Archive for März, 2008

Serverdowntime gestern / NASCAR Martinsville / IRL Homesteadt / David Leslie verstorben

Posted 31 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category In eigener Sache, IRL, Motorsport, NASCAR, sad news, Toyota, TV Programm

Die Seite geht wieder, aber ich habe keine Rückmeldung bekommen, warum das Blog seit gestern komplett offline war. Betroffen waren glaube ich alle Seiten vom Hoster, also muss ein Verbindungsproblem vorgelegen haben. Ich habe meinen Hoster gebeten, mit für den Ausfall zumindest eine Erklärung zu liefern. Ehrlich gesagt gehen mir Ausfälle so langsam auf die Nerven. Ich könnte umziehen, aber das ist nicht so leicht mit einem WordPressblog, weil nur die Domain, nicht Daten umziehen. Ich müsste also das Blog mal wieder komplett neuaufsetzten und die Datenbank erst ex- und dann importieren, wozu ich absolut keine Lust habe, da ich die Probleme noch von letzter Woche im Kopf habe. Mal sehen, wie der Server in den nächsten Wochen läuft.

NASCAR – Martinsville
Ein geradezu klassisches Shorttrack Rennen gab es gestern in Martinsville: spannend, abwechslungsreich und kaum vorhersehbar. Gerade mal 3:30 Std. dauerte das Rennen, was für Martinsville schon fast etwas kurz ist, obwohl man mit 18 Cautions schon sehr häufig unterbrechen müsste. Aber die meisten Unterbrechungen waren nach zwei bis fünf Runden beendet, so dass es schnell weiter gehen konnte. Die Eile war auch nötig, denn über dem Speedway in Martinsville tummelten sich dicke Regenwolken und es nieselte während des Rennens immer wieder leicht. Im Gegensatz zu den Superspeedways wird in Martinsville wegen der niedrigen Geschwindigkeiten aber nicht beim ersten Regentropfen abgebrochen. Man fährt halt so lange es irgendwie geht und die Strecke nicht allzu nass wird. Tatsächlich sah man gestern auf den Kameras viele Regentropfen. Was mich aber genervt hat, war die Tatsache, dass FOX nicht in der Lage war, die festinstallierten und vermutlich ferngesteuerten Kameras sauber zu machen. Während des gesamten Rennens lag wegen des leicht gezogenen Zooms eine Art Nebel auf der Linse, der das Bild nicht wirklich verbesserte.

Das Rennen selber sah lange nach einer Hendrick-Veranstaltung aus. Vorne zogen Johnson, Gordon und Junior ihre Runden, nicht weit entfernt auch Casey Mears, der gestern eines seiner besseren Rennen fuhr. Junior war von Platz 21 gestartet, übernahm aber bald die Führung im Rennen und sollte am Ende auch die meisten Führungsrunden auf dem Konto haben. Gordon und Johnson wurden in leichte Unfälle verwickelt, konnten aber jeweils weiterfahren und hatten das Feld schnell wieder durchpflügt. Es gab zwar ein paar Führungswechsel, aber es waren neben den Hendrick Piloten nur Danny Hamlin und Jeff Burton, die um die Spitze kämften. Auch in den Top 10 tat sich wenig. Hier waren Stewart, McMurray, Edwards, Bowyer und Ragan unterwegs, zwischendurch tauchten auch mal Kahne und Vickers auf, die am Ende jedoch zurückfielen.

Das lag vor allem daran, dass sie eine falsche Boxenstrategie gewählt hatten. Das war sowieso das Thema des Abends, denn nach dem 250 Runden absolviert worden waren und damit das Rennen voll gewertet werden konnte, ging es nur noch um die Frage: “Wann wird es regnen und wer ist dann vorne?”. Das meist benutzte Wort am Funk war “Trackposition”. Soll man sie für neue Reifen aufgeben, oder lieber mit alten Schlappen vorne bleiben? Die Diskussionen in allen Teams dauerten während des gesamten Rennens an. Einige verzockten sich zwischendurch (Tony Stewart), andere waren mit den alten Reifen am Ende chancenlos, als um den Sieg ging (Jeff Burton). Das am Ende Danny Hamlin die Nase vorn hatte, war allerdings ein Zufall. Bei einem der vielen Restarts konnte er sich halt gut durch den Verkehr schlängeln, während die eigentlich schnelleren Jeff Gordon und Dale Earnhardt jr. zunächst im Verkehr stecken blieben. Gordon kämpfte sich in den letzten drei Runden zwar wieder an Hamlin ran, aber mehr war nicht drin. Überholen ist ja auch so eine Sache in Martinsville. Nach dem eher katastrophalen Start in die Saison war der Sieg für Hamlin Balsam auf die Seele. Eine zeitlang sah es in den letzten Rennen so aus, als habe er gegen Kyle Busch kaum eine Chance, doch mittlerweile hat man nicht nur aufgeschlossen, sondern ist wieder an der Spitze dran. Es war der zweite Toyota Sieg, ausgerechnet im Kernland der NASCAR. Offenbar haben sich die Fans aber an Toyota gewöhnt und das mit Hamlin ein Mann gewonnen hatte, der quasi um die Ecke geboren wurde, machte die Sache auch einfacher.

Fox lieferte gestern eine gewohnt gut Arbeit ab. Nicht überragend, aber in Ordnung. Shorttrack Rennen sind ja nun wirklich nicht leicht zu moderieren, aber die Regie ging immer dahin, wo am meisten Action war, so dass man auch mal die Fahrer weiter hinten sehen konnte.

Ein gutes Rennen, sicher nichts für Speedfans, aber ich mag die Shorttracks, weil immer etwas passiert und weil sie das “Herzstück” der NASCAR sind. Nächste Woche wird es dafür auch wieder richtig schnell, denn es geht aufs Oval in Texas.

IRL – Homesteadt
Weitaus weniger abwechslungsreich war der Start in die Saison der IRL. Nur drei Cautions unterbrachen das 200 Runden lange Rennen, was einerseits gut war, denn wenn auf diesen Ovalen einer abfliegt, tut es gleich richtig weh, aber auf der anderen Seite sah man dann auch gleich, wo die Probleme der Serie in diesem Jahr liegen werden: die ehemaligen ChampCar Teams sind zumindest auf den Ovalen chancenlos und die Serie wird von Ganassi, Penske und AGR dominiert. Vor allem Ganassi und AGR legten ein Tempo vor, das atemberaubend war. Tony Kanaan, Marco Andretti, Dan Wheldon, Scott Dixon, Castronewes und Briscoe waren derartig schnell, dass sie bald das gesamte Feld überrundet hatten. Selbst die starke Danica Patrick von ihren eigenen Teamkollegen überrundet. Das zeigt, wie stark die Leistungen der Teams in der IRL sich unterscheiden. Am deutlichsten wurde das allerdings in den ersten Runden durch Dan Wheldon gezeigt. Der musste wegen seines Unfalls in der Quali von ganz hinten starten und die Inboardkamera blieb die ersten Runden bei ihm. Sie zeigte, mit welch unfassbarem Speed Wheldon an allen vorbeizog, die nicht in den Top 10 fahren. Egal ob auf der unteren oder der oberen Linie – Wheldon ging an den Ex-ChampCars und kleineren IRL Teams vorbei, als würden die 100 PS weniger haben.

Das war nicht schön anzusehen. Man hatte damit gerechnet, dass die CC-Teams nicht den Speed der Spitze haben würden, aber das der beste CC-Pilot, der seine Runden problemlos absolvierte, am Ende gleich fünf Runden Rückstand haben würde, war dann doch starker Tobak. Oriol Servia war mit seiner Oval Erfahrung noch der beste CC-Pilot, allerdings dicht gefolgt vom erstaunlichen Franck Perera, der mit nur 50 Oval-Runden auf dem Buckel nur sechs Runden Rückstand hatte.

Für den Aufreger des Rennens sorgte Tony Kanaan, der gegen Ende das Rennen dominierte, dooferweise aber acht Runden vor Schluss von Ernesto Viso abgeschossen wurde, als der sich genau vor Kanaan drehte. Kanaan rutschte gerade so unter Viso durch, aber seine Vorderradaufhängung war abgeknickt wie ein Strohhalm. Er schimpfte wie ein Rohrspatz, gestikulierte wild und wollte wohl, dass das Rennen unter Gelb beendet wurde. Das war aber nicht der Fall. Sein Team bekniete ihn, doch endlich reinzukommen. “Tony! The car!”, hieß es am Funk laufend, denn man leidet ja gerade unter einer gewissen Chassis-Knappheit. Kaanan meinte nur “Jajajajaja”, fuhr aber seelenruhig mit waidwunden Wagen zum Restart, wo er dann allerdings von Rennleitung mittels schwarzer Flagge rausgenommen wurde. Das führte nach dem Rennen zu Diskussionen, denn viele Fahrer waren der Meinung, dass man Kanaan schon vor dem Restart hätte aus dem Feld nehmen müssen.

Bis auf das Ende war es also ein sehr zäher Start in die neue Saison. Tony George muss zumindest für die Oval Rennen dringend etwas unternehmen, denn wenn die Saison in der ersten Hälfte so weiterläuft, werden die meisten Fans keine Lust auf die Rennen haben. Die Tribünen in Miami waren auch nur spärlich besetzt und man merkt der Serie auch an, dass noch ein paar Charaktere wie Paul Tracy fehlen. Da muss schnell und dringend nachgebessert werden, sonst sehe ich im Laufe der Saison die ersten ChampCar Teams aussteigen.

BTCC – David Leslie und Richard Lloyd verstorben
- David Leslie ist tot. Der ehemalige BTCC Profi (Zweiter der BTCC-Meisterschaft 1999) verstarb gestern zusammen mit Teambesitzer Richard Lloyd bei einem Flugzeugabsturz in England. Es saß in dem Flugzeug, dass in das Haus in Kent gerast ist. Augenzeugen zufolge, stürzte das Flugzeug unkontrolliert zu Boden nachdem der Pilot noch mehrere “Mayday” Rufe durchgeben konnte. Leslie war Ende 90er Jahre der zweite Mann in der Nissan Truppe, die mit dem Primera alles in Grund und Boden fuhren. Er verlor 1999 nur knapp gegen seinen Teamkollegen Laurent Aiello. Leslie beendete seine Karriere 2003 und war danach auf der britischen Version von Eurosport als Kommentator beschäftigt. In England war er als Fahrer und Kommentator sehr beliebt und bekannt.
Richard Lloyd war ein bekannter britischer Teambesitzer, der in den 80er Jahre mit verschiedenen Fahrzeugen in Le Mans angetreten ist. In diesem Jahr arbeitete er an einer GT2 Version des Aston Martin, den er einsetzten wollte. Bei dem Unglück verstarben drei weitere Menschen.

