könnte Ferrari die Weltmeisterschaft kosten.

McLaren

Nach dem sehr schmerzhaften Verlust der sicher geglaubten WM und der harten Bestrafung durch die FIA hatte ich McLaren schlechter eingeschätzt. Ron Dennis und Norbert Haug ist aber das Kunststück gelungen, dem Team eine “Jetzt aber wirklich” Stimmung zu geben, was man auch mal lobend erwähnen muss. Den Wagen hat man mehr evolutioniert, was aber keine schlechte Entscheidung war, weil man auf diesem Weg neuen technischen Problemen aus dem Weg gegangen ist. Taktisch macht man auch keine Fehler. Schwieriger sieht es bei den Fahrern aus. Wie manche Beobachter schon im letzten Jahr sagten: Kovalainen ist auf die kurze Distanz schnell, im Rennen fehlt im die Gleichmäßigkeit. Da ist Lewis Hamilton auch in seinem zweiten Jahr deutlich besser, auch wenn er noch viele Fehler macht. So lange er vorne alleine wegfahren kann, ist er gut, wenn einer von hinten kommt, wird er schnell nervös und reagiert über. Das begleitet ihn schon sein ganzen Rennfahrerleben. McLaren fehlt hier und da der Speed, aber tatsächlich können sie die WM gewinnen – zumindest dann, wenn sich Ferrari weiterhin auf zwei Fahrer konzentriert.

BMW
Die haben dieses Jahr schon mehr erreicht, als man sich vorgenommen hatte. Eine Pole, ein Sieg, mehrere Podestplätze und McLaren hängt man in der Kontrukteurs-WM auch im Nacken. Da hat man nichts falsch gemacht. Es war richtig, ein komplexes Chassis zu konstruieren, auch wenn man das nur dieses Jahr einsetzen kann. An der Box und im Team scheint es kaum Schwächen zu geben. Respekt. Besser würde man noch da stehen, wenn Heidfeld nicht sein Loch gehabt hätte. Der Deutsche hat in diesem Jahr sehr viel Kredit verspielt und muss aufpassen, dass er nicht auf die Abschussliste kommt. Noch mal so ein Ding, und er kann bei Force India anklopfen. Toll aber, dass BWM Heidfeld so geholfen hat. Bei Renault wäre schon längst rausgeflogen. Das Kubica sich so entwickelt hat, war eine Überraschung für mich. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Aber so ganz sicher bin ich mir bei dem Polen immer noch nicht. Es wird wohl bei Platz drei in der WM bleiben, wenn Kubica aber weiterhin so fleißig Punkte sammelt, könnte er bis zu den Asien-Rennen an der WM Spitze bleiben.

Renault
Sicher die Enttäuschung des Jahres. Gut – man hat Alonso erst im Januar ins Auto setzen können, was dem Team sicher geschadet hat. Aber neben den technischen Zeichnungen die ein McLaren Designer letztes Jahr mitgebracht hatte, bekam man auch den vollen McLaren Input von Alonso. Und trotzdem bekam man keinen vernünftigen Wagen hin. Auch beim Motor hat man angeblich Schwächen. Mercedes und Ferrari sollen bis zu 25 PS mehr aus dem Antrieb rausholen. Hier gibt es also weiterhin Schwierigkeiten im Team, die auch nicht dadurch besser werden, dass Alonso von Anfang an offen mit damit gespielt hat, das Team zu verlassen. So ein Verhalten schafft auch kaum Motivation und ist mal wieder so ein typischer “Alonso”. Fahrerisch kann man Alonso nichts nachsagen, Piquet jr. hat es da schon schwerer. Aber im Laufe der Saison ist besser geworden und ich würde mal nicht zu früh den Stab über ihn brechen wollen. Es wird schwierig für Renault den vierten Platz zu erreichen.

