Archive | Dezember, 2007

A1 – Zuhai / Race of Champions / Urlaub

A1 – Zuhai
Ein wirklich sehr gutes und sehenswertes Rennen legte die A1 in China hin. Das Sprintrennen, das ich nicht gesehen habe, konnte Michael Ammermüller gewinnen, der von der Pole gestartet war. Das Hauptrennen war sehr spannend, wegen etwas unterschiedlichen Boxenstoppstrategien aber zweitweise auch etwas konfus. Es gab aber von Platz zwei bis Platz fünf sehenswerte Zweikämpfe und auch im hinteren Feld ging es gut zur Sache. Sieger des Rennens wurde etwas überraschend aber nicht unverdient Indien mit Narain Karthikeyan, der ein tadelloses Rennen fuhr. Die letzten Runden wurden an indischen Box die Fingernägel in Rekordtempo runtergeknabbert und nach der Zieldurchfahrt lag man sich in den Armen. Dass allein machte das Rennen zu etwas besonderem. Die A1 etabliert sich langsam, trotz des immer noch etwas überkomplizierten Modus, als eine gute und starke Serie unterhalb der GP2. Durch die Chancengleichheit geht es gut zur Sache und mittlerweile findet man ja auch etliche gute Namen im Feld.

Race of Champions
Danke des Stream ohne Kommentar, den basic-groove reingereicht hatte, konnte man auch die Rennen des Nation Cups in Echtzeit sehen. Ich fand die Nationenwertung tatsächlich spannender, als das “Race of Champions” selber, da hier die Nationen mindestens zwei Chancen hatten, einen Sieg zu erringen. Das nachher das k.o System auf ein Rennen verkürzt wurde, fand ich etwas schwach. Es wäre fairer gewesen, wenn man die Fahrer in mindestens zwei unterschiedlichen Fahrzeugen hätte antreten lassen. Im Finale machte man das ja und die Entscheidung zwischen Michael Schumacher und Mattias Ekström war dementsprechen gut. Aber in Endeffekt war es eine wirklich gute Veranstaltung und es war ein wenig schade, dass das Stadion halbleer war. Man sollte halt sowas nicht machen, wenn die beiden Londoner Fußballclubs Chelsea und Arsenal gegeneinander antreten. Das dürfte der Veranstaltung einige zehntausend Besucher gekostet haben.
Toll wäre ja, wenn so etwas auch mal in Deutschland stattfinden würde. Ich bin mir sicher, dass hier selbst das Berliner Olympiastadion restlos ausverkauft wäre.

Große Enttäuschungen gab es eigentlich, sieht man mal von NASCAR Meister Jimmie Johnson ab, der völlig unterging. Sein US Kollege Travis Pastarama sorgte hingehen für erhobene Augenbrauen. Immerhin schlug er Marcus Grönholm in dessen WRC Ford. Der Ami wird im nächsten Jahr in der Production WRC antreten um 2009 wohl in die “richtige” WRC aufzusteigen. Aber vielleicht sollte man nächstes Jahr jemanden wie Tony Stewart schicken. Auch gut unterwegs waren Sebastian Vettel und Heikki Kovalainen, die sich zwei enge Duelle lieferten. Einmal gewann Vettel, der Deutschland damit den Nation Cup sicherte, einmal der Finne, der Vettel gleich in der ersten Runde des RoC rauskegelte. Vettel rette Deutschland im übrigen den Hintern im Nations Cup, da Schumacher in seinem Lauf den Wagen am Start abwürgte. Und das passierte ihm ausgerechnet in einem Fiat Punto Abarth in der Rally Version. Aber die Fahrer hatten sichtlich viel Spaß und die Gattin von Andy Priaulx meinte in einem Interview, dass diese Veranstaltung sowas wie ein sehr großes Weihnachtsgeschenk für die Männer sei. Recht hat sie.

