Archive for Juli 30th, 2008

NASCAR – TV Rechte Stand August 2008

Posted 30 Jul 2008 — by DonDahlmann
Category NASCAR, Premiere, TV Programm, TV-Rechte

Auch wenn man sich daran gewöhnt hat die NASCAR im Netz zu sehen – es wäre doch schön, wenn man mal wieder was im “richtigen” Fernsehen sehen könnte. Die Chancen dafür stehen aber noch sehr schlecht. Bei Premiere bewegt sich in Sachen Motorsport wenig. Im Gegenteil – selbst die Fußball Übertragungen aus dem europäischen Ausland werden zurück geschraubt, wie Kollege dogfood in seinem Blog die Tage ausführlich geschildert hat. Anbetracht der Tatsache, dass der Sender offenbar an allen Ecken und Enden spart, kann man sich vorstellen, wie es im Bereich der Motorsport Übertragungen aussieht. Immerhin scheint Premiere noch so viel Geld zu haben, dass man sich eine 40 Millonen Euro teure Imagekampagne für den Herbst erlaubt, mit der man neue Kunden gewinnen möchte. Auch sind genügend Eigenmittel vorhanden, wie Premiere Chef Brönicke der FAZ neulich sagte. Angeblich hat man sage und schreibe 550 Millionen Euro sofort verfügbar. Nicht gerade auf Bank als Guthaben, aber wohl als zugesicherte Mittel durch die Banken. Klar ist, dass diese Millionen nur einem Zweck gelten: der Bundesliga. Ohne die kann Premiere den Laden gleich dicht machen. Brönicke ist sich dessen bewußt und im Hintergrund hat jetzt wohl auch Rupert Murdoch auf die Rechte geboten. 450 Millionen will die News Corp. auf den Tisch legen, was immerhin nahe an den von der DFL erträumten 500 Millionen liegt.

Murdoch ist vermutlich auch die Hoffnung der NASCAR. In den USA ist man weiterhin nicht gerade glücklich über den Rückzieher von Premiere. Der Hals der NASCAR soll im Februar so dick gewesen sein, dass man Premiere um ein Haar selbst die Aufzeichnungsrechte nicht gegeben hätte. Auf der anderen Seite wird die NASCAR den deutschen Markt mittlerweile auch noch mal sondiert haben und dabei hat man sicher festgestellt, dass es für Premiere keinen Ersatz gibt. Das DSF (Gott behüte) wird sich nicht am Sonntagabend vier bis fünf Stunden Liveübertragung antun, wo man doch gerne ab 23.00 Uhr “Quizshows” und danach Titten sportliche Damen in Zeitlupe zeigt. Bei Eurosport sieht die Lage auch eher schlecht aus, da man Abends immer gut eindeckt ist. Bliebe MotorsTV, die niemals im Leben das Geld für die Serie zusammen bekommen. Außerdem fehlt denen der für Motors extrem wichtige britische Markt, da hier ja Sky die Serie überträgt.

Bleibt nur die Hoffnung, dass a) Murdoch das Ruder bei Premiere in die Hand nimmt und b) die NASCAR daraufhin mit Premiere in neue Verhandlungen tritt. Es ist sicher so, dass Murdoch in den USA (FOX, SpeedTV) und in England (Sky) schon Partner der Serie ist, und der Gedanke, dass er den Sprint Cup nach Deutschland holt, läge also recht nahe. Aber selbst wenn Murdoch bei Premiere das Sagen hat, ist das noch lange keine Garantie für mehr NASCAR beim Sender. Auch Murdoch weiß um die angespannte Lage beim Sender und vor allem auch, dass ohne die Bundesliga nichts geht. Ich sehe auch nicht, dass Murdoch in einer Gewaltaktion durch den Vorstand rasiert und einen neuen installiert. Das ist zudem nicht einfach, so lange er nicht die 50.1% Mehrheit hat, zum anderen braucht er ja auch ein Konzept, wie man den Laden wieder auf Vordermann bringen kann. Davon ist weder etwas zu hören, noch etwas zu sehen.

Wenn die NASCAR unbedingt wieder nach Deutschland will, dann hätten sie natürlich auch die Möglichkeit gleich zu NASN zu gehen. Aber hier bewegt sich auch nichts. Vom Rebranding zu ESPN ist nichts zu sehen und zudem hat der Sender das bekannte Problem, dass er im Herbst einfach keinen Sendeplatz für die Serie hat. Klar, man kann per Satellit schnell einen NASN 2 für Europa aus dem Boden stampfen, aber den muss man auch erst einmal in die deutschen Kabelnetze bekommen. Und da muss man rein, wenn man hier vernünftig Leute erreichen will. Wie schwer sich selbst Murdoch mit seinem “Fox” Sender da tut, kann man ja im Moment beobachten. Zudem ist die Frage, ob die NASCAR für NASN ohne dass man in UK übertragen kann, überhaupt Sinn macht. Die Nationwide Serie zeigt man ja auch nur live, wenn man gerade nichts besseres auf Lager hat.

