Archive for April, 2008

F1 – Politik hinter den Kulissen

Posted 30 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category TV Programm

Am letzten Sonntag gab es im Motorhome von Toyota ein Meeting aller Teamchefs unter der Führung von Bernie Ecclestone. Auf der Tagesordnung standen wohl zwei Punkte. Die Einführung von KERS (Energierückführung zum Motor mit Boost Button – ab 2009 beschlossen) und Max Mosley. Ecclestone überraschte die Teamchefs, in dem er eine gemeinsame Erklärung vorlegte, in dem die Teamchefs den angeschlagenen FIA Präsidenten gemeinsam zum Rückttritt “loben” wollten. Die Sache ging in Hose. Laut der britischen Times wollten Williams, Red Bull und Torro Rosso das Schreiben nicht unterzeichnen. Alle anderen Teams schon. Dabei war interessanterweise auch Ferrari, was etwas verwunderlich ist. Denn Luca die Montezemolo gilt als enger Freund von Mosley. Die Bande zwischen der FIA und der Ferrari reichen ja bekanntlich schon ein paar Jahrzehnte zurück. Zwar hat sich der Fiat Chef die Tage in der “Gazzetta dello Sport” schon mal in die Richtung geäußert, dass es nach der Veröffentlichung des Videos schwer werden würde für Moslely im Amt zu bleiben, doch direkte Rücktrittsaufforderungen wie von den anderen Teams gab es von Ferrari nie. Warum also die Kehrtwende? Das kann etwas damit zu tun haben, dass ein ehemaliger Ferrari Mann den Posten den FIA Präsidenten einnehmen soll. Die Rede ist natürlich von Jean Todt, der nach seinem (geplanten) Rücktritt als Ferrari CEO gerade etwas Zeit hat.

Todt ist in der Szene aber nicht unumstritten. Vor allem die traditionellen britischen Teams wie Williams und McLaren haben etwas gegen Todt. Frank Williams selber verbindet eine lange Freundschaft mit dem Ex-March Gründer Mosley, McLaren mag ungern ausgerechnet Todt an der Spitze der FIA sehen, nachdem die Stimmung zwischen Ron Dennis und dem Franzosen nach der letztjährigen Spionageaffäre immer noch massiv gestört ist. Todt verübelt es Dennis weiterhin, dass dieser ihm im letzten Jahr ins Gesicht gelogen hat. Während man in geheimen Gesprächen zusammensaß um die Unstimmigkeiten der letzten Jahren auszuräumen, blätterten McLaren Techniker mit Wissen von Dennis in den technischen Zeichnungen des letztjährigen Ferraris herum, die Nigel Stepney dem Team übergeben hatte. Todt wiederum hält sich in Sachen FIA-Präsidentschaft zurück. Er habe durchaus genug zu tun, ließ er mal vor ein paar Wochen verlauten. Ein Dementi klingt auch anders.

Leicht wird es aber nicht den Franzosen zu installieren. Denn die britischen Team habe den Streit mit der FISA Anfang der 80er Jahre nicht vergessen. Eine französisch dominierte FIA ist den meisten alten Hasen immer noch suspekt. Deswegen war man mit der Lösung Ecclestone/Mosley auch sehr zufrieden. Zum einen, weil ein Brite der FIA vorstand, zum anderen, weil es zwischen Ecclestone und Mosley aus alter Freundschaft heraus keine offenen Streitigkeiten gab. FIA und Ecclestone ziehen an einem Strang, was der Serie in den letzten 15 Jahren sehr gut getan hat.

Die Frage ist aber auch: Warum hat Ecclestone den Teamchefs diesen Brief überhaupt vorgelegt? Er und Mosley sind als Freunde zimelich eng und bisher haben sie alle Stürme gemeinsam gemeistert. Da kann man nur raten, was der Grund sein könnte. Die eine Spekulation ist, dass Ecclestone für seinen Freund austesten wollte, wie die Stimmung im Fahrerlager ist. Er wußte von vornherein, dass einige Teams nicht zustimmen würden, also hat er die Sache einfach mal ausprobiert. Aber der Brite gehört eigentlich zu denjenigen, die lieber im Stillen agieren. Er hätte die Stimmung auch in persönlichen Gesprächen ausloten können. Und zwar unter der Woche und nicht medienwirksam an einem Rennwochenende. Die andere Spekulation lautet, dass er und Mosley in dieser Sache unterschiedlicher Meinung sind. So sollen einige Hauptsponsoren sehr deutlich gemacht haben, dass sie keine Lust mehr dazu haben mit Mosley in Verbindung gebracht zu werden. Ecclestone soll Mosley gebeten haben, freiwillig zurückzutreten, was dieser weiterhin ablehnt. Mit der Abstimmung wollte Ecclestone Mosley ein Zeichen geben, dass es nicht mehr weiter geht.

Erstaunlich ist es schon, das Ecclestone diese “Abstimmung” inszeniert hat. Und Sinn macht sie auch kaum, zumal es nicht die Teamchefs sind, die entscheiden werden, ob Mosley zurücktreten muss. Seine Chancen die Abstimmung zu überleben, scheinen aber immer geringer zu werden.

Und sonst?
Schönen 1. Mai!

01.05.2008

Aufz. 10:05 Uhr LMS Monza MotorsTV
Aufz. 11:50 Uhr ALMS Long Beach MotorsTV
Aufz. 12:05 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 14:25 Uhr French GT Ledenon MotorsTV
Aufz. 15:20 Uhr British GT Kockhill MotorsTV
Aufz. 19:15 Uhr FIA GT3 Silverstone MotorsTV
Aufz. 19:40 Uhr FIA GT4 Silverstone MotorsTV
Aufz. 20:00 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 20:05 Uhr British GT Kockhill MotorsTV

F1 – Neues zu Super Aguri & News / LMS – News / NASCAR – News

Posted 29 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport, TV Programm

- Es sieht schlecht aus für Super Aguri. Das japanische Team konnte in Spanien nur antreten, weil Bernie Ecclestone “dafür gesorgt” hatte (Zitat). Mit anderen Worten – wie schon so oft in den letzten Jahren (Arrows, Jordan, Spyker) hat Mr. Formel Eins etwas vom reichlich vorhandenen eigenen Geld ins Team gesteckt. Auch Honda hat noch mal Geld gegeben, aber damit ist jetzt Schluß. Man weigert sich nun dem Team weiter die Motoren kostenlos zur Verfügung zu stellen. Aguri Suzuki verhandelt derweil über die Magma Gruppe weiter mit Investoren, aber eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht, nach dem die Araber offenbar keine Lust mehr haben. Es sieht wirklich nicht gut aus für das Team. Man hat wohl einen ganzen Batzen Schulden, ist technisch gerade nicht in der besten Verfassung und mit Torro Rosso gibt es ein weiteres Team, das einen Teilhaber sucht und deutlich besser da steht. Der Rückzug der Investmentgruppe aus Dubai kam ja nur kurz nach der Ankündigung, dass Red Bull die Filiale verkaufen möchte und Gerhard Berger war auch beim GP2 Asia Rennen in Dubai anwesend. Das riecht danach, dass da jemand seine Optionen neu sortiert. Angeblich hat Honda nun Super Aguri ein neues Ultimatum gesetzt. Entweder taucht bis Mittwoch ein neuer und garantierter Investor auf, oder die Unterstützung wird vollends gestrichen.

Seit heute im Gespräch: der ominöse deutsche Investor. Angeblich soll es sich dabei um die Weigl Gruppe handeln. Die AG ist ein Zulieferer unter anderem im Maschinen- Ersatzteilbau für verschiedene Autokonzerne. Man hat in den letzten Jahren stark expandiert, aber ich wage es doch mal zu bezweifeln, dass man bei einem Jahresumsatz von 130 Millionen Euro überhaupt in der Lage ist, dass gesamte Team inkl. der Schulden zu übernehmen. Zudem will man gerade die GM Powertrain-Gearbox Operation, eine Tochter von General Motors, die Teile von Getrieben herstellt, übernehmen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine Firma wie Weigl einen kleinen Anteil am Team übernehmen könnte, da sich das Sponsoring für die Firma wegen der Nähe zu den Herstellern durchaus lohnt. Mehr aber auch nicht. So sieht das auch die autosport.com die von einer möglichen Investitionsumme von rund 13 Millionen Dollar gehört haben wollen. Das würde das Team zumindest bis zu den Überseerennen im Herbst über Wasser halten.

- Heikki Kovalaien ist aus dem Krankenhaus raus. Er hat noch etwas Kopfschmerzen und einen steifen Nacken, sonst geht es ihm aber gut. Das heißt aber nicht, dass er auch in der Türkei wird fahren können. Die FIA zeigt sich bei so schwere Unfällen gerne vorsichtig und lässt einen Fahrer auch dann pausieren, wenn es ihm augenscheinlich besser geht. Der Grund ist die Angst, dass der Fahrer bei den extremen Belastungen in einem F1 während eines Einsatzen zum Beispiel noch mal einen Blackout bekommen könnte.