Und sonst?
So, meine treuen Leser, Ihr müsst bis Anfang Januar 2008 auf die tägliche Lektüre hier verzichten. Morgen um 7.35 Uhr geht mein Flugzeug nach London, 90 Minuten später sitze ich in einer 747 die mich nach *trommelwirbel* Los Angeles bringen wird. Ich mache zusammen mit meiner Freundin 10 Tage Urlaub in Kalifornien. Sie ist eh arbeitsmäßig gerade da, also haben wir beschlossen, Weihnachten in den USA zu verbringen. Ist, abgesehen von einem Abstecher nach Paris, der erste Urlaub seit Oktober 2006. Ganz ohne Motorsport wird es natürlich nicht gehen. Ich plane einen Besuch der Strecke in Fontana um ein paar Fotos zu machen. Auch wenn da nichts los ist, will ich mir doch mal selber ein 1.5 Meilen Oval anschauen. Da wir noch einen Abstecher nach Las Vegas machen, werde ich dort den einzigen NASCAR Store besuchen, den es im Westen der USA gibt. Ich war letztes Jahr schon mal da, und für NASCAR Fans ist das Ding das reinste Eldorado. Allerdings ein sehr teueres, denn die Preise fürs Merchendising sind schon ziemlich verrückt. Ich hoffe vor allem ein paar DVDs und Bücher auftreiben zu können.

Anfang Januar geht es hier dann mit regelmäßigen Betrieb weiter. Ich möchte mich an dieser Stelle auch mal bei den Lesern dieses Blogs bedanken. Seitdem ich das Blog auf diese URL geschaufelt habe, sind die Besucherzahlen stetig bergauf gegangen. Der Spitzenwert lag dieses Jahr bei rund 2.500 Besuchern, die man 21.10. beim Saisonfinale der F1 hier anwesend waren. Ich danke allen Kommentatoren für die vielen Links, Tipps und Korrekturen! Für 2008 plane ich die Berichterstattung hier im Blog zu erweitern. Einerseits wird es vor allem rund um die NASCAR mehr Liveblogging geben, andererseits plane ich die ein oder andere Motorsportveranstaltung als Journalist zu besuchen. Fest eingeplant ist schon mal das 24 H Rennen auf der Nordschleife, für das ich was Besonderes vorhabe. Dazu versuche ich ein DTM Rennen, ein FIA GT Rennen, ein WTCC Rennen und eins des VLN zu besuchen. Das hängt aber davon ab, wieviel Zeit ich habe.

Soweit ein Blick in die Zukunft.

Jetzt wünsche ich allen ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in 2008. Um mal mit Jacques Schulz zu sprechen: Keep racing!

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Formel Eins – Ist Kovalainen eine gute Wahl? / A1 – Zuhai – / Race of Champions

Update: basic hat einen Livestream für die komplette Übertragung des RoC gefunden. Danke!
http://www.eurosport.fr/mclivevideo.shtml Doch nicht. Bis vor einer Stunde war es noch im Programm, jetzt nicht mehr. Schade. Bitte in die Kommentare schauen.


Formel Eins – McLaren wieder finnisch
Ich geb gerne zu, dass ich gestern schon etwas überrascht war, dass McLaren den Finnen Kovalainen als Ersatz für Alonso ins Team geholt hat. Ich hatte mit de la Rosa oder Sutil gerechnet, aber nicht mit dem Finnen. Was auch daran lag, dass mich Kovalainen dieses Jahr nicht überzeugt hat. Nachdem er ein Jahr lang schon Testfahrer bei Renault war rückte er zu Beginn der letzten Saison ins Einsatzteam auf. Aber die erste Saisonhälfte war mehr als enttäuschend und er wurde regelmäßig von Fisichella gebügelt. Erst gegen Ende der Saison konnte er sich steigern, auch hier fiel er mir nicht besonders auf. Er war meist unauffällig unterwegs und es gab kaum spektakuläre Bilder von ihm zu sehen.Warum hat McLaren also den Finnen genommen? Vermutlich, weil er die beste Lösung war. Man hat offenbar auch überlegt Adrian Sutil zu verpflichten, aber der würde natürlich gerne in einem Top Team seine Stärke beweisen wollen. Damit hätte man wieder eine ähnliche Situation wie in diesem Jahr, als Hamilton den Teamleader Alonso angriff. Pedro de la Rosa ist nicht schlecht, aber in einem direkten Duell dürfte der Finne doch etwas schneller sein. Zu dem hat man bei McLaren bekanntlich eine lange Tradition mit finnischen Rennfahrern. Bei Kovalainen wird man wohl vorsorglich vertraglich festgelegt haben, dass er ein Nummer Zwei Fahrer ist, damit man sich im neuen Jahr voll auf Hamilton konzentrieren kann.