Red Bull
Das neue Auto ist definitiv ein Schritt nach vorne. Das viele Ideen von Adrian Newey von den anderen Teams übernommen wurde, ist ein deutliches Zeichen. Aber offenbar ist man den Weg nicht konsequent genug gegangen. Der Wagen ist so ein Zwitter, eine Mischung aus den typisch revolutionären Newey Ideen und klassischer Ingenieurskunst. Wie man im Winter hören konnte, hat man Newey hier und da beim Design bremsen müssen. Vielleicht wäre es besser gewesen, hier mehr Risiko zu wagen. Sonst scheint das Team gut dazustehen, sieht man mal von den Fahrern ab. Webber ist bekanntermaßen schnell, aber nie über eine volle Renndistanz. Selbst wenn er, wie üblich, Coulthard in der Quali bügelt, kam es doch hier und da vor, dass der Brite nach dem Rennen sogar vor ihm stand. Das Coulthard nun aufhört, ist vermutlich ein weiser Entschluss. Das Team muss, wenn es in die Top Drei will, mutiger werden, und es braucht einen besseren Fahrer, der auch im Rennen konstant ist.

Toyota
Wie alle, habe ich mich auch bei Toyota verschätzt. Die sind zwar nicht richtig gut, aber auch nicht so schlecht, wie alle vermutet hatten. Tatsächlich sind sie im Moment wohl das Mittelfeld Team. Nach hinten wenig Ausreißer, aber auch nicht nach vorne. Es gibt allerdings wohl immer noch Probleme bei der Abstimmung des Wagens. Trulli muss einen sehr eigenen Fahrstil haben, wenn auch Glock nicht klar kommt. Aber das Team robbt sich nach vorne, und damit kommt auch die Motivation wieder. Trulli ist in dieser Saison wirklich gut unterwegs. Selbst im Rennen. Glock hat noch Probleme, aber ich sehe das wie bei Piquet jr. Da muss man einfach warten.

Williams

Das Williams in diesem Jahr auf Dauer das Entwicklungstempo der großen Drei nicht würde halten können, war klar. Aber man hatte zu Beginn der Saison ein Auto, dass zumindest für Überraschungen gut war und man hat es vermasselt, weil man die Performance nicht umsetzen konnte. Vielleicht, weil die Ergebnisse bei den Tests zu gut waren und man sich deswegen wiederum zu sicher fühlte. Aber irgendwas läuft bei Williams intern schief, denn man holt längst nicht alles raus. Das liegt aber auch an Rosberg. Seine Fehlerquote ist einfach zu hoch. Wenn man es böse ausdrücken – verglichen mit anderen ist sie gigantisch. Er hat reihenweise gute Platzierungen weggeworfen. Ganz ehrlich – er hat mich im ersten Halbjahr massiv enttäuscht. Auch dass er über die Medien teilweise einen Kleinkrieg mit seinem Team lieferte, fand ich eher unschön. Er wirkt missmutig und manchmal demotiviert, weil er von Williams nicht das Material bekommt, dass er vielleicht gerne hätte. Aber – es zeichnet eben auch einen Fahrer aus, dass er mit nicht so guten Material zurecht kommt und zumindest im Rennen bleibt (Häkkinen, Schumacher, Alonso usw.). Nakajima wiederum gefällt mir besser als erwartet. Ihm fehlt aber deutlich Erfahrung und die Konstanz im Rennen.

Honda

Der große Sprung nach vorne ist auch Mitte der Saison mit Ross Brawn nicht abzusehen. Der dritte Platz in Silverstone war eher ein Unfall, denn sonst hängt man mit dem Wagen vermutlich hinter den Torro Rosso. Der neue Wagen ist, mal wieder, eine Gurke. Seit dem man die Aerodynamikabteiling und Geoff Willis geschlachtet hat, geht bei Honda nichts mehr. Brawn ist vermutliche der letzte Notanker, damit noch was passiert. Das er in diesem Jahr kaum noch was für den diesjährigen Wagen macht, ist verständlich und daher sollte man nichts von Honda erwarten. Bei den Fahrern kann auch nichts sagen. Bei Button ist ein wenig der Lack ab, Barrichello ist mit seinen gefühlten 25 Jahren F1 manchmal sogar immer noch schneller als der Brite. Warum sollte Honda den Brasilianer austauschen, wenn man nicht zufälligerweise Alonso bekommt?

