Archive | Mai, 2008

F1 – Türkei / NASCAR – Darlington / LMS – Spa

Update 10.05.08: Total den Indy Poleday heute und morgen vergessen. Heute geht es von 18.00 bis 00.00 Uhr um die Plätze 1 bis 11, morgen kommen die Plätze 12 bis 22 dran. Die Regeln hatte ich hier schon mal erklärt. Leider wird es schwer die Quali zu sehen, weil es auf ESPN/ABC läuft. Laut dem Kommentar von Prometheus wird die Quali auch auf indy500.com übertragen. Zur Zeit läuft noch (bis 17.00 Uhr) das letzte Training vor der Quali.
—schnipp—

Um es gleich vorweg zu sagen: auch der Kurs in der Türkei ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, dass man hier wie wahnsinnig überholen kann, aber er wegen der engen Kurven im hinteren Bereich der Strecke durchaus für ein paar Überholversuche gut. Aber im Grunde dreht sich bei der Strecke alles um die mittlerweile berühmte Kurve Acht, die jetzt schon, nach nur wenigen Jahren nach dem Bau des Kurses in einem Atemzug mit der Eau Rouge und anderen genannt wird. Die Kurve ist wirklich der Hammer, zumindest mit einem Wagen, der genügend Abtrieb aufbaut. Von außen sieht die Kurve eigentlich nicht so aus, als man sie in einem Zug durchfahren kann, weil sie vier Scheitelpunkte hat. Aber es geht. Und dass, wenn der Tank leer ist, Vollgas. Fehler darf man sich da nicht erlauben. Wer auch nur einen halben Meter neben der Ideallinie liegt, kann es schon vergessen. Die G-Belastung liegt fast während der gesamten Zeit bei 4.5 G, nur am Ausgang wird es etwas besser. Das ist alles sehr spektakulär, aber muss man die Kurve wirklich volles Rohr nehmen? Der Zeitgewinn soll bei ca. einem Zehntel liegen, allerdings gibt es auch Fahrer, die der Meinung sind, dass man gerade auf einer schnellen Runde mit neuen Reifen die Kurve nicht voll nehmen sollte. Denn das was man Grip da aus den Reifen presst fehlt einem später vor allem im langsamen Teil vor Start und Ziel.

Kurve Acht ist sicher atemberaubend, aber die Zeit holt man woanders. Auf der Strecke ist nicht mal ein wahnsinnig hohes Abtriebslevel erforderlich. Ferrari verzichtet in der Türkei auf das Loch in der Nase, dass vor allem der Vorderachse mehr Abtrieb erzeugt. Das ist hier wohl nicht nötig, sondern eher beim Einlenken in die schnellen Kurven eher hinderlich.

Klar ist, dass Ferrari auch hier die besten Karten haben sollte. Im letzten Herbst holte man sich einen Doppelsieg und ließ den McLaren wenig Chancen. Die werden auch dieses nicht an die Italiener ran kommen. Allerdings gibt es mindestens zwei Teams, die für eine Überraschung sorgen könnte. Der Kurs sollte den BMW besser liegen als der in Barcelona, aber auch Renault würde ich nach dem gutem Auftritt in Spanien nicht abschreiben wollen. Alonso mag die Strecke und vor allem die schnellen Kurven liegen dem Spanier.

Bei den anderen Teams ist großes Rätselraten angesagt. Toyota, Red Bull und Williams sind einfach zu nahe beieiander, dazu könnte auch noch Honda stoßen, obwohl ich die auf diesem Kurs nicht so weit vorne sehe. Das gilt auch für die Torro Rosso, die noch mit dem alten Wagen antreten. Force India wird sich mit den STR wohl um die letzten Plätze prügeln.

Es gibt auch eine Änderung bei den Quali-Regeln. Da Super Aguri nun weg ist, fallen in der ersten Session nun fünf Wagen raus, in Q2 dann die anderen fünf. Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Da die Super Aguri die beiden letzten Plätze in diesem Jahr abonniert hatte, bedeutet dies, dass jetzt sogar noch ein Wagen eines größeren Team wegfallen kann. Man wird also schon in Q1 alles geben müssen, was die Quali etwas spannender macht.

Zu Super Aguri nur kurz: man geht schon ran und bemüht sich die qualmenden Reste zu verkaufen. Interessenten soll es schon geben, aber das ist sicher nicht ungewöhnlich. Das Problem bei Super Aguri ist, dass man keine vernünftige Design/Aero Abteilung hat, jedenfalls nichts in der Größe der anderen Team, weil man das Chassis von Honda bekommen hat. Das macht eine Übernahme nicht eben leichter, denn niemand kann das Team kaufen und sofort los legen.

NASCAR – Darlington
Die NASCAR beginnt ihre Session in North und South Carolina. Einmal Darlington, zweimal Charlotte. Man ist also mitten drin im Kernland der NASCAR und dort, wo die Homebase der Serie ist. Nirgends wird die NASCAR mehr verehrt, nirgends wird die heillige Dreieinigkeit von Rennen, Bier und Burger größer und ausgiebiger zelebriert. Und hier ist natürlich “Junior Country”, womit wir beim Thema der Woche wären. Nach Sicht der Junior Fans: der überaus beliebte Dale Earnhardt jr. vs. dieses Jüngelchen im Toyota. Beide Seiten haben versucht den Zwischenfall über die Woche runterzuspielen. Kyle Busch in seiner üblichen, etwas arroganten Art, Junior sprach von einem Rennunfall und davon, dass ihm das bei Kyle Busch im letzten Jahr auch passiert sei. Eine Reaktion seitens Junior, die vielen Fans nicht so wirklich gepasst hat. Die Stimmung ist jedenfalls schon mal gut und ich würde es mir dreimal mal überlegen, ob ich mit einem Kyle Busch Shirt zu den Rennen gehen würde.

Und dann gibt es da noch das Rennen. Darlington ist – das kann man wirklich so sagen – heiliger Grund für die NASCAR. Seit 1950 fährt man hier, auch wenn die Strecke mehrfach umgebaut wurde. Jetzt ist sie 1.3 Meilen lang und hat zwei völlig unterschiedliche Kurven. Turn 1 und 2 sind 25° Grad überhöht und relativ weit. Turn 3 und 4 haben 23° Grad Banking und sind viel enger. Das macht die Abstimmung spaßig, zumal es in Darlington nur einen schnellen Weg gibt: immer an der Mauer lang und zwar so dicht wie möglich. Daher gibt es die berühmten “Darlington Stripes” an der Seite des Wagen. Einen weiteren Beinamen hat die Strecke: “Lady in black”. Hat nichts mit dem Asphalt zu tun, sondern wieder mit den Stripes. Egal welche Farbe die Mauer zu Beginn des Wochenendes hat – nach dem letzten Rennen ist sie schwarz.

In mitten all dieser geschichtsträchtigen Dinge gibt es dann auch ein Rennen. Und ausgerechnet hier sollten die Toyota wirklich gut sein, denn die Strecke ist biestig schnell. Allerdings waren auch die Fords nicht zu unterschätzen, die in diesem Jahr auf den schnellen Ovalen wie Fontana fast unschlagbar schienen. Schwieriger wird es für die Hendrick Truppe sein. Offenbar ist und bleibt Junior die Speerspitze der siegverwöhnten Mannschaften. Und natürlich würde man nach den Ereignissen der letzten Woche gerne einen Earnhardt jr. Sieg dort sehen. Ein heißer Tanz wird das am Wochenende. Dooferweise wieder einer, der die ganze Samstagnacht gehen wird.