Ob es allerdings eine so gute Idee ist, dem jungen Hamilton die gesamte Verantwortung auf die Schultern zu legen? Dieses Jahr mag ja alles sehr hübsch gewesen sein, aber da hieß es eben “Das Team gegen Alonso”. 2008 werden ihn alle Mechaniker erwartungsfroh anschauen, bevor er ins Rennen geht und dementsprechend wird der Blick sein, wenn es mal nicht so gut läuft.

Eine schöne Situation für Kovalainen, der hinter Hamilton bleiben muss und ohne die großen Erwartungen in sein Rennen starten darf. Wie hektisch die Verpflichtung war, sieht man am Foto. Offenbar hat man nicht mal Zeit gehabt, dem Finnen die McLaren Klmaotten anzupassen.

A1 – Zuhai
Zhuhai wurde 1996 erbaut und 1999 von Hermann Tielke gleich wieder umgebaut. Man sieht schon im Layout deutlich, dass es sich um eine Strecke handelt, an der Tielke rumgefummelt hat, als er noch nicht so viel Erfahrung in Sachen Streckenführung hatte. Vom fahrerischen her ist die Strecke etwas öde. Kurze Gerade, Haarnadel, kurze Gerade, Haarnadel. Die zwei schnellen Knicke, die eingebaut sind, sollten für die A1 kein Problem darstellen.

Bisher waren die Rennen der A1 in diesem Jahr sehr abwechslungsreich. Selbst auf der eher langweiligen Strecke von Sepang ging es, dank eines knietief im Adrenalin watenden Michael Ammermüller gut zu Sache. Es könnte sich also lohnen, das Rennen trotz dem frühen Zeit (07.45 Uhr am Samstag) anzusehen. Ist ja auch das letzte Live-Rennen des Jahres.

Bei der A1 ist es immer schwer zu sagen, wer vorne sein könnte. Dieses Jahr scheinen die Schweizer gut unterwegs zu sein, während die Deutschen, die Neuseeländer und die Engländer eher Probleme haben. In China sollte man auch nicht die Heimmannschaft unterschätzen, auch wenn Cheng nicht zu den allerbesten Piloten im Feld gehört.

Race of Champions
Na gut, das RoC ist nicht wirklich ein “Race”. Es ist eher eine Gaudiveranstaltung mit vielen Promis. Vor Jahren rödelte man auf Gran Canaria rum, was schön für die Fahrer war, aber die Zuschauer nicht wirklich interessierte. Dann verlegte man die Sache in ein Pariser Fußballstadion und seitdem rockt die Veranstaltung. Natürlich kann man in einem Stadium keine vernünftige Strecke aufbauen. Mehr als eine kleine, enge Carrera-Bahn bekommt man einfach nicht hin. Schön ist das nicht, aber es soll ja in erster Linie Spaß machen. Die Startliste sieht dieses Jahr so aus:

Team England
Jenson Button & Andy Priaulx

Team Schottland
David Coulthard & Alister McRae

Team Deutschland
Michael Schumacher & Sebastian Vettel

Team USA
Jimmie Johnson & Travis Pastarana

Team Frankreich
Sébastian Bourdais & Yvan Muller

Team Scandinavia
Tom Kristensen & Mattias Ekström

Team Finnland
Heikki Kovalainen & Marcus Ekström

Team Norwegen
Hennig & Petter Solberg

Die Sache ist also mehr als gut besetzt, auch wenn die Engländer gerne Lewis Hamilton beim RoC gesehen hätten. Aber man kann ja nun nicht alles haben. Einen Favoriten auszumachen ist eh nicht wichtig, bei der Teamwertung sollte man Deutschland aber unter den Top Drei erwarten. Bei der Fahrerwertung ist die Sache offen. Letztes Jahr bügelte Mattias Ekström den WRC Weltmeister Loeb in dessen WRC Auto.

Ein wenig ärgerlich: Während Sky Sport2 die gesamte Veranstaltung live zeigt und selbst “Al Jazeera Sports” den Nations Cup am Nachmittag komplett live überträgt, steigt Eurosport erst um 18.00 Uhr in die Veranstaltung ein. Einen Livestream habe ich bisher nicht entdecken können.

Und sonst?
Premiere wiederholt ab heute die F1 Rennen der Saison 2007 in voller Länge.

MotorsTV startet mit de Trophee Andros Übertragungen.