Torro Rosso
Man macht halt das Beste aus dem, was man hat. Das alte Auto einzusetzen war eine mutige und richtige Entscheidung, auch wenn es sich nicht ausgegangen ist. Intern scheint man auch alles richtig zu machen und vor allem die Entscheidung (die ja nicht ganz freiwillig war) auf die Ferrari Motoren zu setzen war wohl eine weise Entscheidung. Die fehlenden Entwicklungsschritte beim Chassis (man hängt drei Monate hinter Red Bull) macht man mit dem etwas stärkeren Motor fast weg. Dazu kommt natürlich Sebastian Vettel, der kurz davor ist, den Sprung in ein Top Team zu machen – vor allem jetzt, wo Red Bull offenbar noch darauf hofft, dass man Fernando Alonso bekommt. Etwas schwerer tut sich der andere Sebastian. Er kommt nicht gegen Vettel an, im Rennen fehlt es ihm nicht an Konstanz, aber an Speed. Trotzdem finde ich, dass er sich recht gut schlägt, wenn man bedenkt, dass er die Formel Eins erst ein paar Monate kennt.

Force India

Wenn selbst Torro Rosso große Fortschritte macht, dann bleiben Force India nur die Krümmel. Das Chassis, noch aus Spyker-Zeiten, ist alt und schon lange nicht mehr auf dem neusten Stand. Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass FI in diesem Jahr wirklich große Fortschritte gemacht hat. Statt 3 Sekunden, ist man nur noch rund 2 Sekunden entfernt. Und das, obwohl die Topteams auch etliche Schritte nach vorne gemacht haben. Die gute Arbeit des Teams wird schnell übersehen, wenn man nur nach vorne schaut. Es läuft also nicht schlecht, was sicher auch ein Verdienst von Fisichella ist, der eine gute Saison abliefert. Schlechter läuft es für Sutil. Im Regen top, im trockenen fehlt ihm etwas. Er hat im Winter wohl eine Offerte von McLaren ausgeschlagen (oder war nach Rosberg und Kovalainen nur dritte Wahl) und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Sutil in Deutschland nicht etwas überschätzt wird. Da es gerade keinen Mangel an guten Nachwuchsfahrer gibt, wird er sich anstrengen müssen, um seinen Platz im Team auch 2009 halten zu können.

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NASCAR – Fahrer News

Viel Bewegung gerade in Sachen Fahrer/Teams. Die Entscheidung von Tony Stewart am Jahresende JGR zu verlassen, hat die Sache so richtig in Schwung gebracht, denn bei JGR sind vermutlich zwei Plätze neu zu besetzen, da sich hartnäckig das Gerücht hält, dass Gibbs ein viertes Team aufmachen wird. Ich geh den Stand der Spekulationen der Einfachheithalber mal durch:

JGR Racing:
Da überlegt man, den gerade mal 18jährigen Joey Logano, der als “das” Wundertalent der NASCAR gilt, in die #20 zu setzen. Doch gleichzeitig gibt es auch kritische Stimmen, die sagen, dass man den Jungen nicht verheizen sollte, in dem man ihn sofort gegen Kyle Busch fahren lässt. Besser wäre es vielleicht, dass er sich mehr Selbstbewusstsein in der NW Serie holt, und zwischen drin immer mal wieder im Sprint Cup eingesetzt wird. Dafür müsste man aber entweder einen “part time” Fahrer finden oder ein viertes Team aufmachen, das man sporadisch einsetzt, was sich aber wegen der Kosten nicht lohnt. Wenn man also das Risiko eingehen will, ein viertes Team zu gründen, dann braucht man da auch einen guten Fahrer. Juan Pablo Montoya wird da immer wieder mit ins Spiel gebracht, da bei Ganassi immer noch nichts zusammen läuft und der Kolumbianer langsam ungeduldig wird. Eine weitere Möglichkeit wäre aber auch Ryan Newman oder Martin Truex jr.

RCR:
Das vierte Team kommt, man wird Kellogs als Sponsor haben, aber die Frage ist, wen man als Fahrer nimmt. Hier ist die Auswahl:

- Truex
- Newman
- Stremme

Stewart/Haas:
Es deutet viel darauf hin, dass neben Stewart auch Ryan Newman an den Start gehen wird. Aber auch Truex ist im Gespräch. Es gibt so gar das Gerücht, dass beide kommen, und Stewart ein drittes Team aufmacht, aber das wird er sich vermutlich mal nicht antun. Sollten die Sponsoren aber Schlange stehen, könnte er seine Meinung vielleicht ändern.

Penske:
Der Weggang von Newman schmerzt und offenbar läuft bei Penske einiges schief. Ich habe nicht gehört, dass sich ein Top-Fahrer um die Nachfolge von Newman beworben hat. Truex wäre eine Möglichkeit, aber der ist mit Newman eng befreundet und ich glaube nicht, dass der seinem Freund den Rat geben würde, zu Penske zu wechseln. Bei den Markenkollegen von Ganassi wird man wohl nicht wildern wollen um Montoya zu holen. Kann gut sein, dass sich Penske vielleicht Franchitti schnappt, aber mit Hornish hat man ja schon einen, der Probleme genug hat.

