Archive for Juni, 2008

NASCAR – Infinion / IRL – Iowa

Posted 20 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category NASCAR

NASCAR – Infinion
Die NASCAR Rennen auf den Rundstrecken sind immer so eine Sache. Das Gerücht, dass die meisten NASCAR Fahrer nicht wirklich gut rechts rum fahren können, stimmt so ganz zwar auch nicht, aber es gibt tatsächlich etliche Fahrer, die auf Rundstrecken nicht so richtig klar kommen. Dale Earnhardt jr. ist zum Beispiel so einer. Er zäht Infinion und Watkins Glen nicht zu seinen Lieblingsstrecken und war hier eigentlich auch nie sonderlich gut unterwegs. Aber es gibt doch so einige Sprint Cup Asse, die hier gut unterwegs sind. Neben den üblichen Verdächtigen wie Montoya, Franchitti, Hornish und Robby Gordon, sind es vor allem Jeff Gordon, Mark Martin und Tony Stewart, die man hier besonders beobachten sollte. Auch Kyle Busch sollte man nicht vergessen. Er hat mich bei seinem Auftritt in der Nationwide in Mexico schwer beeindruckt. Ich hätte ihm nicht zugetraut, dass er auch auf Rundstrecken schnell ist. Allerdings – der Kurs in Mexico kommt ihm fahrerisch auch eher entgegen. Es gibt wenig enge Ecken, die langezogenen, schnellen Kurven liegen seinem eher zum übersteuern neigenden Fahrstil. Wie das auf dem engen, winkeligen und rutschigen Kurs in Kalifornien ist, wird er beweisen müssen.

Wie üblich gibt es etliche “Gaststarter”, also diejenigen, die nur für so komische Kurse mit Rechtskurven angeheuert werden. Als da wären: Max” Mad Max” Papis, der allseits beliebte Boris Said, Scott Preutt (ersetzt Reed Sorenson), der mir eher unbekannte Brian Simo, Marcos Ambrose (sonst Nationwide) und Ron Fellows, der Regan Smith für dieses Rennen ersetzt. Alle, die nicht in einem Top 35 Wagen sitzen, müssen sich also über den Speed qualifizieren. Von den genannten haben da die besten Chancen: Boris Said, Scott Pruett und Ron Fellows. Marcus Ambrose würde ich gerne dazu zählen, zu mal sich der ehemalige Meister der australischen V8 Supercars mit engen Kursen auskennt, aber das Team der Wood Brothers ist ja nicht gerade in bester Verfassung, deswegen könnte das mehr als knapp werden.

Dabei ist die Quali auf dem Kurs durchaus wichtig, den Überholen ist hier sehr schwer. Eigentlich geht es nur vor der engen Links (Turn 4) und der Haarnadel vor Start/Ziel (Turn 11). Gerade setzt man sich auch mal gerne etwas ruppiger neben den Vordermann und es kracht häufig. Die NASCAR kennt auch auf Rundkursen eigentlich keine “local yellows” wenn sich einer dreht und weiterfahren kann, gehts noch, sobald einer nicht weiterkommt, wird das Pace Car rausgeschickt. Und deswegen sind die Rennen sowohl hier als auch in Watkins Glen meist welche, die an der Box entschieden werden. Im letzten Jahr wurde Montoya, der eigentlich weit zurück lag, nach vorne gespült, weil er einmal später tanken war. Er rettete sich mit staubtrockenen Tank und einigen rustikalen Abwehrmanövern dann ales erster über die Ziellinie.

Der Kurs selber gehört nun wirklich nicht zu meinen Lieblingen. Wie erwähnt ist er eng, hat wenig Überholmöglichkeiten und macht wenig her. Fahrerisch ist er nicht schlecht, vor allem die bergauf Passage zu Turn 2 und 3 hat es in sich. Dazu kommt, dass auf der Strecke immer viel Sand liegt. Die Auslaufzonen sind staubig, wer kurz draussen war, schaufelt kiloweise Dreck auf die Strecke, der die nachfolgenden Fahrer vor interessante Denkaufgaben stellt. Warum die NASCAR hier und nicht in Mid-Ohio oder sonst wo an den Start geht, ist mir nicht so ganz klar. Das Rennen, nahe der nicht gerade für ihre Auto-Freundlichkeit berühmten Stadt San Francisco, ist kein Publikumsmagnet, zu dem fährt man ja eh schon zwei mal in Los Angeles, knapp acht Stunden entfernt. Dennoch sind die Rennen spannend und sehr sehenswert, aber leider auch für Deutschland sehr spät. Wegen Zeitverschiebung startet das Rennen nicht vor 23.15 Uhr und dauert und gut gerne bis zu drei Stunden.

IRL -Iowa
Das Rennen der IRL findet trotz der Flutkatastrophe in diesem Bundesstaat statt. Kann man geteilter Meinung drüber sein. Der Kurs in Iowa ist ziemlich neu. Er wurde erst 2006 eröffent und ist – naja – etwas öde. Ein 0.8 Meilen Oval mit einem progressiven Banking, das aber nur zwischen 12 und 14° Grad hat. Für die IRL Wagen reicht das, um schnell zu sein. In gerade mal 17 Sekunden absolviert man hier eine Runde. Da es über 250 Runden geht, verspricht das aber immerhin einige Action, denn hier wird eigentlich dauernd überrundet.

Die IRL Teams dürften zwar auch hier die Nase vorn haben, aber weil der Kurs so neu ist, und man auch erst einmal hier fahren konnte, ist der Wissenvorsprung nicht so groß, wie auf den anderen Strecken. Es kann also gut sein, dass es vorne endlich mal ein paar Überraschungen gibt. Ganz vorne jedoch nicht. Irgendwas hat man bei Ganassi gefunden, denn so gut, wie die unterwegs sind, ist es schon etwas erstaunlich. Wenn selbst Penske nur mit Mühe hinterher kommt, dann will das was heißen. Trotzdem aber eine gute Gelegenheit für die Ex-CC-Teams ihren Sponsoren mal was zeigen zu können.

Und sonst?
Ich bin über ein ziemlich spektakuläres Foto gestolpert. Es stammt aus dem letztjährigen Rennen des Porsche Cups im Rahmen der BTCC in Thruxton. Kevin Burt war der Fahrer, der unverletzt dem Wrack entstieg. Der gesamte Unfall sieht noch haarsträubender aus, passiert ist aber keinem was.

21.06.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR SC   Infinion Quali   SpeedTV
LIVE 03:00 Uhr   NASCAR CTS   Milwaukee   SpeedTV
LIVE 10:55 Uhr Formel Eins Magny Cours 3. FT Premiere Wdh: 12:45 h
LIVE 13:45 Uhr Formel Eins Magny Cours Quali Premiere, RTL Wdh: 17:25 h
LIVE 15:55 Uhr GP 2 Magny Cours 1 Premiere
LIVE 16:00 Uhr   NASCAR NW   Milwaukee Training   ESPN2
Aufz. 16:15 Uhr   British F3   Snetterton   MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr Formel Eins Magny Cours Quali DSF
Aufz. 17:05 Uhr   British GT   Snetterton   MotorsTV
LIVE 18:30 Uhr   NASCAR SC   Infinion Training   SpeedTV
Aufz. 20:30 Uhr Formel Eins Magny Cours Quali DSF
LIVE 23:00 Uhr   Grand-Am   Mid-Ohio   SpeedTV
LIVE 23:30 Uhr   NASCAR NW   Milwaukee Quali   ESPN2

22.06.2008

LIVE 02:00 Uhr   NASCAR NW   Milwaukee   ESPN2
Aufz. 09:10 Uhr GP 2 Magny Cours 1 Premiere
LIVE 10:25 Uhr GP 2 Magny Cours 2 Premiere
LIVE 11:40 Uhr Porsche Supercup Magny Cours Premiere
LIVE 13:00 Uhr Formel Eins Magny Cours Quali Premiere, RTL Wdh: 17:00 h
Aufz. 16:30 Uhr Porsche Supercup Magny Cours Premiere
Aufz. 17:00 Uhr FIA GT Adria DSF
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins Magny Cours DSF
LIVE 19:00 Uhr   IRL   Iowa   Premiere, ABC
Aufz. 20:30 Uhr Formel Eins Magny Cours DSF
Aufz. 21:25 Uhr   British F3   Snetterton   MotorsTV
LIVE 21:30 Uhr   NASCAR SC   Infinion Pre-Race   TNT
Aufz. 22:20 Uhr   British GT   Snetterton   MotorsTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR SC   Infinion   TNT

F1 Vorschau GP Frankreich / F3 Euro – Mäki verunglückt / Premiere – Schlechte Zahlen

Posted 18 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category F1, Premiere

Ich bin morgen bis spätabends unterwegs und am Freitag geht es schon früh los, also gibt es die F1 Vorschau schon mal heute. NASCAR kommt Freitagabend. Die TV-Vorschau geht schon mal bis Freitagabend. Den Rest findet man wie üblich im Link auf der rechten Seite.

F1 – Magny Cours
Was soll man noch groß zum Kurs von Magny Cours sagen. Es ist bekannt, dass sich das Feld hier schnell auseinanderzieht und es eigentlich nur zwei richtige Überholmöglichkeiten gibt. Am Ende der ellenlangen Geraden und vor der letzten, sehr scharfen Rechtskurve vor der Schikane. Das war es dann auch schon. Dabei kann man den Franzosen nicht mal einen Vorwurf machen, sie hätten eine wirklich schlechte Piste hingebaut. Als man Anfang der 90er Jahre die Strecke baute, war die Aerodynamik halt noch nicht so ausgefeilt wie heute, und die Wagen deutlich langsamer. Gleichzeitig war die Idee, die der Strecke zu Grunde liegt, gar nicht so blöd. Man hat nämlich verschiedene Streckenteile anderer Strecken einfach kopiert und leicht umgewandelt. Und so ist die Strecke fahrerisch nicht zu unterschätzen. Auch seitens der Abstimmung hat man hier viel zu tun. Es gibt lange Geraden, enge Haarnadelkurven, mehrere sehr schnelle Passagen und drei, vier Enge Ecken. Also alles, was das Herz begehrt. Im Gegensatz zu Montreal, kann man über die Abstimmung in Magny-Cours eine Doktorarbeit schreiben.

Da Strecke stellt also hohe Anforderungen an die Fahrer und die Ingenieure, und je mehr natürlichen Abtrieb ein Chassis mitbringt, desto besser. Von daher sehe ich McLaren und Ferrari ziemlich gleichauf. Nach dem desaströsen Wochenende in Montreal muss Ferrari was gut machen, denn immerhin hat man eine schöne Führung in der Fahrerwertung versemmelt. Lewis “Wie, da war rot?” Hamilton wird auch motiviert sein, ebenso die BMW Truppe, die mit frischen Selbstbewußtsein an den Start geht. Das wird vorne mal wieder eng, aber die BMW habe ich nicht so richtig auf der Rechnung, weil denen dann doch noch ein Quentchen beim Chassis fehlt. Ich lasse mich aber gerne überraschen.

Überhaupt scheint Ferrari in einem kleinem Loch zu stecken. Man kann sich nicht von McLaren lösen, mit BMW hat man einen weiterern Konkurrenten, mit dem man in diesem Jahr sicher nicht gerechnet hat. Wenn Kubica weiter dritte Plätze einfährt, bleibt er bis zum Ende der Saison ein ernsthafter Titelkandidat und mit den Strecken in Shanghai und Fuji kommen mindestens zwei Kurse, die dem BMW liegen sollten. Bei Ferrari wiederum passiert im Moment wenig. Sie haben ein wenig an Schwung verloren, zu dem starrt alles auf den Rennstall, weil man sie immer als Favorit sieht. McLaren ist da eher Underdog, BMW krasser Außenseiter. Der F2008 ist ein gutes Auto, die Frage scheint aber zu sein, wie viel Potenzial noch in ihm steckt. Man darf nicht vergessen: Ferrari arbeitet, im Gegensatz zu McLaren und BMW nur mit einem, eher alten Windkanal. Da verliert man einiges an Zeit.