LMS – Spa
Noch eine Kurve, die es in sich hat. Eau Rouge ist ebenso bekannt wie gefährlich. Man hat die Kurve im Laufe der Jahre versucht etwas zu entschärfen, aber mehr Auslaufzonen kann man einfach hinbasteln. Die Abflüge hier sind allesamt legendär und das es in den letzten Jahren keine Toten gegeben hat ist durchaus ein sehr glücklicher Zufall. Dabei ist Eau Rouge nicht mal die einzig gefährliche Stelle in Spa. Die Schikane Les Combes am Ende der langen Bergaufgeraden ist auch immer gut für einen haarsträubenden Abflug, und dann gibt es noch Blanchimont, die sehr schnelle Links, die voll genommen wird. Aber hier gibt es mittlerweile etwas mehr Auslaufzone.

Natürlich geht es an diesem Wochenende wieder um den Sieg zwischen den Audi und Peugeot. Die Franzosen lassen zum ersten Mal Alex Wurz und Jacques Villeneuve ans Steuer. Letzter hat ja durchaus schon mal Bekanntschaft mit der Eau Rouge gemacht, nennt aber Spa als einer seiner Lieblingsstrecken. Ich bin mal sehr gespannt, wie sich der Wagen mit den Ex-F1 Fahrern schlagen wird. Audi setzt auf die bewährten Kräfte. Ein Auge muss man auf den sehr schnellen Lola-Aston Martin, allerdings glaube ich nicht, dass man auf dieser Strecke eine Chance haben wird. Das Problem ist einfach, dass die Diesel auf der langen Bergaufgeraden den Lola einfach stehen lassen werden.

Natürlich nicht am Start ist Stephane Ortelli, der mittlerweile wieder zu Hause ist, aber noch nicht fahren kann. Er soll für Le Mans wieder fit sein, aber auch das ist noch nicht sicher. Nach dem Unfall in Monza auch kein Wunder. Courage wird auch mit einem Wagen an den Start gehen.

MotorsTV zeigt das Rennen dieses Wochenende mit einer nur Einstündingen Unterbrechung. Da die F1 eh nebenbei läuft, kann man zwischendurch auch gut mal wegzappen.

Und sonst?
Kein ADAC GT Masters für mich. Stattdessen Arbeit. Hmpf.

Nur mal so als Hinweis für diejenigen die im Büro sitzen: DSF wird auch über das Programm “Zattoo” ausgestrahlt. Das ist ein legales Streamingprogramm, dass heißt, die Sender, die dort zu sehen sind, haben ihr Einverständnis zur Ausstrahlung gegeben. Man kann die Freien Session der F1 am Freitag also auch am Rechner verfolgen.

Die Angaben von MotorsTV und Eurosport sind wie immer “cirka” Angaben. In letzer Zeit war man bei Motors teilweise bis zu 30 Minuten schneller als die ausgezeichneten Programme.

Der Indy Pole Day geht jeweils sechs Stunden!
MotorsTV unterbricht das LMS Rennen in Spa dieses Mal nur für eine Stunde. Den Rest kann man also live sehen.
Die kursiven Zeiten sind nur die Wiederholungen auf Premiere.

Rot = Live

Orange = 1. gesendete Aufzeichnung

Silber = Aufzeichnung

09.05.2008

LIVE 08:55 Uhr F1 Türkei 1. FT Premiere, DSF 11:45, 19:00 h
LIVE 12:55 Uhr F1 Türkei 2. FT Premiere, DSF 17:45, 20:15 h
LIVE 18:00 Uhr NASCAR SC Darlington FT SpeedTV
Aufz. 19:10 Uhr Elise Cup Brands Hatch MotorsTV
LIVE 21:00 Uhr NASCAR NW Darlington Quali SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr NASCAR SC Darlington Quali SpeedTV

10.05.2008

LIVE 01:00 Uhr NASCAR NW Darlington ESPN 2
LIVE 09:55 Uhr F1 Spanien 3. FT Premiere 11:45 h
LIVE 12:45 Uhr F1 Türkei Quali Premiere, RTL 17:20, 20:35 h
LIVE 14:55 Uhr GP2 Türkei 1 Premiere
Aufz. 16:10 Uhr Dutch GT Nürburgring MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr F1 Türkei DSF
Aufz. 17:00 Uhr British F3 Croft MotorsTV
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Pole Day 1 ESPN/ABC
Aufz. 20:00 Uhr F1 Türkei DSF
LIVE 23:00 Uhr NASCAR SC Raceday SpeedTV
Aufz. 00:00 Uhr British F3 Croft MotorsTV

11.05.2008

LIVE 01:00 Uhr NASCAR SC Darlington FOX
LIVE 10:25 Uhr GP2 Türkei 2 Premiere 16:30 Uhr
LIVE 11:40 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
LIVE 12:45 Uhr LMS Spa Euro, MotorsTV
LIVE 13:00 Uhr F1 Türkei Premiere, RTL 20:00 h
Aufz. 13:00 Uhr Porsche Supercup Spanien Euro 2
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Pole Day 2 ESPN/ABC
Aufz. 19:00 Uhr V8 Supercars Barbagallo MotorsTV
Aufz. 21:15 Uhr F1 Türkei DSF
Aufz. 22:45 Uhr LMS Spa Euro

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Slow news day

- Trotz des GP Wochenendes ist es heute erstaunlich ruhig. Die Fachwelt rätselt noch darüber, wer denn nun eigentlich Schuld am Super Aguri Desaster ist. Honda? Nick Fry? Aguri Suzuki selber? Allein – man wird es nicht wissen können, was in der Chefetage von Honda so besprochen wurde. Die paar japanischen Sato Fanblogs die ich auf englisch finden konnte, schoben Honda die Schuld in die Schuhe. Man ist da nicht sehr amüsiert über die “Hire & Fire” Politik von Honda. Außerdem fragt man sich, wer denn jetzt die japanischen Farben für Honda hochhalten soll, nach der eigene Rennstall ja nur noch von Briten geführt wird. Nakajima bei Williams zählt für die Honda-Fans ja nicht :)

- Es mehren sich die Anzeichen, dass Martin Truex jr. DEI verlassen möchte. Als mögliche neue Teams werden sowohl Penske als auch RCR genannt. Interessanterweise gibt es auch das Gerücht, dass der Truex Sponsor Brass Pro (Angel/Fisch Krempel) ebenfalls DEI verlassen will. Da ranken sich immer noch Geschichten um eine mögliche Sache mit Tony Stewart bei Hass/CNC. Der Fahrermarkt sieht dieses Jahr aber relativ entspannt aus, wenn man mal die Sache mit Tony Stewart kurz vergisst. Sowohl Penske und RCR suchen einen guten vierten Fahrer, da bietet sich für einige eine große Chance. Bobby Labonte, Ex-Meister, soll angeblich schon mehrfach bei RCR gesichtet worden sein, ebenso hat man wohl ein Auge auf Marcus Ambrose geworfen, der beim Rennen in Mexico mal wieder überzeugen konnte.

- Am Wochenende geht es ja nach Darlington. Mal wieder ein Samstagnacht-Rennen. Die Strecke ist neu asphaltiert worden und scheint ziemlich flott zu sein. Jeff Gordon berichtete, dass er mit neuen Reifen mit rund 203 mph in den ersten Turn gestochen ist.

– Hahaha.

But thanks to the Busch family of Nevada, we all now have a real guy to hate. One that seems brash, self-promoting, heartless, careless, indifferent — PLUS he drives a TOYOTA. We are talking about the most hated man in Richmond, Virginia, ladies and gentle give a nice warm one finger salute to Mr. KYLE BUSCH (crowd goes wild).