- In Australien überlegt man ernsthaft den Grand Prix von Melbourne nach Sydney zu verlegen. Und zwar auf die Strecke von Eastern Creek. Die müsste zwar für etliche Millionen umgebaut werden, aber die Investition will man wohl machen, wenn Melbourne keine Lust mehr auf den GP hat. Ich hätte ja einen anderen Vorschlag wo man den GP austragen kann – Bathurst :)
Aber die Strecke ist wohl leider viel zu gefährlich für ein Formel Eins Rennen.

LMS – News
- Im Blog von Oreca Motorsport wird berichtet, dass es Stephane Ortelli besser geht und er mittlerweile in die Clinique du Sport in Monaco verlegt wurde. Da wird er wohl noch ein paar Tage bleiben müssen um seinen gebrochenen Knöchel und die Prellungen auszukurieren. Oraca selber spricht davon, dass es unglaublich sei, dass Ortelli den Unfall fast unbeschadet überstanden hat.

- Teilzeit Rentner Heinz Harald Frentzen wird für das Aston Martin Team in Le Mans antreten. Zusammen mit Karl Wendlinger und Andrea Piccini will man versuchen, den bärenstarken Corvettes in der GT1 das Leben schwer zu machen. Für Frentzen ist es der zweite Einsatz in Le Mans, nach 1992, wo er in einem LolaT92/Judd zusammen mit Syunji Kasuya und Charles Zwolsman einen 13. Platz belegt hat. (Ich hätte schwören können, dass Frentzen zusammen mit Schumacher und Wendlinger abwechselnd bei Sauber auch in Le Mans gefahren ist, aber das stimmt wohl nicht).

NASCAR – News
- Die Saison entwickelt sich für die NASCAR in Sachen TV-Quoten ganz angenehm. Nach den Verlusten in den letzten Jahren konnte man sich wieder fangen und sogar bei einigen Rennen leichte Gewinne verzeichnen. Auch das Rennen in Talladega erreichte im Overnight-Rating ein Plus von 0.2 Punkten. Das macht ein paar Hunderttausend Zuschauer aus und das final Rating dürfte sogar noch etwas besser sein. Vermutlich ist der “Junior” Faktor, gepaart mit den den schlechten Ergebnissen der Seriensieger Gordon und Johnson. Im Moment weiß man ja nie, wer beim nächsten Rennen gewinnen wird. Damit hat die NASCAR ihren Status als zweitgrößte Sportart der USA gefestigt. Dahinter liegen Baseball, die NBA, Golf und die NHL. Ganz vorne steht logischerweise die NFL nebst der College Football-Ligen.

- DEI Inc. hat die Option auf Martin Truex jr. gezogen. Er wird auch 2009 für DEI unterwegs sein.

- Joe Gibbs Racing hat zumindest für den Moment eine Teilinhaberschaft von Tony Stewart im Team ausgeschlossen. Damit ist diese Variante schon mal vom Tisch. Es gab Gerüchte, dass JGR seinem langjährigen Fahrer einen Deal anbieten wird, wie Hendrick das bei Gordon gemacht hat, um diesen auf Lebenszeit an seinen Rennstall zu binden. Gordon gehört 50% des Teams von Jimmie Johnson.

- In den USA diskutiert man die Entscheidung der NASCAR in der letzten Runde eine Caution wegen des Unfalls in Turn 2 zu werfen, sehr kontrovers. Das habe das beste Rennen in Talladega seit langem leider seinem Sahnehäubchen beraubt, sagen die Kritiker. Man hätte ja durchaus bis zur Zielinie fahren können, um dann die Wagen abzubremsen. Halte ich für Quatsch, auch wenn ich selber gerne das Finish gesehen hätte. Der Unfall war nicht ohne, denn es waren immerhin zehn Wagen darin verwickelt. Bei so einem “Big One” kann man unmöglich in fünf Sekunden abschätzen, ob nicht doch was ernsteres passiert ist. Was wäre gewesen, wenn sich einer der Fahrer etwas getan hätte? Dann hätte in der Presse gestanden, dass der NASCAR ein gutes Finish wichtiger ist, als die Versorgung eines Piloten. Denn die Sicherheitsleute dürfen erst auf die Strecke, wenn die Caution ausgerufen ist. Ich bin mir sicher: wäre der Unfall in Turn 3 passiert, die NASCAR hätte die Caution nicht ausgerufen. So hat sie das ja auch schon 2006 in Daytona gemacht, als Clint Bowyer auf dem Dach über die Ziellinie rutschte. Die Entscheidung war richtig, insbesondere nach dem Unfall von Dario Franchitti am Samstag.

Und sonst?
Laut den Kollegen von MS-total, die sich wiederum auf eine polnische Seite berufen, soll Citroën zumindest über einen Einstieg in die DTM nachdenken. Naja, nach der Lexus Hysterie aus dem letzten Winter sollte man wohl vorsichtig sein. Außerdem macht die DTM vom Motorenkonzept her für die Franzosen überhaupt keinen Sinn, weil man keinen V8 im Regal hat.

Neue Spielerei am Ende der Postings: Man kann jetzt die Einträge direkt bei einem social bookmark Netzwerk verlinken, so dass man sie anderen mitteilen kann, bzw. selber schneller wiederfinden kann.

30.04.2008

Aufz. 11:50 Uhr Formel Eins Spanien Premiere
Aufz. 13:50 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 17:00 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 19:00 Uhr GP2 Spanien Premiere
Aufz. 19:15 Uhr French GT Ledenon MotorsTV
Aufz. 21:00 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
Aufz. 22:00 Uhr Formel Eins Spanien DSF

F1 – Barcelona / NASCAR – Talladega / LMS – Monza / GP2 Barcelona

Posted 28 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category Audi, F1, GP2, Mercedes, Motorsport, NASCAR, TV Programm, Toyota

Bevor es los geht, erst mal die letzten Updates aus dem Krankenlager:

1. Dario Franchittis Knöchelbruch könnte komplizierter sein, als gedacht. Er war zwar gestern an der Strecke in Talladega, muss aber heute wieder ins Krankenhaus. Sprach man am Samstag noch von rund drei Wochen, in denen der Schotte ausfallen wird, legt man sich jetzt nicht mehr so fest. Wenn es schlecht läuft, sitzt Franchitti erst wieder Mitte Juni im Auto. Kritik gab es in Richtung Johnny Sauter Larry Gunselman, der geschlagene acht Sekunden nach dem Unfall mit hoher Geschwindigkeit in Darios Wagen einschlug. Da wäre genug Zeit gewesen, den Wagen zu verlangsamen, da eh Gelb war. Seitens der NASCAR überlegt man wohl jetzt schon, ob man ein solches Verhalten in Zukunft nicht bestraft. Besser wärs.

2. Heikki Kovalainen geht es laut McLaren bestens, aber er muss eine weitere Nacht im Krankenhaus bleiben. (Muss er doch nicht, laut diverser Meldungen.) Er hat wohl einen ziemlichen Brummschädel, was angesichts der 26G die sein Nacken beim Aufprall aushalten musste, wohl nicht verwunderlich ist. Der Reifenstabel hat auch seinen Dienst erfüllt, denn er hat die Aufprallgeschwindigkeit massiv verringert. Eine Überlegung wäre es aber, an der schnellen Stelle auch Asphalt hinzulegen, denn Kovalainen war auf dem Kiesbett nur noch Passagier. Auf Asphalt hätte er den Wagen eventuell noch in einen Dreher zwingen können. Ob der Finne in der Türkei wird fahren können hängt aber vom FIA Check ab. Die Ursache des Unfalls ist allerdings weiterhin ein Rätsel. Klar ist, dass die Felge brach. Warum sie das tat, ist nicht bekannt.

3. Stephane Ortelli geht es nach seinem Monster-Abflug den Umständen entsprechend gut. Er hat einen gebrochenen Knöchel und viele Prellungen. Dazu wohl doch auch eine leichte Gehirnerschütterung, was angesichts der massiven Aufprallenergie bei seinen Überschlägen auch nicht weiter verwunderlich. Er wird wohl erst Mitte der Woche aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bei der Rettung von Ortelli fiel mir auf, dass die Sache einigermaßen schnell ging. Eine Krankenschwester war sofort da, ebenso eine weitere medizinische Person. Der Krankenwagen tauchte ebenfalls relativ flott auf, auch wenn das Ding eher wie ein Lastwagen aussah. Bergung und Abtransport waren schnell und gut, ebenso die Informationspolitik. Was den schweren Unfall verursacht haben könnte, ist noch nicht bekannt. Wird auch schwer werden rauszufinden, denn der Wagen ist vollkommen zerstört.

Der Motorsport hat an diesem Wochenende dreimal sehr viel Glück gehabt.