Und sonst?
- Ja, ich hab das mit Max Mosley und seiner angeblichen Sex-Orgie und dem Video gesehen. Nein, das interessiert mich nicht. Selbst wenn er sich als gleichzeitig als Hitler, Stalin, Pol Pot, Idi Amin, Dr. Mengele und Attila verkleidet und auspeitschen läßt ist mir das wurscht. Das Sexleben anderer Menschen interessiert mich nur dann, wenn ich daran teilhabe. Punkt. Interessant ist allerdings die Frage, wer das Video geleakt hat. Da will offenbar jemand eine Rechnung begleichen.

- Vorschau aufs Wochenende. Es wird voll: F1, GP2 Asia, Speedcarseries, Porsche Supercup (alle Bahrain), ALMS und IRL St. Petersburg, WTCC Puebla und NASCAR SC & NW in Texas. Aber virher muss ich noch das GrandAm und die drei BTCC Rennen sehen. Alle TV-Termine sind schon online

31.03.2008

Aufz. 19:15 Uhr NASCAR SC Martinsville Premiere
Aufz. 20:45 Uhr IRL Homesteadt Premiere

01.04.2008

Aufz. 12:00 Uhr NASCAR SC Martinsville Premiere

NASCAR Martinsville Quali / IRL Quali / Villeneuve in der Speedcarserie

Posted 29 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category F1, FIA, IRL

Die Quali in Martinsville war sehr kurzweilig und sah Jeff Gordon am Ende ganz vorne, der seine Konkurrenten deutlich distanzieren konnte. Das war ja in etwas so erwartet worden, da Gordon hier traditionell gut zurecht kommt. Auch Jimmie Johnson war mit seinem Platz in den Top 10 nicht unzufrieden. Bei Dale Earnhardt jr. lief es dagegen nicht so gut. Er musste früh auf die Strecke, als diese noch sehr “grün” war und landete am Ende nur auf Platz 22. Das wird richtig schwer, ganz nach vorne zu kommen. Zwei dicke Überraschungen gab es auch. Aric Almirola stellte seinen DEI Wagen mit der Nummer #8 auf den dritten Platz Ken Schrader pushte den BAM Toyota auf Platz sieben. Bei Amirola bin ich mir mittlerweile sicher, dass da ein ziemlich großes Talent heranwächst und BAM hat wohl mit dem Toyota Motor eine echte Trumpfkarte gezogen.

Zu den anderen Teams gibt es wenig zu sagen. Joe Gibbs platzierte alle seine Fahrer in den Top 10, was die Aussichten auf einen Toyota Sieg deutlich nach oben schiebt. Mit McMurray hat Ford, mit Kahne auch Dodge einen Fahrer in den hier so wichtigen Top 10. Montoya kam widererwartend nicht so gut zurecht und landete nur auf Platz 29. Noch schlimmer erwischte es Casey Mears, der nur 39. wurde.

Ein regelrechtes Drama gab es um den letzten Startplatz. Kyle Petty und Dario Franchitt waren bis auf die letzte Tausendstel zeitgleich, also hätten eigentlich 44 Wagen an den Start gehen müssen. In der NASCAR gilt aber die Regel, dass bei Zeitgleichheit derjenige den Startplatz bekommt, der in der Wertung weiter vorne steht. Also musste Kyle Petty trotzdem seine Sachen packen und wieder nach Hause fahren.

Am Rande schwelt immer noch der Spionagevorwurf von Jack Roush gegenüber Honda. Roush hatte behauptet, das Teile von seinem Team von Toyota Mitarbeitern gestohlen worden sein sollen. Jetzt hat sich Michael Waltrip zur Wort gemeldet und gestanden, dass sich eine “Sway Bar” von Ford zufälligerweise in seiner Garage gefunden hätte. Eine “Sway Bar” ist eine Art Stabilisator, der die vorderen Aufhängungen verbindet und diese etwas steifer macht, was das Rollen des Wagens auf der Vorderachse unterbindet. Das Teil soll angeblich beim Einpacken nach einem Rennen versehentlich in Waltrips Transporter gelandet sein. Man habe es nicht als Ford-Teil identifiziert, weil es ja auch nicht groß drauf stehen würden und die Dinge sowieso alle gleich ausssehen. Das es ausgerechnet schon wieder Waltrip ist, der in die Sache verwickelt ist, macht die Sache etwas pikant. Er war ja im letzten Jahr in Daytona beim Schummeln erwischt worden und das hätte ihn fast sein Team gekostet.

IRL – Quali
Nicht gesehen, daher hier nur die Zeiten. Die ehemaligen ChampCar Teams sind alle am Ende der Startaufstellung. Es fehlen Graham Rahal (Auto im Training verschrottet), Dan Wheldon und Jay Howard. Letztere zerlegten ihre Wagen in der Quali. Der Unfall von Howard muss sehr heftig gewesen sein, da er nicht alleine aus dem Auto. Es geht ihm aber gut und er hat keine Verletzungen.

1. Scott Dixon Ganassi 1.40.2341s
2. Ed Carpenter Vision 1.40.2482s
3. AJ Foyt IV Vision 1.40.7676s
4. Danica Patrick AGR 1.40.8066s
5. Ryan Briscoe Penske 1.40.8166s
6. Marco Andretti AGR 1.40.9452s
7. Helio Castroneves Penske 1.41.0615s
8. Tony Kanaan AGR 1.41.0683s
9. Hideki Mutoh AGR 1.41.1024s
10. Marty Roth Roth 1.41.1264s
11. Ryan Hunter-Reay Rahal Letterman 1.41.4689s
12. Vitor Meira Panther 1.41.6762s
13. Buddy Rice Dreyer & Reinbold 1.42.0784s
14. Darren Manning Foyt 1.42.1598s
15. Franck Perera Conquest 1.42.2034s
16. Oriol Servia KVRT 1.42.3056s
17. Justin Wilson NHLR 1.42.4349s
18. Milka Duno Dreyer & Reinbold 1.42.6559s
19. Enrique Bernoldi Conquest 1.42.7433s
20. Ernesto Viso HVM 1.42.7577s
21. Will Power KVRT/Team Australia 1.42.7935s
22. Bruno Junqueira Coyne 1.43.0882s
23. Mario Moraes Coyne 1.43.2707s

Speedcarserie
Die Speedcarserie mausert sich zu einer All-Star-Veranstaltung. Der gerade Cockpit-lose Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hat bekannt gegeben, dass er die letzten zwei Rennen der Serie in Bahrain und Dubai fahren wird. Da bin ich ehrlich gesagt sehr gespannt. Eigentlich sollte er ja mehr Erfahrung in den Wagen haben, da es die Technik der alten Busch-Wagen ist. Vieleicht findet sich auch jetzt endlich mal ein deutscher/europäischer Sender, der die Serie überträgt. Die bisherigen Rennen, die man so sehen konnte, waren sehr unterhaltsam.

Und sonst?
- Die FIA will die Bummelei der Formel Eins in der letzten Trainingsrunde und auf dem Weg zur Startaufstellung verbieten. Es wird die 120% Regel gelten, die Fahrer müssen also eine Mindestzeit einhalten.

- Ein neuer Service hier im Blog. Die TV Termine vom Wochenende findet man jetzt auch in der rechten Spalte oben unter “TV am Wochenende”.

Jean-Marie Balestre verstorben

Posted 28 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category F1, FIA

Der legendäre wie umstrittene ehemalige Chef der FIA, Jean-Marie Balestre, ist heute im Alter von 86 Jahren verstorben. Balestre war in den 80er Jahren, besonders in seiner Eigenschaft als FISA Präsident, eine höchst umstrittene Figur, der sich vor allem mit Bernie Ecclestone einen jahrelangen Kampf um die Vorherrschaft in der Formel Eins leistete.

Der Franzose hatte 1979 das Amt des FISA-Präsidenten übernommen, nachdem er schon lange im französichen Motorsportverband als Funktionär tätig war. Kaum hatte er das Amt inne, legte er sich mit der FOCA (Formula One Constructors’ Association) und dessen Vorsitzenden Bernie Ecclestone an. Die FISA, damals der sportliche Ableger der FIA, fühlte sich allein durch die Existenz der FOCA auf den Schlips getreten. Ecclestone (damals noch Besitzer des Brabham-Teams), Frank Williams, Colin Chapman, Teddy Mayer (McLaren) und Ken Tyrrell waren ebenso in der FOCA vertreten wie Günter Schmidt (ATS), Toleman und Osella, während Renault, Ferrari und Alfa auf Seiten der FISA standen. Ecclestone hatte allerdings das Sagen in der FOCA, im übrigen zusammen mit seinem Rechtsbeistand, einem Herrn names Max Mosley, Mitbegründer von March.

Es ging, wie sollte es anders sein, ums Geld. Die Privatteams wollten mehr vom Kuchen abhaben und außerdem kämpfte Ecclestone auch dafür, dass die kleinen Teams nicht von den Hersteller überrollt wurden. Kleiner Treppenwitz der Geschichte, wenn man sich die spätere Arbeit von Ecclestone so ansieht. Jedenfalls lagen sich Ecclestone und Balestre wegen jeder Kleinigkeit in den Haaren. Am Ende der Saison 1980 gab es ernsthafte Bemühungen der FOCA eine Konkurrenzserie auf die Beine zu stellen. Es gab sogar ein Rennen der Serie im Frühjahr 1981 in Kyalami, der ehemaligen Haus-und Hofstrecke von Ecclestone. Man sah aber ein, dass eine zweite Formel Eins in Europa keinen Sinn machen würde. Das lag auch daran, dass man sich FOCA und FISA 1981 auf das erste Concorde Agreement geeinigt hatten, dass nun endlich auch umgesetzt wurde. Die Vereinbarung beinhaltete, dass die FISA volle Kontrolle über die technische Regularien hatte, während Bernie Ecclestone und seine neugegründete Firma FOPA (Formula One Promotions and Administration) die komplette Vermarktung in die Hände bekam. Das führte dazu, dass die FISA/FIA auch nicht mehr die Kontrolle über die Strecken hatte, sondern nur noch für die technische Abnahme der Strecken zuständig war.