Zusammengefasst: wenig gute Neuigkeiten für NASCAR Fans. Zumindest im Moment, denn wie ich hörte, ist die NASCAR sehr daran interessiert schnellstens wieder auf dem deutschen Markt vertreten zu sein.

Und sonst?
Max Mosley hat mehr oder weniger offen gesagt, dass er im nächsten Jahr turnusmäßig aus dem Amt scheiden wird. Einen Nachfolger hat er wohl auch im Auge: Jean Todt.

Heute zum ersten Mal Bilder von der Strecke in Valencia gesehen. Sehr angenehm überrascht über das Layout und den Platz, den man da hat. Strecke scheint sehr abwechslungsreich zu sein. Teilweise ist sie sehr breit, teilweise aber auch mal eng. Etwas eng erschien mir der Startbereich. Da wird es schwer, jemanden zu überholen, ohne dass es kracht.

Vorschau aufs Wochenende: Formel Eins und GP2 in Ungarn, 24 H der FIA GT von Spa und die NASCAR fährt in Pocono.

31.07.2008

Aufz. 12:10 Uhr British F3 Brands Hatch MotorsTV
Aufz. 13:05 Uhr British GT Brands Hatch MotorsTV
Aufz. 14:50 Uhr Silverstone Classic Diverse Serien MotorsTV
Aufz. 17:30 Uhr French GT Spa MotorsTV
Aufz. 18:20 Uhr Belgian GT Spa MotorsTV
Aufz. 18:30 Uhr F1 Hockenheim Premiere

NASCAR – CoT Änderungen / F1 – Viel Politik

Posted 30 Jul 2008 — by DonDahlmann
Category F1, FIA, NASCAR, TV Programm, TV-Rechte

Das CoT ist eine heilige Kuh. Jedenfalls für die NASCAR, die über Jahre an dem Wagen rumentwickelt hat. Das der Wagen in Sachen Sicherheit nach dem heutigen Stand der Technik ziemlich weit vorne liegt, ist unbestritten und Unfälle wie der von McDowell in Texas haben gezeigt, dass die Sicherheitsfeatures Leben retten. Mit dem alten Wagen hätte der Unfall vielleicht anders ausgehen können. Auf der anderen Seite beklagen sich die Fahrer seit der Einführung des CoTs über die mangelnde Fahrbarkeit und Probleme beim Überholvorgang. Es gibt dafür zwei Ursachen:

- Zum einen der hohe Schwerpunkt des Wagens. Der liegt deutlich höher als noch beim alten Chassis. Die NASCAR wollte damit die Kurvengeschwindigkeiten runter bekommen, was aber auch dazu führt, dass der Wagen unruhiger ist. Diese Unruhe hat man mit einem Heckflügel kompensieren wollen, was einigermaßen gut geklappt hat. Der Wagen ist jetzt hinten deutlicher stabiler und bricht nicht mehr so schnell aus, wie das alte Chassis. Die vielen komplett “Quersteher” sind ein schöner Beweis.

- Damit neigt das CoT aber wohl auch eher zum Untersteuern, da man den Teams keine Möglichkeit gegeben hat, im vorderen Bereich aerodynamisch einzugreifen. Streitpunkt hier ist der Splitter, der der dafür sorgen soll, dass die Luft besser ums und ins Auto gelangen kann, wo sie Motor und Bremsen kühlen soll. Der Splitter ist von Anfang an ein Streitpunkt gewesen. Viele Teams hätten gerne auf das Ding verzichtet, weil sie meinen, dass er den Wagen noch instabiler macht.

Die NASCAR steht vor einem Dilemma. Einerseits sind die Probleme mit dem Wagen bekannt, andererseits waren sie bisher nicht so gravierend, dass man wirklich etwas hätte tun müssen. Nach dem Debakel von Indianapolis sieht die Sache anders aus. Fahrer und Teams haben von der NASCAR verlangt, dass sie endlich reagiert, die Medien, die sich bisher immer neutral verhalten haben, schwenken mittlerweile in die gleiche Richtung. Selbst ESPN hatte in der letzten “NASCAR Now” Sendung deutlich Kritik geäußert. Gefordert wird unter anderem, dass man am Vorderbau, sprich Splitter, mehr Eingriffsmöglichkeit erhält.