Von hier

- HAHAHAHAHA. Die FIA beschwert sich über das “gammelige” Aussehen von WRC Champion Sebastian Loeb:

Ich habe mir gestern Abend die Highlights der Rallye Mexiko angesehen und ich muss meine Meinung über das Auftreten von Sébastien Loeb bei ‘WRC-TV’ äußern”, schrieb Thatti. “Er war unrasiert, sah gammelig aus und hatte ungekämmte Haare. So etwas geht nicht. Wenn die FIA ihm weltweite TV-Coverage ermöglicht, dann ist er für Millionen Zuschauer und für viele Kinder ein Held und ein Vorbild. Dabei ist es mehr als falsch, so aufzutreten wie er es im Ziel der Rallye Mexiko getan hat. Sein Co-Pilot hat im Gegensatz zu ihm adrett und sauber ausgesehen.

MS-Total hat mehr.
Was die wohl zu Tony Stewart sagen würden, wenn der Pizza essend, unrasiert und mit Hippie-Frisur in seinen Wagen steigt? Man kann es auch echt übertreiben. Funktionäre, doo.

Und sonst?
Ich überlege, ob ich Freitag oder Samstag zum ADAC GT Master fahren soll. Haben eigentlich ein schönes Programm.

Ich bin morgen den ganzen Tag unterwegs, deswegen gibt es die Vorschau fürs Wochenende wahrscheinlich erst am Freitag und sollte ich da in Oschersleben sein, dann noch später :) Aber die TV Termine sind schon mal online.

08.05.2008

Aufz. 20:00 Uhr F1 Spanien Premiere

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F1 – Das Ende von Super Aguri

Es war ein langsamer Tod, den Super Aguri gestorben ist. Und schön war er auch nicht gerade. Er fing im letzten Sommer an, als der Haupstsponor die “SS United Oil & Gas Company” in Zahlungsschwierigkeiten geriet und die Sponsorenzahlungen von heute auf morgen einstellte. Der Sponsor, ein Deal, den im Übrigen auch Honda eingefädelt hatte, war das Rückgrat des Teams, da es andere Sponsoren nicht gegeben hat. Im Gegensatz zu den anderen Teams verließ man sich auf die Unterstützung von Honda und deren Deals. Damit war Super Aguri von Anfang etwas wackelig auf den Beinen, aber der ganze Rennstall war sowieso ein Schnellschuss aus dem Sommer 2005. Da stellte Honda fest, dass man mit einem zweiten Team durchaus gut dastehen würde, denn zwei Teams, die mit fast identischem Material unterwegs sind, bedeutet halt auch die doppelte Menge an Daten. Zu dem hatte man Wind von der Ausschreibung der FIA bekommen, dass man nur noch 12 Teams zu den Rennen zulassen würde. Innerhalb von wenigen Wochen stampfte man das Team aus dem Boden und kaufte quasi aus dem Museum alte Arrows-Chassis, damit man auf die Strecke gehen konnte. Der Wagen war derartig langsam, dass er schon fast eine rollende Schikane war. Aber mit viel Einsatz und Geschick gelang es Super Aguri den Wagen wenigstens halbwegs auf Vordermann zu bringen. Als man dann das alte Vorjahrschassis von Honda bekam, ging es 2007 richtig bergauf. Immerhin konnte das Team mit ein wenig Glück vier Punkte einfahren.

Trotz der Erfolge blieben die Sponsoren aus. Das Team hing weiter am Tropf von Honda, die aber 2007 wiederum selber genügend Probleme hatten. Dazu kam der Streit um die Kundenchassis. Honda war 2005, ebenso wie Prodrive 2006, davon ausgegangen, dass man problemlos Kundenchassis einsetzen darf. Auch im Bereich der Motorentwicklung gab es 2005 noch keinerlei Beschränkungen und dass die Motoren komplett eingefroren werden sollten, war zu dem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Als man sich aber in Sachen Kundenwagen nicht einigen konnte und die Motoren praktisch nicht mehr weiterentwickelt wurden, war Super Aguri für Honda nur noch ein Klotz am Bein. Das erste, was Ross Brawn als Teamchef bei seiner Einstellung bei Honda gefordert haben soll, war dann auch eine Kürzung der Unterstützung von Super Aguri. Warum sollen Dutzende von Ingenieuren für ein Team arbeiten, dass keinerlei vernünftige Daten mehr liefern kann, während das eigene Team am Boden liegt? Und so war die Schließung des Rennstalls eigentlich schon im Winter eine beschlossene Sache. Dass man noch versuchte, den Laden zu verkaufen, lag einfach daran, dass man deratig viel Geld in Super Aguri versenkt hatte, dass man wenigstens etwas wiedersehen wollte.

Überraschend kommt das also nicht, dass aber weder Honda noch Aguri Suzuki in den letzten acht Monaten in der Lage war, entweder einen neuen Hauptsponsor oder einen Käufer zu finden, ist dann schon etwas erschreckend für die Formel Eins. Man hätte schon bei der Prodrive Nummer aufmerksam werden sollen, hatte Dave Richards das Projekt doch eigentlich auf gesunde Füsse gestellt. Aber ihm wurde auch schnell klar, dass es offenbar niemanden draussen gibt, weder einen großen Sponsor, noch einen Hersteller, der gewillt ist, ein paar hundert Millionen Euro zu versenken um im hinteren Mittelfeld zu fahren. Für die Formel Eins ist das nach dem Scheitern von Prodrive der zweite Verlust eines Teams innerhalb von nur einem Jahr. Und man darf nicht vergessen, dass Torro Rosso ebenfalls auf wackligen Beinen steht, wobei sich hier aber offenbar noch die Möglichkeit aergeben könnte, dass man Red Bull gewähren lassen will. Oder auch muss – denn wenn Torro Rosso dicht machen müsste, dann gäbe es nur noch 18 Fahrzeuge am Start. Bernie Ecclestone hat den TV-Stationen und Veranstaltern 20 Starter versprochen. Ich bin mir sicher, dass man schnell eine Lösung finden würden, in dem zum Beispiel Team die dazu Lust haben mit drei Wagen an den Start gehen dürften, aber schön ist das nicht.

Die Sache ist einfach zu teuer geworden. Die Zeiten, in denen man wie Minardi vor wenigen Jahren, mit einem Budget von 35 Millionen Dollar noch wenigstens mit Anstand hinterher fahren konnte, sind komplett vorbei. Allein die Einführung der Energierückgewinnung für nächstes Jahr, veranschlagen die Teams konservativ mit 20 Millionen Dollar. Und das ist nur ein kleines Nebendings am Motor. Die Chassiskosten sind ebenfalls explodiert, allerdings muss man hier auch zwei Dinge mit in Betracht ziehen. Die Sicherheitsbestimmungen der FIA mögen teuer sein, aber wie man immer mal wieder sehen muss, funktionieren sie auch. Und die FIA hat den aerodynamischen Quatsch ab 2009 eingeschränkt. Weniger Geld wird man aber wohl trotzdem nicht ausgeben.
Für Sponsoren stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand überhaupt noch lohnt. Eine Firma wie die Weigl-Gruppe hätte vor ein paar Jahren noch einen auf dicke Hose machen können. Aber wenn nicht mal 130 Millionen Jahresumsatz reichen um ein kleines Team halbwegs über Wasser halten zu können, dann läuft da einiges schief. Wie viel Firmen gibt es denn noch weltweit, die Interesse an der F1 hätten und das nötige Kaptial? Die verzweifelte Suche auf der arabischen Halbinsel nach neuen Geldgebern zeigt, dass auch die Scheichs sehr vorsichtig geworden sind. Die Formel Eins verspricht viel Aufmerksamkeit, aber wie viel Rendite springt dabei raus? Für viele Investoren, die unter dem Druck stehen, jedes Jahr die Umsatzzahlen nach oben zu drücken, offenbar nicht genug.