Im Grunde hatte Balestre den Kampf mit Ecclestone verloren, auch wenn die FISA die technische Kontrolle über die F1 behielt. Aber Ecclestone und der FOCA war eh die ganze Zeit nur um die finanzielle Seite gegangen. Balestre war zutiefst beleidigt und der Krieg ging 1982 erst richtig los.

Nachdem Balestre mit der FOCA seiner Meinung nach fertig war, ging er die Fahrer an. Er wollte diese enger an die FISA (die ja die Super-Lizenz ausstellte) binden, also setzte man in die Lizenz noch den Passus, dass ein Fahrer auf jeden Fall für das Team antreten musste, das die Superlizenz für den Fahrer beantragt hatte. Damals waren kurzfristige Teamwechsel in der F1 noch üblich. Die GPDA rief draufhin zum “Streik” auf und der 82er GP von Südafrika konnte erst in letzter Sekunde gerettet werden.

Danach war Balestre wieder nach Ärger mit den Teams. Beim GP von Brasilien hatte die FISA nachträglich den Sieger Nelson Piquet (Brabham) und den zweitplatzierten Keke Rosberg (Williams) disqualiziert. Der Grund war teilweise politisch, teilweise technisch. 82 fingen die Turbomotoren an richtig zu laufen. Alle FISA Teams, namentlich Renault, setzten auf einen Turbo, alle FOCA Teams auf den guten alten Cosworth DFV. Die Teams hatten sich einen Trick einfallen lassen, um die Turbos zu ärgern. Zum einen tauchte man mit wassergekühlten Bremsen auf, zum anderen mit einem riesigen Wassertank im Auto. Man gab an, dass man das Reservior zur Kühlung benötigen würde, was natürlich Quatsch war. Stattdessen wurde das Wasser während des Rennens abgelassen und beim letzten Tankstopp wieder aufgefüllt. Damit fuhren die FOCA Wagen während des Rennes untergewichtig. Das wiederum wollte siche die FISA nicht bieten lassen, die ja eigentlich für die Einhaltung des technischen Reglements zuständig war. Gleichzeitig ließ man Renault aber einige Kleinigkeiten durchgehen. Interessanterweise kam der Protest von Renault und es wurden auch nur Piquet und Rosberg disqualifiziert. Die anderen Teams, die hinter Renault lagen, behielten ihren Platz und die Punkte.

Die Stimmung war also super, und so gut, dass die FOCA Teams den GP von San Marino 1982 komplett boykottieren wollten. Allerdings brachen ATS, Osella, Toleman und Tyrell den Boykott, angeblich auf Bitten der Sponsoren. Ken Tyrell glaubte man die Sache ja noch, aber bei ATS und Toleman sah die Sache anders aus. Das roch nach Verrat. Man überlegte sogar, beide Teams aus der FOCA auszuschließen, unterließ das aber um weiterhin Einigkeit gegenüber der FISA zu zeigen. Gut getan hat der Bruch des Boykotts aber weder ATS noch Toleman, die danach von den anderen FOCA Teams geschnitten wurden. Balestre tanzte im Dreieck und drohte alle FOCA Teams aus der F1 zu werfen, Leute wie Colin Chapman, Bernie Ecclestone und Frank Williams meinten gegenüber der übergeordneten FIA, dass man solange nicht mehr fahren würde, bis Balestre verschwunden sei. Aber die Hausmacht von Balestre in der FIA als Franzose in einem französisch dominierten Sportverband war einfach zu groß.

Es geschah also nichts und wundersamerweise verschwanden die Differenzen zwischen der den Teams und der FISA. Angeblich wohl auch deswegen, weil die graue Eminenz der Formel Eins. Enzo Ferrari, die Geduld ausging und ein Machtwort gesprochen hatte. Er ließ sowohl Ecclestone als auch Balestre nacheinander in seinem Büro in Maranello antanzen. Es heißt, er habe Balestre gedroht aus der FISA auszusteigen und Ecclestone soll er versprochen haben, sich gegenüber der FISA neutral zu verhalten. Andere Quellen behaupten, dass er auf das Geld der FOCA scharf war. Damals ging es Ferrari wirtschaftlich nicht so richtig gut. Nicht auszuschließen, dass die Geschichte stimmt. Sicher ist: Ferrari war derjenige, der am meisten Macht hinter den Kulissen hatte. FISA hin, FOCA her – eine WM ohne Ferrari war undenkbar.

Dann war erstmal Ruhe, bis 1989, als sich Alain Prost und Ayrton Senna um die Weltmeisterschaft stritten. Die Auseinandersetzung gipfelte in der legendären Kollision in der Schikane von Suzuka, als Prost Senna einfach auflaufen ließ. Prost stieg aus, Senna wurde von den Marshalls angeschoben, fuhr weiter, wechselte die Nase und gewann den Grand Prix. Nach dem Rennen wurde er von der FISA disqualifiziert und Alain Prost wurde deswegen Weltmeister. Als Grund wurde angegeben: Senna habe die Schikane ausgelassen, was natürlich Blödsinn war. Der Brasilianer wußte sofort, wo der Wind herwehte. Und sprach laut aus, dass Balestre wohl lieber einen Landsmann als Weltmeister hätte. Daraufhin entbrannte ein Streit zwischen ihm und Balestre, der größtenteils in der Presse ausgetragen wurde darin gipfelte, dass die FISA ihm für die 90er Saison die Superlizenz entziehen wollte. Angeblich hat Senna im Februar 1990 auf Drängen von Ron Dennis einen Entschuldigungsbrief geschrieben. Als er im gleichen Jahr (1990) beim letzten Rennen dann Alain Prost in Suzuka beim Start abschoss um selber Weltmeister zu werden, unternahm die FISA interessantweise nichts.

Das mag auch daran gelegen haben, das Balestre bei der FISA und der FIA mittlerweile den Bogen überspannt hatte. Der Streit mit Senna hatte ihm nicht gut getan, denn Senna war damals schon der mächtigste Fahrer der Formel Eins. Man demütigt keine Ikone, ohne dass das Folgen hat. Die Presse war noch nie auf seiner Seite gewesen und Rücktrittsforderungen an seine Person gab es schon seit Jahren. Seine Hausmacht bröckelte und 1991 verlor er eine Kampfabstimmung gegen Max Mosely als FISA Präsident. Mosely gewann auch die Wahl zum Präsidenten der FIA (1991) und gliederte die FISA wieder in die FIA ein. Balestre blieb allerdings bis 1996 im Präsidium der FIA.

Balestre war sicher ein sehr streitbarer Mensch. Aber im Grunde hat Balestre mit seinen Schlachten gegen die FOCA und die GPDA die Formel Eins ebenso geformt, wie das Ecclestone gemacht hat. Seine Napoleon-artige Handlungsweise hat die vielen Streitigkeiten, aber auch Lösungen geformt. Ohne Balestre hätte Ecclestone das Ruder komplett alleine übernommen. Bei aller Kritik sollte man auch nicht vergessen, dass er dafür gesorgt hat, dass die Turbomotoren verschwunden sind, die FIA Crash-Tests eingeführt hat und die Sicherheit der Fahrer weiter gestiegen ist. Er mag ein Feindbild für viele Fans gewesen sein, aber sein Einfluss auf die Formel Eins spürt man noch heute.

IRL – Saison 2008 / TV Wochenende

Posted 28 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category IRL, Motorsport, TV Programm

Nach 12 Jahren Grabenkämpfen und gegenseitigen Anschuldigungen ist es an diesem Wochenende endlich wieder soweit: Die USA haben wieder eine gemeinsame Monopostoserie und die startet in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr erstes Rennen. Nun soll es endlich wieder aufwärts gehen mit dem US-Formelsport, doch leicht wird es nicht werden, die Fans zurück an die Strecke zu bekommen. Da ist sehr viel Prozellan zerschlagen worden und viele Fans werden sich die Sache vermutlich erst einmal aus der Distanz anschauen. Wenn die IRL allerdings wieder so eine Saison wie letztes Jahr hinlegt, dann werden die Stadien schnell wieder voll sein.

Auch wenn alle die Übernahme der ChampCar Serie durch die IRL begrüßen, es gibt noch viele Probleme, die die Serie zu bewältigen hat. Zum einen gibt es nicht genügend Chassis von Dallara. Graham Rahal, der seinen Wagen bei den Tests neulich in die Mauer warf, wird am Wochenende nicht antreten können, da sein Einsatzfahrzeug irreparabel ist. Zum anderen beklagen sich die ehemaligen ChampCar Teams schon jetzt darüber, dass sie in Sachen Abstimmung und Wissen weit hinter den etablierten IRL Teams zurückhängen. Für Paul Stoddart war das sogar der Grund, nicht in die IRL zu wechseln. Auch ein paar Topfahrer aus der CC-Serie sitzen noch ohne Cockpit da. Paul Tracy und Robert Doornbos, die vor ein paar Wochen noch dachten, sie würden um den Titel fahren, haben kein Team gefunden, dass sie so kurzfristig übernimmt. Vor allem Tracy ist schon ein Verlust, da er bei den Fans außerordentlich beliebt ist.

Die IRL muss sich zunächst einmal wieder einen Namen machen. Sie muss ihre Stars schaffen und für spannende Rennen sorgen. Das Starterfeld von über 26 Wagen in der Saison wird sicher für gute Rennen sorgen, beim ersten richtigen Indy 500 seit Jahren werden vermutlich mehr als 30 Wagen an den Start gehen. Die Vorzeichen für eine gute Saison sind jedenfalls nicht schlecht. Wenn man dann ab 2009 die Saison nicht mehr so elend früh im September beendet, sollte es mit dem Formelsport in den USA wieder richtig bergauf gehen. Im letzten Jahr zeigte man auf der Webseite indycar.com alle Rennen als Livestream. Im Moment finde ich dieses Angebot auf der Seite aber nicht. Kann aber sein, dass das kurzfristig hochgeschoben wird.