Die NASCAR fällt eine Änderung der bisherigen Politik in Sachen CoT auch deswegen schwer, weil man mit dem stark vereinheitlichten Wagen auch die Kosten für die kleinen Teams senken wollte. Das Gegenteil ist aber ein eingetreten, wofür die NASCAR allerdings nichts kann. Die großen Team geben stecken einfach mehr Geld in Kleinigkeiten rein, vor allem im Bereich des Antriebs und der Kraftübertragung. Da können die kleinen Teams einfach nicht mithalten. Würde man aber die Aerodynamik weiter geben, kann man davon ausgehen, dass die Kosten direkt durch die Decke gehen. Das ist etwas, dass man sich in einem Jahr, wo Teams reihenweise in Problemen stecken und Anfang August erst 28 Teams eine gesicherte Finanzierung für 2009 haben, nicht unbedingt haben will.

F1 – Politik hinter den Kulissen
Politik hat in der Formel Eins schon immer eine große Rolle gespielt. Das war in den 60er Jahren so, als man Colin Chapman und sein Lotus Team unter Druck setzte, als die zu erfolgreich wurden, das war in den 70ern so, als Bernie Ecclestone die Serie in die Hand nahm, in den 80er, als sich FISA und FOCA eine jahrelange Schlacht lieferten. In den letzten Jahren gab es verschiedene Versuche der Hersteller, Ecclestone die Macht aus den Händen zu reissen. Sie scheiterten allerdings immer an der Doppelspitze Ecclestone/Mosely, die zusammen Strecken und Fernsehrechte kontrollieren. Im Grunde geht es den Herstellern um zwei Dinge:

- Geld. Was sonst. Die FIA hat schon angekündigt, dass man die Gelder aus dem TV-Topf besser verteilen möchte. Mit anderen Worten: die Teams bekommen mehr, die FIA und Ecclestone weniger.

- Technik. Den Herstellern ist auch klar, dass sich in Sachen Verbrauch und Antrieb etwas tun muss. Die Frage ist halt, was man machen kann. Die FIA hat erst einmal gesagt: “Macht Vorschläge” und es gibt viele Dinge, über die man nachdenkt. Diesel-Antriebe, Hybrid, Turbomotoren, Energierückgewinnung. Die Hersteller hätten da gerne etwas klarere Vorgaben, an denen sie sich orientieren können. Bei der FIA überlegt man aber durchaus mehrere Antriebssysteme zuzulassen. Das Beispiel der WTCC zeigt, dass das durchaus geht. Warum also nicht 4-Zylinder Turbomotoren, Dieselantriebe und Hybrid nebeneinander her laufen lassen? In den 60er Jahren gab es ja zwischen V8 Climax und dem BRM 16 Zylinder auch verschiedene Motoren, die Übergangszeit zwischen Turbo und Saugmotor ist den meisten ja bekannt. Was die Herstellern viel mehr nervt, sind die Beschneidungen bei der Aerodynamik. Man hat keine Lust auf eine Einheitserie, die sich am Ende von der GP2 und der A1 nur durch die PS-Zahl unterscheidet.

Immerhin haben sich die Teams mal wieder darauf geeinigt, eine gemeinsame Gruppe zu bilden. Die “Forumula One Team Association” (FOTA) wurde gestern beschlossen, damit man schnell mit der FIA an den Tisch kommt. Viel ändern wird sich da in Zukunft aber nicht. Ecclestone ist in der FOTA vertreten, Mosley auf Seiten der FIA. Man wird versuchen im Herbst ein neues Concorde-Agreement zu verabschieden, dass dann auch ein paar Jahre halten soll. Allerdings wird man sehen müssen, ob die FIA ihr Ziel, die Kosten runter zu bekommen, auch erreichen wird. 100 Millionen sollen in Zukunft reichen, was ein Witz ist, wenn man weiß, dass Torro Rosso und Force India ein Budget von schätzungsweise 60 (STR) bzw. 80 (FI) Millionen Dollar haben. Wie das bei bei McLaren, Ferrari, Honda und Toyota aussieht kann man sich dann vorstellen.

Und sonst?
Gute Nachrichten aus den USA. NASCAR hat das TV-Paket nachgebessert. 2007 war es so, dass ESPN zwar die Rechte an den Trainigssessions des Sprint Cups gehalten hat, diese aber nicht ins Programm nahm. Dieses Jahr hat man, in allerletzter Sekunde, eine Einigung mit ESPN erzielt. Die habe die Rechte nun an Speed abgetreten, die die Sessions von fast allen Rennen übernehmen. Die Quali bleibt aber weiter bei ESPN.

Eurosport 2 zeigt heute das Rennen der GT Open aus Valencia. Da kann man dann die neue Formel 1 Strecke in der Innenstadt von Valencia mal begutachten.

30.07.2008

Aufz. 14:50 Uhr Silverstone Classic Diverse Serien MotorsTV
Aufz. 16:00 Uhr GT Open Valencia Euro 2
Aufz. 18:00 Uhr F3 Euro Nürburgring Premiere