15.12.2007

Aufz. 14:00 Uhr ChampCar Saison 2007 MotorsTV
Aufz. 16:30 Uhr Formel Eins GP Australien PREM
Aufz. 17:30 Uhr Trophee Andros Val Thorens MotorsTV
Aufz. 21:00 Uhr ELMS Saison 2007 MotorsTV

16.12.2007

LIVE 07:45 Uhr A1 GP Zhuhai PREM
Aufz. 11:20 Uhr A1 GP Zhuhai PREM
Aufz. 14:00 Uhr Trophee Andros Val Thorens MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr A1 GP Zhuhai PREM
LIVE 18:00 Uhr RoC London Euro
Aufz. 21:00 Uhr Super GT Saison 2007 MotorsTV

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Heikki Kovalainen bei McLaren

Der bei Renault entlassene Heikki Kovalainen wird zweiter Fahrer bei McLaren-Mercedes. Das wurde vor wenigen Minuten bekannt gegeben. Ist zwar einerseits etwas überraschend, auf der anderen Seite hat man damit einen klaren Nummer Zwei Fahrer, der durchaus in der Lage ist, aufs Podest zu kommen.

Mehr dazu später, oder morgen, ich bin nicht so in Stimmung, da ich heute Mittag zur Trauerfeier eines Bekannten war.  34 Jahre ist einfach viel zu früh. Fuck cancer.

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Formel Eins – McLaren entschuldigt sich / Fiat in der Formel 3

Update: Gna, grad fertig mit geworden mit dem Text, da kommt die Meldung, dass Nico Hülkenberg offizieller Testfahrer bei Williams wird. Das deutete sich zwar an, aber dennoch freut es mich für Hülkenberg sehr. Den halte ich für einen, der sogar Rosberg das Leben schwer machen konnte. Ich bin mir sicher, dass wir von dem noch viel hören und sehen werden. 2008 wird aber die F3 Euro Serie in der Vordergrund stellen und wohl nur dann in einen Williams steigen, sollte sich einer der beiden Einsatzfahrer verletzten. Ich vermute mal, dass man ihn 2009 in die GP2 stopft damit er 2010 Nico Rosberg bei Williams ersetzen kann, sollte der zu einem Top Team wechseln.


Im Moment ist wenig los, und ich hab wegen meines Urlaubs ab Dienstag alle Hände voll zu tun, weswegen es etwas ruhiger hier ist.

Formel Eins – McLaren sagt “Sorry”
Heute gab es eine erstaunliche Erklärung aus dem Hause McLaren-Mercedes, in das Team zum ersten Mal zugegeben hat, dass man sich sehr wohl aus den technischen Material, dass man durch die Spionageaffäre von Ferrari erlangt hat, bedient zu haben. Deswegen hat man sich wortreich entschuldigt. Im einzelnen

As a result of the investigations carried out by the Fédération Internationale de l’Automobile it has become clear that Ferrari information was more widely disseminated within McLaren than was previously communicated. McLaren greatly regrets that its own investigations did not identify this material and has written to the World Motor Sport Council to apologise for this.

Man hat sich also das technische Material doch genauer angesehen und es muss in irgendeiner Abteilung von McLaren eine Diskussion gegeben, was man einsetzt, und was nicht. Und man sich ganz bewußt die technischen Pralinen aus dem Dossier heraus gepickt und, wenn möglich, auch in den 2007er Wagen eingebaut. Das waren vermutlich nur Kleinigkeiten, und die waren wohl auch ziemlich verborgen, doch bei der FIA Inspektion bzgl. des 08er Wagens hat man wohl immer noch Dinge gefunden, die nicht ganz sauber waren. Max Mosley hat dies letzte Woche bestätigt und damit man McLaren nicht noch mal aus einer Saison ausschließen muss, hat man dem Team bis Februar 2008 Zeit gegeben, die Teile zu entfernen.

Auch gibt es in der Erklärung zum ersten Mal eine Aussage bzgl. der Kontakte zu Nigel Stepney:

McLaren has recognised that this entire situation could have been avoided if we had informed Ferrari and the FIA about Nigel Stepney’s first communication when it came to our attention.