Die Formel Eins droht an ihrer eigenen Gier zu ersticken. Immer mehr Hersteller, die immer mehr Geld ausgeben und gleichzeitg sieht man einige Teams schon fast sponsorenfrei unterwegs (Red Bull, Torro Rosso, Toyota, Honda). Das hat es seit den 70er Jahre nicht mehr gegeben. Aber wie soll da ein Team noch einsteigen? Selbst die GP2 Teams winken beim Thema F1 ab. Früher war es normal, dass ein Formel 2 Team es mal in der F1 versuchen wollte, heute kostet allein die Einschreibegebühr mehr als eine ganze Saison GP2 und GP2 Asia. Vermutlich könnte man auch noch ein A1GP Team nebenbei von der Summe betreiben. Gleichzeitig verliert die Formel Eins aber auch immer mehr ihre Alleinstellungsmerkmale. Wo ist der Unterschied zwischen der A1 und der F1 bei den Motoren? In der F1 klebt Honda oder BMW außen drauf, aber eine Weiterentwicklung gibt es nicht. In der A1 stand da Zytek, ab September wird man Ferrari lesen. V8, ein paar Liter Hubraum aber die A1 hat immerhin schon mal einen Boost-Button. In Sachen Chassis wird es ab dem nächsten auch mehr Gleichmacherei geben, da die ganzen Flügelchen auf dem Wagen verboten werden. Was die Formel Eins von anderen Monoposto Serien wie der IRL oder der A1 unterscheidet sind die Besucherzahlen, die weltweite Reichweite, der Glamour und der technische Aufwand hinter den Kulissen. Aber lohnt sich das wirklich noch?

Offensichtlich denken viele Hersteller und Investoren, dass es sich nicht lohnt, sonst wäre das 12. Team da und Super Aguri hätte sich vor Anfragen nicht retten können. Die Formel Eins leidet unter einem massiven strukturellen Problem, dass so groß ist, dass bei der FIA und Bernie Ecclestone alle Alarmglocken läuten müssten. Auf der anderen Seite ist es die Quadratur des Kreises. Wie will man die Kosten drücken, ohne die technischen Alleinstellungsmerkmale der Serie zu zerstören? Ich habe leider auch keine Antwort. Ich war nie Fans von Super Aguri, aber es ist schade, dass der Rennstall nun verschwunden ist. Die kleinen Teams, die mal bei einem chaotischen Rennen in die Punkte kommen, sind wichtig für die Formel Eins. Wer interessiert sich schon dafür, wenn es Honda mal schafft? Die kleinen Teams liefern die Emotionen und sie zeigen, dass es geht, wenn man hart arbeitet und ein wenig Glück hat. Ohne die kleinen Team verkommt die Formel Eins zu einer seelenlosen Konzernangelegenheit. Wie gut, dass man immerhin noch Force India die Daumen drücken kann.

Und sonst?
Weder Danny Hamlin noch Michael Waltrip sind von der NASCAR bestraft worden. Waltrip hatte etwas hitzköpfig Casey Mears abgeschossen, aber erstaunlicherweise ließ die NASCAR die Sache durchgehen. Hamlin wurde vorgeworfen, dass er absichtlich an der Mauer geparkt hat, um eine Caution zu verursachen. Das sieht die NASCAR eigentlich gar nicht gerne. Ich glaub, es war Robby Gordon, den man vor ein paar Jahren mal hart bestrafte, weil er ein Stück Isoliermaterial auf die Strecke geworfen hatte, damit Gelb kommt. Bei Hamlin konnte man wohl nichts nachweisen.

05.05.2008

Aufz. 12:45 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 20:00 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Premiere

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Super Aguri zieht sich aus der WM zurück

Mit sofortiger Wirkung hat sich das Super Aguri Team aus dem WM zurück gezogen. Honda hat den Finanzierungsplan der Weigl Gruppe nicht akzeptiert. Angeblich soll der unter anderen beinhaltet haben, dass “Bezahlfahrer” eingesetzt werden, um die Verbindlichkeiten abzulösen. Was mit Super Aguri jetzt passiert ist eine Frage, der ich hoffe heute Abend näher beurteilen zu können. Sicher ist nur – ab sofort starten nur noch 20 Wagen, was auch bedeutet, dass im ersten Trainingsegment nur noch vier Wagen rausfallen werden.

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Indy 500 – Die Qualifikations-Orgie

Bevor ich es vergesse: Diese Woche geht die Qualifikations Orgie in Indianapolis los. Eigentlich ist sie schon gestern gestartet, da waren (wie heute) die Rookies unterwegs. Die Quali fürs Indy 500 ist eine Wissenschaft für sich. Vergessen wir einfach mal die freien Trainings, die auch so ihre eigene Regeln haben (wann wer wieviel fahren darf, Rookie Orientitation Rule, Veteran Refresh Test). Ich fang einfach mal mit den Pole Days an: (*holt tief Luft*)

Die sind am kommenden Samstag und Sonntag. Vorher wird in einer Lotterie ausgewählt, welcher Fahrer wann starten darf. Am ersten Pole Day werden aber nur die Startplätze Eins bis Elf ausgefahren. Am zweiten geht es im die Plätze 12 bis 22. Dann folgen an einem weiteren Tag die restlichen Plätze und es gibt noch einen “Bump Day”. Gewertet wird dabei nicht schnellste Runde, sondern der Schnitt von vier fliegenden Runden. Wer hier den besten Speed hat, der steht auf der Pole. Das klingt alles ganz einfach, wenn es denn so weiter gehen würde. Geht es aber nicht, denn auch wenn am Samstag als elfter qualifiziert ist, hat man noch keinen garantierten Startplatz. Denn wenn von den übrig gebliebenen 22 Fahrern einer bei den weiteren Quali-Tagen schneller ist, kann man wieder rausgekegelt werden. Passiert aber selten. Tatsache ist aber, dass man sich in den jeweils sechsstündigen (!) Sessions qualifizieren muss, denn für die 33 Startplätze gibt es dieses Jahr 39 Meldungen. Irgendwann steht dann zumindest ein großer Teil der Startaufstellung, Hinten wird es allerdings weiter eng, denn es folgt noch am 18. Mai der schonn erwähnte “Bump Day”. Da kann jedes der 39 Teams noch mal versuchen rein zu kommen. Wenn ein Fahrer einen anderen rauskickt, bekommt der wieder drei Versuche á vier Runden sich wieder reinzufahren. Das geht dann den ganzen Tag so, wird in den letzten Minuten spannend und irgendwann hat man nach 14 Tagen, viel hin und her Gerechne und sehr, sehr vielen Runden tatsächlich eine Startaufstellung. Die ganze Sache (außer der Quali am Samstag und Sonntag, da bin ich mir nicht sicher, da ESPN 2 und ABC übertragen) wird im Netz übertragen und zwar auf www.indy500.com. Kommentiert wird das ganze nur sehr rudimentär und Liveton gibt es auch nur ab und an, aber da gibt es auch ein Livetiming.

Gefahren wird ab heute an allen Tagen bis zum 25.05, außer am 12., 13., 19. und 20.05 jeweils von 18.00 bis 23.00 Uhr deutscher Zeit.

Startliste gibt es hier (pdf)

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NASCAR – Analyse Richmond / DTM – Rennwochenende / A1 – Saisonabschluss / BTCC – Donington

So eintönig das Rennen in Richmond am Samstag war, so sehr war es auch ein Beispiel für schmutzige Tricks in der NASCAR. Kein Wunder das es in den USA seit dem nur zwei Themen gibt: 1. Hat Kyle Busch Dale Earnhardt jr. absichtlich abgeschossen und 2. Hat Danny Hamlin absichtlich den Wagen an die Mauer gestellt, damit Busch noch zu Junior aufschließen konnte?

