UPDATE: 31.01.08 00:26 Uhr: Hier ist die Bestätigung, dass Sky Sports die Übertragungsrechte für das Daytona 500 offenbar erworben hat. Runterscrollen an “Sunday”. Da Sky bisher weit entfernt von jeder NASCAR Übertragung war, die Serie aber nun in deren EPG erscheint, ist das überraschend. Allerdings gibt es Ungereihmtheiten bzgl. der weiteren Übertragung. Während der der Kundenservice von Sky behauptet, man habe den Sprint Cup auch im Laufe des Jahres im Programm, taucht nach den Daytona 500 der Cup nicht mehr im Programm von Sky Sports auf. Bisher ist da ein “tba” zu sehen, mehr nicht. Es besteht die Möglichkeit, dass Sky nur die Rechte für das Daytona 500 gesichert hat, was ja innerhalb der Serie als “das” Ereignis des Jahres gilt und die höchsten Einschaltquoten innerhalb eines Jahres generiert. Meine Bewertung der Lage in Sachen NASCAR bei Sky ist weiterhin sehr zurückhaltend.
Ich habe nun einen direkten Kontakt zu den Verantwortlichen in Sachen TV Rechte bei der NASCAR und hoffe in den nächsten Tagen da mehr zu erfahren.
UPDATE: Laut einer Meldung aus dem britischen digital spy forum überträgt nicht mehr NASN die NASCAR in England sondern Sky Sport! Ich habe diese Info bisher nicht verifizieren können und auch auf der Webseite von Sky Sport wird die NASCAR mit keinem Wort erwähnt. Wenn das stimmt, dann wird die ganze Sache noch mal auf den Kopf gestellt. Das kann auch bedeuten, dass Rupert Murdoch die gesamten Europarechte erworben hat. (Info über das digitalfernsehen Forum wo es einer aus den Kommentaren bei allesaussersport gefischt hat.)
Es bleibt kompliziert.
Mittlerweile behauptet ein User im Forum von Digitalfernsehen.de mit dem Premiere NASCAR Experten Klaus Graf komuniziert zu haben, der ihm schriftlich auch bestätigte, dass keine Übertragungen auf Premiere geplant seien. Sollte diese Mail authentisch sein, wird es wohl immer deutlicher, dass Premiere die Rechte nicht hat. Klaus Graf ist gut beschäftigt und wird seine Termine sicher weit im Voraus planen, zu mal er ständig zwischen den USA und Deutschland hin und her pendelt.
Bevor ich auf Alternativen zu Premiere komme, ein paar Gedanken, warum die Verhandlungen zwischen den beiden Sendern eventuell gescheitert sind.
Und vielleicht ist Premiere da sogar nicht ganz so schuldig, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Sicher ist: ESPN hat NASN nicht gekauft, weil man gerade zuviel Geld in der Portokasse hatte. ESPN will weltweit aktiv sein und damit ist man ein natürlicher Konkurrent für Pay-TV Anbieter in Europa. Dafür muss man die Marke ESPN aber erstmal profilieren. Bisher ist die auf dem europäischen TV Markt nur mit ESPN Classic vertreten, doch nach dem Re-Branding von NASN in ESPN wird das anders aussehen. Das Rechtepaket, dass NASN jetzt schon hält ist nicht von schlechten Eltern: NFL, NHL, MBL, NASCAR. Bis auf Golf und die NBA hat man damit die Kronjuwelen des US-Sports in der Hand. Die Kosten hierfür hat man bisher durch Sublizenzierungen erreicht. Damit ist aber offensichtlich Schluss, denn will man in ganz Europa auf den Markt kommen, muss man die Rechte behalten. Noch ist das Re-Branding aber nicht durch und noch hat man auf dem europäischen Markt kein NASN 2 etabliert oder ESPN Classic in die Senderfamilie eingegliedert. Im Grunde muss man 2008 also die Rechte noch einmal für ein Jahr weitergeben.
Wäre ich Premiere und sähe die Pläne von ESPN, würde ich ins Grübeln kommen, denn da wächst ein gigantischer Konkurrent ran, vor dem selbst ein Rupert Murdoch nicht sicher ist. Man hat im Falle der NASCAR eine deutschlandweite Fanbasis geschaffen, wird aber seitens ESPN mit Ein-Jahres-Verträgen abgespeist, statt langfristig belohnt zu werden. Da würde ich mir Gedanken machen, ob sich ESPN 2009 nicht hinstellt und sagt: “Danke für den Aufbau der NASCAR in den letzten Jahren, wir machen jetzt selber weiter”. Viel Geld investiert und die Sahne schöpft dann ein anderer ab. Eine Variante für Premiere wäre es auch, dass man ESPN in das Programm stärker einbindet, also ähnlich, wie das in UK über Setana läuft. Premiere als exklusive Plattform für ESPN in Deutschland und man hätte neben der NASCAR auch wieder die NFL und andere Sportarten im Programm. Klingt nach einem guten Deal, wenn er nicht zwei Haken hätten.