Im August klang das bei Ron Dennis noch so:

I did not think it correct to disclose the name of the whistle blower to Ferrari as it is not in the interests of Formula 1 for members of teams to feel that they cannot disclose instances of illegal activity without risking their name being disclosed to their employer. It is in the interests of Formula 1 that whistle-blowing is encouraged and not discouraged. If team members think that their identity will be revealed they will not whistle-blow

Eine größere 180 Grad Wende kann man sich auch kaum vorstellen. Ein größeres PR Desaster für den eh nicht auf Rosen gebetteten Laden auch nicht. Denn McLaren sagt mit anderen Worten nichts als das alle Anschuldigungen der FIA korrekt waren und man bis zum Schluß versucht hat, die FIA, die Formel Eins, die Fans und den Rest der Welt den vollen Umfang der Wahrheit vorzuenthalten. Im August hieß es noch

…that neither Mr Taylor nor Mr Neal [Taylor ist ein Mitarbeiter Coughlans gewesen, Neal der Vorgesetzte von Coughlan] were aware that the single pages they were shown were Ferrari confidential information…

Heute sagt man, dass man sehr wohl gewußt hat, dass die Informationen geheim waren und man hat sie auch benutzt.

Gut, man darf ich auch nichts vormachen. Ich vermute mal, dass kein Team, weder BMW noch Honda oder gar Ferrari freiwillig auf die erlangten Informationen verzichtet hätte. Ob man sie allerdings genutzt hätte, steht auf einem anderen Blatt. Was mich bei McLaren und insbesondere bei Ron Dennis enttäuscht, ist nicht der Punkt, dass sie die Infos erst einmal für sich behalten haben und nicht zur FIA gerannt sind, sondern dass man monatelang versucht hat, die Sache mit allen Mitteln zu vertuschen. Allein das macht klar, wie sehr man sich bei McLaren über die Schwere der eigenen Vergehen bewusst waren. Man hätte im Juli reinen Tisch machen können, es wäre schmerzvoll gewesen, man hätte für ein paar Wochen doof da gestanden, aber man nach dieser Zeit hätte man vermutlich mit einem Augenzwinkern über die Geschichte geredet. Jetzt hängt dem Team der Ruf des Betrugs und der Lüge an und er wird sich so schnell nicht mehr wegwischen lassen. Die Entschuldigung ist richtig, aber sie kommt mindestens vier Monate zu spät.

F3 – Fiat auf dem Sprung
Jahrelang beherrschten die Motoren von Opel die Formel Drei. Dann kam Mercedes und alle schraubten sich deren Motor ins Heck. Seit diesem Jahr gibt es auch mal wieder einen VW F3 Motor und im nächsten Jahr wird mit dem Signature Plus Team mindestens ein Top Team der F3 Euro Serie mit deren Motoren an den Start gehen. Doch nun gibt es offenbar einen weiteren Mitspieler: Fiat.

Die stellte auf der Motorshow in Bologna einen neuen F3 Motor vor, der allerdings zunächst nur in der italienischen F3 Serie eingesetzt werden soll. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass man den Motor nicht nur in Italien anbieten will, denn entwickelt hat den Motor niemand geringerer als Paolo Martinelli, der bis Ende letzten Jahres die Formel Eins Motoren für Ferrari gebaut hat. Man wird kaum einen solchen Meister ans Werk lassen, wenn man nicht noch etwas mehr mit dem Motor vor hat.

Überhaupt sind die Italiener schwer zu gange, was Motorsport angeht. Man hat die Marke Abarth reaktivert unter deren Flagge ein Production WRC Auto entstanden ist, dass ab 2008 in der Meisterschaft mitfahren soll. Es gibt jede Menge Gerüchte, dass man die Motorsportaktivitäten weiter ausbauen will. Nach dem Rückzug der Konzerntochter Alfa aus der WTCC gibt es wohl Überlegungen, einen Grande Punto in die Meisterschaft zu bringen. Da wäre ich aber vorsichtig, den traditioneller Weise war es immer Alfa, die im Tourenwagensport unterwegs waren, und nicht Fiat.

Und sonst?
Force India will noch diesen Monat die Fahrerbesetzung für 2008 bekannt geben. Die Rede ist immer vom kompletten line up, nicht nur vom Fahrer neben Adrian Sutil. Der ist wohl weiterhin in der engeren Wahl bei McLaren. Gute Chancen werden auch Fisichella ausgerechnet, denn den hätte man gerne auf Grund seiner Erfahrung. Ich bin mir da nicht sicher, ob das eine gute Entscheidung wäre. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Fahrer, die “downgraden” spätestens ab Mitte der Saison die Lust verlieren.