Die Teams im Einzelnen:
(Ich hätte gerne ein paar Bilder reinpackt, aber die Mediaseite der IRL funktioniert mal wieder nicht)

- Team Penske
Man startet mit Helio Castronewes und als Ersatz für Sam Hornish jr. hat man sich Ryan Briscoe geholt. Der Australier ist in der IRL kein Unbekannter, denn er war schon für einige Rennen bei Chip Ganassi und A.J. Foyt unterwegs. Im letzten Jahr steuerte er für Penske einen Porsche RS Spyder in der ALMS und konnte immerhin drei Rennen gewinnen. Penske wird sicher auch in diesem Jahr wieder um die Meisterschaft fahren, auch wenn Castronewes in der letzten Saison etwas unsortiert aussah.

- Ganassi Racing
Keine großen Veränderungen bei Ganassi. Dan Wheldon und Scott Dixon starten auch dieses Jahr und beide gilt es zu schlagen, wenn man Meister werden will. Zusätzlich hat sich Chip Ganassi die Dienste des Nachwuchstalent Alex Lloyd gesichert, der bei einigen Rennen (Indy 500) zum Einsatz kommen soll

- Andretti Green Racing
AGR geht auch in diesem Jahr mit den meisten Fahrern an den Start. Danica Patrick, Tony Kanaan und Marco Andretti sitzt Hideki Mutoh im vierten Wagen, nachdem Franchitti ja auch in die NASCAR abgedampft ist. Mutoh hat in der IRL erst ein Rennen absolviert (Chicagoland 2007), bei dem er aber die schnellste Runde hinlegte. Muss man sehen, ob es wieder ein Kamikaze-Pilot ist, oder ob er mehr kann. Schwierig wird die Saison für Marco Andretti, der so langsam mal zeigen muss, dass er in die großen Fußstapfen seines Vaters Michael und seines Großvaters Mario passt. Beste Chance rechne ich Tony Kanaan aus.

- Rahal Letterman Racing
Die sind weiterhin nur mit gebremsten Schaum unterwegs und haben sich Ryan Hunter-Reay geholt, nachdem man mit Scott Sharp im Unfrieden auseinander gegangen ist. Ein-Wagen-Teams habe es in der IRL bekanntermaßen schwer, weil ein Abgleich der Daten fehlt. Allerdings arbeitet man mit dem Newman/Haas/Lanigan Racingteam zusammen.

- A.J. Foyt Racing
Erstaunlicherweise kommen A.J. Foyt und sein Fahrer Darren Manning immer noch miteiander aus. Der siebenfache USAC Meister (Vorläufer der CART) Foyt gilt ja bekanntermaßen nicht gerade als ausgeglichener Zeitgenosse, der seinen Fahrern gerne auch mal handgreiflich klar macht, was er von schlechten Ergebnissen hält. Mit Mannig hat er allerdings einen Mann gefunden, der mit dem mittelmäßigen Material wirklich gut unterwegs ist. Kein Meisterschaftskandidat, aber auf jeden Fall für einen Sieg gut.

- Vision Racing
Nachdem man mehrfach knapp an der Pleite vorbei geschrammt ist, hat man in diesem Jahr wieder zwei Autos am Start. Die Besetzung der Cockpits ist wie im letzten Jahr. A. J. Foyt IV hat in seiner Karriere ausser einem dritten Platz im letzten Jahr in Kentucky noch nicht viel gerissen, allerdings ist er mit 24 Jahren auch noch sehr jung für die Ovale. Ed Carpenter ist schon in der vierten Saison bei Vision und gilt als fleissiger Punktesammler. Nie ganz vorne, aber immer gut im Mittelfeld.

- Dreyer & Reinbold Racing
Man startet auch dieses Jahr mit dem 2005er Sieger des Indy 500, Buddy Rice. Neben ihm hat man Milka Duno gesetzt. Das ehemalige Modell aus Venezuela fährt zur Erleichterung der anderen Fahrer aber keine gesamte Saison, sondern wechselt sich mit Townsend Bell. Duno war im letzten Jahr mehrfach hart kritisiert worden, weil sie zu langsam war und immer auf der Rennlinie rum hing.

- Roth Racing
Das Team des Kanadiers Marty Roth wird erstmalig mit zwei Wagen an den Start gehen. Neben ihm selber wird Jay Howard an den Start gehen. Der hat 2006 immerhin zwei Siege in der Indy Pro Serie einfahren können, seitdem steckt seine Karriere aber fest.

- KV Racing Technology
Das ist dass Team von Kevin Kalkhoven. Er hat sich Oriol Servia und Will Power als Fahrer geholt. Unterstützt wird er vom Chip Ganassi Team. Ich würde KV durchaus Chancen einräumen, ganz vorne mitzufahren. Nicht bei jedem Rennen, aber hier und da schon. Will Power gehört ja eher zu den besseren Fahrern und auch Servia sollte man nicht unterschätzen. Es aber insgesamt schwierig die neuen Teams in der IRL einzuschätzen, weil die, wie erwähnt, einfach noch einen Wissensrückstand haben.

- Conquest Racing
Das Team kennt die IRL einigermaßen, weil man 2002 schon mal hier unterwegs war, bevor man zu den ChampCars wechselte. Dort lief es aber auch nicht sonderlich gut und als Mike Lanigan Ende 2006 den Finanzierungsstöpsel zog, wollte man schon dicht machen. Es tauchten aber wieder Sponsoren auf und auch für die IRL Saison ist man relativ sicher aufgestellt. An den Start gehen der ehemalige Formel Eins Pilot Enrique Bernoldi und Franck Perera, den man ja noch aus der F3 Euro und der GP2 kennt.

- Newman/Haas/Lanigan Racing
Neben KV Racing hat dieses ehemalige CC-Team wohl die besten Siegchancen. Das sind ja beileibe keine Anfänger, die da unterwegs sind und mit Justin Wilson und Graham Rahal hat man zwei sehr gute Fahrer am Start. Ich gehe davon aus, dass die Ressourcen des Teams so gut sind, dass sie schnell regelmäßig in den Top 10 auftauchen werden. Beide Fahrer sind auch für Siege gut, vor allem auf den Strassenkursen.

- Dale Coyne Racing
Hier sieht es ein wenig anders aus. Das Team gibt es zwar auch schon seit 1986, aber so richtig erfolgreich war man nie. Dieses Jahr hat Bruno Junquiera als Nummer Eins verpflichtet. Der Brasilianer ist so Fahrer, bei dem man nie weiß, was man erwarten soll. Entweder tobt er in den Top 3 rum, oder er versinkt lustlos im Nirgendwo. Nummmer Zwei ist ein Mann namens Mario Moraes, ein gerade mal 20jähriger Fahrer, der im letzten Jahr in der britischen F3 Serie unterwegs war, und mir jetzt nicht sonderlich aufgefallen ist. Dale Coyne arbeitet aber in dieser Saison mit AGR zusammen, was dem Team sicher sehr helfen wird.

- HVM Racing
Dahinter verbirgt sich das alte Minardi USA Team, dass ohne Paul Stoddart weiter macht. Keith Wiggins hat sich entschlossen, die Sache wieder selber in die Hand zu nehmen, allerdings bringt er nur einen Fahrer, Ernesto Viso, an den Start. Der war 2006 immerhin sechster in der GP2, hat aber so gut wie keine Oval Erfahung.

- Panther Racing
Neues Jahr, neuer Versuch von Panther zusammen mit Vito Meira endlich den ersten Sieg einzufahren. Meira war vor allem 2006 schon so oft knapp davor, dass er einem schon leid tun konnte. Drei zweite und drei dritte Plätze waren es 2006, letztes Jahr kam man nicht so recht in Schwung. Panther hat nach dem Gewinn der Meisterschaft 2001 und 2002 irgendwie den Faden verloren. Was auch an Problemen mit den Sponsoren lag. Mit einem Ein-Wagen-Team ist man, wie erwähnt, nicht so wirklich gut aufgestellt und ob Meira endlich mal einen Sieg einfahren kann, wird auch 2008 die große Frage sein. Das Potenzial hat das Team auf jeden Fall.

Und sonst?
Wie gestern schon erwähnt: die BTCC startet die Saison 2008 in Brands Hatch.

Ich werde das Indy Rennen vermutlich nicht live sehen können, Analyse folgt dementsprechend später.

NASCAR Streams bei den üblichen Stellen.

ACHTUNG: Samstag auf Sonntag werden die Uhren in Deutschland vorgestellt. Dementsprechend sind es wieder sechs Stunden Zeitunterschied zur Ostküste der USA (neun Westküste)


29.03.2008

Aufz. 11:20 Uhr Frz. GT Nogaro MotorsTV
Aufz. 12:40 Uhr Frz. Porsche Cup Nogaro MotorsTV
LIVE 15:00 Uhr NASCAR CTS Martinsville Quali SpeedTV
LIVE 18:00 Uhr NASCAR CTS Martinsville FOX (!)
Aufz. 18:00 Uhr NASCAR SC Bristol Premiere
Aufz. 21:00 Uhr ARCA Talladega 2007 MotorsTV
Aufz. 23:00 Uhr GrandAM Homestead SpeedTV


30.03.2008

LIVE 01:00 Uhr IRL Homestead Premiere, indycar.com?, ESPN 2
LIVE 03:00 Uhr NASCAR SC Martinsville Training SpeedTV
Aufz. 10:30 Uhr IRL Homestead Premiere
Aufz. 14:00 Uhr ARCA Talladega 2007 MotorsTV
LIVE 17:30 Uhr NASCAR Raceday Martinsville SpeedTV
LIVE 19:30 Uhr NASCAR SC Martinsville FOX
Aufz. 22:20 Uhr Frz. Porsche Cup Nogaro MotorsTV
Aufz. 22:45 Uhr Frz. GT Nogaro MotorsTV

NASCAR – Martinsville

Posted 27 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category Motorsport, NASCAR, Toyota, TV Programm

Heute gibt es schon mal die Vorschau auf das morgen beginnende Wochenende in Martinsville. Die IRL Vorschau kommt dann morgen.