DEI:
Man hat mit Aric Amirola einen sehr guten Nachwuchsfahrer, aber dann wird es dünn. Das Team rutscht immer weiter in die zweite Liga ab, also werden vermutlich eher Piloten wie David Stremme mit dem Team in Verbindung gebracht.

Da bis zum Chase normalerweise alle Plätze vergeben sein sollten (wegen der Sponsorsuche, die Budgets der Firmen werden meist im Oktober festgezurrt), werden die nächsten Wochen sicher sehr interessant.

Und sonst?
Morgen wieder Autobahn, also kein Update.

Wochenendvorschau: F1/GP2 Hockenheim, IRL/ALMS Mid-Ohio. NASCAR Sprint Cup macht eine Woche Pause, dafür fahren NW (St. Louis) und CTS (Kentucky)

16.07.2008

Aufz. 11:20 Uhr   ALMS   Lime Rock   MotorsTV
Aufz. 12:00 Uhr   GP2   Silverstone   Premiere
Aufz. 13:15 Uhr   IRL   Nashville   Premiere
Aufz. 15:45 Uhr   British F3   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 16:35 Uhr   British GT   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 17:30 Uhr   GT Open   Spa   MotorsTV
Aufz. 18:20 Uhr   Dutch Supercar   Spa   MotorsTV
Aufz. 19:10 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV

17.07.2008

Aufz. 11:20 Uhr   British F3   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 17:55 Uhr   British GT   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 18:55 Uhr   ALMS   Lime Rock   MotorsTV

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DTM – Rennen & Quoten / NASCAR – Busch, Busch, Busch / WTCC – Es wird besser / Bitte um Infos

Da ich a) in der DVB-T Diaspora meiner Freundin hänge und ich b) ein Familienfest am Wochenende hatte, hab ich dementsprechend wenig gesehen. Keine F3, keine ALMS, NASCAR nur den Anfang und keine IRL.

DTM – Zandvoort
Ich hab am Wochenende einen anonymen Hinweis bekommen, dass der Einstieg von Citroen in die DTM ab dem Jahr 2009 beschlossen sein soll. Angeblich bauen die Franzosen einen Protoypen, dessen Modell auch schon im Windkanal stehen soll. Ich kann den Hinweis logischerweise nicht verifizieren, die Mail klang aber recht ernsthaft. Auf der anderen Seite lohnt sich vermutlich kein Einstieg im nächsten Jahr, da es ab 2010 ja ein neues Regelement in Sachen Chassis geben soll. Würde mich sehr überraschen, wenn die Franzosen sang- und klanglos die Rally-WM schon 2009 verlassen.

Zum Sport. Ein eher eintöniges Rennen – jedenfalls vorne. Das sich die Audi nicht in die Kiste fahren würden, war eh klar und nach dem zweiten Boxenstopp passierte dann auch gar nichts mehr. Aber zu sagen, dass das Rennen besonders schlecht gewesen ist, wäre jetzt auch unfair. Dafür gab es dann doch sehr viele enge Zweikämpfe im hinteren Teil des Feldes. Dass wenig überholt wurde – nunja, die Strecke gibt halt nicht so viel her und dazu kommt die Aerodynamik der modernen DTM Fahrzeuge. Man konnte es hier und da immer mal wieder sehen, wie leicht die Vorderachse wurde, wenn man zu dicht auffuhr. Da mag man am Anfang der Kurve nah dran sein, am Ende ist man wieder ein paar Meter weg. Wie soll man da in einer Serie überholen, deren Fahrzeuge ja durchaus nah beieinander liegen in Sachen Performance?