Hinter den großen Drei wird es eng. Williams könnte hier gut unterwegs sein, aber für die Renault ist das hier der Heim-GP. Die werden mit Sicherheit was aus dem Köcher ziehen und ich kann mir vorstellen, dass man Alonso, sollte er in die dritte Quali kommen, federleicht los schickt, damit es wenigstens gut aussieht. Toyota tritt ein wenig auf der Stelle, da scheint im Moment Red Bull eher die Nase vorn zu haben. Bei Honda tut sich wenig, was wohl auch darauf zurück zu führen ist, dass man die Kräfte schon mehr auf das Jahr 2009 konzentriert. Bleiben STR und Force India. Letztere haben wohl das schlechteste Chassis für das Rennen, also sollte man da wenig erwarten.

Ich erwarte keinen hochklassingen GP, eher wieder einen, der von der Tatik geprägt wird. Wer kann, wie lange draussen bleiben, usw. Aber dann ist ja doch noch das Wetter. Die Vorhersagen sind noch unsicher, aber es gibt durchaus Prognosen, die von kräftigen Gewittern ausgehen. Das hilft einem Rennen ja immer etwas.

F3 Euro – Mika Mäki verletzt
Der Überraschungsmann der diesjährigen F3 Saison aus dem Mücke Team, Mika Mäki, hat in Finnland einen Autounfall gehabt. Bekannt ist mir bisher nur, dass der Unfall heftig gewesen sein muss, und er neben nebst einem Begleiter im Krankenhaus liegt. Völlig offen ist, ob Mäki so schwer verletzt ist, dass er nicht am Norisring wird starten können. Sollte ich mehr raus bekommen, ergänze ich es hier. Aber bisher ist mehr als Meldung nicht bekannt.

Premiere – Hohler Zahn
Das hat sich die News Corp. vermutlich anders vorgestellt. Nachdem man einen tiefen Blick in die Bücher geworfen hat, ist man wohl ziemlich konstaniert, was Premiere angeht. Laut eines langen, aber lesenswerten Artikel in der SZ, scheint Premiere so was wie ein sehr großer, hohler Zahn zu sein. Von außen sieht es noch nett aus, innen ist es ziemlich marode. Interessant war folgende Zahl: von den ca. 4 Millionen Abonnenten, die der Sender im Moment hat, sind nur 2.5 Millionen Kunden Vollabonnenten. Der Rest hat das Programm nur teilweise zu Hause. Es ist zu vermuten, dass der größte Teil der 1.5 Millonen sich auf das Sportportal und die Bundesliga konzentriert. Das sind keine besonders gute Zahlen. Premiere-Chef Michael Börnicke geht davon aus, dass die schlechten Zahlen vor auf Grund der vielen Schwarzsehern zu stande kommen. Wenn man erst einmal die Verschlüsselung umgestellt hat (Herbst 2008), dann sei alles viel besser und die Schwarzseher seien gezwungen, Abos abzuschließen. Das Argument stinkt gleich von zwei Seiten. Zum einen führt Börnicke das Argument an, dass auch die Musikindustrie gerne verwendet, wenn es darum geht, die sinkenden Absatzzahlen zu beschönigen: die bösen Internetuser/Schwarzseher sind schuld. Ich vermute mal, wenn man die Zahlen sehr optimistisch einschätzen will, gibt es ca. 500.000 Schwarzseher in Deutschland. Also solche, die per gecracktem Reciever mitschauen. Was illegale Streams im Netz angeht, ist das schwer zu sagen, aber da sehe ich selten welche, was aber auch daran liegen kann, dass ich nicht nach der Bundesliga schaue. Selbst wenn die Gesamtzahl der Schwarzseher die Millionengrenze überschreiten würde, wie viele würde sich ein Vollabo zulegen, wenn sie nichts mehr sehen könnten? Selbst wenn 25% sich entschließen würden – das wären 250.000 Neuabos.

Zum anderen übersieht Premiere, dass man sich die miesen Zahlen mit einer noch mieseren Informations-, Ausstrahlungs-, und Kundenpolitik selbst zuzuschreiben hat. Beim Fußball hat man gekürzt, es gibt keine NFL, keine MBL, keine NHL mehr, NASCAR ist weg, dazu noch etliche kleinere Angebote. Dazu hat man viele Sportarten sang- und klanglos entfernt. Das Beispiel NASCAR aus diesem Jahr ist ja nur das vorläufige Ende der Fahnenstange gewesen. Das Sportportal verdient kaum noch seinen Namen. Dazu wurden die Preise in den letzten Jahren in teilweiser nicht nachvollziehbarer Weise geändert und angepaßt, und es gab viel schlechte PR, als sich die Verbraucherzentrale Hamburg in Sachen “Smartcard Verlust” mit Premiere auseinander gesetzt hat. Dazu die häufigen Beschwerden über inkompentende und unverschämte Call-Center. Die Liste der Versäumnisse von Permiere aus den letzten Jahren ist derartig lang, dass man sich eigentlich wundern muss, dass der Sender überhaupt noch existiert. Zum mal es intern auch schwer zu Sache geht.

Aus den Redaktionen hört man schon seit längerem, dass man extrem unzufrieden über den Kurs des Managements ist. Alles, was Premiere in den letzten Jahren gemacht hat, scheint wenig Hand und Fuß zu haben. US-Sport? Super, wollen wir alles haben. Kaum sind die Abonnenten da, wird gekündigt. Motorsport? Super, nehmen wir alles. Und wieder verschwindet alles nach einem Jahr, wenn die Zahl der Abonnenten die Quote erreicht hat. Fußball in Europa? Super, zeigen wir alles, nur um noch vermutlich im selben Jahr die Anzahl der Übertragungen wieder runter zu schrauben. Alleine in den letzten vier Jahren hat Premiere einen Großteil von zahlungswilligen Kunden durch seine On/Off Politik im Programm vertrieben. Selbst wenn Premiere all die Sportarten wieder reinnimmt, und sagt: “Dieses Mal bleiben sie für mindestens drei Jahre! Echt, jetzt!”, viele ehemalige Kunden würden nur antworten: “Jajaja, kenn wa schon, hatten wa schon” und höchstens das Flex Angebot nutzen, was Premiere zwar Geld, aber keine Zahlen bringt.

Aber irgendwie schwebt man in der Chefetage bei Premiere auf einer anderen Wolke. 10 Millionen Kunden will man bis 2012 haben. Die Drogen hätte ich auch gerne, die einen derartigen Optimismus aufkommen läßt. Bei der News Corp. sieht man die Sache wohl weniger rosig. Einerseits, weil man in dem Geschäft und auf dem deutschen Markt durchaus Erfahrung hat, andererseits, weil man in England gelernt hat, dass man Zuschauer nicht dadurch gewinnt, in dem man das Programm zusammenstreicht.

Dies alles gesagt, sei aber auch darauf hingewiesen, dass Premiere im Vergleich zu anderen Pay-TV Angeboten in Europa und den USA noch deutlich günstiger ist. Wer darauf hofft, dass die News Corp. den Laden übernimmt und das Programm ohne Gebührenerhöhung ausbaut, sollte diese Hoffnung schnell wieder vergessen. Die Frage wird aber im Moment sowieso sein, was man sich in der Zentrale in New York nach dem Blick in die Premiere Bücher so denkt. Was will man machen? Eine dreistellige Millionensumme investieren und das Programm erst einmal ausbauen um die Kundenzahl zu erhöhen? Oder einen harten Sparkurs fahren und den Laden sanieren?

Und sonst?
Es gibt Gerüchte, dass das britische F3 Team Ultimate 50% von Torro Rosso kaufen will. Es gibt wohl tatsächlich Meetings, aber ich würde das mit großer Vorsicht geniessen. Ultimate ist als Team gerade mal zwei Jahre alt und bringt wenig bis gar kein Know-How in die Formel Eins. Dahinter soll die Firma Sonangol stecken. Eine angolanische (!) Ölfirma, die weltweit operiert. Wenn deren Laden ähnlich gut geführt ist, wie deren US-Seite designt und gepflegt…

19.06.2008

Aufz. 12:05 Uhr   F1   Kanada   Premiere

20.06.2008

LIVE 09:55 Uhr Formel Eins Magny Cours 1. FT Premiere, DSF Wdh: 12:40, 18:05 h
LIVE 13:55 Uhr Formel Eins Magny Cours 2. FT Premiere, DSF Wdh: 15:45, 19:20 h
Aufz. 18:45 Uhr Formel Eins Magny Cours FT DSF
LIVE 21:30 Uhr   NASCAR SC   Infinion Training   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR CTS   Milwaukee Training   SpeedTV

NASCAR – Ärger um Junior / F1 – Warum noch mal Magny Cours?

Posted 17 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category 24 H Le Mans, F1, NASCAR

NASCAR – Regelauslegung
Das Dale Earnhardt jr. einen verdienten Sieg eingefahren hat, das bestreitet in den USA niemand. Allerdings gibt es eine Menge Kritik über die Art und Weise, wie das passiert ist. (Nur mal ein Link als Beispiel) Die Kritik entzündet sich an dem Umstand, dass Junior, während er in den Caution Runden vor dem letzten Restart den Motor an und aus machte, mehrfach am Pacecar vorbei gondelte um nicht bremsen zu müssen. Und da sind die Regeln, wie in allen anderen Rennserien der Welt, sehr eindeutig: Dass Pacecar darf nicht überholt werden, es sei denn, man wird dazu aufgefordert. Brian Vickers mokierte sich schon direkt nach dem Rennen über die laxe Auslegung der Regeln, und tatsächlich wunderten sich auch während der Übertragung die Kommentatoren von TNT, ob der Vorgang nicht ein Nachspiel haben würde. Normalerweise bekommt man wegen so etwas direkt die schwarze Flagge und darf sich hinten anstellen.

Es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass man bei Junior beide Augen zugedrückt hat. Offenbar gab es einen dezenten Hinweis der NASCAR Racecontrol in Richtung Juniors Team, dass man dem Fahrer doch bitte mal auffordern solle, das vorsätzliche Überholen zu unterlassen, was Junior daraufhin auch tat. Und über diese sehr freundliche Zusammenarbeit zwischen der NASCAR und dem Team ist man in den USA zumindest in den Teilen, die nicht zu Juniors Fanlager gehören, einigermaßen verstimmt. Die Frage lautet: Hätte man so auch bei Kyle Busch, Matt Kenseth oder Brian Vickers reagiert? Eine nicht zu beantwortende Frage, denn bisher hat sich noch niemand getraut, dass Pacecar zu überholen. Bei Hendrick stellt man sich auf den Standpunkt, dass Junior ja nie überholt hätte, sondern sich immer wieder habe zurückfallen lassen. Überholen wäre ja, wenn man permanent vor dem Pacecar fahren würden, zum Beispiel um sich irregulär eine Runde zurück zu holen. Das habe der Fahrer nicht gemacht und zu dem sei er meist auf gleicher Höhe gewesen.

Die NASCAR Rennkontrolle steckte aber auch in einem Dilemma. Die Fans drehten gerade durch, wollte man da Junior, der sich zumindest in einer Grauzone des Reglements befand, nach hinten stellen? Wollte man “Junior-Nation” komplett gegen sich aufbringen und ein Scheunentor für Verschwörungstheorien öffnen? Oder das Team verwarnen? Man hat sich für letzteres entschieden, auch sicher mit Hinblick auf steigende Quoten nach einem Junior Sieg.

Ob das richtig oder falsch war? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Aber es gehört eben auch zu NASCAR, dass man den Stars etwas mehr Leine gibt und die Ausnutzung von rechtlichen Grauzonen war schon immer etwas, was die Serie – mal mehr und mal weniger – ausgezeichnet hat.