Aber der Reihe nach – 381 Runden tat sich vorne nichts. Danny Hamlin fuhr ein einsames Rennen. Er war mit weitem Abstand der schnellste Mann im Oval und weder Junior, noch Kyle Busch, noch Mark Martin hatten irgendwas in Hand, um Hamlin den Sieg nehmen zu können. Doch 19 Runden vor Schluss geht einem Vorderreifen von Hamlin die Luft aus. Ein schon tragisches Schicksal, aber, so zynisch das klingt, Hamlin ist es ja gewohnt. Wenn einer in den letzten Jahren am meisten unter späten Ausfällen gelitten hat, dann sicher Danny Hamlin. Doch anstatt in die Box zu fahren und den Reifen wechseln zu lassen, bleibt Hamlin draussen. Derweil hat Junior das Ruder übernommen und sich vorne abgesetzt. Wenige Runden vor Schluss kann ihn auch Kyle Busch nicht mehr abfangen. Und dann platzt der Reifen von Hamlin und der stellt den Wagen an der Mauer ab. Nicht weil er beschädigt wäre, sondern weil er unbedingt die Caution brauchte, um nicht überrundet zu werden. So die offizielle Version. Inoffiziell heißt es, dass das ein abgesprochnener Move war, um Kyle Busch wieder an Junior ranzubringen. Und dann geschah das, was ich gestern schon mal im Video gepostet hatte.

Wenn man sich die Linie von Busch in den Runden zuvor anschaut, dann könnte man zum Schluss kommen, dass der Unfall beabsichtig war. Busch war viel zu weit oben aber nicht viel zu schnell. Er ist die Kurve auf einer Linie angefahren, die er in den Runden zuvor nicht gewählt hatte. Er hat nicht mal den Versuch gestartet, den Wagen runter zu zwingen, noch hat er so hart gebremst, dass man zum Beispiel Rauch hätte sehen können. Hatte er es auf die hintere linke Ecke von Junior abgesehen, oder wollte diesen nur hochdrücken? Die zweite Variante ist eine normale Renntaktik auf den Shorttracks. Reinfahren, auf gleiche Höhe kommen, den anderen hochdrücken, unten durchschlüpfen. Die erste Variante ist einfach schmutzig.

Ich muss gestehen, dass ich da etwas zerrissen bin. Ich mag Kyle Busch, weil er immer 101% abliefert, weil ab der ersten Runde alles gibt, was er hat. Er ist keiner wie Gordon oder Johnson, die im Rennen lange warten um drei Runden vor Schluss plötzlich vorne aufzutauchen. Er ist ein Rennfahrer, der nicht anders kann als volles Rohr zu fahren, ein richtig, klassischer NASCAR Pilot halt. Auf der anderen Seite mag ich Junior, der Busch nicht unähnlich ist. Jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt. Was die beiden unterscheidet: Junior greift nicht zu schmutzigen Tricks. Busch sieht man schon mal öfter an den hinteren Kotflügeln der Konkurrenz nagen, Fahrer wie Gordon, Junior, Johnson, Martin, Harvick, Kenseth und selbst Edwards machen das nicht. Ich glaube einfach nicht, dass der Rempler ein Zufall oder ein nicht vermeidbarer Rennunfall war. Jimmy Spencer, Kommentator bei SpeedTV, fand dann auch sehr deutliche Worte:

Kyle Busch made a major, major mistake here. This guy (Busch) needs to respect the lead (of the race). He drove in the corner too hard and he took out Dale Junior. I think he went over the line and that is my opinion. [...] He (Busch) overshot the corner. He drove in maybe fifty or seventy-five feet too far. Junior gave him the room that he needed and Kyle took too much. That is for me, disrespect for your fellow competitor. He just did not respect Junior enough to back down a little bit.

Sicher – es war kein schönes Manöver, aber eins was immer wieder vorkommt. Wenn irgendwo hinten McMurry Bobby Labonte auf die Art und Weise los wird – kein Mensch kümmert sich darum. Aber da vorne an der Spitze ist es halt was anderes. Ich stimme Jimmy Spencer völlig zu, wenn er sagt, dass man sich da mit mehr Respekt behandeln muss. Man räumt den Leader nicht einfach mal eben so aus dem Rennen. Und schon gar nicht einen Fahrer wie Dale Earnhardt jr. Und schön überhaupt nicht in Richmond, eines der vielen Wohnzimmer von Junior in Virginia. Aber das hätte man auch nicht mit Tony Stewart, Jeff Gordon oder sonst wem aus den Top15 machen sollen. Das Kyle Busch sich nach dem Rennen nicht mal entschuldigt hat, spricht auch nicht gerade für ihn. Man erinnere sich dagegen an den zerknirschten Mark Martin, als dieser neulich beim einem NW Rennen Brad Kesolowski versehentlich abräumte.

Und die Worte von Spencer machen auch noch etwas deutlich, was man im Interview nach dem Rennen deutlich merkte: Junior ist nicht wie sein Vater, er ist eher wie Mark Martin. Junior ist ein netter Kerl, einer, der Spaß haben will beim Fahren, einer der nicht mit einer schmutzigen Fahrweise auf Platz Eins stehen will. Wenn einer schneller ist, dann ist er frustriert, aber er räumt ihn nicht ab. Sein Vater wäre nach dem Unfall, ob nun Absicht oder nicht, zu Busch hingegangen und hätte diesem deutlich seine Meinung gesagt. Earnhardt jr. ist nicht so ein Typ, der die offene Konfrontation sucht. Er gab ein trauriges Interview, während sich jemand aus seiner Crew Kyle Busch zur Brust nahm. Sein Vater war der “Intimidator”, einer vor dem jeder Respekt hatte.

Die nächsten drei Rennen sind alle in South- (Darlington) und North Carolina (Lowe’s), also dort, wo die richtigen Redneck / Die hard / NASCAR / Earnhardt Fans sitzen. Die werden im Übrigen von Junior auch eine Antwort in Sachen Kyle Busch erwarten. Noch mal so eine Nummer darf sich Junior nicht bieten lassen. Das man abgeräumt wird – shit happens. Dass man sich danach den anderen nicht noch mal zur Brust nimmt wird von den Fans nicht gern gesehen. Wie gesagt – bei einem Tony Stewart und Montoya wären die Fetzen geflogen. Das erwartet man auch und gerade von einem Dale Earnhardt jr. Und gibt es tatsächlich auch die ersten Stimmen, die Busch für sein Manöver ein wenig Kredit zollen. Bei Frontstretch, eher ein Magazin aus dem Junior-Lager, gibt es deutliche Kritik:

Junior hasn’t been able to put it all together in each race’s final segment. In the meantime, the man he replaced has been lighting up the circuit; Kyle Busch has won seven races this season within three different series, all while taking the lead in points with his Joe Gibbs Racing Toyota. If the Chase started today, both drivers would make it but Busch gets the upper hand; with 20 bonus points for his wins, the 23-year-old is running circles around the team who fired him in every which way he can.

Und die Meinung taucht erstaunlicherweise öfter auf. Bei Shawn Courchesne heißt es schon in der Überschrift: “Intimidator Spirit Lives In Kyle Busch, Not Dale Earnhardt Jr.” und auch der Motorsportexperte Richard Allen stellt sich die Frage: “Junior vs. Busch: Who’s the intimidator?”. Der Heilligenschein von Junior hat ein paar Katzer abgekommen. Und das nicht weil er abgeräumt wurde, sondern weil er nach dem Rennen nicht dementsprechend reagiert hat. Für Junior kann sich der Unfall, der wie ein Sinnbild für seine letzten zwei Jahre steht, schnell zu einem PR-Gau entwickelt.