1. Der Deal dürfte teuer werden und die Frage, warum man noch das Sportportal abonnieren soll, wenn eh alles bei ESPN läuft darf man sich auch stellen. Das eigene Geschäftsmodell von Zwei- oder Drittanbietern und deren Geldwünschen abhängig zu machen ist nun wirklich keine gute Idee. An die Rechte kommt man aber nicht mehr ran, weil ESPN drauf sitzt und das für mehrere Jahre. Premiere hat in den letzten Jahren den strategischen Fehler begangen alles auf die Bundesliga zu setzen und andere Sportarten, die zusammen zumindest ein vernünftiges Grundgerüst für das Sportportal darstellen, wegzulassen.
2. Seit ein paar Wochen ist Rupert Murdoch mit 15% an Premiere beteiligt und der ist nun wieder mit seinem BSkyB Programm ein direkter Konkurrent von Setana und ESPN in Europa, sowie mit “Fox” in den USA gegen ABC/ESPN/Disney.
Solle ESPN Premiere also die Pistole auf die Brust gedrückt haben, kann man die Münchner in einem gewissen Rahmen schon verstehen. Nicht verständlich ist allerdings die miserable Kommunikationspolitk des Hauses. Sowas findet man sonst nur in Nord-Korea. Das Verhalten gegenüber der zahlenden Kundschaft ist mehr als schlecht und der Sender muss sich nicht Wundern, wenn die Kunden in Scharen weglaufen, so bald es eine Alternative in Europa gibt. Darauf zu hoffen, dass die Motorsportbegeisterten Zuschauer wegen der Formel Eins schon bleiben werden ist zu kurz gedacht.
Ok – gehen wir mal trotz ausstehender Bestätigung seitens Premiere vom “worst case” aus, und der Sender zeigt den Sprint Cup nicht. Welche Alternativen gibt es?
1. NASN
Es ist nicht auszuschließen, dass NASN entgegen der bisherigen Ankündigung den Cup nicht in Europa auszustrahlen, doch noch abrückt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der französische Sender AB Moteurs ebenfalls keine Rechte bekommt. Auch dort sitzt man rund zwei Wochen vor dem Start der Saison noch auf dem trockenen und das lässt den Gedanken aufkommen, dass ESPN entgegen aller bisherigen Ankündigungen doch noch überlegt, NASCAR selber auszustrahlen. Da auf NASN kein Platz für die NASCAR ist, wäre es eine Möglichkeit die Serie auf ESPN Classic zu senden. In den USA macht ESPN von dieser Möglichkeit immer mal wieder Gebrauch.
2. AB Moteurs
Sollten die Franzosen doch noch die Rechte erhalten, strahlen sie diese auch per Netz aus. Kostet irgendwas um 60 Euro pro Jahr. Allerdings: ich weiß nicht ob der Sender die Ausstrahlung im Netz mittles IP Kennung auf Frankreich beschränkt hat, bzw. beschränken muss.
3. ESPN 360
Seit ein paar Wochen gibt es das Netzangebot von ESPN 360 auch in Europa. In den USA läuft der Cup auch im Netz über dieses Angebot, was zumindest den Schluss nahe legt, dass ESPN offenbar auch die Streamingrechte besitzt. Nicht auszuschließen, dass man für den deutschen Markt diese Variante wählt, denn dort kann man französische Zuschauer mittels IP Sperre relativ leicht draussen halten. Die Kosten dürften bei den ESPN Preisen allerdings bei mindestens 80 Euro pro Saison liegen.
4. TVU
Das Angebot ist ja eher eine Grauzone. Andererseits sperrt man Sender, die nicht verbreitet werden wollen aber aus. Zur Zeit ist aber kein Sender online, der die Rennen des Sprint Cups überträgt.