F1 – Bonjour Tristesse
Im letzten Jahr feierte das “Red Bull Magazin” und vermutlich 90% des gesamten Fahrerlagers, als man zum vermeintlich letzten Mal in Magny-Cours antrat. Der Kurs ist unbeliebt, weil er kaum Überholmöglichkeiten bietet und für die Zuschauer strebenslangweilig ist, in der Umgebung möchte man nicht mal tot überm Zaun hängen. Man könnte es vermutlich, ohne dass es einem auffallen würde. Magny-Cours ist mit einem Wort: öde. Warum tritt man also noch mal an?

Weil sich Bernie Ecclestone verzockt hat. Er wollte in diesem Jahr entweder einen GP in Paris, oder einen in Disneyland veranstalten, doch einerseits zeigten sich die Pariser höchst unbeeindruckt von seinen Ideen, andereseits konnte man sich weder mit dem Disney Konzern, noch mit Versailles auf einen Vertrag, geschweige denn auf eine Streckenführung einigen. Was auch daran lag, dass Bernie wohl mal wieder zu viel Geld wollte. Die einzige Strecke, die in Frankreich noch F1 tauglich ist, liegt in Südfrankreich und heißt Paul Ricard, aber da wären wohl noch weniger Zuschauer gekommen, denn Ricard liegt ebenso in der Pampa wie Magny Cours. Da blieb 2008 also nichts anderes übrig, als noch einmal dort zu starten. Aber zum wirklich letzten Mal. Bestimmt. Wahrscheinlich. Mal sehen.

Und sonst?
Der ACO hat die “grandiose” Idee geäußert, ab 2009 eine weitere Protoypen Serie ins Leben zu rufen. In einer Art LMP3 sollen Privatfahrer ein Chassis von Oreca und einen V8 nicht genannter Herkunft erwerben, um im Rahmenprogramm der LMS ein einstündiges Rennen zu absolvieren. Das ist ja auch eher… hmmm… überflüssig? Braucht es vor einem 1000 KM Rennen, noch ein einstündiges Rahmenrennen? Man kann die Serie natürlich auch Samstags fahren lassen, aber welche TV-Station interessiert sich Samstagnachmittags, wenn überall Fußball läuft, für ein Rennen mit lauter No-Names? Besser wäre es gewesen, man hätte diese Serie in die LMS integriert. Wenn man Nachwuchsfahrer ranzüchten will, dann geht das wohl eher so.

In den Kommentaren wurde darauf hingewiesen, dass das IRL Rennen in Iowa wegen der dortigen Überschwemmungen terminlich ja nicht gerade günstig sei. Stimmt, aber die USA und auch Iowa sind groß und da, wo die IRL rumbraust, ist es mehr oder weniger trocken. Noch, jedenfalls.

Da bin ich wieder rechtzeitig zum nächsten F1 Rennen hier, und was ist… ich muss Freitag den ganzen Tag arbeiten und kann die Freien Sessions nicht live sehen. Ungerecht.

Auch super: Euro 2 zeigt morgen die Wiederholung von zwei Porsche Supercup Rennen aus dem April (!), eine Zusammenfassung des Le Mans Rennen ist weit und breit aber nicht in Sicht.

18.06.2008

Aufz. 18:45 Uhr   Indy Lights   Milwaukee   MotorsTV
Aufz. 19:40 Uhr   Belgian GT   Zolder   MotorsTV
Aufz. 20:00 Uhr   NASCAR SC   Michigan   Premiere
Aufz. 20:05 Uhr   GT Open   Vallelunga   MotorsTV

Le Mans – Analyse / NASCAR – Junior Nation / WTCC – Schlacht

Posted 16 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category 24 H Le Mans, Audi, Eurosport, Motorsport, NASCAR

24 H Le Mans
Man neigt ja gerne bei ausufernden Auseinandersetzungen zweier Gegner im Sport zu martialischen Vokabeln, aber dieses Mal kann ich mir auch nicht anders helfen: Das 24 H Rennen in Le Mans der Ausgabe 2008 war eine Schlacht von epischen Ausmaßen. Unfaßbar, was Peugeot und Audi da abgezogen haben. Mit jeweils drei Wagen, einem Star-Aufgebot der besten, verfügbaren Piloten die man weltweit finden kann und nur einer Devise: Gib’ alles.

Ich hab schon so einige Le Mans Rennen gesehen. Ich kann mich an die Auseinandersetzungen zwischen Porsche und Jaguar in den 80er Jahren erinnern. An die Kämpfe zwischen Peugeot, Toyota, Porsche und BMW in den 90ern. Aber vermutlich wird man bis in die 60er Jahre zurück gehen müssen, um zwei Werke zu finden, die derartig ineinander verzahnt waren, wie Peugeot und Audi in diesem Jahr. Damals war es Ford, die es, nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen, Ferrari zeigen wollten. Man entwickelte den Ford GT 40, der dann, nach einigen Anläufen die übermächtigen Ferraris bügelte. Auch damals karrte man alles an die Rennstrecke, was populär und gut war.

Das Rennen in diesem Jahr legte noch mal einen drauf. Konnte man vor Jahren noch nach der Devise unterwegs sein, dass man erst einmal seine Geschwindigkeit fährt und dann in den letzten Stunden mal schaut, wo der Gegner so steckt, war das 2008 völlig unmöglich. Peugeot schickte alle drei Wagen mit maximal Geschwindigkeit auf die Strecke, Audi jagte den Wagen mit McNish, Capello und Kristensen hinterher, während man die beiden anderen Wagen gestaffelt etwas langsamer fahren ließ. Doch schnell stellte man fest, dass man damit nicht weit kommen würde, also drehten auch die beiden anderen Audi auf. Und es wurde nie nachgelassen. Wenn es trocken war, waren beide Teams mit der maximalen Geschwindkeit unterwegs. Die Peugeot fuhren um 3.20 min, die Audi um 3.24 min.

Zu Beginn sah es nach einer deutlichen Sache aus. Die Franzosen waren bis vier Sekunden pro Runde schneller und enteilten dem Feld. Aber nach rund drei Stunden zeigte sich auch, dass sie zwei Probleme hatten. Zum einen war der Verbrauch der Peugeot höher, so dass man öfter an die Box kommen musste, zum anderen dauerten die Fahrerwechsel wegen des geschlossenen Dachs einfach zu lange. Rund 10 Sekunden verlor man allein bei jeden Fahrerwechsel. Bei knapp 15 Wechseln macht das dann schon eine Menge aus. Und in diesem Jahr ging es um jede einzelne Sekunde.

Die langsameren Mehr-Stopps hatte man eingeplant, weil sie vorher bekannt waren. Wo hat man plötzlich die drei Minuten verloren, die man am Ende nicht mehr aufholen konnte? Die Antwort liegt im Regen. Audi war volles Risiko gegangen, und hatte den R10 mit der Nummer Zwei auf eine Abstimmung gestellt, die eine nasse Fahrbahn mit einschloss. Eine Regenabstimmung bedeutet immer, dass man mehr Abtrieb fährt und den Wagen weicher abstimmt, so dass man auf den Geraden langsamer ist und nicht so richtig gut aus den Ecken im Trockenen rauskommt. Als dann der Regen einsetzte, war man dem Peugeot weit überlegen. Villeneuve rutschte auf dem, wie er sagt, sehr spitz zu fahrenden 908, relativ hilflos rum, während Tom Kristensen, zu dem auch noch Regenspezialist, richtig aufdrehte. In den den Stunden am frühen Morgen, zwischen vier und acht Uhr, entschied sich das gesamte Rennen. Kristensen, McNish und Capello hatten schon zuvor großartige Arbeit geleistet, als es gelang immerhin mit Abstand von etwa einer Runde am führenden 908 mit der Startnummer 7 dran zu bleiben. Man fuhr über Stunden Zeiten wie in der Qualifikation (die Peugeot allerdings auch), doch als dann der Regen kam, war man dicht genug dran. In nur einer halben Stunde holte man den 908 ein und überholte ihn an der Box. Aber warum konnten die Franzosen nicht kontern?

Zum einen blieb es den gesamten Vormittag feucht. Audi gelang es den Vorsprung von einer halben Runde zu konservieren. Mehr aber auch nicht. Als es gegen Mittag kurz abtrocknete, war der Peugeot sofort wieder mit schnellen Zeiten da und glänzte mit Runden um die 3:20min, während der Audi so um die 3:24 fuhr. Gegen 12.00 Uhr wurde die Luft für die Peugeot langsam dünn, aber noch war es durchaus möglich, den Audi zu holen – doch dann wurde es wieder feucht und die Sache war eigentlich gegessen.

Es sind am Ende ein paar Kleinigkeiten, die Peugeot das Rennen gekostet haben.

1. Die Ausrichtung der Abstimmung auf trockene Verhältnisse. Man ist davon ausgegangen, dass man so schnell unterwegs ist, dass Audi auch nichts anderes übrig bleiben würde, als mit einer reinen Trockenabstimmung zu fahren. Zu groß war der Speed des 908 gegenüber dem R10, als das die Deutschen sich ein Risiko bei der Abstimmung erlauben könnten. Dachte man. Da dachte man aber falsch, denn bei Audi wiederum war man sich sicher, dass man gegen Speed des 908 im Trockenen eh nichts würde ausrichten können. Weniger, und schnellere Stops hin oder her, das würde nicht reichen. Bis vier Uhr morgens war das ja auch so. Wenn man aber im Regen genau die fünf Sekunden, die man hintendran war, wieder holen würde, dann sieht die Rechnung eben anders aus.

2. Die Konstruktion des 908. Peugeot hat in den letzten zwei Jahren eine Menge Fahrer ausprobiert, nur um festzustellen, dass es ehemalige Formel Eins Fahrer sind, die mit dem Wagen am besten klar kommen. Im Prinzip ist der 908 ein verkappter Formel Eins. Während der R10 davon ein Stück entfernt ist. Das bedeutet aber auch, dass der 908 in Sachen Abstimmung komplexer, und, um noch mal Villeneuve zu zitieren, schwieriger zu fahren ist. Der 908 mag insgesamt das schnellere Fahrzeug sein, wie er bei den “Kurzstrecken” über 1000 KM ja immer wieder beweist, aber man kann wohl nicht mit derartigen Mischabstimmungen fahren, wie Audi das gemacht hat.

3. Die Erfahrung. Audi fährt seit 1999 in Le Mans, Peugeot seit 2007. Man hat zwar in den 90er Jahren hier schon mal gewonnen, aber das ist lange her. Die frische Erfahrung der Audi Mannschaft, nebst den Leuten von Joest, die seit Ende der 70er in Le Mans unterwegs sind, hat am Wochenende dazu beigetragen, dass man genau den Tick besser war.

Auf jeden Fall haben beide Teams ein tolles Rennen abgeliefert. Immerhin: alle eingesetzten Fahrzeuge sind auch ins Ziel gekommen, das heißt schon was. Es war über 24 Stunden so spannend, dass man kaum ins Bett gehen wollte, weil sich dauernd etwas tat. Ein großes Kompliment an beide Teams, die uns das beste Rennen seit Jahrzehnten geliefert haben. Vom diesjährigen Rennen wird man noch in Jahren sprechen.

Wie geht es weiter? Audi wird wohl auch 2009 antreten, das hat man während des Rennens angedeutet. Mit dem R10 wird das aber nicht mehr gehen. Der Wagen ist vier Jahre alt und im nächsten Jahr werden die Franzosen den 908 so weit verbessert haben (vor allem im Verbrauch), dass man keine Chance haben wird. Intern hat man schon längst begonnen, einen Nachfolger auf Kiel zu legen, der aber noch nicht offiziell genehmigt ist. Nach dem grandiosen Sieg in Le Mans, wird man aber wohl kaum einen Rückzieher machen wollen.