Achja – sagte ich nicht, dass man auf die RCR Truppe ein Auge haben sollte? :)

DTM – Die Rennen
Zum DTM Rennen fällt mir nicht viel ein. Dafür war es einfach zu öde. Das die Mercedes plötzlich wieder da sind, ist eine schöne Sache, denn eine Audi-Dominanz kann sich die DTM auf Dauer nicht leisten. Dass das Rennen nicht gut war, lag aber weder an Audi noch an Mercedes, sondern am Kurs. Mugello ist keine schlechte Strecke, aber sie ist keine gute Strecke für Automobilsport. Motorradrennen sind hier meist packend, aber für Autos ist der Kurs einfach nichts. Ich verstehe auch nicht, warum die DTM da überhaupt unterwegs ist, wo es doch ein paar Kilometer weiter in Imola eine wirklich gute Strecke gibt, die zur DTM viel besser passen würde. Bis auf das erste Rennen der F3 Euro Serie waren alle Rennen am Wochenende von gepflegter Langeweile. Selbst der Porsche Cup und das will schon was heißen. Ich verstehe, dass man in Italien aus Gründen unterwegs sein möchte, aber eine wirkliche Werbung war das gestern nicht. Weder für die Serie, noch für die Marken.

Dafür scheint sich in der F3 Euro Serie eine sehr gute Saison zu entwickeln. Nico Hülkenberg konnte nach seinem katastrophalen Wochenende in Hockenheim endlich punkten, aber er wird mit Sorge festgestellt haben, dass mit Mika Mäki ein Rookie in die Serie gekommen ist, der ihm das Leben sehr schwer machen wird. Dazu kommt mit Edoardo Mortara einer, der geschickt Punkte sammelt und nun zusammen mit Mäki auf Platz Eins der Meisterschaft liegt. Mäki ist mir 2006 schon mal in der Formel BMW augefallen, wo er zwar gegen Christian Vietoris keine Chance hatte, aber immerhin auf Platz zwei kam. Und im letzten Jahr gewann er die zwar nicht besonders stark besetzte, aber hart umkämpfte italienische Formel Renault Meisterschaft. Der weiß also wie es geht. Mortara hat einen ähnlichen Background, allerdings hat er den VW Motor im Heck seines Dallara. Bei dem weiß man noch nicht so richtig, wie der sich im Laufe des Jahres schlagen wird.

Das wird kein leichtes Jahr für Hülkenberg.

Achja – Kann man Ralf Heincke und Mark Basseng nicht einfach alle Rahmenrennen kommentieren lassen? “Rennexperte” Sven Heidfeld (ich weiß gar nicht wo ich so viele Anführungsstriche herholen soll) brillierte in Mugello mit der Aussage, der Kurs sei der Nordschleife nicht unähnlich, weil es mal hoch und runter gehen würde. Toll. Wenn bei Premiere ein Fußball Moderator auf die Idee kommen würde zu sagen “Das Stadion von Cottbus ist dem Bernabéu Stadion in Madrid nicht unähnlich, weil da auch viele Leute reingehen”, wäre die Hölle los. Beim Motorsport ist es Premiere egal.

A1 GP – Saisonabschluss
Das letzte Rennen der laufenden Saison wird zwar nicht in die Geschichte als “extrem spannend” eingehen, aber wie üblich lieferte die Serie guten und unterhaltsamen Sport. Was zu einem großen Teil an Ben Edwards und John Watson lag. Die beiden kommentieren zwar immer hübsch aus britischer Sicht, aber das wenigstens gut. Die beiden Schnarchnasen bei Permiere schaffen es ja leider immer wieder, auch das spannendeste Rennen völlig tot zu reden.
Aber die A1 hatte eine wirklich gute Saison. Keine grandiose, aber eine, die sich sehen lassen konnte, und zeigte, wie gut der Sport ist, den man dort bietet. Den Veranstaltern ist es weiterhin gelungen, das Feld einigermaßen zusammen zu halten und man sieht an der steigenden Qualität der Fahrer, dass man sich auf einem gutem Weg befindet. Dazu kommen die guten Zuschauerzahlen. Bei fast allen Rennen, sieht man mal von Malaysia ab, waren die Ränge gut gefüllt und die Fans gingen gut mit. Das Konzept die Teams nach Ländern zu sortieren ist für die Fans vielleicht gar nicht so schlecht. Man spricht nicht nur die hartnäckigen Motorsport Fans an, sondern auch jene, die vielleicht nur ab und an mal ein Rennen sehen wollen und sich für die Fahrernamen nicht so interessieren. Dazu kommt, dass die Serie mittlerweile durchaus als Talentsieb gilt. Wer hier gut ist, der wird auch vielleicht in der GP2 was reißen können. Mittlerweile sollen sich sogar ehemalige F1 Piloten um Fahrerplätze in der A1 bemühen.

Die Serie selber scheint sich nach den sehr hohen Anfangsverlusten (2006 steckte man sage und schreibe 200 Millionen rein) gefangen zu haben. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, aber man kann nach der Ferrari Deal davon ausgehen, dass man für die nächsten Jahre auf einem soliden Fundament steht. Dafür spricht auch, dass mit Korea ein weiteres Team in die Serie einsteigt. So wie es sich entwickelt, wird die A1 für manche Landesprojekte zu einer Art “Ehrensache”, und man will unbedingt gut abschneiden. Davon zeugt auch die Tendenz, dass die Teams nicht mehr nur mit unbekannten Fahrern operieren, sondern richtig gute Namen einkaufen, um vorne dabei zu sein. Ich freu mich jedenfalls schon auf die neue Saison.

BTCC – Donington
Die Rennen der BTCC waren mal wieder wirklich gut, wenn auch nicht ganz so dramatisch, wie man es sonst gewohnt ist. Dabei gab sich sogar das Wetter mit leichtem Nieselregen alle erdenkliche Mühe, dem eher eintönigen Kurs etwas mehr Pfeffer zu geben. Wie in der WTCC machen den Veranstaltern die Seats etwas Sorgen. Selbst auf den kurzen Geraden in Donington waren die kaum zu bezwinge und so siegten die Seat gleich zweimal. In der Serie ist man allerdings in Sachen Platzierungsgewichte etwas strenger, also werden die Seat beim nächsten Rennen schon mehr Probleme haben. Allerdings kommen mit Snetterton und Thruxton in diesem Jahr noch zwei Kurse, auf denen es eigentlich nur geradeaus geht. Da sind Seat Siege schon vorprogrammiert. Etwas Sorgen kann man um die BMW haben, die teilweise immerhin auch von BMW England mitunterstützt werden. Aber irgendwie kamen die Donington wie auch schon Rockingham nicht so richtig nach vorne. Die Meisterschaft dürfte sich aber dennoch spannend entwickeln, denn mit Jason Plato im Seat, Fabrizio Giovanardi im Vauxhall und Gordon Shedden im Honda sind schon mal drei Fahrer vorne, von denen man weiß, dass sie es brennen lassen. Das wird noch sehr heiter.

Die Serie zeigte am Wochenende auch mal wieder, was sie im Gegensatz zur DTM besser macht: die Rahmenrennen. Außer dem wirklich schwach besetzten Porsche Cup (gerade mal 11 Starter) ist sie mit der kleinen Formel Renault, dem Clio Cup und der höchst amüsanten Ginetta Cup wirklich gut ausstaffiert. So hochklassig das Programm bei der DTM mit der F3 Euro Serie, dem Seat- und dem Porsche Cup ist – es fehlt doch etwas für Fans. Und vor allem – es fehlen die kleinen Serien, die die DTM nach “unten” mit den anderen Rennserien verbindet. Es gibt im Rahmen der ADAC Masters da durchaus gute Serien, die man in das Programm der DTM einbinden könnte. Aber die DTM ist dann eben wieder zu sehr eine Herstellerserie, die mit Breitenmotorsport nur wenig zu tun hat. Ich persönlich finde da Rangehensweise der BTCC deutlich besser.