5. Illegale Streams
Im letzten Jahr gab es einen, der relativ gut funktionierte, aber ziemlich flott wieder verschwand. Offenbar war man seitens der NASCAR unglücklich über das Angebot. Danach gab es nichts vernünftiges mehr. Auch 2008 ist die Lage da nicht besser. Normalerweise bin ich der Meinung, dass man einen Sender, der sich um Ausstrahlungsrechte bemüht hat, nicht dadurch abstraft, dass man sich statt eines Abos einen illegalen Stream zulegt. Wenn ESPN 360 sendet, werde ich auf das Angebot hinweisen. Sollte die NASCAR in Deutschland aber nicht ausgestrahlt werden, ist die Sache ein wenig anders. Es wird hier keine direkte Links von mir zu Streamangeboten geben, aber was in Foren geschieht ist eine andere, und vor allem nicht meine Angelegenheit, auf der ich Rahmen der Link-Freiheit aber aber hinweisen werde.
6. Aufzeichnungen
Wer Google bedienen kann, wird fündig. Meist rund ein bis zwei Tage nach dem Rennen. Die Suchbegriffe “race” und “underground” führen zu erstaunlichen Ergebnissen.
7. Live Blogging
Ich werde mich in jedem Fall bemühen, die Rennen sehen zu können. Dann gibt es hier Live-Blogging. Allerdings kann nicht versprechen, dass ich das jedes Wochenende schaffe, da mir vermutlich meine Fern-Beziehungsfreundin was anderes erzählt, wenn ich jeden Sonntagabend vier bis fünf Stunden keine Zeit habe.
Ich werde in den nächsten Tagen meine Ansprechpartner in den USA und in England noch mal kontaktieren. Vielleicht tut sich ja noch was. Fürs Daytona 500 sehe ich allerdings schwarz und es kann noch Wochen oder gar Monate dauern, bis ESPN den Re-Branding Prozess abgeschlossen hat und dann die NASCAR anbietet. Ehrlich gesagt ist meine größte Hoffnung zu Zeit ESPN 360.
Und sonst?
Schnell noch die anderen Meldungen des Tages:
- Justin Wilson ist erwartungsgemaäß als zweiter Fahrer neben Graham Rahal für das Newman/Hass/Lanigan ChampCar Team bestätigt worden. Bleibt die Frage, in welcher Serie. Ebenfalls unterschrieben hat Enrique Bernoldi (Ex-Arrows Pilot) bei Rocketsport. Da hat die CCWS also schon mal fünf Fahrer zusammen.
- Super Aguri steht vor dem Kollaps. Offensichtlich ist der Einstieg von Alejandro Agag (ich berichtete ausführlich) entweder gescheitert, oder der Umfang des finanziellen Lochs ist so groß, dass man noch weitere Teilhaber braucht. Jetzt soll eine indische Firma Interesse gezeigt haben. FIA Präsident Max Mosley warnte jedenfalls schon mal angesichts der ihm vorliegenden Zahlen, dass Aguri keine ganze Saison bestreiten kann. Es kann gut sein, dass man bei den ersten Rennen noch antritt um Sponsoren zu finden, danach aber den Laden erst mal schließen muss. Es wäre ein ziemlicher Rückschlag für die Formel Eins, wenn nur noch 10 Teams an den Start gehen würden, wo man doch mit 12 Teams gerechnet hat. Ein weiterer Hersteller drängt sich im Moment auch nicht gerade auf, allerdings soll es aus Dubai etliche Interessenten geben, die gerne ein eigenes, arabisches Team hätten.
Kein TV Programm heute, ist aber eh nichts los außer den immer gleichen Wiederholungen auf MotorsTV.
Die wurde erst heute enthüllt und wie man sehen kann, ist man wieder zum traditionellen Weiß zurückgekehrt. Die Weltkugel, die sich im letzten Jahr noch über das Auto zog, ist aber nicht ganz verschwunden, sondern kommt in den breiten Linien wieder zum Vorschein. Sehr schön finde ich die Idee mit dem Doppelstreifen aug der Nase. Das erinnert sehr an die Lackierungen der frühen Formel Eins in den 60er Jahren. Sponsoren hat man weiterhin nicht auf dem Wagen, da bleibt sich Honda auch in diesem Jahr treu.
Insgesamt scheint der RA 108 vor allem aus der Angst heraus geboren zu sein, bloss nicht noch mal so einen Flop wie im letzten Jahr zu produzieren. Damit kommt man zwar nicht an die Spitze, aber immerhin wird man sich vermutlich nicht mehr von Super Aguri düpieren lassen müssen. 2008 wird aber für die Japaner sowieso ein Übergangsjahr. Mit Ross Brawn als Teamchef wird man den Laden auf den Kopf stellen und der erste Wagen unter seiner Verantwortung wird erst im nächsten Jahr auf die Piste gehen. Man sollte also von Honda dieses Jahr nicht allzuviel erwarten, auch wenn sich die Mannschaft im Laufe des Jahres vermutlich steigern wird. Nicht auszuschließen, dass man in diesem Jahr mit einem B-Modell gegen Mitte der Saison kommt, sollte der RA 108 komplett versagen. 