Der Kampf in der LMP1 hat das Rennen völlig überschattet. In den anderen Klassen ging es allerdingas auch gut zur Sache. In der LMP2 gaben es sich die beiden Kunden Porsche RS Spyder von holländischen Van Merksteijn und dem dänischen Essex Team stundenlang so richtig. Erst als der Essex Wagen einen geplatzten Hinterreifen erlitt, konnten sich die Holländer absetzen. In der Nacht kamen weitere Probleme beim Essex Team hinzu, so dass das Van Merksteijn Team am Ende relativ gemütlich gewann.
In der GT1 war es ähnlich spannend wie in der LMP1 stundenlang wechselten sich der Aston Martin mit der 009 und die Corvette mit der 63 in der Führung ab. Es ging, wie Aston Martin in einer Presseerklärung schrieb, 24 Stunden lang Vollgas und ans absolute Limit. Wegen der Dramtik in der LMP1 bekam man vom Rennen der GT1 leider nur wenig mit. Am Ende setzte sich der Aston Martin mit knapp einer Runde Vorsprung durch.
In der GT2 war die Sache nach dem Doppelausfall der beiden schnellsten Porsche RS GT3 schnell durch. Die beiden schossen sich in der Indianapoliskurve unglücklich ab, als einer der beiden einen Hinterreifen verlor und den anderen in sein Unglück mitriss. Den Rest machten die Ferrari unter sich aus. Zwischen den Teams war es aber zu keiner Zeit richtig eng.

Ein großes Kompliment an Eurosport. Man hat einfach die bewährte Crew von MotorsTV übernommen, die schon in den letzten beiden Jahren für viel Spaß gesorgt haben. Stefan Heinrich, Stefan Moser, Gustav Büsing, Armin Hahne, Norbert Ockenga und Rainer Braun machten einen seht guten Job, vor allem in der Nacht, als sie sich mit Peter Mücke auch jemanden in die Kommentatorenbox holten, der ein geborener Moderator zu sein scheint. Es wurde viel geflachst, wie üblich auch gerne mal mit Witzen der Kategorie “Aua, aua, aua”, aber auch sehr viel Fachwissen weitergegeben. Das man dauernd zwischen Euro und Euro2 hin und her schalten musste – geschenkt. Auch dem ACO muss man ein großes Kompliment machen. Während man früher ab Mitternacht nur noch Bilder von der Start/Zielgeraden und den Boxen sah, gab es dieses Jahr rund um die Uhr Bilder von der ganzen Strecke. Sogar Onboard Bilder, was daran lag, dass der ACO Glasfaserkabel und Relaistationen rund um die Strecke verlegt hat, die die Bildsignale weitergeben. Bei Unfällen schaltete man sofort auf die festinstallierten Kameras der Racecontrol. Mehr und bessere Bilder hat es bei einem 24 H Rennen in Le Mans noch nie gegeben.

Zum Schluss noch zwei Links:
Die Kollegen von “autosport.com” haben Audi Piloten Alan McNish eine Kamera in die Hand gedrückt. Das Ergebnis kann man hier sehen. Rechts in der Navigation gibt es Links zu weiteren Bildern.

Rainer Braun über den Moderatoren-Alltag in Le Mans.

NASCAR – Endlich!
Man konnte es hören. Nicht nur weil die Fans völlig aus dem Häuschen waren. Aber das Geschrei konnte nicht das Gebirge übertönen, das Dale Earnhardt jr. gestern Nachmittag nach dem Überfahren der Ziellinie in Michigan vom Herzen gefallen ist. Endlich – nach 77 Rennen, einem Teamwechsel, viel Kritik und jede Menge Tiefschläge durch Kyle Busch war er da – der erste, richtige Sieg des Jahres. Sicher – die Saison lief bisher schon nicht so schlecht für Junior. Ein Sieg beim Budweiser Shootout, einer bei Gatorade Duel. Aber das sind keine Cup-Rennen. Das ist was für die Galerie und gut fürs Konto, aber Respekt bringt es einem nicht viel. Und schon gar keine Punkte. Aber jetzt ist es vollbracht – der Sieg im neuen Team in einem Cup Rennen.

Dabei sah es von außen betrachtet lange gar nicht gut für Junior aus. Wie üblich in den Top Ten gelegen, kam er an das Führungstrio nur selten ran. In einem eher zähen Rennen gaben Jimmie Johnson Matt Kenseth und der erstaunlich schnelle Brian Vickers den Ton im Rennen an. Junior blieb in den Top Ten, schien aber, wie in diesem Jahr bei Hendrick üblich, nicht den Speed zu haben, um ganz vorne mitmischen zu können. Aber die 400 Meilen in Michigan sind schon immer Rennen gewesen, die nicht allein über den Speed entschieden wurden. Gerade mal sechs Caution gab es im Rennen, dazu die eine, die Earnhardt den Sieg brachte.

Wie in der NASCAR meist üblich waren es die letzten 50 Runden, die das Rennen entschieden haben. Und die Benzinstrategie. Während des Rennens gab es eine Phase, in der es einige Unterbrechnungen gab und die Teams entschieden sich für unterschiedliche Strategien. Einige blieben draussen, einige kamen rein. Einige wechselten alle Reifen, andere nur die beiden rechten. Das Feld wurde mehrfach durcheinander gewürfelt und bis in die letzten 20 Runden wusste man überhaupt nicht, wer eigentlich wie unterwegs war. Doch dann lichtete sich so so langsam der Nebel. Einer nach dem anderen musste an die Box. Bis auf Kasey Kahne, Jamie McMurray und Dale Earnhardt jr. Dabei war es Junior, dessen Tank noch am leersten war. Kahne und McMurray lagen gut im Verbrauch, der Rest, vor allem Stewart und Johnson stürmte von hinten mit frischen Reifen ran. Am schnellsten war aber Vickers unterwegs, den man auf vier neue Reifen gesetzt hat, was pro Runde ungefähr zwei Sekunden ausmachte.

Die Fans hielten den Atem an, als Junior vorne versuchte so schnell und so spritsparend wie möglich zu fahren. Zwischendurch war Junior irritiert, denn McMurray überholte ihn. Junior ging davon aus, dass McMurry noch an die Box musste, was aber nicht stimmte. Sein Crewchief machte ihn darauf aufmerksam und er ging wieder an die erste Stelle. Hinter ihm drängelte Kahne, der aber für einen Moment nicht an McMurry vorbei kam. Als noch drei Runden zu fahren waren, gab es plötzlich eine Caution (ich hab echt vergessen weswegen) und die Sache schien gelaufen. Junior auf alten Reifen mit Luft im Tank beim Restart, dahinter die Jungs mit den frischen Reifen und genug Sprit an Bord. Das konnte nicht gut gehen. Das Benzin in Juniors Wagen war so knapp, dass er in den Runden während der Caution den Motor immer nur sekundeweise anmachte um dann um die Strecke zu rollen. Das konnte einfach nicht gut gehen beim Green/White/Checkered

Beim Restart kam Junior gut weg und weil man sich hinter ihm nicht einig war, konnte er ein paar Längen Vorsprung rausfahren. Die Leute tobten auf der Tribüne, aber dann kam Kahne von hinten angestürmt. Es ging in die letzte Runde, da schmiss Patrick Carpentier den Wagen im Getümmel auf der Zielgeraden weg und die Caution kam raus. Das bedeutete, dass das Rennen neutralisiert war und unter Gelb zu Ende gehen würde, aber nicht, das Junior auch gewinnen würde. Er musste noch eine komplette Runde in einer annehmbaren Geschwindigkeit hinter sich bringen. Auf der Gegengerade machte er den Motor aus, rollte durch die Kurve machte ihn nochmal an, bevor der Sprit ausging. So rollte er über die Ziellinie, hinter ihm Kasey Kahne, der sich an seine Stoßstange geklemmt hatte. Fast sah es für einen Moment so aus, als wolle er Junior noch einen Schubs geben, damit der über die Linie kommt, aber das war nicht nötig.

Was danach los war, kann man kaum beschreiben. Die Fans drehten durch, Junior vergass vor lauter Freude sogar noch den üblichen Burnout und als einer der ersten Gratulanten war Teambesitzer Rick Hendrick am Wagen. Es gab wohl kaum einen Fahrer und NASCAR Angehörigen, der Junior den Sieg nicht gegönnt hätte. Nur Brian Vickers war ein wenig angepisst, weil er das Rennen mit seinen neuen Reifen vermutlich gewonnen hätte, wenn die Caution nicht gekommen wäre.

Der NASCAR wird der Sieg von Junior gut tun. Nicht nur, weil der Absatzt von T-Shirts wieder nach oben schnellen wird, sondern auch, weil damit der Chase wieder spannender wird. Die 10 Extrapunkte werden Junior, der weiterhin auf Platz drei in der Meisterschaft liegt, im Chase gut tun.

Nächste Woche wird es allerdings schwierig, den Sieg zu wiederholen, da man auf dem Infinion Raceway das erste Rundstreckenrennen der Saison absolvieren wird.

WTCC – Schlachtfest
Na also, geht doch, möchte man angesichts des zweiten Laufs in Brünn sagen. Der ersten hab ich nicht gesehen, da Le Mans spannender war, aber da gewann der erstaunliche Alex Zanardi von der Pole. Im zweiten Rennen ging es richtig zur Sache. Für einen Moment dachte ich, die BTCC habe die Serie übernommen. Es wurde gerempelt, gehakt, geschubst, angelehnt, geschoben und etliche Kleinteile verteilten sich über die Strecke. Viele Aktionen waren hart an der Grenze, aber auf der anderen Seite hat die WTCC mehr Action geliefert, als in alle Rennen der letzten 12 Monate zusammen. Und das auf einer Strecke, die eigentlich etwas schwierig ist, in Sachen Überholvorgang. Das schien die Fahrer aber nicht zu stören, denn es wurde halt dann eben auch dann überholt, wenn man eigentlich nicht überholen konnte. Zeitweise ging es zu wie einem Onlinespiel in dem lauter “Wrecker” unterwegs sind. Allein die beiden Seat mit Muller und Tarquini vorne hielten sich aus allem raus, und irgendwie schlüpfte Alex Zanardi, immerhin nach der ersten Runde nur zehnter, durch das Chaos. Er kämpfte noch den erstaunlichen James Thompson im neuen Honda nieder und raste den beiden Seats hinterher. Muller schnappte er sich locker und in der letzten Runde war er an Tarquini dran, kam aber nicht vorbei, weil das Rennen mal wieder zu kurz war.

Aber das war doch mal ein Rennen mit richtig viel Biss. Kann man gerne wiederholen, aber so wie ich die Serie einschätze, wird es beim nächsten Mal wieder gesetzter zugehen.

Und sonst?
Jetlag fast weg. Bilder des Urlaubs gibt es hier.

Vorschau auf nächstes Wochenende: Die Untoten kehren zurück – F1 auf der öden Strecke von Magny Cours, die doch eigentlich schon längst begrünt sein sollte. Die FIA GT fährt ein Nachtrennen auf dem Micky Maus Kurs in Adria, was letztes Jahr allerdings erstaunlich amüsant war, die IRL ist in Iowa und der Sprint Cup fährt wie erwähnt ausnahmsweise auch mal ein paar Rechtskurven auf dem Infinion Raceway.

16.06.2008

Aufz. 19:15 Uhr   NASCAR SC   Michigan   Premiere

17.06.2008

Aufz. 13:00 Uhr   ATS F3   Hockenheim   Premiere
Aufz. 13:30 Uhr   IRL   Texas   Premiere
Aufz. 15:45 Uhr   UK GT Cup   Anglesy   MotorsTV
Aufz. 16:10 Uhr   GT Open   Vallelunga   MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr   Belgian GT   Zolder   MotorsTV
Aufz. 17:30 Uhr   Indy Lights   Milwaukee   MotorsTV
Aufz. 21:00 Uhr   NASCAR SC   Michigan   Premiere

24 H Le Mans

Posted 14 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category 24 H Le Mans

Hier gibt es in den nächsten Stunden immer mal wieder Updates zum Rennen. Ich werde nicht die ganze Nacht was schreiben, da mich der Jetlag nervt und ich sehen muss, dass ich mal wieder sowas wie einen Schlafrhythmus bekommen.

Live Timing
http://www.ris-timing.be/kangaroo/24h.htm (down)

http://www.lemans.org/24heuresdumans/pages/chronos_gb.html
Etwas übersichtlicher, aber auch langsamer.