14.12.2007

Aufz. 10:00 Uhr WTCC Saison 2007 Euro 2
Aufz. 14:50 Uhr ChampCar Saison 2007 MotorsTV
Aufz. 17:20 Uhr NASCAR Nextel Martinsville II PREM
Aufz. 18:20 Uhr NASCAR Nextel NEw Hampshire II PREM

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Jammerei, elende

Ich bin gerade im Stress, weil sich die Arbeit stapelt und ich ab dem 18.12 in den Urlaub fahre. Aber manche Sachen kann man einfach nicht unkommentiert lassen.

Angeblich hat sich David Coulthard darüber beklagt dass bei einem Verbot der Heizdecken ab 2009, es sehr gefährlich werden könnte, wenn man mit kalten Reifen rausfährt. Vor allem, weil die andern mit warmen Reifen schneller seien. Felippe Massa beklagte neulich, dass die Unfallgefahr durch die Abschaffung der Traktionskontrolle vor allem im Nassen viel größer sei. Schlimme Unfälle seien zu befürchten.

Ja, meine Güte, was ist denn da los? In allen Monoposto-Serien ausser in der Formel Eins fährt man ohne Traktionskontrolle und mit kalten Slicks aus den Boxen raus. Auch wenn es regnet. Und, gibt es mehr schwere Unfälle? Nein. Wird mehr überholt nach einem Boxenstopp? Ja. Fliegen die Autos von der Strasse, wenn es mal regnet? Ja, aber dafür gibt es a) Regenreifen und b) hat man ja gesehen, dass man auch mit Rillenreifen bei einsetzenden Regen abfliegen kann. Sogar in der Boxeneinfahrt.

Die Konsequenz von kalten Slicks und keine Traktionskontrolle heißt: Vorsichtig Gas geben und auch mal Platz machen, wenn einer offenbar schneller ist, anstatt die Tür zuzuwerfen. Die Piloten, die bis in die 90er Jahre ohne technische Hilfen und auf Slicks unterwegs waren, schlagen sich vermutlich bei solchen Aussagen mit der flachen Hand auf die Stirn.

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Formel Eins – Alonso bei Renault / Sperafico Bruder tot / Formel Eins – FIA kastriert die Aero-Forschung / Diverses

Heute eine größere Bleilandschaft, da Renault noch keine aktuellen Fotos von Alonso und Piquet rausgeschickt hat.

Formel Eins – Zurück zu Renault
Fernando Alonso kehrt zurück Renault – wenn auch nur für ein Jahr. Die Meldung heute war allgemein erwartet worden, auch wenn die Gerüchte um einen möglichen Wechsel zu Honda, Toyota oder Red Bull in den letzten Wochen durchaus ernst zu nehmen waren. In der Presseerklärung von Renault gibt es nur den Satz, dass man die Fahrerpaarung für das Jahr 2008 bekannt gibt. Kein Wort darüber, welche Laufzeit der Vertrag mit dem Spanier hat. Da deutet also vieles daraufhin, dass Ferrari schon längst entweder einen gültigen Vertrag mit dem Doppelweltmeister besitzt oder es zumindest einen “Letter of intent”, also eine Absichtserklärung gibt. Die Aussage von Räikkönen, dass er auch mit Alonso als Teamkollegen leben könnte, läßt darauf schließen, dass man sich handelseinig ist. Renault will Alonso mit Sicherheit länger halten, aber offenbar hat man keine andere Wahl gesehen, als sich auf die Ein-Jahres-Nummer einzulassen. Das Ergebnis von Renault war in diesem Jahr verheerend und da man innerhalb des Konzerns das Engagement sowieso kritisch beäugt blieb Flavio Briatore wohl nichts anderes übrig. Vermutlich hofft er, dass er Alonso eine sehr gute Saison bieten kann und dieser sich dann eine endgültige Unterschrift bei Ferrari überlegt. Verträge sind in der Formel Eins ja selten das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind, weil man hintenrum mit Geld rumhantiert.

Neuer Teamkollege von Alonso wird Piquet jr. was für diesen eine massive Beförderung bedeutet. Es schwer einzuschätzen, warum man Piquet nimmt, aber ich vermute auch hier, dass das etwas mit dem Vertag von Alonso zu tun hat. Kovalainen hat sich nicht als der Top Fahrer gezeigt, den viele erwartet hatten, also probiert man jetzt Piquet jr. aus, und hofft vielleicht darauf, in ihm einen zweiten Hamilton, Vettel oder Rosberg zu finden. Ich bin da eher skeptisch. Er war zwar britischer Formel Drei Meister 2004, hat seitdem aber nicht viel gerissen. Sein zweiter Platz in der GP2 hinter Hamilton ist allerdings nicht zu unterschätzen, da er nicht gerade in einem der allerbesten Autos saß. Bei den Testfahren wiederum ist er mir nicht besonders aufgefallen. Man wird abwarten müssen, wie er sich im Rennen schlägt, die ja bekanntlich eigene Gesetze haben.