Martinsville ist nicht jedermans Sache. Das Oval ist rund 850 Meter lang, verfügt aber nur über ein Banking von kanpp 12 Grad, was ja quasi nichts ist. Dazu kommt, dass die Geraden asphaltiert sind, die Kurven aber teilweise aus einer Betondecke bestehen. Bei den geringe Geschwindkeiten (man erreicht im Rennen einen Durchschnitt von knapp 90 mph) spielt die Aerodynamik eigentlich keine große Rolle. Es ist zwar nicht hilfreich sich die Kotflügel zu demolieren, aber ansonsten kann man die Sache gelassen angehen. Ruhe ist sowieso das Stichwort in Martinsville, denn hier kracht es gerne und sehr häufig. Beim letzten Rennen im Herbst gab es mit 21 Unterbrechungen (127 Runden unter Gelb) einen neuen Rekord, den wir am Sonntag hoffentlich nicht brechen werden. Aber zweistellig wird wohl mit Sicherheit – das war zumindest seit 1997, mit nur einer Ausnahme im Jahr 2000, nie anders. Man sollte sich aber auf jeden Fall am Sonntagabend etwas Zeit nehmen. Um so wichtiger sind die Bremsen. Die Geraden sind länger als in Bristol, die Kurven aber enger. Man schraubt hier große Bremsscheiben drauf und die wollen gekühlt werden. Wer einen Frontschaden und damit einen Schaden an den Ventilatoren erleidet, die die Bremsen kühl halten, hat ein Problem.

In den letzen Jahren wurde das Rennen meist von Hendrick Motorsport gewonnen. Jimmie Johnson hat gleich dreimal hintereinander gewonnen (insgesamt hat er vier Siege), Jeff Gordon konnte das Rennen gleich siebenmal gewinnen. Das sind imposante Zahlen, aber Hendrick hat in diesem Jahr einen eher zähen Start in die Saison hingelegt. Zwar konnte Junior meist in die Top5 fahren, doch Gordon und Johnson kämpfen mit Problemen und wären im Moment nicht mal im Chase. Von daher hat man vor dem Rennen die Ansprüche auch nach unter geschraubt, und hofft, dass man am Sonntag auch mal mit Gordon und/oder Johnson nach vorne kommt. Richtig unter Druck steht Casey Mears, der Gefahr läuft, aus den Top 35 rauszufliegen. Er muss unbedingt in den Top 20 angekommen, aber beim Rennen in Martinsville wird man auch schnell mal bei einem Unfall mit eingesammelt, wenn man im Mittelfeld unterwegs ist.

Nachdem Toyota in Bristol nur knapp am Sieg vorbei geschrammt ist, muss das Joe Gibbs Team auf jeden Fall auf dem Schirm haben. Stewart, Busch und auch Hamlin, der sich so langsam aus seinem Loch hocharbeitet sind absolute Siegkandidaten. Dazu kommt natürlich die RCR Truppe, die vielleicht nicht die schnellsten Wagen auf der Strecke haben, aber durchaus in der Lage sind, das Rennen zu gewinnen, wenn es für sie gut läuft. Bei Ford bin ich mir nicht so sicher. Edwards war in Bristol nicht so gut unterwegs, da hatte ich vom “Beton-Spezialisten” mehr erwartet. Bei Dodge wird vermutlich nicht viel zusammengehen. Die werden froh sein, wenn es wieder auf die schnelleren Ovale geht. Aber Kurt Busch, der ein Shorttrack Spezialist ist, sollte man nicht unterschätzen. Ob Montoya auf der Strecke gut zurecht kommt? Sie sollte ihm liegen, denn hier geht es vor allem darum, auf der Bremse gut zu sein.

Das Rennen wird also und schwierig. Am besten hält man sich in den Top Ten, da geht es noch am gesittesten zu. Man darf auch nicht so weit nach hinten fallen und in aller Ruhe erst einmal unter den ersten 25 Wagen cruisen. Bei einem Restart geht es für die Wagen in der Führungsrunde ja “single file” los. Das bedeutet, dass man beim Start, wenn man hinten steht, schon eine halbe Runde zurück liegt. Hat man erstmal eine Runde verloren, wird es sehr schwer, die wieder reinzubekommen – es sei denn es hagelt wieder Cautions ohne Ende. Martinsville ist schwer vorhersagbar – am Ende kann einer gewinnen, der lange eine Runde zurücklag, am Ende aber die beste Boxenstrategie hatte. Sicher ist nur – die Strecke ist mächtig eng, Überholen ist wegen des fehlenden Bankings schwer und die Mauer ist nicht des Fahrers Freund.

Ebenfalls in Martinsville unterwegs: die CTS. Nationwide Serie macht eine Woche Pause und fährt es wieder in Texas.

Und sonst?
- Der Webauftritt der MSA nimmt so langsam Fahrt auf. Die Navigation ist weiterhin die Hölle, die Infos sind aber gut. Manchmal hauen die Autoren aber auch merkwürdige Vergleiche raus:

Felipe Massa muss sich in den Tagen nach Australien wie ein isolierter Cowboy gefühlt haben, der weiss, dass er zwei schöne Colts in den Halftern hat, der in der Ferne aber Rauchzeichen sieht, die ihn trotz allem etwas unter Druck setzen.

Was für ein Bild…

- Am Wochenende startet auch die BTCC wieder ins Jahr und ich hoffe inständig, dass die Rennen bei racing-underground auftauchen. Nach einem Jahr ohne Bilder der BTCC bin echt ausgehungert.

- Nicht in die Saison startet dagegen die VLN. Es liegt noch Schnee am Nürburgring. Ist ja nicht das erste Mal. Vielleicht sollte man eventuell mal darüber nachdenken, nicht unbedingt schon Ende März in der Eifel zu starten.


28.03.2008

LIVE 16:00 Uhr NASCAR CTS Martinsville Training SpeedTV
LIVE 20:30 Uhr NASCAR SC Martinsville Quali SpeedTV
LIVE 22:00 Uhr NASCAR CTS Martinsville Training SpeedTV

NASCAR – Der deutsche Markt

Posted 26 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category NASCAR, Premiere, TV-Rechte

Vorab – ich habe, nachdem Premiere offiziell erklärte, man werde den Sprint Cup 2008 nicht mehr live übertragen, die Sache nicht aus den Augen verloren. Einerseits, weil ich, wie viele andere auch, darauf hoffte, dass man seitens Premiere seine Meinung noch ändern würde, andererseits weil mich auch interessierte, wie sehr die NASCAR Deutschland überhaupt auf dem Schirm hat. Ich hab mal für eine (damals noch) US-Plattenfirma gearbeitet und weiß, dass für die Amis eigentlich alles “Europe” ist, was jenseits des Atlantiks liegt. England kennt man noch, danach wird es duster. Die Frage ist also: Wie sehr sind sie Amis am deutschen Markt interessiert. Ich hab viel gemailt und wie üblich haben die meisten gebeten ihre Einschätzungen “off the record” zu nehmen, also nicht wörtlich und schon gar nicht mit Namen zu zitieren. Das ist ärgerlich, aber ich respektiere das.

Als Premiere beschloss, die NASCAR nicht mehr zu übertragen, und die Meldung zu den Teams durchdrang, war man in den USA tatsächlich überrascht. Auch bei der NASCAR selber. Jemand aus dem TV-Rechte Department von NASCAR Images schrieb mir, dass man ziemlich zwar nicht auf dem falschen Fuß erwischt wurde, aber dennoch etwas – nunja – ungehalten war. Auf der anderen Seite war man das bei Premiere auch. Man hatte zwei Jahre lang Aufbauarbeit geleistet, und als man sich über die weitere Zusammenarbeit beim letzten Rennen 2007 in Miami unterhalten wollte, tauchte die NASCAR-Delegation nicht auf, bzw. man bekam keinen Termin. Dazu kam, dass die NASCAR mehr Geld wollte. Man hatte sich die Zahlen angesehen. Und zwar nicht nur die von Premiere, sondern vor allem die von den Fan-Artikeln und festgestellt, dass die Bestellungen aus dem deutschsprachigen Raum massiv zugenommen hatten.

Premiere machte der NASCAR klar, dass man keine Lust mehr auf die kompletten Liveübertragungen habe. Zu teuer, zu lang. Bei der NASCAR fand man das unschön, zumal es keinen Ersatz für Premiere in Deutschland gibt. Man hätte Notlösungen basteln müssen, stattdessen beschloss man aber die Sache mit Europa erst einmal komplett auf Eis zu legen. Allerdings nicht für lange Zeit, denn hier geht es nicht nur simpel um ein paar mehr verkaufte Basecaps mit “88″ drauf, sondern um deutlich mehr. Das wird klar, wenn man sich die Liste der Sponsoren anschaut, die auf den Wagen werben:

In loser Reihenfolge finden sich da: Burger King, Jack Daniels, Shell, Kellogg, Jim Beam, Siemens, FedEx, Kodak, Bosch, 3M, Mars Inc, McDonalds, Dupont, Pepsi, Nicorette, Coca-Cola, Dell, Wrigley, UPS, Red Bull und nicht zuletzt: Adidas. Alles Marken, die teilweise aus Deutschland kommen, oder hier sehr bekannt sind.

Vor allem Adidas spielt in der NASCAR eine große Rolle. Man hat seit diesem Jahr einen Allein-Ausstattervertrag mit Dale Earnhardt jr. Diese exklusiven Verträge hat man nicht vielen Sportstars, sondern nur mit: Reggie Bush (NFL), Tim Duncan (NBA), Ryan Howard (MBL), David Beckham und Allyson Felix (Leichtathletik). Das sind, bis auf Beckham, alles US-Sportstars, aber seitens Adidas hieß es auch, dass man in Zukunft noch globaler aufstellen will. Vorbild ist hier Nike, die zum Beispiel Golf-As Tiger Woods unter Vertrag haben. Sinn macht so ein Deal auch nur, wenn man ihn global vermarktet und wenn es einen Namen in der NASCAR gibt, mit dem man das machen kann, dann ist es wohl der Name Earnhardt. Der Verlust der Übertragungsrechte in Deutschland schmerzt Adidas zwar nicht schwer, ein Verlust ist es aber schon, wie es aus den USA hieß, denn die neue Earnhardt Ware verkauft sich wie geschnitten Brot.

Meine Nachfragen bei den anderen Sponsoren, ob der Wegfall der Liveübertragungen in Deutschland dem Geschäft schaden würde, beantworteten die meisten Firmen mit einem klaren “Jein”. Meist hieß es: “So sehr wir uns über die Präsenz unserer Marken in Deutschland freuen, erreichen die Übertragungen der NASCAR doch nur einen kleinen Kreis an Zuschauern und die Werbe-Strategie in diesen Ländern ist anders aufgebaut.” Nur “Kellogg” und “FedEx” meinten, dass der Verlust der Liveübertragungen in Deutschland bedauerlich sei. Man hoffe aber, dass sich das bald ändern würde. Nur für Red Bull ist die NASCAR eine reine US-Sache, mit der man auf dem europäischen Markt nicht arbeiten will. Dafür habe man die Formel Eins, die DTM, die F3 Euro und die WTCC, heißt es.