—schnipp—

Ziel

Nach 24 Stunden hat Audi es tatsächlich geschafft und die hoch gehandelten Peugeot geschlagen. Tom Kristensen, Rinaldo Capello und Alan McNish gewinnen mit einer Runde Vorsprung vor dem Peugeot mit der Nummer Sieben, gefahren von Jacques Villeneuve, Nicolas Minassian und Marc Gene. Dritter wird der Peugeot mit der Nummer Neun (Montagny, Klien, Zonta). Auf Platz vier der Audi Nummer Drei vor dem dritten Peugeot und dem Audi mit der Nummer Eins. Bester “Nicht-Diesel” wird der Pescarolo mit der Startnummer 17, vor dem Oreca Nummer 5 und dem erstaunlichen Lola Aston Martin, der ja gleich zu Beginn einen Unfall hatte und trotzdem auf Platz 9 reingekommen ist. Zehnter wurde der schnellste LMP2 von Van Merkensteijn Team. Zweiter in der LMP2 der Essex Porsche. In der GT1 gewinnt der Aston Martin vor der Corvette und in der GT2 der Ferrari von Risi Motorsport.

Bei Audi ist die Freude demenstprechend groß, denn so hart musste man noch nie um einen Sieg in Le Mans kämpfen. Peugeot hatte den schnelleren Wagen, musste aber öfter an die Box. Dort hatte man auch die längeren Standzeiten, weil der Fahrerwechsel wegen des geschlossenen Wagens einfach länger dauert. Warum Peugeot verloren hat? Ich gehe morgen in der Analyse darauf ein.

Ein Wort noch zu Eurosport – guter Job mit der seit Jahren bekannten Kommentatorenbesetzung. Zwar war die Zapperei zwischen Euro und Euro 2 etwas nervig, aber man muss ja froh sein, wenn ein Sender die gesamten 24 Stunden überträgt, nach dem Motors TV ausgebootet wurde und Premiere sich aus der Übertragung rausgezogen hat.

Das war das mit Abstand spannendste Le Mans Rennen seit Jahren und ich hab mich schon fast geärgert, dass ich zwischendurch auch mal schlafen musste. Mehr, wie erwähnt, morgen in der Analyse.

Noch 15 Minuten

Der zweitplatzierte Peugeot scheint entweder ein Reifenproblem oder irgendwas am Differential/Antriebswelle zu haben. Beim Anbremsen und Beschleunigen bricht das Heck aus und er ist kaum auf der Strecke zu halten. Das sieht nach einem größeren Problem aus. Audi holt den Führenden rein und wechselt auf Regenreifen. Damit sollte die Sache gegessen sein. Der Peugoet mit der 7 hat somit eine Runde verloren und keine Chance mehr auf den Sieg. Er kann zwar die Box wieder verlassen, aber das sollte es gewesen sein und man wird versuchen den zweiten Platz zu halten.

Noch 30 Minuten

Es ist weiter nass bis feucht und sowohl Peugeot und Audi sind auf geschnittenen Slicks unterwegs. Man hat Frank Biela mit der Startnummer 1 auf Intermediates gesetzt, er drehte sich aber beim Anbremsen zur ersten Schikane kurz raus. Man rechnet mit weiteren Schauern und die Frage ist, welche Reifen man aufziehen soll. Ärgerlich ist zur Zeit das Livetiming, dass keine genauen Abstände rausgibt. Auch bei Eurosport gibt es keine richtigen Zeiten. Der Abstand scheint bei rund einer Runde zu liege, also ca. drei Minuten. Klar ist, dass Peugeot nicht gewinnen kann, wenn es bei Audi nicht noch Probleme gibt. Bei dem Wetter ist das jederzeit möglich. Es bleibt also weiter spannend.

In den anderen Klassen ist die Sache durch. In der LMP2 führt der Van Merkensteijn Porsche mit sieben Runden Vorsprung vor dem Essex Porsche und dem Pescarolo/Judd von Saulnier Racing.

In der GT1 liegt der Aston Martin mit der 009, gefahren von Brabham/Garcia/Turner mit einer Runde Vorsprung vor der Corvette mit der 63. Auf Platz drei die zweite Corvette.

In der GT2 führt immer noch der Ferrari von Risi vor vier anderen Ferrari. Auch hier wird sich nicht mehr viel tun, wenn nicht einer den Wagen komplett wegwirft.

Noch 60 Minuten

Das Wetter spielt verrückt. Bei Start/Ziel regnet es heftig, im hinteren Teil ist es trocken. Der führenden Audi mit Kristensen war gerade zu seinem vorletzten Stopp an der Box und man hat geschnitte Slicks, eine Art Intermediates aufgezogen. Der zweitplatzierte Peugeot hatte an der Box ein kleines Problem, weil er wegen eines Konkurrenten der hinter ihm stand zu spitz reinfuhr und erst mal per Rollbrett gerade gestellt werden musste. Er ließ seine Intermediates drauf und konnte mit leichter Verzögerung weiter fahren. Jetzt wird es aber wegen des Wetters richtig eng. Und das nach 23 Stunden.

Noch 90 Minuten

An der Spitze rückt man weiter zusammen. Mittlerweile sind es nur 2:15 min die der Audi Vorsprung hat. Das wird gegen Ende noch sehr eng und der Vorsprung könnte unter 30 Sekunden fallen, wenn die Peugeot nicht noch einmal mehr halten müssen, was im Moment nicht so ganz klar ist. Bei der Analyse des Rennens wird man bei Peugeot feststellen, dass man das Rennen nicht auf der Strecke, sondern an der Box verloren hat. Fast 10 Minuten länger als die Audi stand man still, also knapp zwei Runden. Mit anderen Worten: der hohe Speed der Franzosen bringt nichts. Man müsste mindestens 5 Sekunden pro Runde schneller sein, wenn man hätte gewinnen wollen. Offenbar hätte es dem 908 aber auch nicht geholfen, wenn man einfach langsamer gewesen wäre, da der Spritverbrauch trotzdem höher ist. Aber noch ist das Rennen nicht gelaufen und bevor der Audi nicht über die Ziellinie gefahren ist, haben sie nicht gewonnen.

Noch 2 Stunden

Dramatik an der Spitze. Der führende Audi wurde beim Überrunden von einem Nachzügler umgedreht und bekam einen Schlag auf die Hinterachse! Scheinbar ist aber nichts passiert, denn Kristensen fährt zügig weiter. Allerdings beginnt es wieder mehr zu regnen und die Wagen rutschen stark. Bei Audi hat man die Intermediates zurecht gelegt. Der Peugeot mit der Nummer 8 verbremste sich kurz und landete in einem Reifenstapel, wurde aber von einer Hundertschaft vom Streckenposten schnell geborgen und konnte an die Box zurück fahren. Er liegt eh ohne Chance weit zurück.
Das Wetter spielt nun in der Endphase eine große Rolle. Weder Audi noch Peugeot können Gas weg nehmen, auf der anderen Seite wird man bei den schwierigen Wetterverhältnissen vorsichtig sein müssen. Zur Zeit sind die Führenden noch auf Slicks unterwegs, aber beide bewegen sich an der Haftungsgrenze. Ein kleiner Fehler, ein wenig mehr Nässe an einer Stelle und das Rennen kann vorbei sein.

Den Franzosen läuft aber die Zeit weg. Sie können den Rückstand nicht schnell genug aufholen und müssen wohl darauf hoffen, dass der führende Audi in Probleme kommt. Und das kann in Le Mans in der Schlussphase ja schneller gehen, als man denkt. Weiterhin ein irrsinnig spannendes Rennen in der LMP1.

Noch 3 Stunden

Vorne spitzt sich der Kampf zu. Man hat mittlerweile wieder auf Slicks gewechselt und Peugeot kann wieder den Geschwindigkeitsvorteil ausnutzen. Man ist wieder die drei bis vier Sekunden schneller als der führende Audi. Das wird eine ganz, ganz enge Kiste. Peugeot hat sowohl die Nummer 7 mit Villeneuve, als auch die Nummer 9 mit Klien auf die Jagd geschickt. Es wird volles Rohr gefahren und Audi muss versuchen dagegen zu halten.

Es ist schwer zu sagen, wie das Rennen ausgehen wird. Laut Zeitwertung sind es nur noch 3.14min Vorsprung die Audi hat. Aber es sind noch drei Stunden zu fahren und Peugeot ist eine bis drei Sekunden schneller. Auf der anderen Seite muss Audi nicht so oft an die Box. Ein Fehler bei Audi, ein Problemchen beim Boxenstopp – und die Sache ist wieder komplett offen. Es geht wirklich um jede Sekunde. Jedes Rutschen, jedes kleine Problem beim Überrunden kann das Rennen entscheiden. Und das nach 21 Stunden!

So ein spannendes Rennen habe ich in Le Mans lange nicht mehr gesehen. Das wird noch richtig dramatisch, denn Peugeot wird alles versuchen nach vorne zu kommen.

Zwischen 08.00 und 11.00 Uhr
Audi kann den Abstand auf den Peugeot weiter ausbauen. Teilweise führt man mit einer Runde Vorsprung. Die Franzosen haben ein Riesenproblem mit dem Regen und kommen nicht zurecht. Es ist nicht ganz klar, warum die Peugeot im Nassen so Probleme haben, aber das wird Audi nicht stören. Es ist klar, dass Audi auch deswegen in Führung liegt, weil man viel weniger Zeit an der Box verbracht hat.

Doch jetzt geht es in Le Mans erst richtig wieder los. Peugeot kämpft um den Anschluss nach vorne und Audi pokert bei den Reifen. Es hat aufgehört zu regnen, also versucht man mit nachgeschnittenen Intermediates/Slicks um den Kurs zu gehen. Die 02 mit den Oldies fährt auf Regenreifen, die beiden anderen auf nachgeschnittenen Slicks. Die Peugeot haben Regenreifen drauf und Villeneuve verliert weiter Boden. Doch Audi hat nur einen Wagen vorne. Zudem hat die Nummer 1 plötzlich ein technisches Problem und steht in in der Box. Hinter dem “Oldie Wagen” lauern zwei Peugeot auf den Sieg. Die Sache ist bei weitem noch nicht gegessen, auch wenn Capello gerade eine Runde Vorsprung halten. Spannender war es in Le Mans seit Jahren nicht mehr.

Die Nacht zwischen 03.00 und 08.00 Uhr

Es blieb lange ruhig diese Nacht, doch ab ca. 04.00 Uhr überschlugen sich die Ereignisse. Zum einen begann es zu regnen, zum anderen kam Schwung in die Wertung. Audi holte plötzlich mächtig auf die Peugeot auf, die im Regen bei weitem nicht so schnell waren, wie im trockenen. Die “Oldie” Mannschaft mit Capello, Kristensen, McNish, kam immer näher. Villeneuve in der Nummer Sieben, bisher die Führenden, verlor teilweise im zweistelligen Sekundenbereich, was auch daran lag, dass Peugeot Intermediates aufegezogen hatte. Gegen 05.30 Uhr war es dann so weit – Kristensen übernahm nach einem Boxenstopp zum ersten Mal die Führung. Danach tat sich erstmal wenig.

In der GT1 und GT2 gab es keine Veränderungen, in der LMP2 hatten beide Porsche Spyder Probleme, konnten aber weitermachen. Es führt weiter der VanMerkensteijn Porsche vor dem dänischen Essex Team.

11. Stunde

Es geht in Richtung Halbzeit und im Rennen tut sich wenig. Der Audi mit der Nummer 2 halt einen Respektabstand von rund 2 Minuten zum führenden Peugeot mit der Nummer 7. Die Startnummer 8 der Franzosen hatte zwischendrin mal wieder ein Problem mit dem Getriebe und verlor erneut drei Runden. Ansonsten ist das Rennen weiter spannend, aber sehr ruhig. Das gilt auch für die anderen Klassen, in denen sich an der Spitze nichts verändert hat. Die Nacht geht noch rund drei bis vier Stunden und damit ich bei der eher schwierigen Phase am Morgen wieder fit bin, verziehe ich mich jetzt mal ins Bett. Streams sind im Chat zu finden.