F1 – GP Barcelona
Das Rennen war dann doch besser, als man es erwarten konnte. Was vor allem mit den vielen Ausfällen zu tun hatte, die aber eigentlich nur das Hinterfeld betraffen. Vorne war die Sache von Start an klar. Alonso hatte auf der schmutzigen Seite des Grids keine Chance, obwohl er sogar einen Tick besser loskam als Raikkönen. Aber sowohl der Finne als auch Massa beschleunigten den Spanier einfach aus, der dann auch noch etwas weiter innen anbremsen musste und zudem Hamilton im Genick hatte. Die Ferrari zeigten vor allem im ersten Stint, was sie drauf hatten. Raikkönen baute schnell eine bequeme Führung aus, die er aber nach der Safety Car Phase nicht mehr aufbauen konnte. Der Grund – Ferrari nahm das Gas raus. Nachdem Hamilton auf die harten Reifen wechselte, kam er auch nicht mehr auf Spitzenzeiten. Fuhr Raikkönen im ersten Stint um 1.21.9 min, nahm er später eine ganze Sekunde raus und hielt Massa und Hamilton nur noch auf Abstand. Hätte der Finne ernst gemacht, wäre er dem Feld enteilt. So richtig ist immer noch nicht klar, wie gut der Ferrari eigentlich ist. Man hat im Moment den Eindruck, dass die Italiener nicht das Letzte aus dem Wagen rausholen.

Ein gutes Rennen legte Lewis Hamilton hin. Nach der Kritik aus den letzten Rennen, zeigte er, was in dem McLaren steckt und das er auch ein beständiges Rennen hinlegen kann. Mehr geht bei den Briten im Moment offenbar nicht und das wird sich in den nächsten 14 Tagen wohl auch nicht ändern. Man hat einfach nicht den Speed der Ferrari und muss aufpassen, dass man von BMW nicht überholt wird. Denn hätte Kubica nach dem Start vor Hamilton gelegen, wäre der wohl kaum am Polen vorbeigekommen, denn die Rundenzeiten waren ziemlich identisch. Für McLaren ist es im Moment ein wenig verhext. Jeden Schritt, den man macht, beantwortet BMW und seit diesem Wochenende wohl auch Renault.

Die Franzosen haben den wohl größten Schritt gemacht. Und vermutlich hat das was mit dem leidigen Massedämpferproblem zu tun, mit dem Renault seit der Saison 2006 rumkämpft. Es geht wohl darum, dass man vor allem die Vorderachse ruhig bekommt, um besser und vor allem ruhiger einlenken zu können. Ferrari versucht die Vorderachse offenbar erfolgreich mit dem Loch in der Schnauze zu stabilisieren, BMW und Honda haben das bekannte Flügelwerk. Es geht aber auch wohl mit der Variante, dass man die Flügel abdämpft. Beweglich dürfen diese ja nicht sein, aber keiner hat was davon gesagt, dass man die Aufhängungspunkte nicht mit kleinen Dämpfer versehen darf. Diese Dinger heißen “J-Damper” und werden von McLaren eingesetzt. Kleine Sache, große Wirkung.

Neben Renault hat mich auch mal wieder Honda beeindruckt. Platz sechs ist eine saubere Leistung, die man zwar mit Hilfe der Ausfälle von Alonso, Kovalainen, Rosberg und Piquet bewerkstelligt hat, aber immerhin war man zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Japaner sind kurz davor, den Sprung ins Mittelfeld zu schaffen. Wem man eindeutig die Leviten lesen sollte: Adrian Sutil. Da wo er der Deutsche in der ersten Runde überholen wollte, gab es nicht mal eine Lücke. Sutil steht unter Druck, keine Frage. Das Team konzentriert sich zunehmend auf Fisichella, der zudem auch noch keine Fehler macht und sich PR-trächtige Kämpfe mit Heidfeld und den Red Bull geliefert hat. Ich war noch nie ein Fan von Sutil, und nach der gestrigen Aktion werde ich wohl so schnell auch keiner mehr werden. Und sein Team wohl auch nicht. Ich bin weiterhin der Meinung, dass man mit Robert Dornboos besser dran wäre.

Wie man es besser macht, zeigte Nakajima im Williams. Von Platz 12 gestartet gelang ihm ein sauberes Rennen, in dem er sogar den auf Platz acht gestarteten Trulli hinter sich lassen konnte. Er fuhr unspektakulär aber konstant schnell und holte aus dem Williams das raus, was möglich war. Auch er profitierte von den Ausfällen, aber am Ende gewinnt halt auch der, der sein Material schont.

In 14 Tagen gehts auf die wunderschöne Strecke von Istambul, die zwar auch nicht gerade vor Überholmöglichkeiten strotzt, aber immerhin schön anzusehen ist.

NASCAR – Talladega
Das Talladega immer für ein spektakuläres Rennen gut ist, weiß man. Aber gestern legte der Sprint Cup das wohl beste Rennen der laufenden Saison hin. Genauso will man ein NASCAR Rennen haben. Eng, sauber extrem spannend und man weiß bis zur letzten Runde nicht, wer am Ende vorne stehen wird. Es hätte wirklich jede gewinnen können, auch wenn es lange so aussah, dass Tony Stewart und Dale Earnhardt jr. das Rennen unter sich ausmachen würden. Die beiden gelten als die besten Bump Drafter in der Szene und sie stellten dies auch bis zum Schluss unter Beweis. Die Probleme für beide kamen dann aber am Ende. Stewart hatte einen Reifenschaden, der ihn ans Ende des Feldes zurück warf, Junior hatte sich in den letzten Runden einmal beim Drafting verzockt, als er auf die äußere Linie ging, und dort von allen alleine gelassen wurde. Keiner hatte Lust Junior anzuschieben, da man wusste, dass sein Wagen gestern unschlagbar erschien. Da ließ man ihn auf Platz 20 zurückfallen, wo er dann in den Unfall mit Stewart und Labonte verwickelt war. Danach war sein Rennen leider gelaufen.

Deutlich besser war Montoya unterwegs. Die Dodge sind irgendwie komisch. Auf den 1.5 Ovalen sind sie lahm, aber sobald die Luftmengenbegrenzer drauf geschraubt werden, gehen sie ab wie sonst was. Kurt Busch, Kasey Kahne, Stremme und Montoya waren abwechselnd immer vorne zu finden, und vor allem Montoya hatte in der letzten Runde die beste Position für einen möglichen Sieg, als er in einer sensationellen Aktion Jeff Gordon vom zweiten Platz verdrängte. Alles sprach für ihn, doch dann brach im hinteren Mittelfeld die Hölle los und Augangs Turn Zwei gab es in der letzten Runde den “big one”. Da die NASCAR für den Fall kein “Green/White/Checkered” mehr vorsieht, war Kyle Busch der Sieger. Ob er Montoya hätte halten können?

Das Rennen zeigte auch, dass man mit dem CoT ganz wunderbar überholen kann. Man muss nur tricksen. Junior probierte es während des Rennens gleich mehrfach kurz vor der Ziellinie an Stewart vorbei zu gehen. Das machte er, in dem er aus dem Windschatten rausging und sich kurz in Richtung rechten Kotflügel von Stewart fallen. Dort kann sich offenbar noch einmal ansaugen lassen, gleichzeitig nimmt man dem Gegner etwas Anpressdruck. Junior schoss jedesmal an Stewart vorbei. Was ähnliches machte auch Montoya mit Jeff Gordon in der vorletzten Runde und vermutlich hatte selbiges mit Kyle Busch auf der Zielgeraden vor. Schade, dass er das nicht mehr machen konnte, ich hätte das Finish gerne gesehen.

Große Enttäuschungen gab es während des Rennens nicht. RCR kämpft weiter mit einer gewissen Schwäche, die Toyota sind nur bei Gibbs richtig gut und Hendrick Motorsport würde in einem massiven Loch hängen, wenn sie nicht Junior hätten. Es ist nicht mir schleierhaft, warum Johnson und Gordon dieses Jahr soviele Probleme haben, während Junior mit seinem neuen Team so erfolgreich ist. Ich bin mir sicher, dass die beiden noch ein Mini-Comeback werden feiern können und es tut der Serie auch gut, wenn die Seriensieger der letzten beiden Jahre mal nicht so gut unterwegs sind.

Neben dem guten Rennen gab es auch jede Menge Gerüchte. Es dreht sich, wie schon mal erwähnt, um Tony Stewart, der eine Bewegung in die Szene bringt. Mittlerweile gibt es drei Gerüchte, die sich hartnäckig halten:
1. Stewart geht zu Haas/CNC um dort Teambesitzer zu werden
2. Stewart geht zu RCR, um wieder bei Chevy andocken zu können
3. Stewart bleibt bei Gibbs, bekommt aber, ähnlich wie Gordon bei Hendrick, sein eigenes Team

Es wird viel über die engen Geschäftsbeziehungen zwischen Stewart und Chevy geredet, der zu dem gerade in den USA in einem Werbespot zu sehen ist, wo er staunend vor einer Corvette steht. Mit Toyota verbindet ihn wohl nicht sehr viel. Auf der anderen Seite wird Stewart nicht so blöd sein, zu einem Mittelfeld Team zu gehen, um dort erst einmal hinterher zu fahren. Ähnlich die Fernando Alonso motiviert sich Stewart über Siege, nicht über Top 20 Platzierungen. Ich halte die Variante mit RCR durchaus für möglich. Noch gar nicht besprochen wurde die Möglichkeit, dass sich Hendrick Stewart schnappt und den etwas glücklos agierenden Casey Mears ersetzt. Stewart und Junior sind dicke Freunde, womit Hendrick ein Gegengewicht zu der Achse Gordon/Johnson hätte.
Die Frage ist auch, wer Stewarts Platz einnehmen könnte, wenn dieser Gibbs verlässt. Die beiden heissesten Kandidaten sind im Moment: Carl Edwards und Juan Pablo Montoya. Edwards gilt als Ford/Roush-Mann, will aber auch in einem Wagen sitzen, mit dem er gewinnen kann. Bei Montoya wäre ein Wechsel wohl theoretisch möglich, aber kaum wahrscheinlich. Er ist im Moment das Zugpferd von Ganassi und zudem eng mit dem Teambesitzer befreundet.