Das man Fisichella abschiebt war ja schon klar, dass man Kovalainen ganz rauswirft ist schon etwas überraschend. Ich hatte noch vermutet, dass man ihm einen Testfahrerjob anbietet, aber den bekommt der diesjährige Meister der F3 Euro Serie, Romain Grosjean. Damit hat man dann auch endlich mal wieder einen Franzosen in einem französischen Team.

Es ist schwer einzuschätzen, wie Renault sich nächstes Jahr schlagen wird. Seit der Massedämpfergeschichte aus dem Jahr 2006 hat sich der Rennstall schwer getan. Den WM Titel 2006 gewann man nur, weil Michael Schumacher im vorletzten Rennen in Führung liegend der Motor um die Ohren flog. Alonso ist aber einer, der aus einem Auto das letzte rausholen kann. Er versteht es auch mit einem Wagen umzugehen, der schlechter ist, als es aussieht. Ich würde Renault mal nicht abschreiben.

Rafael Sperafico tot
Bei einem Rennen zur brasiliainischen “Stock Car Light” Serie in Interlagos verstarb bei einem schlimmen Unfall Rafael Sperafico. Sein Wagen war in der Ecke von der Strasse gerutscht, in der Mark Webber und Fernando Alonso 2003 schwer verunfallten. Er prallte in die Reifenstabel Eingangs der schnellen Links zu Start/Ziel und wurde zurück auf die Strecke geschleudert. Doort prallte Renato Russo frontal auf die Fahrerseite. Sperafico war sofort tot, Russo liegt mit schweren Verletztungen im Krankenhaus, soll aber nicht lebensgefährlich verletzt sein.

Den Namen Sperafico kennt man auch in Europa. Sein Bruder Ricardo war italienischer Formel 3000 Meister im Jahr 2000 und fuhr danach in der alten F3000 Serie. Sein anderer Bruder Rodrigo fuhr ebenfalls Sein Cousin Alexandre fährt aktuell in der ChampCar Atlantic Serie. Tragischerweise nahmen seine beiden Brüder auch an dem Rennen in Interlagos teil. Rodrigo Sperafico wurde in diesem Jahr ein sehr trauriger Vize-Meister der Serie.

Formel Eins – Weg mit der Forschung
Das Meeting des WMSC der FIA letzte Woche hat ein paar interessante Neuigkeiten erbracht. Neben der Nicht-Bestrafung von Renault, beschloss man auch die Forschung im Aerodynamikbereich mächtig zu kastrieren. Der Einfachheithalber fasse ich die Beschlüsse (die noch nicht bindend für den Sport sind) mit den Konsequenzen mal zusammen

1. Jedes Team darf nur noch einen Windtunnel für maximal 8 Stunden am Tag bedienen.
Bisher ist es so, dass die Team alle mindestens einen Windtunnel für 24 Stunden am Tag laufen haben. Die meisten Teams haben sogar zwei Windtunnel laufen. Man misst dort tage- und wochenlang jeden kleinsten Mist aus, und versucht herauszufinden, wie die Komponenten harmonisch miteinander arbeiten. Das bringt dann auch schon mal so einen Unsinn die die Dönerspieße im letzten Jahr auf den BMW. Die Teams sollen nun gezwungen werden, diese Forschung einzudämmen. Gute Idee, eigentlich, doch etliche Teams (Honda, Toyota usw.) haben gerade in den letzten ein oder zwei Jahren extra einen zweiten Windkanal hochgezogen. Und den sollen die jetzt abreissen oder vermieten? Dazu kommt: Red Bull und Honda/Super Aguri fahren fast identische Fahrzeuge und es wäre extrem blauäugig anzunehmen, dass die nicht die Daten austauschen. Beide Teams hätten also einen enormen Vorteil gegenüber den anderen. Ob das Toyota, Ferrari oder Renault passt? Ich wage mal die Prognose: Im Leben nicht.