Die Mails, die viele Fans in den letzten Wochen in Richtung NASCAR gefeuert haben, sind dort nicht unbemerkt geblieben. Man sei schon etwas überrascht gewesen, wie stark die Reaktion ausgefallen sei, meinte mein Kontakt bei der NASCAR und ein Autor von “Frontstretch” meinte: “Da gab es extra Meetings bei der NASCAR, wie man mit der Situation umgeht.” Grund: Die NASCAR steckte durch die Absage von Premiere selber in der Klemme, da man den Sponsoren offenbar auch eine Abdeckung in Europa zugesagt hatte. Das war dann, wie schon mal erwähnt, angeblich auch der Grund, warum die NASCAR von Premiere verlangt hatte, das Daytona 500 zu zeigen, das zweitgrößte Sportspektakel in den USA nach dem Superbowl. So konnte man wohl die Sponsoren zufriedenstellen und gleichzeitig arbeitet man angeblich “intensiv” daran, eine Lösung für das Übertragungsproblem zu finden. Das können warme Worte seitens der NASCAR sein, zu mal man in diesem Jahr die Losung ausgegeben hat, erst einmal die alten NASCAR-Fans wieder an die Strecke zu holen. Da kann Europa auch mal warten.

Aber die Wirtschaft bleibt nicht stehen und man weiß auch, dass man mit der NASCAR in Europa durchaus eine Serie hat, die den Nerv etlicher Motorsportfans trifft, die einerseits mal was Neues sehen wollen, andererseits sich vom der immer klinischer werdenden Formel Eins abwenden. Und dann kommt plötzlich noch eine ganz andere Sache ins Spiel. Dass der Hauptsponsor der Serie, die Telefongesellschaft Sprint, wirtschaftlich angeschlagen ist, weiß man mittlerweile. Man hat sich bei der Übernahme der Konkurrenzfirma Nextel überhoben, zu mal die sich vor dem Verkauf teurer gemacht hat, als sie eigentlich war. Am 29.06.2005 lag die Aktie der Sprint Corporation noch bei satten 26,90 $, heute liegt sie aktuell bei 6,80 $. Und das auch nur, weil es seit Wochen das Gerücht gibt, T-Mobile wolle den ganzen Laden kaufen. Tatsächlich sucht T-Mobile schon länger einen Partner, um gegen AT&T bestehen zu können. Ein Zusammenschluss würde, glaubt man den Analysten, durchaus Sinn machen, vor allem für Sprint Nextel. Die Chance, dass es bald “T-Mobile Cup” heißen könnte, ist also durchaus drin, zu mal T-Mobile gerade auch in Europa nach dem Ausstieg aus dem Radsport aktiv nach neuen Sponsormöglichkeiten sucht. Angeblich hat man schon bei BMW-Sauber vorbei geschaut. Eine größere Investition in der NASCAR, wo man zu dem gerade den Hauptkonkurrenten AT&T als Sponsor los werden will, macht für T-Mobile also auch für den europäischen Markt Sinn.

Kurzgefasst: Premiere ist gerade aus einer Serie ausgestiegen, die immer internationaler wird, die nach der Formel Eins weltweit an Platz zwei steht und wo sich deutsche Firmen die Klinke in die Hand geben. T-Mobile, Siemens, Bosch und vor allem Adidas werden oder sind schon massiv in die NASCAR eingestiegen und natürlich lohnt die hohe Investition nur dann, wenn man die auch weltweit, oder zumindest in den Kernländern Europas auswerten kann. Mir ist völlig schleierhaft, wie die Strategen bei Premiere diese Faktoren übersehen können. Noch mal: Wir reden hier nicht von einer einer kleinen US-Serie, wir reden vom zweitgrößten Motorsport Markt der Welt, dessen Zuwachsraten weltweit immerhin so groß sind, dass die FIA prophylaktisch schon mal die Speedcarserie mit ihrer All-Star Besetzung installiert hat. Und immerhin war die Serie dem Spiegel neulich einen langen Bericht wert. Und zwar dem gedruckten Spiegel, nicht nur Spiegel Online. (Danke an die Leser für die vielen Hinweise auf den Artikel). Betrachtet man alle Faktoren und die Aussagen der Sponsoren gesammelt, kann man sich über Premiere und deren Vorgehensweise nur noch wundern. Wenn die NASCAR sagt, dass man alle TV-Aktivitäten in Europa (außer England, Irland) neu bündeln möchte, steckt also vielleicht doch mehr dahinter. Wie diese Bündelung aussehen würde, ist nicht bekannt, die Möglichkeit, dass NASN nach dem Rebranding zu ESPN in diesem Jahr noch in die Sprint Cup Übertragung einsteigen könnte, wird von der NASCAR und von ESPN weiterhin dementiert. 2009 ist dann wieder eine andere Sache.

NASCAR – Neues von BAM / F1 – Diverse News

Posted 25 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category F1, Mercedes, Motorsport, MotorsTV, NASCAR, TV-Rechte

BAM Racing lässt es offensichtlich richtig krachen und stellt sich komplett neu auf. Mit dem plötzlichen Wechsel zu Toyota kommt auch ein neuer Sponsor ins Haus der Nummer 49. Bisher war man da nicht schlecht, aber auch wechselhaft aufgestellt. Ab Freitag wird der Wagen von Ken Schrader in einem neuen Gewand sehen sein, denn als neuen Hauptsponsor hat Microsoft hat gewinnen können, die mit der Abteilung “Small Business” auf dem Wagen die restliche Saison zu sehen sein werden. Der Wechsel zu Toyota hat offensichtlich auch finanzielle Hintergründe. Wie man hört zahlt BAM bei Toyota deutlich weniger, als bei Dodge. Der neue Sponsor und die günstigeren Motoren geben BAM mehr Raum für Investitionen. Das sind aus deutscher Sicht natürlich gute Neuigkeiten, denn das steigert die Chancen von Klaus Graf nicht nur einmal ins Cockpit zu steigen. Im Moment liegt BAM außerhalb der Owners Points, aber die letzten Ergebnisse waren so schlecht nicht. Es besteht also die Chance, dass es wieder aufwärts geht. Unklar ist auch noch, ob es nicht doch eine Art Merger der Shops von BAM und Bill Davis geben könnte.
Der Wechsel zeigt aber auch, wie sehr sich die NASCAR gerade verändert. Selbst kleine Teams, die es sich irgendwie erlauben können, stocken das Budget massiv auf. Der Kampf um die Top 35 ist eng und schon jetzt sehr spannend. Für reine Garagen Teams wird es in Zukunft sehr schwer in der NASCAR Fuss zu fassen. Die Zeiten, in denen man einfach mal einen Wagen zur Rennstrecke rollte und sich über den Speed qualifizieren konnte, sind wohl endgültig vorbei. Wenn man keine ganze Saison auf die Reihe bekommt, braucht man gar nicht erst anzutreten. Für die NASCAR Organisation ist das natürlich nicht schlecht. Statt Autos ohne Logos, sind fast ausschließlich hochkarätige Sponsoren unterwegs, was die Serie aufwertet, zumal die meisten Sponsoren auch im Umfeld der NASCAR noch mal zusätzlich werben. Auf der anderen Seite steckt hier auch eine gewisse Gefahr. Je mehr kleine Teams verschwinden, desto schwieriger könnte es sein, das Starterfeld aufzufüllen, sollte es mal nicht so gut laufen. Der US Wirtschaft geht es ja gerade nicht so gut und dass sich eine Rezession auch im Motorsport niederschlägt, hat man in Europa Mitte der 90er Jahre gesehen. So schnell wird es der NASCAR und den Teams aber nicht schlecht gehen, denn die Serie besteht ja nicht nur aus dem Sprint Cup sondern auch aus einem weitverzweigten Serien Gewirr aus Semipro und Amateur-Rennserien. Hier gibt es viele Teams, die schnell nach oben nachrücken könnten.

F1 – News
Die Formel Eins Angestellten freuen sich über die 14-tägige Pause, die Presse über die ersten Gerüchte. Davon gibt es schon zwei sehr heiße.

- Alonso verlässt Ende der Saison Renault und geht zu Ferrari, Massa wird zu Renault abgeschoben.
Wahrheitsgehalt: 30%
Klar ist: Alonso hat keine Lust um Platz Acht zu kämpfen. Wäre Massa in Malaysia nicht der blöde Fehler unterlaufen, wäre Alonso nur neunter geworden. Und mehr kann man aus dem Renault im Moment wohl nicht rausholen. Der Spanier hat eh nur einen Jahresvertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr, wobei die Frage ist, ob Alonso nicht eine Klausel im Vertrag hat, die dahingehend aussieht, dass er Ende des Jahres gehen kann, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Ferrari wäre natürlich die Lösung, den nur dort kann er nach dem McLaren Debakel noch andocken, will er bei einem Topteam unterkommen. Einen weitere Variante wäre Red Bull, aber würde er sich nach dem momentanen Stand nur wenig verbessern. Bei Ferrari selber ist Massa schlecht gestartet und es gab schon im letzten Jahr Gerüchte, dass sein Vertrag nicht verlängert werden würde. Das er dann doch noch einen Vertrag erhielt, der gleich bis Ende 2009 geht, hat viele gewundert, aber das war auch eine der letzten Amtshandlungen von Jean Todt als Teamchef. Der Manager von Massa ist der Sohn von Jean Todt, Nicolas Todt, was die Sache nach einer Familienentscheidung aussehen ließ. Die Frage ist auch, ob die Italiener Alonso überhaupt haben wollen. Montezemolo ist ein Alonso-Fan, wie das sonst im Team aussieht weiß man nicht so richtig. Und dann gibt es da ja auch noch Sebastian Vettel, der mit Michael Schumacher eine Fürsprecher im Team hat. Die beiden kennen sich mittlerweile etwas länger und soweit ich weiß, war es Schumacher selber, der Vettel in sein “Race of Champion” Team im letzten Dezember geholt hat.