In den Kommentaren bekam die DTM auch mal wieder ihr Fett weg. Langweilig. Eintönig. Zu wenig Konkurrenz. Keine richtigen Rennen. Ich kritisiere die DTM auch gerne, bin aber weiter Meinung, dass die Basis der Fahrzeuge eigentlich nicht schlecht ist. Sie sehen gut aus, die V8 sind die richtigen Motoren und das Fahrerfeld ist ja nun auch nicht schlecht. Das Problem der DTM ist halt, dass sie nicht von einem Sportverband gegründet wurde, sondern von den Herstellern selber. Ich plädiere seit Jahren dafür, dass man die DTM auch für “freie” Teams aufmacht und eine Semi-Werksunterstützung zulässst. Das allein würde schon mehr Pfeffer in die Sache bringen. Klar ist aber auch, dass die aerodynamische Entwicklung der Wagen dringend zurück geschraubt werden muss. Nicht nur, weil die Rundenzeiten so schnell geworden sind, sondern auch, weil man nicht mehr überholen kann. Man wird die Aerodynamik nicht komplett abstellen können, aber in der WTCC und in der BTCC sieht man, dass es möglich ist, sich auch in langgezogenen Kurven ansaugen zu können. Genau da muss die DTM auch wieder hin.

Jens Schröder, Medienanalyst beim neuen Portal meedia.com war so freundlich mir mal die Einschaltquoten der DTM vom Wochenende zu geben. Die Zahlen fand ich etwas ernüchternd. Insgesamt haben 1.15 Millionen Zuschauer (9.7% Marktanteil) das Rennen gesehen. In der Zielgruppe der 14-49jährigen waren nur 430.000 Zuschauer (7.8%). Nun ist das Rennen eine Stunde vor der normalen Uhrzeit gestartet, und die Marktanteile der anderen Rennen waren deutlich besser:

1. Rennen: 13,4% / 11,7%
2. Rennen: 13,5% / 10,6%
3. Rennen: 13,2% / 13,2%
4. Rennen: 11,0% / 9,0%
5. Rennen: 10,9% / 10,2%
6. Rennen: 9,7% / 7,8%

(Quelle: Jens Schröder)

Der Sommerknick ist klar zu sehen. Aber 430.000 Zuschauer – das ist eine Zahl, die ich der NASCAR in Deutschland durchaus auch zutraue. Leider hat Premiere ja nie Zahlen rausgerückt, aber dass, was ich gehört habe, lag auch im sechstelligen Bereich. Für eine Serie aus den USA, die hier kaum einer kennt und die im Pay-TV lief. Kann sich jeder selbst seinen Reim draus machen.

WTCC – Estoril
Zwei wirklich gute Rennen der WTCC. Irgendwie scheint zur Mitte der Saison der Knoten geplatzt zu sein in der Serie. Schon die Rennen in Brünn waren teilweise richtig gut und auch auf der nicht leichten Strecke von Estoril ging es richtig zur Sache. Man tauschte viel Lack und etliche Außenspiegel aus, es wurde angeklopft, gedrückt und insgesamt sehr hart gefahren, ohne dass es zu ruppig wurde. Auch wenn die Seat mal wieder gewonnen haben und die Meiterschaft dominieren, stört das in Estoril nicht. Die Rennen machen Spaß und es ist der FIA endlich gelungen, fast alle Hersteller auf ein Niveau zu bringen. Wirklich zwei gute Rennen und man darf sich wohl jetzt schon auf den Auftritt in Brands Hatch freuen.

NASCAR – Chicago
Wenn man denn Kyle Busch wird schlagen können, dachte ich mir so vor dem Rennen, dann wohl eher auf den 1.5 Meilen Ovalen. Denn da sah er dieses Jahr noch nicht so gut aus, sieht man mal von seinem Sieg in Atlanta ab. Aber die “Offenen Kyle Busch Meisterschaften” gehen wohl weiter. Seine Statistik ist schon beängstigend gut. Im Cup hat er sieben der 19 Rennen gewonnen und von den etwas mehr als 5000 Runden Renndistanz hat er über 1000 geführt. In der NW hat er fünf Siege, in der CTS zwei. Macht 14 Siege in drei unterschiedlichen Rennklassen. Kann man sich kaum vorstellen und übersetzt man wohl besser so: Das wäre so, als hätte Hamilton vier Rennen in der F1, drei in der GP2 und so nebenbei noch zwei in der F3 in einer Saison gewonnen. Unglaublich. Und es scheint wirklich am Fahrer zu liegen, denn weder Hamlin noch Stewart sind in der Lage zu folgen. Die Frage ist halt – wer soll ihn stoppen und wie lange hält sein Glück an?