Bis Mitte der 90er Jahre war das Rennen ein durchaus wichtiger Test für die 24 H von Le Mans, da man hier mit ähnlichem Material an den Start ging. Danach änderte man die Regeln so dass nur stark modifizierte Le Mans Prototypen an den Start gehen konnten. Seit 2003 hat man auch das abgeschafft. Dafür gab es drei Gründe. Erstens wollte man sich von der Konkurrenzserie ALMS absetzen. Zweitens wollte man die Kosten senken und drittens hatten die Geschwindigkeiten Bereiche erreicht, die bei einer Strecke, deren Auslaufzonen aus Betonmauern bestehen, nicht mehr tragbar waren. Man entwickelte den “Daytona Prototypen”, quasi ein Einheitschassis, dass von der Grand American Road Racing Association abgesegnet werden muss. In diesem Jahr wurde ein leicht verändertes Chassis zugelassen. Es gibt für dieses Chassis verschiedene Hersteller, darunter die Marken Lola, Reily und Dallara, aber im Grunde unterscheiden die sich nur marginal. Im Heck arbeitet ein Motor, der ebenfalls stark reguliert ist. Es muss ein Motorblock sein, der aus der Serienproduktion stammt. Meist wird ein 5 Liter V8 eingesetzt. Lieferanten hier sind Ford, Lexus, BMW, Porsche, Pontiac und Infiniti (Honda). Die Grand-Am Serie ähnelt ein wenig der NASCAR, weil man auch hier fast alles vorschreibt.
An der Balance soll es mangeln, vor allem vorne. Der BMW tauchte heute mit einer Art “totem Rinderschädel” auf der Nase auf, der den Luftstrom offensichtlich noch besser ums Cockpit leiten soll. Interessante Idee, gebracht hat es aber offenbar wenig, denn man nur im Mittelfeld unterwegs. Besser dran ist Williams, die mit dem FW30 wohl ein wirkich gutes Auto hinbekommen haben. Rosberg war nur minimal langsamer als Alonso. Weiter im nirgendwo: Red Bull, die sich aber heute verbessern konnten und Toyota. 
Daran kann man sich wohl schon mal für dieses Jahr gewöhnen. Der neue F2008 scheint schon in der Basis sehr, sehr schnell zu sein, und bis März schrauben die Italiener noch diverse neue Teile an den Wagen. Die Konkurrenz sollte also gewarnt sein. Nun weiß man zwar nicht, was die anderen Teams heute so getestet haben, aber zumindest ist es schon mal so, dass die Ferrari nicht hinter gondeln. Auf Platz drei landete heute der neue Williams FW30 mit einer knappen Sekunde Rückstand. Nicht schlecht für einen Wagen, der erst zwei Tage auf der Strecke ist. Offenbar hat man bei Williams wieder ein gutes Händchen für den neuen Wagen gehabt. Und dieses Jahr haben die Engländer auch mehr Geld in der Tasche, so dass der Wagen auch kontinuierlich weiterentwickelt werden kann. Die anderen Neuwagen war mit gebremsten Schaum unterwegs. Alonso fuhr 133 Runden, kam aber auf keine gute Zeit. Da er allerdings nur eine Zehntel schneller als Nakajima im alten FW29b war, zeigt, dass man wohl ein paar Sachen ausprobiert hat. Selbiges gilt für BMW, die den F1.08 zum ersten Mal mit der Konkurrenz getestet haben. Hier war der Este Marco Asmer mit dem alten Wagen schneller als Heidfeld mit dem neuen.
Kaum ein Wochenende, an dem er nicht ganz oben auf dem Treppchen stand. Er machte kaum Fehler und legt oft genug die schnellste Rennrunde hin. Für einen Esten ist es an sich schon eine Leistung im Motorsport soweit nach vorne zu kommen, denn eigene Sponsoren bringt er kaum mit und als Markt ist Estland, jetzt auch nicht so groß. Er hat auch ein paar Jahre gebraucht, um sich in der britischen F3 Serie nach vorne zu fahren. Das BMW ihn jetzt als Testfahrer im Auge hat, ist nur konsequent und wenn die letzte Saison von Asmer anschaut, kann man den Bayern nur zuraten, den Esten zu nehmen. 





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