- Berger geht zu Red Bull
Wahrheitsgehalt: 10%
Nach der Ankündigung von Dietrich Mateschitz, Torro Rosso wegen der unklaren Regel in Sachen Kundenchassis verkaufen zu wollen, hängen der italienische Ableger von Red Bull ziemlich in der Luft. Und damit auch Gehard Berger, dem ja 50% des Ladens gehören. Wenn ihm sein Geldgeber abhanden kommt, sind seine 50% auch nicht mehr viel wert. Auf der anderen Seite sine Dietrich Mateschitz und er eng befreundet und man kann sich kaum vorstellen, dass Brause Fabrikant Berger einfach hängen lässt. Völlig ungeklärt ist die Frage, ob nun nur die 50% von Mateschitz oder das gesamte Team zum Verkauf stehen. Und so tauchte die Tage das Gerücht auf, dass Berger neuer Teamchef von Red Bull werden wird, sollte STR verkauft werden. Dagegen spricht aber viel: zum einen hat man mit Christian Horner einen exzellenten Mann an der Strecke, zum anderen sagt Berger selber, dass er sein Team gerne mit einem neuen Geldgeber weiterführen möchte.

Die Silly Season fängt dieses Jahr schon erstaunlich früh an.

Und sonst?
Premiere hat mir bestätigt, dass die FIA GT dieses Jahr nicht mehr übertragen wird. Das kommt nicht so überraschend, bedeutet aber den Verlust einer weiteren Serie. Wo die FIA GT zu sehen sein wird, ist nicht klar. Weder der Veranstalter (SRO) noch das DSF, die letztes Jahr immerhin teilweise die Rennen übertrugen, haben auf meine Mails bisher geantwortet. Soweit ich weiß, waren die deutschen Sender im letzten Jahr sowieso die einzigen, die alles live gezeigt haben.

Dafür steigt MotorsTV demnächst mit Aufzeichnungen in die ARCA Saison 2008 ein. Es ist geplant, einige Highlights zu zeigen. Nicht aber die gesamte Saison und schon gar nicht zeitnah. Aber ein paar Wochen später ist ja auch nicht schlecht. Unsicher bin ich mir noch, was die JapanGT angeht. Im letzten Jahr zeigte man die Rennen mit rund drei Wochen Verspätung, aber MotorsTV war auch der einzige europäische Sender, der sie überhaupt gezeigt hat. Wäre schade, wenn sie ganz verschwinden würde.

Vorschau aufs Wochenende: Die IRL startet in Miami in die erste Saison nach der Übernahme der ChampCars, der Sprint Cup startet in Martinsville.


26.03.2008

Aufz. 12:10 Uhr ARCA Chicago 2007 MotorsTV

Klaus Graf wieder in der NASCAR

Posted 24 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category NASCAR, Toyota

Ich wollte ja heute mal Pause machen, aber da trudelt die Nachricht ein, dass Klaus Graf wieder in den NASCAR unterwegs sein wird. Zwar ist er bisher nur für das Rennen im Infinion Raceway gebucht, aber auch ein Start in Watkins Glen ist durchaus möglich, wie meine Quellen meinten. Der Hammer: Graf startet mit einem Toyota.

In der MS-total gibt es noch mehr Hintergründe zu der Sache. Offenbar hat BAM beim ehemaligen Villeneuve Team zu geschlagen und dessen Motor samt Vertrag mit Toyota übernommen. Damit verlässt man Dodge und den Ausrüster Evernham. Der Plan ist folgender: man will mit Kenny Schrader bis zu den Strassenrennen im Sommer in die Top 35, damit man Graf auf den Rundstrecke von der Leine lassen kann. Es besteht kein Zweifel, dass der ehemalige TransAm Meister in Infinion und Watkins Glen ein Top 15 Kandidat ist.

Die Gerüchte im BAM und Bill Davis gab es schon seit zwei Wochen, seit dem BDR das 27er Team endgültig dicht gemacht hatte. Man sprach zwar davon, dass man Jacques Villeneuve noch eine Tür aufhalten will, aber das waren wohl nur warme Worte. BAM selber war wohl in den letzten Wochen in verschiedenen Richtungen unterwegs. Ich hatte schon in einem Dodge Forum gelesen, dass man mit Petty Enterprises zusammenspannen wollte, was aber wenig Sinn, da Petty gleichzeitig mit Evernham enger zusammenarbeiten will. BAM wäre da nur das fünfte Rad am Wagen gewesen. Ein Merger mit BDR macht da schon mehr Sinn, zu mal denen die Sponsoren ausgehen (CAT ist nur bis Ende 2008 sicher), während BAM relativ sicher da steht. Die Übernahme des Vertrages der 27 macht auf jeden Fall Sinn, wenn man sieht, dass viele Toyota Teams dieses Jahr den Sprung in die Top 35 geschafft haben.

Ein Deutscher in der NASCAR – bin mal gespannt ob es da bei Premiere nervöse Zuckungen geben wird. Aber zum Fall Premiere gibt es die Woche eh noch ein Update.

Formel Eins Sepang 2008 / NASCAR NW Nashville

Posted 23 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category Eurosport, F1, FIA, Motorsport, MotorsTV, NASCAR, Toyota

Das war mal wieder ein schönes Beispiel dafür, was in der Formel Eins alles schief laufen kann, denn ehrlicherweise muss man sagen, dass das Rennen kaum Höhepunkte bot und nur gemächlich vor sich hin plätscherte. Woran das liegt? Zum einen am Kurs. Eckige Kurse wie der in Melbourne, die wenig schnelle Kurven haben, haben den Vorteil, dass das Feld lange eng zu zusammenbleibt, weil die Aerodynamik nicht eine so große Rolle spielt. Die Tielke-Kurse sind fahrerisch schön, haben aber den Nachteil, dass in Kombination mit der Aerodynamik der Formel Eins einfach nichts geht. Die “dirty air”, die jeder Wagen hinter sich her schleppt, macht ein Überholen so gut wie unmöglich. Man kann natürlich sagen: Es ist nur der Kurs. Aber das stimmt nicht. Wie man im Rennen der “Speedcarserie” gesehen hat, kann man auch auf dieser Strecke packende Rennen liefern, die sich erst in den letzten Kurven entscheiden. Aber moderne F1 Wagen werden ebenso konstruiert, dass sie eben nach hinten die Luft möglichst so verwirbeln, dass der Gegner einfach nicht rankommt, bzw. in den Kurven abreißen lassen muss, weil ihm sein Anpressdruck flöten geht. Das Problem sind also eher die Wagen und nicht der Kurs, obwohl Sepang jetzt nicht zu den Glanzstücken von Tielke gehört. Die FIA hat das Problem schon länger erkannt und ab 2009 soll die Aerodynamik um 50 % beschnitten werden, damit man auch mal wieder vernüdnftig hintereinanderher fahren kann. Zum Rennen kann man also nichts sagen, außer, dass ich Mühe hatte, mich wach zu halten.

Zu dem Teams gibt es dann schon mehr zu sagen. Das Ferrari das Rennen dominieren würde, war von Anfang an klar. Es ging ja eher um die Frage, ob die Technik halten würde. Damit gab es keine Probleme, dafür machte Felippe Massa seinen zweiten schweren Fehler in dieser Saison. In der eher mittelschnellen Doppelrechts verlor er das Auto, weil zu weit auf den Randstein kam. Im der offiziellen Presseerklärung von Ferrari heißt es, dass man einen möglichen Bruch der hinteren Aufhängung noch untersucht. Aber auch wenn man da was findet – der Fehler lag so oder so beim Braslianer, der versuchte mit Kimi Raikkönen Schritt zu halten, was ihm offensichtlich nicht gelang. Ein wirklich böser Fehler, vor allem, weil er Ferrari nach dem Doppelausfall in Australien wichtige Punkte in der Konstrukteursmeisterschaft kostete. Es ist viel zu früh Massa abzuschreiben, aber bedenklich sind die beiden Fehler schon, zeigen sie doch auf, dass er sich sehr unter Druck setzt. Raikkönen selber zeigte seine Klasse. Wenn man die Rundenzeiten verfolgt hat, konnte man sehen, wie exakt er seine Runden abspulte. Das war schon eine Meisterleistung.

McLaren hatte halt die Probleme, die man hat, wenn man aus dem Mittelfeld raus startet. Dafür, dass Kovalainen nur als achter gestartet ist, ist sein dritter Platz allerdings schon eine hochgezogene Augenbraue wert. Er hatte ein wenig mehr Glück als Hamilton. Sowohl an der Box, als auch im Verkehr. Während Hamilton sich mit Mark Webber rumschlagen musste, fuhr der Finne davor seine Geschwindigkeit. Interessanterweise hatte Kovalainen seinen Teamkollegen gut im Griff. Da könnte sich noch was interessantes in diesem Jahr entwicklen, wenn man Kova nicht zurückpfeift. Wie erwartet war McLaren in Sepang ein Stück langsamer als in Melbourne. Offenbar trifft im Moment das zu, was ich mir an Hand der Testzeiten schon zusammengereimt hatte: Der McLaren ist auf den Tielke-Kursen nicht so gut aufgestellt. Ron Dennis selber meinte nach dem Rennen, dass man bis zum Rennen in Barcelona abwarten müsse wo man stehen würde.

BMW hatte Glück und Pech. Heidfeld war nach dem Start schon fast dritter, als er mit Trulli kämpfte, der ihn nicht sah und nach außen drängte. Dadurch fiel der Deutsche weit zurück, hatte dafür aber dann später das Highlight, als er einfach die in einen Zweikampf verzahnten Alonso und Coulthard auf der Gegengerade außen überholte. Das war zum einen eines der besten Überholmanöver der letzten Zeit, und leider auch das einzige Highlight des Rennens. Das Kubica seinen zweiten Platz brav nach Hause fuhr war eine schöne Leistung, interessanterweise war man allerdings auf Augenhöhe mit den McLaren. Ohne die Probleme beim Start, wäre für BMW mehr drin gewesen. Der Wagen scheint mit seinen dreißig Millionen Flügelchen gut zu funktionieren und ich bin mal gespannt, wann die anderen Teams das Gefügel auf der Vorderachse kopieren.