9. Stunde

Update: Saftey Car Phase: Die Nummer 6 vom Oreca Team ist böse abgeflogen. Offenbar sitzt Marcel Fässler noch im Auto. Es sieht so aus, als sei er seitlich auf die Ecke einer Betonbegrenzung geknallt. Eurosport verabschiedet sich intelligenter Weise gerade in eine 15minütige Nachrichtenunterbrechung. Danke auch dafür.

So wie ich das gerade im Stream gesehen habe, ist Fässler aus dem Wagen raus, hat gestanden, wird aber zur Sicherheit mit dem Krankenwagen ins Hospital gebracht.

Nach knapp mehr als einem Drittel des Rennens hat sich vorne nicht viel getan. Allerdings hat Peugeot ein paar kleine Probleme. Christian Klien in der 9 erlaubte sich einen Dreher nebst Ausflug ins Kiesbett, was ihn mehr als drei Minuten gekostet hat. Alex Wurz musste eben außerplanmäßig an die Box, weil der japanische Dome vor ihm jede Menge Öl verlor. Wurz konnte so gut wie nichts mehr sehen und musste früher zum Pitstop. Bei Audi läuft es dagegen ruhig und gut. Aber trotz der kleinen Probleme bei den Franzosen und des niedrigeren Verbrauchs kommen die Audi einfach nicht näher an die Franzosen ran. Der zweitplatzierte Audi, die Nummer 2 mit McNish, Capello und Kristensen, kann den Abstand bei einer Minute halten, muss dafür aber Zeiten hinlegen, die man nicht mal in der Quali gefahren ist. Auf Platz Drei liegt der Peugeot mit der Nummer 9, aber schon eine Runde zurück. Die beiden anderen Audi liegen eine weitere, bzw. zwei Minuten zurück, und sind also noch in Schlagdistanz. Auf Platz sechs der letzte Peugeot, der ja lange in der Box stand. Bester “Nicht-Disel” ist zur Zeit der Pescarolo mit der 17, 20 Sekunden dahinter lauert der Oreca mit der Nummer 6. Es bleibt vorne also weiterhin sehr spannend. Die Audi fahren ebenso wie die Peugeot volles Rohr. Im Moment drehen die Franzosen Rundenzeiten um die 3.20 min, McNish ist rund 3.5 Sekunden langsamer.

In der LMP2 hatte das Essex Team etwas Pech, als ihnen ein rechter Hinterreifen hochging. Das passierte zwar nicht weit von den Boxen entfernt, aber trotzdem kostete das natürlich ordentlich viel Zeit. Im Moment liegen sie eine Runde hinter den Kollegen von Van Merksteijn Team.

Bei den Fahrzeugen der GT1 ist das Rennen weiter eng. Im Moment führt der Aston Martin mit der 009 mit 54 Sekunden vor der Corvette mit der 63.

In der GT2 ist die Sache durch. Zumindest was die Markenwertung angeht. Nachdem sich die beiden schnellsten Porsche am Nachmittag in der Indianapolis Kurve gegenseitig rausgekegelt haben, ist jetzt auch der letzte verbliebene GT3 RSR in der Box verschwunden. Er hat mittlerweile über 13 Runden Rückstand. Es geht also nur noch zwischen den Ferrari 430 um den Sieg.


5. Stunde

In den letzten Stunden ist das Feld schon einigermaßen gerupft worden. Vorne hat es den Peugeot mit der Startnummer 8 erwischt. Der Polesitter stand wegen eines Problems mit dem Anlasser/Getriebe rundenlang an der Box und liegt nun auf der 12 mit 5 Runden Rückstand. Vorne liegt der Peugeot mit der Nummer 7 mit Jacques Villeneuve. Dahinter kommt schon der erste Audi mit der Startnummer 2, der nur 16 Sekunden hinter Villeneuve liegt. Der geringe Abstand ist darauf zurück zu führen, dass der Audi einen Stopp weniger hat. Nach fünf Stunden sieht es also vorne so aus, als würde es noch sehr spannend werden.
Leider auch schon weit zurück ist der Lola Aston Martin, der zu Beginn der dritten Stunde plötzlich mit zerstörten Frontwagen um den Kurs humpelte. Leider war nicht zu sehen, was passiert war.

In der LMP2 liegen weiter die beiden RS Spyder nahe beieinander.

In der GT1 führt die Corvette mit der Startnummer 63 vor dem Aston Martin mit der Nummer 009. Auch hier sind die Wagen nur wenige Sekunden auseinander. Frentzen liegt mit seinem Aston Martin auf Platz vier.

In der GT2 führt ein Ferrari 430 die Porsche Meute an. Der schnellste Porsche hatte schon beim Start Probleme und musste von ganz hinten los, später wurde er ausgerechnet mit einem einem Markenkollegen in einem Unfall verwickelt und liegt nun weit zurück.

Insgesamt gibt es aber erst drei Totalausfälle. Ein Spyker, ein Ferrari 430 sind mir bekannt, wer der dritte ist, kann ich so nicht sagen, da die Zeitnahme da leider auch nix rausgibt.

Das Rennen ist bis her eher ruhig. Zwischenfälle gibt es kaum, auch keine schweren Abflüge, wie man noch vor dem Rennen befürchten musste. Aber die lange Nacht mit ihren Problemen kommt ja noch. Dazu ist vor allem für den frühen Morgen Regen angesagt.

1. Stunde
Wie erwartet setzen sich die drei Peugeot schnell von den Audi ab. Die Zeitunterschiede sind etwa die aus dem Warmup. Die Franzosen sind rund 2.5 Sekunden schneller als der schnellste Audi von McNish. Die Taktik geht jetzt schon los. Die Audi scheinen insgesamt etwas besser mit dem Sprit auszukommen und können etwas später tanken. Eine Runde später an der Tankstelle bedeutet, dass die Peugeot tatsächlich pro Runde zwei Sekunde besser sein müssen, damit sie am Ende vorne sind. Die beiden anderen Audi lassen es etwas gemächlicher angehen. Kann sein, dass man versucht sogar noch eine weitere Runde aus dem Tank zu quetschen. Weiterhin legen drei Peugeot vor drei Audi. Enger geht es um die Plätze ab Nummero sieben zu. Da liegen der Lola Aston Martin, der Dome, ein Pescarola und ein Wagen Oreca ziemlich dicht beieinander. Ohne die Diesel wäre das ein spannendes Rennen :)

In der LMP2 fahren sich das Essex und das Van Merkensteijn Team die Lunge aus dem Hals und liegen rund eine Sekunde hintereinander.

Einen Zwischenfall gab es: Tomi Erdos rummste mit seinem Lola MG beim Anbremsen der ersten Schikane in die Leitplanke, weil er beim Überholen einen Tick zu früh einscherte und den Wagen von Klaus Graf berührte. Erdos konnte den ziemlich zerrupften Wagen in die Box schleppen. Nach einer Stunde sind also noch alle Wagen unterwegs.

Warm Up News:
Kruse Motorsport hat in Zusammenarbeit mit Lola den am Mittwoch total zerstörten Wagen wieder hinbekommen und wird am Rennen teilnehmen.

Peugeot war im Renntrimm mit dem schnellsten Wagen “nur” noch drei Sekunden flotter als der schnellste Audi.

In der LMP2 prügeln sich das Team Essex (u.a. mit Sascha Maasen) mit dem Van Merksteijn Motorsport Team um wenige Zehntelsekunden getrennt an der Spitze.

24 H Le Mans / NASCAR – Michigan / WTCC – Brünn

Posted 13 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category Audi, Eurosport, Motorsport, NASCAR, WTCC

So – wieder da. Jedenfalls zu 75%. Der Rest von mir hängt noch in Los Angeles und der Jetlag hat mich auch noch in seinen Klauen. Es war ein wundervoller Urlaub. Die Bilder bearbeite ich gerade noch, das dauert auch noch was, dass ich aus 1418 Stück erst einmal eine Auswahl treffen muss.

24 H Le Mans
Le Mans ist mit dem Daytona 500, dem Indy 500 und dem GP von Monaco sicher das Ereignis des Jahres. Mehr Geschichte und mehr Superlative gibt es kaum bei einem Rennen und dementsprechend gehören die 24 Stunden von Le Mans zu den Rennen, die man auf gar keinen Fall verpassen sollte. (Deswegen bin ich auch rechtzeitig wieder zurück geflogen :) )

In diesem Jahr stehen die 24 Stunden klar unter dem Kampf zwischen Audi und Peugeot, was nach den eher langweiligen letzten Jahren der totalen Audi-Dominanz eine wohltuende Abwechslung ist. Und beide Firmen haben alles aufgefahren, was man so in der Gerage hat. Beide Teams trete mit drei Wagen an, beide Teams haben erfahrene Langstrecken Piloten, Peugeot hat sich gleich sieben ehemalige Formel 1 Fahrer geangelt. Beide Teams testen seit Monaten wie die Verrückten und beide Teams wissen, dass man in diesem Jahr in diesem Jahr alles wird geben müssen, damit man am Ende ganz oben auf dem Treppchen steht. Die Aufrüstung der Top Teams ist so groß, dass man sich ernsthaft Sorgen machen muss. Nicht nur wegen des Horror-Unfalls von Marc Gene im Training, als er einen 908 zerlegte. Auch der Unfall von Ortelli in Monza und jeder von Audi bei den Tests in Sebring machen das diesjährige Rennen zu einem der gefährlichsten seit Jahrzehnten. Es ist nicht mal die Endgeschwindigkeit, die einem Sorgen macht. Da waren die Wagen in den 60ern schon nicht viel langsamer. Aber in diesem Jahr sind es die Kurvengeschwindigkeiten, die Bereiche erreicht haben, die nicht sonderlich angenehm sind. Die ausgefeilte Aerodynamik sorgt dafür. dass man in den engen, kurvenreichen Teil der Strecke einfach zu schnell ist. Das Geschlängel vor Start und Zeil war nie für diesen Speed gedacht und dementsprechend sind die Auslaufzonen ein Witz. Die eng an der Strecke stehenden Leitplanken gehen ja noch – viel schlimmer sind die Mauern, mit denen man die Strecke teilweise eingegrenzt hat. Das sind reine Betonmauern. Warum man nicht, wie in den USA, eine Safer Wall nutzt, ist mir ein Rätsel. Die Safer Wall hat in diesem Jahr schon mehrfach bewiesen, dass sie Einschläge jenseits der 280 km/h verkraftet und so den Fahrer vor Verletzungen schützt. Da hätte der ACO unbedingt nacharbeiten müssen, denn das Marc Gene nicht schwer verletzt wurde hatte mehr was mit Glück zu tun. Eine Feststellung, die ich in diesem Jahr schon häufiger bei der LMP1 machen musste.

In der Quali sah man das ganze Elend der hohen Geschwindigkeiten. Nur mal zum Vergleich: 2007 fuhr man, allerdings bei nicht optimalen Bedingungen, da es immer mal wieder leicht feucht war, eine Pole Zeit von 3:26.344 min (Peugeot). 2006 stand ein Audi mit einer Zeit von 3:30.466 min auf der Pole. In diesem Jahr fuhr der schnellste Peugeot mit Lamy/Sarrazin/Wurz sage und schreibe 3:18.513 min. Acht Sekunden. In einem Jahr. Gut – vermutlich haben die Franzosen gepokert und sind mit weichen Reifen und wenig Sprit unterwegs gewesen, während die Audi in Rennabstimmung fuhren. Aber trotzdem – acht Sekunden schneller. Der schnellste Audi konnte seine Zeit, im Vergleich zum letzten Jahr um immerhin drei Sekunden steigern, was aber hinten und vorne nicht reicht. Wenn die Peugeot nicht geblufft haben, dann wird das eine einseitige Sache. Und Audi wird sich nicht darauf verlassen können, dass man über die Zuverlässigkeit weiter kommt. Da hat Peugeot nach gelegt und die man selber hat in diesem Jahr ebenfalls Probleme gehabt. Nicht weiter verwunderlich, dass zum Rennen in Le Mans durch gesickert ist, dass Audi an einem Nachfolger des R10 arbeitet. Noch ist es nicht offiziell, aber sollte Audi eine Ohrfeige erhalten, wird man das Programm wohl mit Vollgas angehen.