Für die NASCAR sind solche Strecken meist eher schwierig. Wenn einer, wie im letzten Jahr mit Jimmie Johnson, einfach alles in Grund und Boden fährt, ist das nicht gut für die Einschaltquoten. Im letzten Jahr hatte man wenigstens noch Jeff Gordon, der dagegen gehalten hat, aber in diesem Jahr? Dass Kyle Busch ein grandioser Fahrer ist, das bezweifeln mittlerweile nicht mal mehr diejenigen, die ihn abgrundtief hassen. Letztlich macht er halt dass, was die Fans eigentlich gerne sehen wollen. Immer quer, immer volles Rohr und seine Aktionen, wie die gegen Jimmie Johnson beim Restart am Wochenende sind haarscharf an der Grenze der Fairness. Die NASCAR könnte sogar wunderbar mit einer noch längeren Siegesserie klar kommen, wenn es denn einen Gegner geben würde, der ihm Paroli bieten kann. Wenn man also ein Szenario hätte wie in den 80ern, als Darrell Waltrip (ebenfalls damals sehr unbeliebt) sich mit Dale Earnhardt auseinandersetzte. Aber der ist einfach nicht zu sehen. Carl Edwards, Kasey Kahne, Junior, Jeff Burton, Jimmie Johnson – sie alle scheinen in diesem Jahr keine Chance zu haben außer Kyle Busch hat mal einen schlechteren Tag.

Gut – durch ist Kyle Busch noch lange nicht. Der Chase hat ja bekanntermaßen seine eigenen Gesetze und selbst wenn er mit 100 Punkten Vorsprung rein geht, heißt das noch lange nicht, dass er am Ende auch gewinnen wird. Im Chase wird noch mal eine Ecke härter gefahren und da könnte sich schnell rächen, dass er im Verlaufe der Saison ein wenig zu viel ausgeteilt hat. Die Toyota Teams werden sich auf Kyle Busch konzentrieren, bei Chevy wird es wohl zu nächst Junior sein, aber hier kommt hinzu, dass sehr viele Chevy Teams im Chase sind, während man bei Toyota die Meisterschaft wohl eher ungern an Tony Stewart geben möchte.

Diverse News
- Paul Tracy wird in die IRL zurückkehren. Wie man hört, soll er in Edmonton für Walker Racing an den Start gehen. Angeblich arbeitet IRL Besitzer Tony George seit einigen Wochen mit Hochdruck daran, für Tracy ein Sponsorenpaket und ein Team zu finden.

- Santander, eine spanische Bank und einer der Hauptsponsoren von McLaren, soll angeblich beschlossen haben, ab 2010 zu Ferrari zu wechseln. Das ist ein weiterer Hinweis, dass Alonso zu den Italienern wechseln wird. Mein Bauchgefühl sagt mir weiterhin, dass der Spanier schon 2009 für die Roten an den Start gehen wird.

Diverse News
Nachtrag zum gestrigen Eintrag über das Verhältnis zwischen Journalisten und der Motorsportindustrie. Zum einen gibt es bei Allesaussersport einen weiterführenden Artikel, der sich mit anderen Bereichen des Sports auseiandersetzt, zum anderen hat hier “NoteMe” einen Hinweis auf die Webseite von Premiere Moderator Peter Lauterbach gegeben. Da kann man sehen, dass der Einspieler der “Post Speed Academy” der neuerdings immer bei den F3 Euro Rennen gezeigt wird, ausgerechnet von der Produktionsfirma von Lauterbach erstellt wird. Nun hat Lauterbach nichts mit der F3 zu tun, von daher gibt es da auch nichts zu beanstanden, außer vielleicht der Tatsache, dass die Nachwuchsfahrer ausgerechnet auch von den Premiere Moderatoren/Redakteuren geschult werden, die sie dann später mal interviewen. Das hat schon einen eher faden Beigeschmack, aber auch hier gehe ich einfach mal davon aus, dass die Grenzen einigermaßen gewahrt bleiben. Wer soll den Nachwuchsfahrern denn sonst in Interviews schulen, wenn nicht Leute vom Fach. Das bedeutet ja nicht, dass man in Zukunft keine kritischen Fragen stellt.