Toyota war dagegen eine Überraschung. Trulli fiel nach dem Start auf Platz sechs zurück, profitierte aber massiv von dem Zweikampf zwischen Hamilton und Webber, die sich gegenseitig aufhielten. Dazu kamen die Probleme von McLaren und Red Bull beim Boxenstopp und schon war Trulli auf Platz vier. Klar – die Zeiten der McLaren und BMW konnten sie nicht erreichen, aber immerhin war man schnell genug, um die letzten Runden den Abstand zu Hamilton zu kontrolliere. Wer auf diesem Kurs schnell ist, dürfte gute Karten in der Saison haben. Die Grundkonzeption des Wagen stimmt also, was bei Toyota ja nicht so oft vorgekommen ist in den letzten Jahren. Und irgendwann kommt Timo Glock dann auch mal ins Ziel. Der wurde von Nico Rosberg abgeschossen, allerdings war die Tür auch arg weit offen, als Glock sich entschloss doch noch nach innen zu fahren.

Katastrophal war das gesamte Wochenende von Williams. Dazu muss man nur wenig sagen. Aber vielleicht hilft so ein Wochenende, dass man die eigenen Ansprüche etwas gerade rückt. Man war eigentlich von allen Teams ziemlich weit entfernt, was bedauerlich war. Im letzten Jahr lag man bei der schnellsten Rennrunde rund eine Sekunde hinter McLaren, in diesem Jahr waren es 1.5 Sekunden. Man schiebt das auf den neuen Asphalt in Sepang – naja. Wenn der Wagen in Bahrain auch nicht funktioniert, hat man wohl ein größeres Problem.

Der Rest der Teams fuhr im Nirwana. Vor allem Renault ist komplett außer Form. Man kommt nicht mal ansatzweise in die Nähe der Top 5, was schon erstaunlich ist. Sprach Alonso nicht vor der Saison von Siegchancen? Da muss wohl noch einiges passieren. Die Formel Eins wäre auch nicht die Formel Eins, wenn nicht sofort nach zwei Rennen das große Stühlerücken losgehen würde. Oder besser gesagt: die Gerüchte darüber. Zwei Fehler von Massa, ein Renault Team, dass von der Rolle ist, und schon sieht man den Fahrertausch vor Augen. Alonso bei Ferrari gegen Raikkönen- das wäre in der Tat eine Sache, die auch einem langweiligen GP wie heute etwas Pfeffer geben würde. Immerhin: ab 2009 muss man nicht mehr am Sonntag um kurz vor acht aufstehen. Ecclestone hat den Veranstaltern die Zusage abgerungen, dass man ein Nachtrennen veranstaltet. Bedeutet, dass man erst um 12.00 Uhr MEZ startet.

NASCAR – NW Rennen Nashville
Es geht also doch. Wenn denn mal die meisten Cup Fahrer Urlaub machen, dann kann auch mal ein Fahrer gewinnen, der ausschließlich in der NW Serie startet. Scott Wimmer hat es gestern in einem Benzinkrimi hinbekommen, besser als Clint Bowyer zu sein. Glückwunsch, so etwas passiert ja nicht oft. Aber die Sache mit dem Benzin in den letzten Runden war dann auch alles, was an diesem Rennen spannend war. Drei Cuations. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Dominiert wurde das Rennen zunächst mal wieder von Kyle Busch, der klar das beste und stärkste Auto hatte. Aber wieder reichte es nicht zum Sieg. Diesesmal war er aber selber schuld. Als von hinten Clint Bowyer auf ihn auflief, weil der zu diesem Zeitpunkt den besseren Wagen bzw. die besseren Reifen hatte, versuchte Busch jr. alles um Bowyer auf dem zweiten Platz zu halten. Das resultierte dann in einen Dreher übers Infield, der ihn am Ende zwei Runde kostete. Kyle Busch ist ein Ausnahmetalent – keine Frage, aber ein etwas erfahrener Pilot hätte zu diesem Zeitpunkt im Rennen Bowyer vielleicht ziehen lassen. Immerhin war man nicht in den letzten drei Runden, sondern hatte noch massig Zeit. So hat Busch nicht nur den Sieg weggeworfen, sondern hat auch die Chance verpasst, in der Tabelle ein gutes Stück nach vorne zu kommen.

Ansonsten breite ich dann auch über dieses Rennen lieber den Mantel des Schweigens.

Und sonst?
Ich hätte ja auch gerne was über die GP2 Asia Serie geschrieben, aber dooferweise hat Eurosport 2 mal wieder in allerletzter Sekunde das Programm umgeworfen und sämtliche Wiederholungen der Rennen für heute gestrichen. Der Sender geht mir auf die Nerven. Ist ja nicht das erste Mal, dass sie das machen.

Wer steckt hinter der Übernahme von Super Aguri?

Posted 22 Mrz 2008 — by DonDahlmann
Category F1, Motorsport

Es ist schon erstaunlich, wie sehr man sich in Sachen Übernahme bei Super Aguri bedeckt hält. Klar ist – die Magma Group unter dem Ex-Ford Europa Chef Martin Leach war federführend bei den Gesprächen. Aber wie ich schon mal sagte: die Magma Group hat nicht das Geld für so eine Investition und sie haben normalerweise auch überhaupt nicht das Interesse sich so einen Klotz, wie die Führung eines F1 Teams, ans Bein zu binden. Leach fiel in den letzten Jahren mit seiner recht neuen Gruppe zwar schon dadurch auf, dass er kleine und sehr spezielle Manufakturen aus dem F1 Umfeld aufgekauft hat, aber das eigentliche Geschäft scheint mir doch woanders zu liegen. Wenn man sich die Aufstellung und Selbstbeschreibung des Geschäfts anschaut, dann scheint man dort eher auf die Vermittlung von Übernahmen spezialisiert zu sein. Wie schon mal erwähnt, fädelte man die Übernahme des britischen Lastwagenherstellers LDV durch den russischen GAZ Konzern ein. Im Fall Super Aguri war es wohl nicht anders.

Die Magma Group wurde nach meinen Infos durch die “Dubai International Capital” (DIC) beauftragt, Kontakt zu Aguri Suzuki und Honda aufzunehmen. Das geschah wohl im Dezember, als sich abzeichnete, dass Aguri nicht das nötige Kaptial für eine komplette Saison zusammen bekommen würde. Seit dem befand man sich einerseits in Gesprächen, andererseits prüfte man die Bücher, was eine eher länger dauernde Angelegenheit ist. Suzuki selber hatte weitere Kontakte, wodurch die verwirrende Anzahl an Meldungen über mögliche Investoren entstand. Die Sache mit der DIC zog sich dahin, was vor allem daran lag, dass die Araber sich ihrer Sache nicht so sicher waren.

Wer steckt hinter der DIC? Im Prinzip ist die DIC eine sehr weit operierende Investmentfirma, die in sehr unterschiedlichen Bereichen investiert. Der Gruppe gehören Anteile dem Bankunternehmen HSBC, der Daimler AG, Sony, dem Airbus Konzern EADS, aber auch an der Tussaud Group. Dahinter steckt wiederum die legendäre Gesellschaft, die das Wachsfigurenkabinett “Madame Tussaud” gegründet hat. Mittlerweile gehören der Gruppe etliche andere Entertainment Parks, und sie ist nach Disney die Nummer Zwei auf der europäischen Markt. Interessanterweise hat die Blackstone Group 2006 die Tussaud Group erworben, DIC hält aber weiterhin Anteile der Gruppe. Die Blackstone Group kennt man vielleicht aus dem Bereich der hochspekulativen Hedge Fonds, mit denen man sehr viel Geld verdient hat. Gleichzeitig ist man allerdings auch im Bereich der Firmenberatung unterwegs. Und als Kunde bei Blackstone finden sich etliche Firmen, bei denen auch die DIC beteiligt ist. (Nebenbei bemerkt ist Blackstone gerade wegen der Finanzkrise in den USA etwas unter Druck, der Aktienkurs hat nur noch rund 40 Prozent des Wertes, den er im letzten Juni noch hatte).

Aber man muss noch weiter schauen. Denn hinter DIC steckt die “Dubai Holding”, ein Staatsunternehmen, dass dem Staatschef Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum. Klingelt es beim Nachnamen da bei dem ein oder anderem? Genau, der Name Maktoum ist in der Motorsportwelt nicht unbekannt. Der Neffe des Staatschef, Sheikh Maktoum Hasher Al Maktoum, gehörte bis Ende 2006 die A1 GP, die er auch gegründet hat.

Und da schließt sich der Kreis, denn Hasher Al Maktoum ist (fast selbstverständlich) in die “Dubai Holding” involviert. Mit anderen Worten: nach dem erfolgreichen Investment in die A1 sucht Dubai, die ja ab dem nächsten Jahr einen eigenen Grand Prix haben werden, eine Investionsmöglichkeit in der Formel Eins. Dahinter steckt wahrscheinlich der Wunsch, beim GP vom Dubai mit einem eigenen Team an den Start zu gehen.

Was das für die Zukunft von Super Aguri heißt? Der Deal soll am 31.03.08 endgültig von allen Parteien unterschrieben werden. Bisher gibt es nur einen “Letter of intent”, aber beide Seiten sind sich grundsätzlich einig. Klar ist, dass Super Aguri damit seinen Status als “All-Nippon-Team” verlieren wird. Ich denke mal auch, dass sich der Name des Teams verändern wird. Vielleicht nicht mehr in diesem Jahr, aber spätestens 2009. Aguri Suzuki selber wird wohl Teamchef bleiben, aber man wird sich von Honda abnabeln, die nur noch den Motor in den nächsten Jahr liefern werden. Das bedeutet auch, dass die beiden Fahrer sich Sorgen machen müssen. Takuma Sato ist ein Honda-Mann, ebenso Anthony Davidson, der ehemalige Testfahrer von Honda. Die DIC wird nicht einfach nur Geld versenken wollen, obwohl man das sicher kann. Man will aber auch Erfolge sehen. Vielleicht keine Siege, aber Punkte sollten drin sein. Dafür muss man wohl im Moment rund 80 bis 100 Millionen Euro pro Saison investieren. Bei Davidson kann ich mir noch vorstellen, dass man ihn halten wird, auf der anderen Seite gibt es im Moment eine Menge Bewegung auf dem Fahrermarkt. Vor allem in Sachen Red Bull. Ein Mark Webber oder auch ein David Coulthard wären sicher zwei Namen, die den Arabern gefallen würden.