Stewart hat zumindest das Tor für wochenlange Spekulationen weit aufgestossen.

LMS – Monza
Monza gehört zu meinen Lieblingsstrecken, zeigte aber leider gestern auch zweimal, warum sie so gefährlich ist. Erst flog Dindo Capello ab, weil er auf der Geraden zur Parabolica abgeschossen wurde. Sein Wagen stieg auf und schlug in die Leitplanken ein. Erstaunlicherweise gelang es ihm, den zerfledderten Audi zur Box zu schleppen, wo man ihn trotz abgerissener Aufhängung in knapp acht Runden in Stand setzen konnte. Den zweiten Unfall von Ortelli hab ich schon zur genüge besprochen. Auffällig ist allerdings, dass beide Wagen bei schon geringer Unterluft abhoben. Die Aerodynamik der LMP1 ist so sensibel geworden, dass die Dinger sofort in die Luft gehen, wenn mal was passiert. Wie soll das in Le Mans sein, wenn man über die Kuppen geht? Sehen wir wieder fliegende Wagen, wie damals, als die Mercedes durch die Gegend segelten und Peter Dumbreck nur mit viel Glück einen schweren Unfall kaum verletzt überstand? Der ACO, die für das Regelement verantwortlich sind, müssen dringend etwas unternehmen. Eine Variante wären vielleicht die Flaps, die die NASCAR auf den Autos hat, und die die Wagen einigermaßen auf den Boden halten. Die sind aber nur anwendbar, wenn die LMP1 mit Dach unterwegs sind, bei den offenen Prototypen machen sie keinen Sinn. Die Gefahr, dass bei so einem Unfall ein Wagen aber auch mal über die Streckenbegrenzung segelt, ist auf jeden Fall gegeben. Da muss wirklich was passieren.

Das Rennen war, wie soll es bei einem 1000KM Rennen auch anders sein, ein etwas zäher Brocken. Die Peugeot sind den Audi in Sachen Speed deutlich überlegen. Der R10, vom Konzept her ja auch schon nicht mehr taufrisch, zeigt seine Defizite vor allem in der Gewichtsverteilung. Der TDI ist zu schwer, damit liegt zuviel Gewicht auf der Hinterachse, was das Einlenken in die schnellen Kurven verschlechtert. Gleichzeitig scheint mir der Peugeot Motor auch einen Tick kräftiger zu sein, denn die Audi kommen auch auf den Geraden nicht hinterher. Zudem scheint der Fahrplan der Franzosen zu stimmen. Dass ein Wagen im Rennen Probleme hatte war durchaus einkalkuliert, denn Peugeot setzt teilweise Bauteile ein, die schon seit Sebring im Auto stecken. Man will halt sehen, wie lang die Sachen halten und was dann kaputt geht.

Dass das Rennen in Monza am Ende spannender war, als gedacht, lag an den vielen Safety Car Phasen, die den R10 immer wieder erlaubten, an den Peugeot ranzukommen. Die setzten sich am Ende zwar mit einer etwas fragwürdigen und sehr ruppigen Aktion gegenüber den R10 von Rockenfeller durch, aber im Grunde haben sie verdient gewonnen. Bei Audi werden knapp sechs Wochen vor den 24 Stunden von Le Mans die Alarmglocken klingeln. In Le Mans gibt es zwar auch hier und da Safety Car Phasen, aber die seit wegen der Länge der Strecke nicht so häufig, wie auf anderen Strecken. Und bei dem Speed die die Peugeots haben, ist in Le Mans eine Runde schnell verloren.

Glückwunsch an die Freunde vom Horag Team, die in der LMP2 einen dritten Platz einfahren konnten.

GP2 – Barcelona
Nur kurz – beide Rennen waren durchaus sehenswert, wenn auch auf Grund der Strecke für ein GP2 Rennen eher ruhig. Bruno Senna machte das Beste aus seinen eher mauen Startplätzen und übernahm die Führung in der Meisterschaft. Der eigentliche Meisterschaftsfavorit, Romain Grosjan, hatte ein schlechtes Wochenende, weil er im Training gepatzt hatte und er sich im zweiten Rennen, dass er locker hätte gewinnen können, ein zu hartes Manöver gegen Kobayashi erlaubte, das die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe belegte. Ich bin mir aber sicher, dass Grosjan weiter der Mann ist, den es zu schlagen gilt.

Und sonst?
Die beiden anderen Rahmenrennen der F1 waren auch eher mau. Die neue Formel BWM Meisterschaft (die deutsche und britische Meisterschaft wurden zusammen gelegt) war nett, aber mehr auch nicht. Selbiges galt für den Porsche Cup.

28.04.2008

Aufz. 16:00 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
Aufz. 17:55 Uhr Belcar Zolder MotorsTV
Aufz. 18:20 Uhr FIA GT3 Silverstone MotorsTV
Aufz. 18:45 Uhr FIA GT4 Silverstone MotorsTV
Aufz. 19:10 Uhr LMS Monza MotorsTV
Aufz. 19:15 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 20:15 Uhr Formel Eins Spanien Premiere
Aufz. 22:15 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 23:35 Uhr British GT Kockhill MotorsTV

29.04.2008

Aufz. 11:55 Uhr GP2 Spanien Premiere
Aufz. 13:05 Uhr British GT Kockhill MotorsTV
Aufz. 13:55 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
Aufz. 14:00 Uhr ALMS Long Beach MotorsTV
Aufz. 15:20 Uhr LMS Monza MotorsTV
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins Spanien Premiere
Aufz. 20:00 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 22:45 Uhr LMS Monza MotorsTV

Schwerer Unfall auch bei der LMS

Posted 27 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport

Update 21:17 Uhr: Laut offizieller Meldung der LMS hat sich Ortelli beim dem Horror-Abflug “nur” einen Knöchel gebrochen. Danke an “Dr.Evil” für den Hinweis in den Kommentaren.

Irgendwie scheint das ein gefährliches Wochenende zu sein.

Einen sehr schweren Unfall gab es auch beim LMS Rennen in Monza. Stephane Ortelli verunglückte in der 147 Runde mit seinem Courage Orca Judd aus der LMP1 beim Anbremsen auf die erste Schikane. Dort hat man rund 320 km/h auf dem Tacho. Der Courage brach beim Anbremsen aus, rutschte auf die Wiese, bekam dort Unterluft und stieg auf. Er überschlug sich in der Luft, rasierte um Millimeter über (!) einen Audi R10, kam auf, überschlug sich mehrfach frontal, über die Strasse, schlug oberhalb der Leitplanke in die Sicherheitszäune ein und kam dann aufrecht zum stehen. Ortelli bewegte sich im Cockpit, konnte aber nicht selbstständig aussteigen. Er wurde ins Medical Center gebracht. Infos habe ich noch keine, ich hoffe, da im Laufe des Abends was berichten zu können. Das war einer der übelsten Abflüge, die ich in der LMS seit langem gesehen habe. Vom Courage blieb nur ein Haufen Schrott.

Schwerer Unfall von Kovalainen

Posted 27 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport

Update 21:49 Uhr: Laut McLaren ist Kovalainen unverletzt und soll morgen wieder aus dem Hospital entlassen werden. Ob der Finne in der Türkei antreten wird, ist unbekannt, er muss sich da sowieso noch einer Untersuchung durch die FIA Ärzte stellen. Der Aufprall in den Reifen war aber nicht so hart, wie zum Beispiel der von Kubica im letzten Jahr in Kanada. Daher kann man wohl davon ausgehen, dass er in Istambul an den Start gehen wird, wenn er wirklich keinerlei Verletzungen hat.

Update 19:45 Uhr: Angeblich hat sich Kovalainen über Schmerzen in einem Unterarm beklagt. Sicher ist nur, dass er über Nacht in der Klinik bleiben muss. Vor morgen Früh wird es daher wohl auch kein richtiges Bulletin geben.

Update 15:46 Uhr: Laut Ron Dennis hat Kovalainen “nur” eine Gehirnerschütterung erlitten. Brüche wurden wohl nicht festgestellt.

Update: 15:40 Uhr: Laut einer FIA Mitteilung hat man bei Kovalainen “keine sichtbaren Verletzungen” beim ersten Check feststellen können.

Update 15:07 Uhr: Kovalainen wird mit dem Hubschrauber in eine Klinik nach Barcelona ausgefolgen. Es soll ihm aber weiter gut gehen. Der Abtransport kann eine reine Vorsichtsmaßnahme sein, um Kovalainen einer Computertomographie zu unterziehen, damit man innere Verletzungen etc. ausschließen kann.