Und sonst?
Bei Super Aguri gehts Licht aus. Honda hat der FIA wohl mitgeteilt, dass man dem Team keine Motoren mehr zur Verfügung stellen wird und auch den Geldhahn zu dreht. Man glaubt nicht, dass die Weigl Gruppe auch nur ansatzweise in der Lage sein soll, das gesamte Team zu stemmen und die Verbindlichkeiten zu übernehmen. Bei den Deutschen hält man sich bedeckt, sagt aber, dass man ein ganzes Bündel von Investoren mitbringt. Richtig überzeugend klingt das für mich nicht und auch bei Honda glaubt man nicht daran. Die Zukunft des Teams soll sich am Dienstag entscheiden. Es wäre aber wohl aber eine Überraschung, wenn das japanische Team tatsächlich an den Start gehen könnte. Oder sagen wir mal so – wenn sie Freitag auf die Strecke gehen, dann haben sie eine dauerhafte Lösung gefunden.

Vorschau aufs kommende Wochenende: F1 und GP2 in Istambul, LMS in Spa, NASCAR in Darlington.

05.05.2008

Aufz. 13:00 Uhr   F3 Euro   Mugello   Premiere
Aufz. 14:30 Uhr   Porsche Cup   Mugello   Premiere
Aufz. 15:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond   NASN
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Training www.indy500.com bis 23.00 Uhr
Aufz. 19:15 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Premiere
Aufz. 20:45 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere
Aufz. 22:15 Uhr   F3 Euro   Mugello   Premiere

06.05.2008

Aufz. 11:50 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Premiere
Aufz. 12:45 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Training www.indy500.com bis 00.00 Uhr
Aufz. 00:00 Uhr IRL Kansas Premiere

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NASCAR Richmond

Ich will noch nicht zuviel verraten, aber angesichts der der drei kommenden Rennen in South- (Darlington) und North Carolina (Lowe’s) sollte sich Kyle Busch eventuell überlegen unterirdisch zu seinem Auto zu gelangen. Später mehr dazu :)

Mittlerweile gibt es das Video dazu. Meine Meinung zu dem Unfall kommt mit der Analyse.

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NASCAR – News / Citroën und die DTM

- Carl Edwards hat bei Roush für ein paar (nicht näher genannte) Jahre verlängert. Normalerweise dürften das drei Jahre sein. Damit ist der schon mal weg vom Markt.

- Derweil manifestieren sich die Gerüchte, dass Tony Stewart zum Ende des Jahres Joe Gibbs Racing verlassen wird, um Owner bei Haas/CNC zu werden. Mittlerweile berichtet sogar die Sports Illustrated davon. Die sind normalerweise eher vorsichtig mit sowas, aber auch gleichzeitig sehr gut vernetzt. Man weißt darauf hin, dass das auch alles ein Spiel vom Stewart sein könnte, um Gibbs unter Druck zu stetzen. Allerdings halten sich die Gerüchte im Haas/CNC ziemlich hartnäckig und ich würde mich nicht wundern, wenn wirklich etwas dran sein würde. Wenn Stewart seinen Crew Chief und Home Depot zu seinem neuen Team schleppen würde, hätte der dank der Hendrick Unterstützung, die Haas/CNC bekommt, eine schlagkräftige Truppe. Für einen weiteren Titel reicht es vielleicht nicht (sofort) aber für Top 20 wäre man auf jeden Fall gut. Stewart ist 37 – kein Alter für einen NASCAR Piloten, aber das richtige Alter, um was eigenes zu starten.

Andere News
- F1
Super Aguri und die Weigl Gruppe haben bestätigt, dass man verhandelt. Und zwar nicht nur über ein Sponsoring, sondern über eine Teiübernahme. Gut – 20 vielleicht 30 Millionen mag die Gruppe einmal raushauen können, aber sicher keine 100 Millionen. Die hätte Honda nämlich gerne. Der Deal wird allerhöchstens dazu dienen das Super Aguri sich dieses Jahr über Wasser halten kann. Große Entwicklungsschritte sollte man nicht erwarten.

- Die Sache mit Citroën und der DTM ist wohl ernster als gedacht. Jedenfalls hat der Motorsportchef der Franzosen, Olivier Quesnel, angedeutet, dass mehr dahinter steckt. Allerdings ist das mehr eine Drohung in Richtung WRC. Die steckt gerade in einer hausgemachten Krise. Die FIA hat zum einen es immer noch nicht geschafft, die Serie vernünftig zu vermarkten, andererseits stößt den Teams und den Veranstaltern sauer auf, das es nun diesen merkwürdigen Rotations Kalender gibt. So hat sogar die Rally Monte Carlo ihren sicheren Platz im Kalender verloren und bekommt nur noch alle zwei Jahre Besuch der WRC. Daher ist man in Monaco ziemlich beleidigt. Man ist sogar so sauer, dass man ernsthaft überlegt die WRC ganz sausen zu lassen und stattdessen was eigenes veranstaltet. Quasi ein Einladungs Tunier. Und zwar mit Col de Turini, den die FIA aus Sicherheitsgründen nicht mehr sehen wollte. Die Hersteller sehen das ähnlich, zu mal die Rally Monte Carlo schlichtweg dass PR-Ereignis im Jahr ist. Wer mag es nicht im Winter seine Sponsoren an die Riveria karren? Das ist es netter, als in Jordanien.
Subaru und Ford haben auch schon bekundet, dass man nicht so wirklich zufrieden ist, aber die Drohung von Citroën geht dann schon einen Schritt weiter. Da die WRC ab 2010 auch neue Autos sehen will, wird wohl innerhalb der nächsten 12 Monate eine Entscheidung fallen. In der DTM könnte man zu dem mit dem C5 antreten, der eine Klasse besser ist, als der C4 der WRC. Da die Franzosen es in ihrer Modellpolitik wieder sehr auf die obere Mittelklasse absehen, würde das PR-technisch sehr gut passen. Es bleibt aber weiterhin – die Franzosen haben keinen V8. Bei Opel lag die Sache anders, die hatten dank General Motors die nötigen Teile. Citroën müsste den V8 allerdings komplett neuentwickeln. Auch bei den Kollegen aus dem PSA Konzern, Peugeot, ist kein V8 weit und breit zu sehen. Nun sind die Motoren nicht so kompliziert in der DTM, aber nötige Know-How muss man auch erst einmal entwickeln. Aber ich will das gar nicht schlecht reden. Wegen mir können Citroën auch auch noch Lexus gerne ab 2010 kommen.

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NASCAR Richmond / DTM Mugello / A1 – Brands Hatch / BTCC – Donington

Nach der Highspeed-Orgie in Talladega kommt am Wochenende wieder etwas völlig anderes auf die NASCAR Piloten zu. Richmond ist ein merkwürdiges Oval. Es läuft unter Shorttrack, ist aber, ähnlich wie Phoenix, dafür eigentlich etwas zu flott. 0,75 Meilen lang, mit 14° Grad Banking und einer langen Start/Zielgerade, die mit 8° ebenfalls leicht überhöht ist. Weil die Kurven dann dementsprechend eng sind, braucht man hier vor allem zwei Dinge: Gute Bremsen und tonnenweise Abtrieb. Die Teams werden also die Kühleröffnungen weitesgehend offen lassen und den Heckflügel möglichst steil stellen. Problematisch ist Turn 2, weil man hier eine Menge Schwung mitnehmen möchte, allerdings macht die Kurve ein wenig zu, also muss man vorsichtig sein. In den beiden letzten Kurven wird es nicht so eng, weswegen man hier teilweise zu dritt fahren kann. Da der Grip extrem wichtig für die Rundenzeiten ist, wird man im Rennen sehen, dass die Fahrer selbst nach wenigen Runden an die Box kommen, um neue Reifen zu fassen. Ebenfalls wichtig ist dann aber auch die Strategie. Man kann eine Menge Positionen gut machen, wenn man einfach mal draussen bleibt, und darauf hofft, dass die nächste Caution bald kommt. Richmond ist durchaus anfällig für Unterbrechungen. Letztes Jahr gab es einmal 12 und einmal 14 Gelbphasen. Man kann also durchaus mal auf Risiko mit dem Spirt und den Reifen spielen. Das bedeutet aber auch, dass die Rennen sehr lang werden können. Immerhin geht es 400 Runden lang im Kreis. Da das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfindet sollte man sich auf eine Lange Nacht einstellen.