Normalerweise würde ich sagen, dass der Sieg in diesem Jahr entweder an einen Peugeot oder einen Audi geht. Aber man soll sich nicht täuschen lassen. Die beiden Werke haben derartig aufgerüstet, dass man am Rande der technischen Belastungen steht. Und hinter den beiden lauert das in diesem Jahr erstaunliche Team von Charouz mit dem Lola/Aston Martin. Der Wagen ist zwar sehr neu, aber für eine Überraschung ist der allemal gut. Nicht vergessen sollte man auch den sturmerprobten Dome/Judd, dessen japanische Besatzung mit Ito/Tachikawa/Kataoka für mich sehr überraschend in der Quali auf Platz acht landete. Den Rest der LMP1 wird man wohl übersehen können.

Von der Taktik her wird es dieses Jahr auch etwas anders werden. Vermutlich werden Audi und Peugeot zwei Wagen vorne wegblasen lassen, und einen in Reserve weiter hinten positionieren. Während man aber früher mit vorab festgelegten Rundenzeiten arbeiten konnte, wird das dieses Jahr vor allem für die Audi nicht so gehen.

In der LMP2 geben die RS Spyder den Ton an. Aber – großes aber – hier gibt es auch die größte Ausfalldichte. Im letzten Jahr dezimierte sich die LMP2 derartig, dass man Ende befürchten musste, es würde gar keiner ins Ziel kommen. Klar – die Van Merksteijn/Verstappen/Bleekemolen Truppe hat schon in der LMS in diesem Jahr gezeigt, wie es geht, aber die Dichte an erfahrenen Teams in der LMP2 ist ziemlich hoch. Da kann sich während des Rennens sehr viel tun. Nicht aus den Augen lassen sollte man die Lola/MG Truppe mit Erdos/Newton/Wallace.

In der GT1 gibt es einen Neuauflage des Klassikers Aston Martin vs. Corvette. Da fährt zwar auch ein ziemlich schneller Saleen mit, aber der wird kaum eine Chance haben. In der Quali schockten die Amis mit mächtig schnellen Zeiten und angeblich ist man die auch in Rennabstimmung gefahren. Aston Martin, unter anderem mit der Besetzung Wendlinger/Piccini/Frentzen, schaute doof aus der Wäsche.

GT2 ist ein Kampf zwischen Porsche und Ferrari. Erstaundlicherweise sind die Porsche in diesem Jahr offenbar schneller als die 430er. Das wundert mich ein wenig, aber offenbar hat man in Weissach mal mit dem GT3 RSR eine Antwort auf den Angriff der Ferrari gefunden. Es würde mich wundern, wenn kein Porsche gewinnen würde. Allerdings – wir reden hier über Abstände im Zehntelsekundenbereich. Wie üblich sollte die GT2 das engste Rennen liefern.

Eine wichtige Frage für das Rennen: Wie wird das Wetter. Zur Freude aller wird es schon mal keine Hitzeschlacht. Mit vorhergesagten 20 Grad hat man wohl beste Renntemperaturen. Allerdings – ist durchaus Regen angesagt. Keine Sturzbächte, aber leichte Schauer können immer mal wieder vorkommen. Das dürfte das Rennen etwas spannender machen.

Übertragen wird das gesamte Rennen von Eurosport. Man zeigt die gesamten 24 Stunden, allerdings muss man zwischen durch zwischen Euro und Euro 2 hin und her zappen. Aber besser als nichts. Premiere zeigt gar nichts, was mich etwas enttäuscht. Aber das ist man in diesem Jahr vom Sender ja gewohnt. Wer nicht an Euro 2 rankommt – Speed zeigt ebenfalls Häppchenweise des Rennen zwischen den NASCAR Übertragungen. Wie es in Sachen Stream ausschaut ist mir nicht so ganz klar. Ich vermute mal, dass irgendwo noch ein Livestream von Eursport auftaucht. Immer mal in den Chat schauen :)

NASCAR – Michigan
Erster Auftritt der NASCAR Herren auf dem Oval in Michigan für dieses Jahr. Ein Zwei-Meilen Oval mit 18 Grad Banking. Der Kurs ist breit und auf der Zielgeraden geht es auch schon mal zu viert nebeneinander her. Weil die Strecke relativ breit und leicht zu fahren ist, sollte man mit längeren Grünphasen rechnen. Sprit kann ein Thema werden, wenn es gegen Ende öfter krachen sollte, aber das ist beim CoT ja eher selten.
Klingt mal wieder nach einem Auftritt der Gibbs Truppe, aber bei Evernham scheint man was gefunden zu haben. Die Art und Weise wie Kasey Kahne in Pocono und in Charlotte gewinnen konnte, war schon beeindruckend. Auch die Mannen von Roush/Fenway sollte man hier nicht unterschätzen. Wie es überhaupt in diesem Jahr auffällt, dass die Rennen mit dem CoT schwer vorher zu sagen sind. Ok – wenn man auf Kyle Busch tippt, liegt man vermutlich nie ganz falsch, aber insgesammt ist die Meisterschaft doch sehr ausgewogen. Das macht die Rennen spannender und hilft der Serie auch in den USA, wo die Rating weiter steigen. Nicht ganz schuldlos daran ist sicher das gute Abschneiden von Junior, der in der Meisterschaft auf Platz drei liegt und seinen Platz im Chase sicher haben sollte. Ein Sieg von Earnhardt. und die Quoten dürften noch einmal hoch gehen. Nicht unterschätzen würde ich aber auch den Einfluss von Kyle Busch. Klar, er ist bei den Fans noch unbeliebter als sein Bruder und der hatte schon alle Rekorde auf der Unbeliebtheitsskala gebrochen. Aber so ein “bad boy” hat ja immer etwas faszinierendes und die Leute schalten ein um sich über hin zu ärgern.

- Sonst gibt es wenig Neuigkeiten aus der NASCAR. Angeblich hat Tony Stewart entschieden, was er im nächsten Jahr machen wird. Da nichts von Gibbs zu hören ist, wird es wohl darauf hinaus laufen, dass er was eigenes auf die Beine stellt.

- Um das Team von Michael Waltrip ranken sich Gerüchte, dass Waltrip in Zahlungsschwierigkeiten steckt. Klar ist – er ist nicht so erfolgreich, wie er sich das vorgestellt hat. Klar ist auch – UPS wird 2009 nicht mehr bei MWR sein, nachdem Dale Jarrett seine Karriere beendet hat. Dazu kommen die nicht verstummenden Vorwürfe in Sachen Schummeln gegenüber Waltrip, die in diesem Jahr alleine dadurch aufgefallen sind, dass sie monatelang eine Trackbar von Ford im eigenen Shop “aus Versehen” rumliegen hatten. Auch NAPA, der Hauptsponsor von Waltrip selber, ist nicht so recht glücklich. MWR hat aber alle Gerüchte dementiert. Was sollen sie auch sonst machen.

- Bobby Labonte hat mit Petty Enterprises erneut einen Vertrag abgeschlossen. Die Ergebnisse der letzten Rennen war mehr als gut und offenbar wollte Richard Childress Racing zwar seinen Sponsor, aber nicht ihn als Fahrer.

- In den USA in einem Magazin gelesen: Im Februar, als Dale Earnhardt jr. seine neue Adidas Kollektion vorgestellt hat, war Junior für sage und schreibe 48% des gesamten Merchendising Umsatz der NASCAR zuständig. Soviel zu Thema, wen die Fans mögen.

- SC und CTS am Wochenende nebst ARCA in Michigan. NW in Kentucky.

WTCC – Brünn
Warum die WTCC ausgerechnet am Le Mans Wochenende und an dem Sonntag, an dem die Tschechen in der EM gegen die Türkei um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen, ein Rennen in Brünn abhalten muss, ist mir ein Rätsel. War aber schon im letzen Jahr so. Einige Fahrer sind, wie ich hörte, über diese Terminlegung auch nicht so glücklich, da sie gerne einen Fahrerplatz in Le Mans gehabt hätten. Und immerhin sind ja einige dabei, die in der GT1 und GT2 Klasse gut dabei wären. WTCC, halt, was soll man noch sagen.

Der Kurs in Brünn ist wunderschön und man kann da ein gutes Rennen fahren, wenn es denn lang genug ginge. Aber die sieben oder acht Runden der WTCC pro Lauf lassen da einfach zu wenig zu. Ich hab keine Lust, mich da weiter drüber aus zu lassen. Auch nicht darüber, dass man das erste Rennen um 12.00 Uhr startet, also gerade dann, wenn es in Le Mans in die heiße Endphase geht. Auf der anderen Seite sind die Rennen ja so kurz, dass sie knapp in eine Werbepause von Eurosport passen sollten.

Und sonst?
Ist doch toll – Regen am Wochenende und 24 Stunden Motorsport am Stück. Was will man mehr. Ich hab die Daten von Euro, Euro 2 und Speed getrennt aufgeführt, damit man seinen VCR programmieren kann.

Ein paar Wiederholungen die in der TV-Vorschau auftauchen sind einfach Erinnerungen an mich, was ich noch sehen muss. Also nicht über die ollen Kamellen wundern.

13.06.2008

Aufz. 15:45 Uhr   V8 Supercars   Sandown   MotorsTV
LIVE 17:30 Uhr   NASCAR SC   Michigan Training   SpeedTV
Aufz. 17:55 Uhr   GT Cup UK   Anglesy   MotorsTV
Aufz. 19:00 Uhr   NASCAR SC   Pocono   Premiere
LIVE 19:30 Uhr   NASCAR CTS   Michigan Training   SpeedTV
LIVE 21:00 Uhr   NASCAR SC   Michigan Quali   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   ARCA   Michigan   SpeedTV

14.06.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR NW   Kentucky Training   ESPN 2
Aufz. 08:30 Uhr   Le Mans   Le Mans Quali   Euro
LIVE 09:00 Uhr   Le Mans   Le Mans Warm Up   Euro
LIVE 10:00 Uhr   Le Mans   Le Mans Historic   Euro 2
LIVE 12:15 Uhr   Formula Master   Brünn 1   Euro
LIVE 14:30 Uhr   Le Mans   Le Mans   SpeedTV Bis 18.00 Uhr
LIVE 14:30 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro
LIVE 15:45 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro 2
LIVE 18:00 Uhr   NASCAR SC   Michigan Training   SpeedTV
LIVE 18:45 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro
LIVE 20:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro 2
LIVE 21:00 Uhr   NASCAR CTS   Michigan   SpeedTV Start ca. 21.15 Uhr
LIVE 22:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro
Aufz. 22:00 Uhr   WTCC Quali   Brünn   Euro 2
LIVE 22:30 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro 2
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR NW   Kentucky Quali   ESPN 2

15.06.2008

LIVE 02:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro
LIVE 02:00 Uhr   NASCAR NW   Kentucky   NASN, ESPN 2
LIVE 03:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   SpeedTV Bis 15.30 Uhr
LIVE 09:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro 2
LIVE 11:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro
LIVE 12:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro 2
LIVE 12:00 Uhr   WTCC   Brünn 1   Euro
LIVE 14:00 Uhr   Le Mans   Le Mans   Euro
LIVE 15:15 Uhr   WTCC   Brünn 2   Euro
LIVE 16:30 Uhr   NASCAR SC   Michigan Raceday   SpeedTV
LIVE 18:15 Uhr   Formula Master   Brünn 2   Euro 2
LIVE 18:30 Uhr   NASCAR SC   Michigan Prerace   TNT
LIVE 19:30 Uhr   NASCAR SC   Michigan   TNT

Fast wieder da

Posted 09 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport

Noch bin ich in den USA. Übers Wochenende waren wir im Yosemite Park, am Lake Mono, Juno Lake, in Mammoth und in Lone Pine. Und nirgends gab es Internet oder Handyempfang. Dienstagabend L.A. Zeit steige ich (leider schon) in den Flieger nach Berlin zurück, aber wegen der Zeitverschiebung komme ich erst Mittwochabend an. Vor Donnerstag tut sich hier also erst einmal nichts, dann aber wieder in gewohnter Form. Und Bilder gibt es dann natürlich auch zu sehen.