—schnipp—

Beim F1 Rennen in Spanien erlitt Heikki Kovalainen in Runde 22 einen schweren Unfall. In der schnellsten Kurve (Turn 9) brach dem Finnen scheinbar vorne links eine Felge. Der McLaren fuhr fast ungebremst in die Reifenstabel. Kovalainen musste durch den Arzt geborgen werden, war aber bei Bewusstsein. Laut erster Meldung aus dem Medical Center ist sein Zustand stabil und er ist weiter wach. So wie die Bilder aussahen, ist das Monocoque in Höhe der Beine gebrochen. Allerdings waren seine Gliedmaßen auf der Trage nicht geschient. Sobald es ein Update gibt, gebe ich es weiter.

Der Unfall sah dem von Hamilton letztes Jahr am Nürburgring sehr ähnlich. Ihm war dort im Michael-Schumacher-S die Felge gebrochen.

Unfall von Dario Franchitti beim NW Rennen

Posted 26 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport

Update: Franchitti hat sich den linken Knöchel gebrochen. Dies haben die NASCAR und der PR-Mann von Ganassi, Kelby Krauss, bestätigt. Er wird im Rennen durch David Stremme ersetzt. Danke auch an “Prometheus” für den Hinweis in den Kommentaren.

—schnipp—

Beim (zurzeit noch laufenden) NW Rennen in Talladega hat es einen schweren Unfall gegeben. Dario Franchitti platzte in den ersten Runden, als das Feld besonders dicht zusammen war, ein rechter Vorderreifen. Franchitti segelte relativ sanft in die Mauer, rutschte die Steilwand runter und die Sache schien schon bereinigt, als Johnny Sauter angerauscht kam und Franchitti in Höhe der A-Säule mit hoher Geschwindigkeit traf. Franchitti ließ das Schutznetz auf der Fahrerseite oben, was immer kein gutes Zeichen ist. Er wurde aus dem Wagen geborgen, war aber bei Bewußtsein und wurde gestützt. Offensichtlich hat er sich am linken Fuß/Knöchel/Bein verletzt. Die Verletzung scheint nicht lebensgefährdend, aber durchaus schwerer zu sein, denn er wurde aus dem Streckenhospital direkt in ein Krankenhaus gebracht. Sobald es mehr Infos gibt, gibt es ein Update. Sein Start beim morgigen Rennen im Sprint Cup scheint aber gefährdet.

F1 Quali Spanien

Posted 26 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport

Das war dann schon eine faustdicke Überraschung, die Renault heute in der Quali geboten hat. Ich hatte in der Bilanz der ersten drei Rennen zwar schon mal angedeutet, das man die Franzosen nie unterschätzen sollte, aber das sie so schnell wieder vorne dabei sind, war nicht direkt zu erwarten. Das zweite Platz von Alonso ist sicher mit einem leichteren Auto zustande gekommen, aber das Piquet jr. ebenfalls den Sprung in die Top 10 geschafft hat und auch während des gesamten Wochenendes immer in der Nähe seines Teamkollegen war, spricht dafür, dass man bei Renault einen Teil der Probleme im Griff hat. Der Abstand in Q3 betrug zwischen Piquet und Alonso gerade mal sieben Zehntel. Wenn Alonso leicht und Piquet schwer ist, dann dürfte Renault zumindest auf Augenhöhe mit McLaren und BMW sein. Etwas deutlicher wird das Bild, wenn man sich die Zeiten aus dem 2. Freien Training anschaut, wo man wohl im Renntrimm unterwegs war. Da lagen beide Renault nur knapp hinter Raikkönen. Die Zeit von Alonso ist also nicht nur deswegen zustande gekommen, weil der mit Luft im Tank unterwegs war. Das Erstarken von Renault könnte dem Rennen morgen auch die nötige Würze geben.

Etwas enttäuscht ist man wohl bei McLaren. Hamilton und Kovalainen fuhren sich die Seele aus dem Leib, aber mehr als Platz fünf und sechs waren einfach nicht drin. Die rund drei bis vier Zehntel Rückstand auf Ferrari halten sich seit dem Winter konstant und es gelingt den Briten nicht aufzuholen. Das ist dann schon etwas alarmierend, zumal mit der Strecke in der Türkei ein Kurs folgt, der ebenfalls mit vielen schnellen Kurven gesegnet ist. Dazu kommt, dass BMW mittlerweile offenbar schneller unterwegs ist. Das gilt zumindest für Kubica. Heidfeld ist weiter etwas von der Rolle und die Gründe dafür sind mir schleierhaft. Es mag daran liegen, dass Kubica mit den neuen Bridgestone Reifen besser klar kommt, oder der Wagen mehr seinem Fahrstil entspricht. Der Abstand in den letzten Qualis war jedoch schon fast eklatant, auch wenn BMW Heidfeld heute mit viel Sprit im Tank auf die Reise schickt.

Ebenfalls enttäuschend: Williams. Hier liegt es, laut Rosberg, ebenfalls an der härteren Mischung die Bridgestone mitgebracht hat. Man hat in Spanien ähnliche Probleme wie in Malaysia, wo man die Reifen nicht richtig auf Temperatur bringen kann. Da müssen die Briten schnell was ändern, aber meist hat das, so hat man mir das mal erklärt, mit einer grundsätzlichen Geometrie der Hinterachse zu tun, die man nicht einfach mal so ändern kann, weil man dafür fast den gesamten Wagen umbauen muss, bzw. ein B-Modell braucht.

Der Rest ist dann in der üblichen Reihenfolge. Red Bull gefällt mir weiter überhaupt nicht, vor allem Coulthard, der es zum zweiten Mal in diesem Jahr nicht in Q2 geschafft hat. Honda kam zwar auch nicht in Q3, aber man steigert sich konsequent und ist nicht mehr so weit von Toyota entfernt.

Das Alonso zumindest in den ersten 10 Runden morgen vorne mitmischen will, gibt dem Rennen etwas Würze, nach dem sich die Aussicht auf Regen komplett zerschlagen hat.

Tony Stewart auf der Suche

Posted 24 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category NASCAR, Toyota

Jedes Jahr gibt es immer einen Fahrer, um den sich Wechselgerüchte drehen. Im letzten Jahr war es Dale Earnhardt jr. der im Zentrum des Interesses stand. Dieses Jahr ist es wohl Tony Stewart.

Angeblich ist Stewart unglücklich mit der Situation bei Joe Gibbs. Das soll zum einen daran liegen, dass sein Nummer Eins Status längst nicht mehr in Zement gegossen ist, seitdem Danny Hamlin im letzten Jahr und Kyle Busch in der laufenden Saison dem Ex-Champion mehr oder weniger um die Ohren fahren. Klar, dass sich ein Team auf den Fahrer konzentriert, der die Siege und damit auch das Geld ins Team reinbringt. Und Kyle Busch ist dieses Jahr definitiv der Mann, den es zu schlagen gilt, was auch Danny Hamlin schon einsehen musste, der im letzten Jahr noch “everybodys darling” bei Gibbs war. Stewarts Auftritte in den letzten Rennen waren nicht schlecht, aber sie waren weit von der Performance entfernt, die man sonst von ihm sieht. Denn eigentlich ist sein Fahrstil ähnlich spektakulär wie der von Kyle Busch, und eigentlich sollte er mit dem auch um Siege kämpfen. Die Realität sieht aber anders aus. Während Busch von Sieg zu Sieg eilt und Danny Hamlin auch schon einen ersten Platz auf seinem Konto hat, sieht es bei Stewart mau aus. Statistik Freaks und Stewart Fans werfen ein, dass dies aber in der ersten Saisonhälfte nichts zu bedeuten hat, weil Stewart als “Spätstarter” gilt. Er kommt erst ab Mitte der Saison so richtig in Schwung und räumt dann Siege in Serie ab.

Es gibt aber noch etwas, was für einen Weggang von Stewart bei Gibbs spricht: Toyota. Schon im letzten Spätsommer, als JGR den Deal mit Toyota bekannt gab, tauchten Gerüchte auf, das Stewart niemals in einem Toyota sitzen würde. Er hat seit Jahren einen Deal mit GM/Chevy, der sehr weitreichend ist. Stewart ist ja nicht nur Fahrer, sondern auch Teambesitzer, dessen Fahrzeuge unter anderem bei Dirt-Track Serien antreten. Seine Motorlieferant dort: Chevy. Auch sein Nachwuchsrennstall in der Open Wheeler Serie wird von Chevy gesponsort. So hielt er sich mit Kommentaren nach dem Deal seines Teams ziemlich zurück, was viele schon als Zeichen gewertet haben, dass er mit dem Sache nicht einverstanden war. Allerdings kommt er so leicht aus seinem Vertrag mit JGR nicht raus, denn der geht, inkl. des Sponsor Home Depot, noch bis Ende 2009. Gibbs wollte seinen Topfahrer schon letztes Jahr zu einem neuen Vertrag drängen, doch der lehnte angesichts der Unsicherheiten für 2008 ab. Er wolle abwarten, wie sich Toyota schlägt, hieß es. Mittlerweile ist klar, dass JGR die Toyotamotoren im Griff hat, aber ein glücklicher Tony Stewart sieht anders aus.