Etwas erstaunter war ich dann aber über die Tatsache, dass es offenbar Lauterbachs Firma ist, die für die DTM das IPTV produziert/bereitstellt. Sehr unwohl wurde mir, als ich zusätzlich in der Referenzliste sah, dass seine Firme ebenfalls für BWM Motorsport und Mercedes tätig ist. Da frage ich mich schon, wie man kritische Fragen an BMW Motorsport-Chef Mario Theissen stellen kann, wenn man gleichzeitig an anderer Stelle Auftragnehmer zumindest war oder auch noch ist. Man braucht schon “ball of steels” wenn man eine Firma mit Angestellten hat, und gleichzeitig einen Kunden kritisch befragen möchte.

Ich möchte Lauterbach gar nicht unterstellen, dass er unsauber arbeitet. Wie gestern schon mal erwähnt, wäre es auch irrsinnig anzunehmen, man würde nach einer gewissen Zeit nicht Teil der Szene, in der man arbeitet. Und natürlich gehören dazu auch geschäftliche Verbindungen dazu. Die Frage ist halt immer, wie man damit umgeht, wie weit man seinem Kunden gegenüber klar macht, dass dies der eine, und das der andere Job ist. Immerhin hat Premiere ein aus den Verbindungen resultierendes, mögliches Problem dadurch gelöst, dass man Keke Rosberg engagiert hat, der ja bekanntermaßen kein Blatt vor den Mund nimmt. Aber ein wenig erinnert mich das doch schon an die Vermischung journalistischer Berichterstattung mit eigenen geschäftlichen Interessen, die im Radsport-”Journalismus” in den letzten Jahren aufgetaucht sind.

Aber das Thema interessiert mich jetzt noch etwas mehr. Wer noch Hinweise hat, der kann sie gerne zusenden. Ich behandle das anonym.

14.07.2008

Aufz. 16:30 Uhr   F3 Euro   Zandvoort   Premiere
Aufz. 16:35 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV
Aufz. 17:30 Uhr   British GT   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 18:30 Uhr   Porsche Cup   Zandvoort   Premiere
Aufz. 19:15 Uhr   NASCAR   Atlanta   Premiere
Aufz. 20:45 Uhr   IRL   Nashville   Premiere
Aufz. 22:45 Uhr   Porsche Cup   Zandvoort   Premiere
Aufz. 23:30 Uhr   NASCAR   Atlanta   Premiere

15.07.2008

Aufz. 10:30 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV
Aufz. 17:45 Uhr   NASCAR   Atlanta   Premiere
Aufz. 18:45 Uhr   Formel Eins   Silverstone   Premiere
Aufz. 20:05 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV
Aufz. 20:45 Uhr   GP2   Silverstone   Premiere
Aufz. 21:00 Uhr   ALMS   Lime Rock   MotorsTV
Aufz. 22:45 Uhr   British GT   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 23:35 Uhr   British F3   Thruxton   MotorsTV

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Journalisten vs. Teams

Das Verhältnis zwischen Journalisten und Teams, bzw. Herstellern ist nicht immer frei von Spannungen. Gerade jenen Autoren, die immer vor Ort sind. Das ist im Motorsport nicht anders, als in anderen Bereichen, zum Beispiel in der Politik. Es sind immer zwei Dinge:

1. Die Werke brauchen die Journalisten, damit der eigene Name oft und positiv genug genannt wird
2. Die Journalisten brauchen die Werke, damit sie an Informationen ran kommen, die andere vielleicht nicht haben.

Das führt dazu, dass sich ein Interessengeflecht entwickelt. Ein wenig nach dem Motto: “Wenn Du nett zu mir bist, dann bin ich nett zu Dir.”. Wie sich dass dann auswirkt, kann man schon sehen, wenn sich die beiden größten Auto-Zeitungen des Landes anschaut, die auch über die Formel Eins berichten. Die “Auto, Motor & Sport”, in Stuttgart hergestellt, unterstützt Mercedes, die Auto-Bild, aus Hamburg stammend, hat es, dank langjähriger guter Kontakte, eher mit Ferrari. Da hatte ich großen Spaß im letzten Jahr, als ich während der Spionage-Affäre beide Blätter gelesen habe.

Wie eng die Verflechtung von Journalisten und Herstellern ist, zeigen zwei Beispiele

- Norbert Haug war früher mal (von 1975 bis 1988) Mitglied der Redaktion von “Auto, Motor & Sport”. Er leitete das Sport Ressort und war am Ende sogar stellvertretender Chefredakteur.
- Stefan Heinrich, den meisten als Eurosport/MotorsTV Kommentator bekannt, ist auch Streckensprecher der Zwei-Hersteller-Serie DTM.