Da hab ich ganz offensichtlich ja was historisches verpasst am Wochenende. Und vor dem nächsten Wochenende werde ich auch kaum dazu kommen, all die Rennen, die zu Hause auf der Platte liegen, noch anzusehen. Kurze Frage daher an die Euch: Welche Rennen, außer den beiden F1 Rennen lohnen sich in der Wiederholung?

GP2 & Porsche Cup
Monaco

NASCAR
Dover
Pocono

WTCC /F3
Pau

IRL
Milwaukee
Texas

BTCC
Croft 1, 2, & 3

Danke!

F1 – Montreal / NASCAR – Pocono / IRL – Texas

Posted 06 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport

Mal wieder nur eine kurze Vorschau und auch dieses Wochenende komme ich nicht dazu, auch nur eine Minute zu sehen, da ich in den Yosemite National Park fahren werde. Auch die kommende Woche wird noch etwas ruhiger, da ich am Dienstag Abend zurück fliege, also erst Mittwoch wieder in Berlin bin. Dabei könnte ich noch Wochen hier verbringen. *jammern auf hohen Niveau*

F1 – Montreal
Das letztejährige Rennen ist wohl noch allen wegen des Horrounfalls von Robert Kubica in Erinnerung. Die Mauer, in die der Pole eingeschlagen ist, gibt es so nicht mehr. Man hat sie begradigt und leicht erhöht, denn es hätten nur wenige Zentimeter gefehlt, und der BMW hätte auf der Mauer abheben, in den Gegenverkehr oder in die Tribünen fliegen können. Trotzdem bleibt die Sicherheit in Montreal ein Problem. Die Strecke ist biestig schnell und Auslaufzonen sind Mangelware. Die Anzahl der schweren Unfälle hier ist überdurchschnittlich hoch. Neben dem Kubica Crash verunfallten hier auch mal Frentzen in einem Jordan und Oliver Panis brach beide Beine.

Der Kurs ähnelt dem von Adelaide sehr. Lange Gerade, auf die einzelne enge Kurven folgen. Fahrerisch nicht sonderlich herausfordernd und seit dem man die Schikane nebst der “Wall of Champions” entschärft hat, ist die auch nicht mehr wirklich spannend. Normalerweise sollten die Rennen eigentlich eher öde sein, aber in Montreal ist es meist sehr hektisch, weil man hier schnell das Safety Car rauskommt. Im letzten Jahr wurde das Rennen nicht nur wegen des Kubica-Unfalls mehrfach unterbrochen und der Rennverlauf auf den Kopf gestellt.

Daher ist es schwer zu sagen, wer in Kanada vorne sein wird. Es ist definitiv eine BMW Strecke, aber wenn es stimmt, dass Ferrari im Moment rund 25 PS mehr als der Rest der Welt hat, dann sollten die Roten hier auftrumpfen. McLaren hat aber in den letzten Rennen immer wieder überrascht, also hat man gleich sechs Fahrer zwischen denen es eng zugehen sollte. Etwas enttäuscht haben mich die letzten Auftritte von Renault. Man hört, dass die Franzosen ein Leistungsdefizit haben, was wohl auch der Grund ist, warum Torro Rosso, trotz eines Wagens, der in der Entwicklung rund 8 Wochen hinter dem Red Bull hinterher hängt, am Schwesterteam so nah dran ist. Die Mängel in der Aerodynamik kompensiert das Berger-Team einfach mit mehr Ferrari-Power.

Das Mittelfeld dürfte weiter zusammenrücken. Zwischen Toyota, Williams, Red Bull, Honda und Renault kann ich kaum Unterschiede erkennen. Anschluss gefunden haben Torro Rosso und Force India, obwohl letztere immer noch mit einem bockingen Auto kämpfen. Immerhin hat man ja wie Torro Rosso einen Ferrari-Motor im Heck.

NASCAR – Pocono
Letztes Jahr schrieb ich:

“Das ist nicht eben meine Lieblingsstrecke und auch bei den Teams ist sie nicht sonderlich beliebt. Es hieß auch schon mehrfach, dass sie entweder ganz aus dem Kalender fallen soll, oder wenigstens ein Rennen gestrichen wird. Eigentlich ist Pocono fast ein Rundstrecke, denn mit einem Oval hat das Ding wenig zu tun. 2,5 Meilen lang, und jede Kurve hat ein anderes Banking. Turn 1 hat immerhin noch 14 Grad, Turn 2 aber nur noch 8 und Turn 3 kaum merkbare 6 Grad. Die Abstimmung ist eine totale Lotterie. Dazu kommt, dass die Rennen dazu neigen, sehr lange Grünphasen zu haben, in denen sich das Feld weit auseinander zieht. Meist gewinnt man das Rennen auf Grund der Benzinstrategie.”

Dem ist nichts hinzufügen. Pocono ist weiterhin die mit weitem Abstand langweiligste und ödeste Strecke des Kalenders. Sogar noch vor Fontana. Kein Wunder, dass auch nur 45 Fahrer gemeldet haben, also nur zwei nach Hause müssen. Interessant könnte es nur dann werden, wenn irgendjemand in Sachen Motorleistung/Abstimmung endlich mal zu Gibbs aufgeschlossen hat. Ich hab das Gefühl, dass aber nur Greg Biffle oder, mit sehr viel Glück, Dale Earnhardt jr. den Gibbs Piloten das Wasser reichen kann. Und wohl auch nur dann, wenn die sich einen Fehler erlauben. Eine Außenseiterchance gebe ich noch Dodge, bzw. dem Evernham Team. In Charlotte war Dodge gut aufgestellt und Pocono sollte den Dodge besser liegen, als Dover.

IRL – Texas
In aller Kürze: ein Rennen, dass man nicht verpassen sollte. Nach dem eher öden Oval in Milwaukee, ist die IRL wieder auf dem Terrain, das sie in den letzten Jahren über Wasser gehalten hat: Highspeed Ovale. Texas ist ein 1.5 Meilen Oval mit maximal 24° Grad Überhöhung. So weit ich mich erinnere geht das Ding volles Rohr ohne Lupfen. Wegen der Luftmengenbegrenzer sind die Wagen hier gleich schnell – oder sollten es sein. Tatsache ist aber, dass dieses Jahr die Ganassi und die AGR Mannschaft die schnellsten Wagen hat. Den Sieg von Briscoe im Penske letzte Woche würde ich nicht überbewerten wollen, allerdings darf man Penske ja nie abschreiben. Der mag es nicht, nur hinterher zu fahren.
Die ehemaligen Champcar Teams werden wieder Probleme haben. Man ist zwar hier und da ein Stück näher gerückt, aber wirklich dran ist man noch nicht, wie die Ergebnisse zeigen. Wenn ich auf einen Sieger wetten müsste, ich würde Scott Dixon sagen.

Und sonst?
NASCAR NW ist in Nashville, CTS in Texas bei den Herren der IRL unterwegs. Kyle Busch wird alle drei Rennen bestreiten. Ein Lob auf den modernen Luftverkehr.

06.06.2008

LIVE   15:55 Uhr   F1   Montreal 1. FT   Premiere, DSF
LIVE   18:00 Uhr   NASCAR SC   Pocono Training   SpeedTV
LIVE   19:55 Uhr   F1   Montreal 2. FT   Premiere, DSF
LIVE   21:30 Uhr   NASCAR SC   Pocono Quali   SpeedTV
LIVE   00:00 Uhr   NASCAR NW   Nashville Training   ESPN 2

07.06.2008

LIVE   03:00 Uhr   NASCAR CTS   Texas   SpeedTV
LIVE   15:55 Uhr   F1   Montreal 3. FT   Premiere
LIVE   16:00 Uhr   NASCAR SC   Pocono Training   SpeedTV
LIVE   17:00 Uhr   Grand Am   Watkins Glen   SpeedTV
LIVE   18:50 Uhr   F1   Montreal Quali   Premiere, RTL
LIVE   21:30 Uhr   NASCAR NW   Nashville Quali   ESPN 2
Aufz. 23:00 Uhr   F1   Montreal Quali   DSF
LIVE   23:30 Uhr   NASCAR SC   Pocono Training   SpeedTV

08.06.2008

LIVE   01:30 Uhr   NASCAR NW   Nashville Quali   ESPN 2
LIVE   04:00 Uhr   IRL   Texas   ESPN 2, Premiere
LIVE   16:00 Uhr   NASCAR Raceday   Pocono   SpeedTV
LIVE   18:15 Uhr   F1   Montreal Quali   Premiere, RTL Rennstart 19.00 Uhr
LIVE   20:00 Uhr   NASCAR SC   Pocono   TNT

Mosely gewinnt – FIA verliert

Posted 03 Jun 2008 — by DonDahlmann
Category F1, FIA

Die Abstimmung mag Max Mosely gewonnen haben – die Sympathien nicht. Der ADAC hat sich in die Schmollecke zurück gezogen, wohl auch, weil sich der ADAC Sportpräsident und FIA Vize Hermann Tomczyk schon gerne als einer der möglichen Nachfolger gesehen hätte. Aber auch der AAA, der US Automobil Club, ist unzufrieden. Die in moralischen Dingen ja eher etwas angespannten Amerikaner können und wollen es nicht akzeptieren, dass Mosley mit seiner Nutten-Nummer durchkommt. In den USA treten hohe Funktionäre und Politiker schon zurück, wenn sie nur in den Verdacht kommen, einen sexuellen Fehltritt begangen zu haben. Der ADAC hat schon angekündigt, dass man für den Moment erst einmal die Zusammenarbeit mit der FIA “einfriert”. Auch der AAA überlegt etwas in diese Richtung und spricht sogar von “Ausstieg” aus der FIA.

Das macht die politische Situation für die FIA nicht leichter. Wenn die beiden größten Vertreter der FIA, der ADAC und der AAA aus dem exklusiven Club austreten und eventuell einen neuen gründen, ist das für die FIA noch nicht weiter schlimm. In den USA hat die FIA sowieso nur wenig zu sagen, da populäre Rennserien wie die NASCAR, die Grand Am oder die IRL sowieso kaum bis nichts mit der FIA zu tun haben. In Deutschland gibt es mit dem AvD einen Konkurrenz-Club, der nur darauf wartet, den ADAC als Veranstalter bei vielen Rennen auszubooten. Schwieriger wird es, wenn auch andere Clubs dem Beispiel des ADAC in Europa folgen. Sollten die Spanier, die Engländer und andere Nationen zusammen mit dem ADAC und dem AAA eine Konkurrenzbehörde gründen, sieht die Sache allerdings schon anders aus. Für den Motorsport Fan wäre das allerdings nicht schön. Konkurrierende Clubs, die Fahrer, Rennställe und Strecken exklusiv an sich binden und sich gegenseitig mit Klagen überziehen sind nicht gerade eine gute Werbung. Aber soweit wird es die FIA nicht kommen lassen.

Die ganze Affäre dürfte ein hübsches Sommertheater werden, sollte Mosley sich nicht doch noch zu einem Rücktritt zum Ende des laufenden Jahres entschliessen. Der Ball liegt zumindest jetzt in seinem Spielfeld. Er hat die FIA zu der mächtigsten Sportbehörde der Welt gemacht, er hat die Formel Eins und damit auch viele andere Rennserien endlich so sicher gemacht, dass man nicht mehr alle paar Monate um einen Fahrer trauern muss und er hat den Skandal um seine Person zumindest technisch überlebt und die Geschichtsbücher werden die Sache mit dem Video gnädig vergessen. Es wäre keine schlechte Entscheidung, wenn er nun noch seine Projekte in diesem Jahr zu Ende bringt und die FIA dann in andere Hände übergibt.