Man darf auch nicht vergessen, dass Stewart in den USA fast alles gewonnen hat, was man gewinnen kann. Er war IRL Champion, zweimal NASCAR Meister. Ihm fehlt noch ein Sieg in Daytona und beim Indy 500, aber letzteres wird sich wohl kaum mehr realisieren lassen. Um Stewart aber zu motivieren bedarf es schon etwas mehr und offensichtlich ist ihm was eingefallen: ein eigenes NASCAR Team. Laut den Gerüchten, die im Moment unterwegs sind, ist er wohl in Verhandlungen mit dem Haas/CNC Team. Dort hängt nach der Inhaftierung von Teamgründer Gene Haas der Haussegen etwas schief. Haas selber sitzt wegen Steuerhinterziehung noch bis Oktober 2009 im Knast, das Team ist nur so mittelmäßig unterwegs. Die #70 ist nicht in den Top35, die #66 gerade so. Dabei ist das Team mit Hendrick Motoren ausgestattet. Vom Prinzip her ist man bei Haas/CNC nicht schlecht aufgestellt und zudem will man wohl Teile des Teams veräußern. Und so soll angeblich Tony Stewart Interesse gezeigt haben, 50% des Teams zu erwerben und selber als Fahrer einzusteigen. Geld genug hat er sicher, dazu würde er wahrscheinlich seinen Sponsor Home Depot mitbringen. Dazu wäre GM/Chevy entzückt, wenn man Stewart wieder im “US-Lager” begrüßen könnte, auch wenn man nicht vergessen sollte, das Junior das weitaus größere Aushängeschild von GM ist.

Wie immer so früh in der Saison sind das nur Spekulationen, aber die Gerüchte, dass Stewart keine Lust auf Toyota hat, halten sich schon sehr hartnäckig seit dem letzten Jahr. Der Schritt zu einem eigenen Team wäre auch nur konsequent, und das Zeug es zu leiten hat er sicher auch, nachdem er in kleineren Serie ja durchaus erfolgreich ist. Allerdings hat sich die NASCAR in den letzten Jahren sehr verändert. Selbst ein Mann wie Ray Evernham, der auf jahrezehntelange Erfahrung in der Szene aufbauen kann, kommt ohne einen richtig potenten Geldgeber nicht mehr aus. Ich bin mir nicht sicher, ob die Paarung Stewart/Haas ausreicht, um das Team in die Top Ten zu bekommen. Ob Stewart es Spaß machen würde, nur in den Top 20 rumzufahren? Er gilt als jemand, er schnell die Lust verliert, wenn es mal nicht gut läuft. Auf der anderen Seite: welche Optionen hat Tony Stewart in der NASCAR?

F1 – Barcelona / NASCAR – Talladega

Posted 24 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category NASCAR, Toyota

Die Formel Eins gastiert am Wochenende in Barcelona, der Lieblingsteststrecke aller Teams. Warum testen die Teams dort so gerne und oft? Weil die Strecke fast alle Elemente hat, die die meisten anderen Kurse, mit Ausnahme von Ungarn und Monaco so haben. Lange Geraden, schnelle Kurven, ein relativ enges Infield und eine schreckliche Schikane. Man kann alle Komponenten eines Wagen dort gut testen. Deswegen haben alle Teams zehntausende von Testkilometer dort absolviert, was dem Rennen nicht wirklich gut tut. Hinzu kommt, dass Barcelona schon immer für langweilige Rennen gut war. Meist zieht sich das Feld nach einer Runde weit auseinander und so fährt man eben so vor sich hin. Der Einschlaffaktor ist dementsprechend hoch. Im letzten Jahr krachte es zwischen Alonso und Massa in der ersten Kurve, danach passierte nichts mehr.

Das soll dieses Jahr anders sein, wenn die Wetterfrösche richtig liegen. Erstaunlicherweise ist für Samstag und Sonntag Regen angesagt. Wie man weiß, schafft Regen selbst auf den ödesten Strecken die nötige Spannung, zumal man in diesem Jahr bekanntermaßen ohne Traktionskontrolle unterwegs ist. Und Regen ist dann wirklich auch die einzige Hoffnung, die man für das Rennen haben kann. Zwar haben die Spanier voriges Jahr mit dem Einbau der krüppeligen Schikane vor der Start/Zielkurve versucht, mehr Action reinzubringen, doch der Versuch ist völlig in die Hose gegangen. Das Problem liegt vor und hinter der Schikane. Turn 13 ist schon ziemlich flott, da kann man nicht zu eng dran bleiben. Die Start/Zielkurve ist wiederum zu weit, da man hier mit rund 210 km/h rauskommt und bei diesen Geschwindigkeiten wirkt sich die dirty air hinter den Fahrzeugen schon wieder voll aus. Besser wäre es gewesen, die letzte Kurve komplett umzubauen, damit man sich besser ranbremsen kann um im Windschatten rausbeschleunigen zu können.

Schaut man sich die Zeiten an, gibt es eh nur einen Favoriten: Ferrari. Die hatten hier zu jeder Zeit die konstantesten und schnellsten Runden, und es ist kaum zu befürchten, dass ein anderes Team da ran kommt. Auch BMW nicht, die zwar bei den letzten Tests gepokert haben, aber in Spanien nie ganz vorne dabei waren. Viele Teams werden noch einmal neue Aero-Teile ans Fahrzeug kleben, in der Hoffnung, dass es etwas bringt. Ganz weit vorne dabei Honda mit dem merkwürdigen Flügeln auf der Vorderachse. Aber allzu große Sprünge sollte man von keinem Team erwarten.

Wie gesagt – die große Hoffnung für das Rennen ist Regen. Wenn es trocken bleibt, muss man sich schon mal was überlegen, um wach zu bleiben.

NASCAR – Talladega
Es ist mal wieder “restrictor plate” Zeit. Talladega ist der Strecke in Daytona nicht unähnlich. Allerdings ist das Oval mit 2,66 Meilen und 33° Grad Überhöhung einen Tick größer. Dafür wirkt sie allerdings auch etwas schmaler, was am engeren Infield liegt. Daher ist Talladega noch empfänglicher für einen “Big One”, also einem Unfall, bei dem schon mal das halbe Feld etwas abbekommt. Das liegt einfach daran, dass die Wagen aus der engen Auslaufzone zurück auf die Strecke kommen und ein paar Kollegen mitnehmen. Interessant wird sein, wie sich das CoT schlagen wird. Beim Rennen in Daytona bemerkten die Piloten schon, dass das klassische nebeneinander herfahren mit dem CoT schwerer geworden ist. Zum einen behindert der Heckflügel die Sicht auf die Wagen vor dem Gegner, zum anderen verursachen der Frontsplitter und der Heckflügel die bekannte dirty air. Man hat einfach weniger Abtrieb, was sich merkwürdigerweise noch verschlimmert, wenn man neben jemanden unterwegs ist. Das “site by site loose”, also ein plötzliches “weich” werden des Wagen, wenn man lange nebeneinanderher fährt ist ein bisher ungelöstes Problem des CoT. Es gibt nicht wenige, die eine Abschaffung des Frontsplitters fordern, der für viele Probleme verantwortlich sein soll. Die NASCAR ist auch nicht so richtig glücklich, denn bisher waren restrictor plate Rennen Garanten für rundenlange Windschattenschlachten, doch in Daytona und auch beim Rennen in Talladega im letzten Jahr, zog sich das Feld unnatürlich in die Länge. Und genau das wollen die Fans nicht sehen, denn dann kann man ja auch gleich in Fontona starten.

Nun darf man aber nicht zu pessimistisch sein. Mittlerweile haben die meisten Topteams das CoT im Griff und das Feld sollte enger beieinander liegen. Vorne dürften zumindest in der Quali die Toyotas zu finden sein. Sowohl die Waltrip Mannschaft als auch Gibbs werden mit Sicherheit ein Feuerwerk zünden. Im Rennen selber erwarte ich nur das Gibbs Team vorne, die anderen Toyotas werden wohl ins Mittelfeld abrutschen. Wer am Ende gewinnen wird, ist eh unklar, wie man beim Sieg von Ryan Newman in Daytona gesehen hat. Wer am Ende am besten gepusht wird, der wird halt vorne sein. Das kann sogar jemand sein, der in der vorletzten Runde noch auf Platz 10 rum lag.

Im Rennen zählt vor allem, dass man möglichst weit vorne unterwegs ist, um den “Big One” zu entgehen und um vom bump drafting zu profitieren. Ganz vorne zu fahren hat sich in der Vergangenheit allerdings nicht immer als zu vorteilhaft erwiesen, weil man genau da ist, wo die anderen hin wollen – auf Platz Eins. Es gab auch schon Rennen, wo sich Teams in den ersten Runden erst einmal ganz hinten angestellt haben. Auf dem riesigen Oval wird man so schnell nicht überrundet, also kann man es auch ruhig angehen lassen. Die Ford Truppe hat das in den letzten Rennen immer mal wieder gemacht. Man spart Spirt und geht eventuellen Unfällen aus dem Weg. Allerdings muss man sich irgendwann halt doch quer durchs Feld bewegen, was die Sache dann wieder gefährlich macht.