Die meisten bekannteren Journalisten im Automobilbereich sind ziemlich fest mit der Industrie verwoben. Manche machen es geschickt, andere kokettieren offen mit ihren Verbindungen zu wem auch immer. Andere wiederum geben offen zu, dass die Weihnachtsfeier irgendeines Rennsportzulieferes moderieren oder auch mal bei der Präsentation eines neuen Autos zum Mikrofon greifen.

Mich stört das selten. Manchmal geht es auch nicht anders. Die Szene ist letztlich klein, man kennt sich seit Jahren, teilweise Jahrzehnten, und man kann nicht einfach darauf hoffen, dass man nebenbei mal ein paar Neuigkeiten gesteckt bekommt. Nur wenn man über Jahre Vertrauen aufbaut, bekommt man irgendwann auch mal eine exklusive Nachricht ein paar Tage/Stunden früher. Wer neu dabei ist, oder sich nicht immer an die Spielregeln hält, der bekommt halt nur die offizielle Pressemeldung.

Das “Auto, Motor & Sport” halt eher Mercedes-lastig ist, mag den ein oder anderen nerven, aber da weiß man wenigstens, wo man dran ist. Was mich stört, ist das Gegenteil – das nicht offen legen von Nebengeschäften, das verschämte “Lob-Schreiben”, weil man einen Anzeigenkunden nicht verärgern will. Kommt aber, wie wir ja alle wissen, immer wieder gerne vor, ganz besonders, wenn es um die DTM geht, die offenbar noch einen ganz eigenen Kurs in Sachen Journalisten fährt. Und so wundert es mich auch nicht, dass es kaum kritische Stimmen in Sachen DTM gibt. Nur als im letzten Jahr Audi den Ausgang des Zandvoort-Rennens bestimmte, tauchten Stimmen auf, die sagten “Das war aber nicht nett. Hoffentlich passiert das nicht wieder.” Man muss aber faierweise auch sagen, dass die nette Berichterstattung auch für die WTCC gilt. Die straft man aber immerhin ab, in dem man die Berichterstattung immer mehr verkleinert. Wenn man aber vergleicht, was viele Zuschauer von den Rennen mancher Serie halten, und dem, was manche Kollegen so drüber schreiben, kann man nur denken: “Zwei Welten? Anderes Rennen gesehen?”

Es ist aber auch schwierig für die Journalisten die Waage zu halten. Sind sie zu kritisch, zum Beispiel in Sachen Formel Eins, dann kommen sie vielleicht irgendwann nicht mehr ins Fahrerlager rein, werden nicht mehr zu Interviews eingeladen oder jemand sagt man mal jemanden aus der Verlagsleitung, dass man gerne Anzeigen schalten würde, aber das Umfeld sei halt gerade nicht so günstig. Wenn es um den eigenen Job geht, um Familie und all diese Dinge, dann ist eben heute manchmal besser, wenn man die Texte freundlicher hält, was zwar nicht bedeutet, dass man etwas “falsches” schreibt, aber eben nur die Hälfte dessen, was man denkt oder sagen möchte.

Deswegen ist die Motorsportberichterstattung (und nicht nur die) in Deutschland etwas, sagen wir mal, eintönig. Egal, welche Seite man aufruft oder welches Heft man sich kauft – man liest entweder die Sachen, den die dpa/sid rausgeschickt haben, oder eben die manchmal etwas weichgespülten Kommentare der Fachpresse. Und leider gibt es außer dem Kollegen dogfoog, Jürgen Kalwa und Jens Weinreich kaum Journalisten, die sich kritischer mit bestimmten Sportarten auseinandersetzen.

Wie gesagt – das ist in vielen Branchen so. Das war schon immer in der Musikindustrie so, in Bereich der Spieleindustrie gilt etwas ähnliches (da mahnt man auch schon mal jemanden ab, wie im Fall Atari vs. 4players.de) oder in der Filmbranche, wo man nach zu vielen, zu schlechten Kritiken nicht mehr zu den Pressevorführungen eingeladen wird.

Aber es gibt ja sehr selten auch Ausnahmen. Überrascht las ich gerade die neue Kolumne von Norbert Ockenga in der MSA. So offen und ehrlich hab ich selten jemanden über einen Rennstall und sein Verhältnis zu ihm schreiben sehen. Mal sehen, wie lange das Ding online ist :)

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