Da die Saison bisher noch keinen klaren Favoriten hervorgebracht hat, ist es schwer abzuschätzen, wer die besten Karten haben wird. Auf den bisherigen Shorttracks gab es zwei Chevy (Burton, Johnson) und einen Toyota (Hamlin) Sieg. RCR sollte man aber wieder auf der Rechnung haben, da die für die Shorttracks offenbar ein gutes Paket haben. Toyota tut sich hier noch etwas schwerer, ebenso die Dodge, die in diesem Jahr auf den Kurzstrecken noch auf keinen grünen Zweig gekommen sind. Wie das mit Roush aussieht ist auch schwer zu sagen. Eigentlich würde ich Carl Edwards auf den schnellen Shorttracks weit vorne sehen, aber offenbar kommt Ford dieses Jahr besser mit den 1.5 Meilen Ovalen klar. Wichtig ist in jedem Fall eine gute Startposition. Wer weit hinten steht hat wie bei allen Shorttrack das Problem, dass man schnell überrundet werden kann – oder noch schlimmer: in einen der unzähligen kleinen Unfälle verwickelt wird. Richmond ist im Übrigen der letzte Track, auf dem Junior 2006 gewinnen konnte. Seitdem fährt er einem Sieg hinter her.

Ebenfalls unterwegs ist die NW Serie. Das Feld ist wie üblich mit Cup Fahrern vollgestopft.

DTM – Mugello
Die längste und schnellste Strecke der DTM, aber auch eine, auf der wenig passiert. Mugello zeichnet sich vor allem durch ellenlange Gerade aus, auf der die DTM Wagen ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen werden. Soweit ich weiß, ist das die längste Gerade im DTM Kalender. Da ist also Speed gefragt, aber dann kommt da der Rest der Strecke, der mit schnellen Kurven und zwei Haarnadel-ähnlichen Kurven aufwartet. Überholen ist so eine Sache in Mugello, vor allem mit der in diesem Jahr sehr anfälligen Aerodynamik der Wagen. Man hat schon in Hockenheim gesehen, dass man selbst dann nur schwer vorbei kommt, wenn man selber etwas schneller ist. Die “dirty air” ist mittlerweile auch voll in der DTM angekommen.
Mit großen Überraschungen sollte man nicht rechnen. Die Audi werden vermutlich dominant sein. Im letzten Jahr standen nach der Quali fünf Audi vor dem ersten Mercedes, allerdings schmissen die Ingolstädter das Rennen erstaunlicherweise am Ende weg und Häkkinen konnte seinen letzten Sieg einfahren. Das wird dieses eher nicht passieren und Mercedes wird froh sein können, wenn sie wieder einen Fahrer aufs Podest bekommen.

Bei den Rahmenrennen geht es nur F3 Euro und Porsche Cup. Statt Seat Cup fährt die italienische Superstar Serie, eine Art V8 Cup. Läuft dann demnächst bei MotorsTV.

A1 – Brands Hatch
Die A1 GP Serie beschließt eine wirklich gelungene Saison mal wieder in Brands Hatch. Und zwar auf dem großen Kurs. Der ist für die schnellen Monoposto fast etwas zu schnell und vor allem zu eng. Im letzten Jahr krachte es schon heftig und das Rennen war lange unterbrochen. Gerade wenn man im hinteren Teil der Strecke um die Streckenteile Hawthorne und Westfield abfliegt, kann das schnell sehr weh tun. Aber trotzdem gehört die Strecke noch zu den Besten, die es auf der Welt gibt. Man braucht eine Menge Mut, um hier richtig schnell zu sein.
In der A1 geht es rechnerisch noch um die Meisterschaft. Die Schweiz führt mit 29 Punkten vor Neuseeland, die theoretisch 32 Punkte am Wochenende einfahren könnten. Dann muss aber wirklich alles perfekt laufen. Aber man hat ja nun schon allerhand gesehen, also sollte man nicht “Geht nicht” sagen. Die Schweizer haben natürlich den Vorteil, dass sie das Rennwochenende extrem konservativ angehen können. Ein Platz unter Top 8 nebst einer schnellsten Runde sollte reichen um den Sack zu zumachen. Wenn die Neuseeländer ausfallen, ist die Sache sowieso geritzt. Ist auch das letzte Mal, dass man mit dem alten Chassis unterwegs ist. Ab September gibt es Ferrari Motoren und einen Wagen, an dem der Ex-Ferrari Chefdesigner Rory Byrne mitgebastelt hat.

BTCC – Donington
Nicht das ich den Verdacht komme, ich würde britische Strecken über alles lieben, nur weil ich Oulton Park, Brands Hatch, Knockhill, Croft und Snetterton so geil finde. Nein. Donington kann ich ebenso wenig aussehen wie Silverstone. Zum Beispiel. Ja, die Passage runter von Start und Ziel zur Brücke ist nett, aber das war es dann auch schon. Die beiden blinden Rechtskurven McLeans und Coppice sind eine Pest. Der Rest belanglos bis langweilig. Aber – man kann in Donington Park wirklich extrem gut überholen und die Strecke ist so breit, dass man es auch mal zu zweit nebeneinander probieren kann. Was in der BTCC ja immer sehr gerne genommen wird. Ich weiß jetzt nicht, ob man die National oder den GP Kurs mit der dämlichen Haarnadel diesesmal fährt, aber das macht auch wenig Unterschied. Der Haken hinter den Boxen macht die Strecke auch nicht besser. Freuen darf man sich auf jeden Fall auf ein abwechslungsreiches und spannendes Rennen der BTCC.

Und sonst?
Diese Samstagsrennen der NASCAR machen mich völlig wuschig, weil ich nie weiß, was ich dann Sonntagabends machen soll…

02.05.2008

Aufz. 11:00 Uhr LMS Monza Euro 2
Aufz. 12:05 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 19:00 Uhr IRL Kansas Premiere
LIVE 19:30 Uhr   NASCAR SC   Richmond Training   SpeedTV
LIVE 22:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond Quali   SpeedTV
LIVE 23:30 Uhr   NASCAR SC   Richmond Quali   SpeedTV

03.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond   ESPN 2
LIVE 09:40 Uhr   DTM   Mugello Training   dtm.tv
LIVE 11:40 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   Premiere 17.30 h
Aufz. 12:00 Uhr   GrandAM   Virgina   SpeedTV
LIVE 13:30 Uhr   DTM   Mugello Quali   ARD
Aufz. 18:00 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   DSF
Aufz. 21:00 Uhr   Toyota VIP Rennen   Long Beach   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR Raceday   Richmond   SpeedTV

04.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Fox
Aufz. 10:00 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   Premiere
LIVE 10:40 Uhr   F3 Euro   Mugello 2   Premiere
Aufz. 11:50 Uhr   Porsche Cup   Mugello   Premiere
LIVE 13:45 Uhr   DTM   Mugello   ARD
LIVE 15:15 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere 19.45 h
Aufz. 18:00 Uhr   DTM   Mugello   DSF

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