Wie gesagt – den Sieger kann man nicht vorhersagen, aber die üblichen Verdächtigen von Gibbs und Hendrick sollte man auf jeden Fall intensiv beobachten. Einen alten Bekannten wird man in Talladega wieder sehen: AJ Allmendinger bekommt wohl seine letzte Chance bei Red Bull und darf wieder fahren. Gelingt es ihm nicht, den Wagen auf eine gute Position zu bringen, wird seine Zeit bei RB wohl abgelaufen sein.

Und sonst?
Vorschau auf das LMS und IRL Rennen gibt es morgen.

25.04.2008

LIVE 09:55 Uhr Formel Eins Spanien 1. FT Premiere, DSF 12:10, 18:05 h
LIVE 13:55 Uhr Formel Eins Spanien 2. FT Premiere, DSF 16:50, 19:20 h
Aufz. 14:00 Uhr Belcar Zolder MotorsTV
LIVE 20:30 Uhr   NASCAR SC   Talladega Training   SpeedTV
LIVE 22:00 Uhr   NASCAR SC   Talladega Training   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR NW   Talladega Quali   SpeedTV

F1 Bilanz / IRL – Danica Patrick

Posted 23 Apr 2008 — by DonDahlmann
Category F1, Mercedes, Motorsport, TV Programm, Toyota

Nach drei Rennen ist zwar etwas zu früh um eine Bilanz zu ziehen, aber ein Zwischenfazit vor dem Rennen in Barcelona, wo alle Teams mit ziemlich großen Änderungen an der Aerodynamik auftreten werden, kann man schon mal ziehen.

- Ferrari
Wie im Winter schon abzusehen, sind die Weltmeister auch dieses Jahr das Team, was zu schlagen gilt. Das erste Rennen in Australien war ein Ausrutscher, geprägt auch von Materialproblemen, die man jetzt wohl im Griff hat. Seit Malaysia läuft es bei den Roten und das so deutlich, dass sie eigentlich keine richtige Konkurrenz haben. Als problematisch sehe ich bei Ferrari allerdings noch die Performance in der Quali, die man sehr konservativ angeht. Man verlässt sich auf den schnelleren Rennspeed und hofft, dass BMW und McLaren vorher tanken müssen. Das kann aber gerade im Falle McLaren schnell mal in die Hose gehen und auch BMW wird nicht ewig so früh zum Tankstopp müssen. Wenn es mal schlecht läuft, finden sich die Ferrari dann nur auf Platz vier oder schlechter. Das kann im Rennen fatal sein. Zu den Piloten gibt es nicht viel zu sagen. Ich halte Raikkönen weiterhin für den stärkeren Mann, der, wenn es eng wird, psychisch besser gerüstet ist, als Massa.

- McLaren
Sind die noch Nummer Zwei? Auch wenn Malaysia und Bahrain keine sonderlich guten Rennen waren, darf man die Briten natürlich nicht abschreiben. Aber eine wirklich klare Nummer Zwei sieht anders aus. Im Moment muss sich McLaren eher nach hinten orientieren, denn BMW rückt massiv auf und ist teilweise schon auf Augenhöhe. Sorgen macht McLaren vor allem das etwas zickige Chassis, dass sich als launische Diva darstellt. Mal geht es wie Sau, mal versinkt fast im Mittelfeld. Bei McLaren hält man sich sehr bedeckt, was die Gründe angeht, und große Aero-Updates habe ich bisher nicht gesehen. Kann also sein, dass man im Bereich der Aufhängung, oder unter dem Wagen etwas verändern muss. Die fehlenden Zehntel hat das Team aber schnell reingeholt, wenn man das Problem gefunden hat. Lewis Hamilton hat gerade so etwas wie eine Mini-Krise. Oder sagen wir mal so – ausser dem glücklichen Rennen in Australien, wo er ja quasi nicht verlieren konnte, hat er seit dem Sieg beim Rennen in Fuji kein überzeugendes Rennen mehr abgeliefert. Gleichzeitig macht Kovalainen klar, dass er nicht zum Bremsen zu den Engländern gekommen ist. Logischerweise wird der Finne eher nicht der Siegeskandidat Nummer Eins bei McLaren sein, aber wenn Hamilton weiter so schwächelt, könnte die Sache bald anders aussehen.

- BMW
Man führt die Konstrukteurs WM an und hat beide Piloten in der Fahrer WM aussichtsreich positioniert. Besser hätte der WM Start nicht laufen können. Der neue Wagen geht auf allen Strecken gut und man hat auch noch Reserven. So schnell wird man BMW nicht aus den Top 3 bekommen. Die Frage ist – kann BMW aus eigener Kraft schon gewinnen? Die Münchner selber sagen: “Vielleicht, aber eher nein.” Man visiert als mögliche Strecken Montreal und eventuell Monaco an. Viel hängt aber davon ab, ob sich McLaren wieder fangen wird. Meinem Gefühl nach ist BMW dran, aber nicht vorbei. Das Rennen in Barcelona wird da viel Aufschluss drüber geben. Zu den Fahrern muss man wenig sagen. Heidfeld hadert ein wenig mit kleinen Fehlern, aber das geht Kubica auch so. Ich sehe beide als mögliche Siegkandidaten in der ersten Saisonhälfte, aber so richtig fehlt mir da noch der Glaube dran. Allerdings: wenn es ein Team gibt, dass sofort da ist, wenn Ferrari oder McLaren Fehler machen, dann ist es BMW. Man ist in der gemütlichen Rolle des Jägers.

- Toyota
Obwohl Williams vor Toyota in der WM Wertung steht, sehe ich die Japaner davor. Warum? Weil Toyota mir das ausgewogenere Paket zu haben scheint. Damit ist nicht nur der Wagen gemeint, sondern vor allem die Fahrerpaarung. Mit Nico Rosberg mag Williams den zurzeit vielleicht besten Fahrer im Feld haben, mit Nakajima haben sie aber leider auch jemanden, der noch nicht aus dem Mittelfeld raus kommt. Da ist man bei Toyota mit Glock und Trulli weiter. Auch wenn der Deutsche nocht nicht auf dem Niveau von Trulli ist, kommt er langsam in Schwung. Toyota ist es zum ersten Mal gelungen, einen Wagen hinzustellen, der eine sehr gute Basis hat, wenn nach vorne auch noch viel fehlt. Mit der nötigen Entwicklung sollten die Japaner in der Lage sein, ihr Kundenteam im Laufe des Jahres zu distanzieren.

- Williams
Damit habe ich schon viel zu Williams gesagt. Leider haben sie die Winterergebnisse nicht in die Saison retten können und es gibt Probleme mit der Performance des Wagens, der zwar wohl noch Potential hat, was aber nicht leicht zu finden ist. Offenbar hat Williams vor allem Probleme mit der sehr harten Mischung von Bridgestone, weil man die Hinterräder dann nicht auf Temperatur bekommt. Rosberg fährt sich die Seele aus dem Leib, aber mehr als Platz Fünf wird schwer sein. Nakajima ist weiterhin ein Problemfall. Während Riosberg regelmäßig in die Top 10 fährt, bleibt der Japaner um Platz 16 hängen. Den Sprung in die zweite Quali-Runde hat er zwar zweimal geschafft, dort blieb er dann allerdings weiter unter den Möglichkeiten des Wagens. Wenn Williams gegen Toyota, Renault und Red Bull in der WM eine Chance haben will, dann muss Nakajima schnellsten aufholen.

- Renault
Auch wenn die Franzosen den schlechtesten Saisonstart seit 2001 (!) haben – man darf sie einfach nicht abschreiben. Ein Teil der Probleme bei Renault hat man wohl verstanden. Es liegt an der Aerodynamik, bzw. an den Schwingungen, die die Luftströme am Wagen verursachen. Manche Teams setzen an bestimmten Stellen Dämpfer ein (ähnlich wie die Massedämpfer vergangener Tage), Renault hat die allerdings nicht. Der Grund ist laut der Zeitung MSA einfach: man hat keinen sogenannten J-Damper, weil man auf den erst durch die Zeichnungen aufmerksam wurde, die der McLaren Techniker letztes Jahr mit ins Team brachte. Der Wagen ist insgesamt schlecht ausbalanciert, was wohl Alonso das Leben schwer macht. Auf der anderen Seite sagt man dem Spanier schon nach, dass er die Lust verloren hat. Siege sind weit entfernt und die 1.5 Sekunden, die Renault im günstigsten Fall fehlen, sind in dieser Saison nur schwer wettzumachen. Möglich ist es allerdings, wie Ferrari 2006 gezeigt hat. Zu Piquet jr. fällt mir momentan noch nicht viel ein, da er wegen Alonsos Lustlosigkeit und dem schlechten Wagen schwer zu beurteilen ist.

- Red Bull
Die Österreicher haben klare Fortschritte gemacht und vor allem Mark Webber scheint der neue Wagen zu liegen. Aber so richtig überzeugen konnte mich das eigenwillige Fahrzeug bisher nicht. Man sollte aber vielleicht dabei auch nicht die Renault Motoren aus den Augen lassen. Es gab Berichte, dass der Motor auf Grund seines Ansprechverhaltens mit dem Wegfall der Traktionskontrolle nicht so richtig klar kommt und schwieriger zu fahren sei. David Coulthard sah in den letzten Rennen etwas unglücklich aus. In Australien kam er noch in die Top 10, in Malaysia war es nur der 12 Platz, in Bahrain scheiterte er an der ersten Hürde. Es gibt Gerüchte, dass er noch in diesem Jahr mit Sebastian Vettel den Platz tauschen soll, damit der Deutsche in diesem Jahr nicht noch von einem anderen Top Team weggeschnappt wird.

- Honda
Der Ross Brawn Faktor ist bei den Japaner deutlich zu spüren. Der neue Wagen ist allerdings, trotz seiner sehr konservativen Bauweise, auch nicht schlecht und stellt eine gute Basis da. Beide Piloten meckern wenig, sagen allerdings auch, dass man noch einges verbessern muss. Auffällig ist, dass Honda vom reinen Rennspeed her durchaus dabei ist, in der Quali allerdings noch leichte Probleme hat. Ich habe durchaus das Gefühl, dass man mit ein Updates schnell in die Region von Williams und Renault vorstoßen kann. Wenn es ein Team in diesem Jahr gibt, dass man im Auge behalten sollte, dann wohl Honda. Zu den Fahrern gibt es wenig zu sagen. Beide sind konstant, wenn auch nicht extrem schnell. Sollte die Formkurve bei Honda zum Jahresende weiter nach oben zeigen, wäre dies ein Team, dass für Alonso eine echter Alternative darstellen könnte.

- Torro Rosso
Die Probleme von STR sind vielfältig. Einerseits hat man sich mit dem Einsatz des alten Wagens ein wenig verzockt, andererseits schwebt über dem Team das Damoklesschwert des Verkaufs. Die Situation mit Red Bull war genial, weil man sich keine Sorgen machen musste. Wie das mit einem neuen Investor aussieht, ist eine andere Sache. Wie schnell Investoren Geld rein- und wieder rausziehen hat man ja an Midland/Spyker und Super Aguri gesehen. Das macht keine gute Stimmung im Team. Dazu kommen drei Ausfälle von Vettel, der langsam merkt, dass er mit Sebastian Bourdais jemanden an seiner Seite hat, der kein Nasenbohrer ist. Im Gegenteil. Was Bourdais an Speed in der F1 fehlt, macht er mit seiner Erfahrung wieder wett. Er kann ein Rennen lesen, er hat ein Gefühl dafür, wann er Gas geben muss und wann er sich zurückhalten soll. Ich hoffe sehr, dass der neue Wagen, der erst in der Türkei kommt, STR weiter nach vorne kommt, denn die Kombi Vettel/Bourdais könnte im Haifischbecken des Mittelfeldes für viel Spaß sorgen.

- Force India
Zum Wagen gibt es wenig sagen. Man ist deutlich besser als im letzten Jahr, vor allem im Renntrimm. Aber der Abstand nach vorne ist zu groß und man wird die Lücke höchstens halten können, aber nicht schließen. Die Verpflichtung von Fisichella hat dem Team sehr gut getan und der Römer fühlt sich offensichtlich auch deswegen pudelwohl, weil man ihm ein warmes Bett gebaut gebaut hat. Peter Sauber meinte mal, dass Fisiso ein extrem sensibler Fahrer sei, der viel Zuspruch und Aufmerksamkeit benötigen würde. Die bekommt er bei den Indern wohl. Der Schwachpunkt im Team ist zurzeit Adrian Sutil. Ich konnte die Lobesarien auf ihn nie so richtig nachvollziehen, und dieses Jahr scheint mir Recht zu geben. Das er mit dem neuen Wagen, der auf Fisichella zugeschnitten ist, Probleme hat ist in Ordnung. Dass er allerdings weiterhin so viele Fehler macht, ist nicht gut. Die Liste der Fahrer, die gerne in die F1 wollen ist groß, unter anderem liegt da auch ein Robert Dornboos auf der Lauer, den ich für eine sehr gute Alternative halte.

- Super Aguri
Eigentlich ohne Wertung. Was sollen die Japaner auch machen. Honda hält sie gerade mal eben so am Leben, der Investor hat kalte Füsse bekommen und die Zukunft ist unsicher. Dazu muss man mit dem Honda-Gurke aus dem letzten Jahr klar kommen. Kein Spaß und vor allem: keine Chance. Bei diesem Team hängt alles von einem neuem, potenten Geldgeber ab, der so leicht nicht zu finden sein wird.

IRL – Danica Patrick
Leider ist der erste Sieg einer Frau in der IRL/ChampCar/CART Serie hier etwas kurz gekommen, da ich das Rennen bis gestern auch nicht gesehen hatte. Es spielt aber auch keine große Rolle, wie der Sieg zustande gekommen ist. Das sie einen Spritpoker gewonnen hat – geschenkt. Man muss erst einmal in der Position sein, auch so ein Rennen zu gewinnen. Das geht nicht, wenn man zu langsam ist.
In den USA gilt Patrick als die schnellste Frau seit Jahrzehnten. Da steckt allerdings auch ein wenig Hype drin. Wenn man sich ihre nackten Karrierezahlen anschaut, sieht das nicht ganz so überzeugend aus. Das wird vielleicht ein wenig deutlicher, wenn man sie mit Kathrine Legge vergleicht. Beide waren, allerdings nicht zeitgleich, in der Formel Atlantic unterwegs. Während Patrick in zwei Jahren (03/04) eine Pole, fünf Podien und eine schnellste Runde gelang, sind die Zahlen bei Legge in nur einer Saison (05) folgermaßen: 3 Siege und fünf Podien. Beide erreichten allerdings in der Meisterschaft einen dritten Platz. Entdeckt wurde Patrick von Rahal Letterman Racing, die sie 2005 in die IRL holten. Im ersten Jahr überraschte sie mit einer schnellstes Runde und einem 12 Platz in der Meisterschaft. Immerhin vor Scott Dixon. 06 lief es mit einem neunten Platz auch nicht schlecht, auch wenn die großen Highlights fehlten. Letztes Jahr kratzte sie hier und da mal an einem Sieg, zum Beispiel beim vorletzten Rennen in Detroit, als sie nur um 0,4 Sekunden hinter Tony Kanaan am ersten Platz vorbei schoss. Sie ist sicher keine Milka Duno, aber ist sie wirklich so der Überflieger?

In den USA dreht man gerade komplett durch. Danica Patrick war auf vielen Titelbildern der Sportabteilungen und hier und da auch auf den Titelbildern. Bei ESPN bekam man sich kaum noch ein, in den Foren wird hingebungsvoll gelobhudelt. Das liegt auch ein wenig daran, dass Danica jetzt nicht gerade aussieht, als sei gegen einen Feuerlöscher gelaufen. Sie ist bildhübsch, schnell und schlagfertig – ein Traum für die Werbeindustrie, die es noch lieber hätte, wenn Patrick vielleicht noch Single wäre, aber sie ist mit ihrem ehemaligen Physiotherapeuten Paul Edward Hospenthal verheiratet. Der wird allerdings immer hübsch im Hintergrund gehalten. Sie ist im Moment, und ganz besonders nach ihrem ersten Sieg, ein aufgehender Stern am US-Vermarktungshimmel, was immer gerne genommen wird.

Das soll aber ihren Sieg in Motegi nicht schmälern. Wenn Danica Patrick ein gutes Auto hat, dann ist sie in der Lage in den Top 5 mitzufahren. Wer dann am Ende ein Rennen gewinnt ist, wie man weiß, in der IRL auch ein wenig Glücksache. Ein Sieg gibt auch jede Menge Selbstbewußtsein und dürfte ihr Standing bei AGR deutlich verbessern. So was kommt vor dem Indy 500 gerade rechtzeitig.

Der Sieg paßt auf jeden Fall perfekt zum Saisonstart der IRL. Erst ein Sieg eines IRL Teams, dann mit Rahal der Rookie eines Ex-ChampCar Teams, jetzt der Sieg einer Frau. Besser hätte es für die IRL nicht laufen können, sag ich mal ganz wertfrei.

Und sonst?
Termine vom Wochenende sind für Eure Planung schon mal online

24.04.2008

Aufz. 09:35 Uhr   V8 Supercars   Hamilton   MotorsTV
Aufz. 13:45 Uhr Formel Eins Bahrain Premiere
Aufz. 14:50 Uhr   V8 Supercars   Hamilton   MotorsTV
Aufz. 16:35 Uhr   LMS   Spanien   MotorsTV
Aufz. 18:30 Uhr Formel Eins Bahrain Premiere
Aufz. 21:00 Uhr   V8 Supercars   Hamilton   MotorsTV
Aufz. 22:45 Uhr   ALMS   Long Beach   MotorsTV