2. Man darf keine 1:1 Modelle mehr im Windkanal testen, die Geschwindigkeit darf nicht mehr als 50 Meter/Sekunde überschreiten
Da wird sich BMW aber freuen. Die haben vor einem Jahr gerade für 55 Millionen Dollar einen neuen Windkanal gebaut, in dem man 1:1 Modell bei Höchstgeschwindigkeit austesten kann. Der Wind kann dabei auch noch seitlich auf den Wagen angeströmt werden. Allerdings: BMW ist das einzige Team, dass diese Möglichkeit hat.

3. Die CFD (Computational Fluid Dynamics) Forschung wird eingeschränkt
CFD ist quasi ein simulierter Windkanal. Im Computer werden neue Teile erstmal getestet, bevor sie in den teuren Windkanal kommen. CFD ist zwar auf Grund der riesigen Computerfarmen die man dafür benötigt auch nicht gerade billig, aber immer noch kostengünstiger als ein Windkanal. Angeblich werden 50% der Arbeit einer Aerodynamikabteilung sowieso im Computer erledigt. Jetzt will man die Hardwareanforderungen festschreiben, damit nicht dauernd noch größere Anlagen gebaut werden. Auch soll die Menge des Personals festgeschrieben sein, die mit CFD arbeiten darf. Wie die FIA sowas überprüfen will, ist mir schleierhaft.

Wie gesagt: die Änderungen sind quasi Empfehlungen der FIA. Da müssen erst alle Teams zustimmen, bevor das auch umgesetzt wird. Es ist sicher richtig, den Wahnsinn in der Aerodynamik zu beschneiden, zumal die FIA gemerkt hat, dass man mit Änderungen an der Flügelgröße nicht wirklich weiter kommt. Vielleicht führt die Beschneidung auch dazu, dass man sich etwas von den Zahlen abwendet und wieder mehr klassische Ingenieurskunst wie die vom großen Colin Chapman wieder gefragt ist. Man hat ja lange keinen Wagen mehr gesehen, der einen neuen Weg gegangen ist. Im Prinzip sehen die Autos seit Jahre gleich aus, ausser dass sie hinter immer zerklüfteter werden.

Formel Eins – Diverses
Ein paar News aus den letzten Tagen

- Nico Rosberg hat bei Williams verlängert. Ich hatte ja drauf getippt, dass Rosberg aus Loyalität den Vertrag bei Williams erfüllt. Aber offenbar mag man sich sehr, und Frank Williams hat seinen Rohdiamanten gleich einen neuen Vertrag für das kommende Jahr und 2009 gegeben. Williams hat wohl aus freien Stücken extra Geld drauf gelegt, was bei ihm bekanntermaßen einer Revolution gleich kommt. Finde ich gut. Rosberg und Williams sind ein extrem sympathisches Gespann und ich würde es sowohl Nico als auch dem Team gönnen, wenn man noch mal richtig Erfolg hätte.

- Und auf dem Weg hat man wohl gleich noch einen Nico bei Williams verankert. Der ebenfalls höchst talentierte Nico Hülkenberg steht wohl kurz davor einen offiziellen Testfahrervertrag beim englischen Team zu bekommen. Bei Williams ist man ja gerade etwas knapp mit Testfahrern und Hülkenberg hat bei seinen zwei Testtagen einen sehr guten Eindruck bei Williams hinterlassen. Nicht auszuschließen, dass man sich darauf vorbereitet Nakajima ab 2009 zu ersetzen, der nach einem Lehrjahr bei Williams wohl Trulli bei Toyota ersetzen könnte.

- Super Aguri steckt weiter in finanziellen Problemen. Man hat noch keinen Hauptsponsor für die nächste Saison und in diesem Monat schon 30 Mitarbeiter entlassen müssen. Das Problem ist wohl auch, das Honda keine Lust hat, die eigenen Ressourcen weiter ins B-Team zu stecken, weil man ja nun selber nicht gerade glänzend dasteht. Vermutlich hat Ross Brawn den Japanern klar gemacht, dass man besser fährt, wenn alle Ressourcen auf ein Team bündelt. Auf der anderen Seite: Sollte die Beschneidung bei der Aerodynamik sich durch setzten, wird man das Team gut gebrauchen können. Möglich ist auch, dass Aguri Suzuki seine Anteile komplett verkauft. Es gibt diverse Interessenten, die in die Formel Eins wollen. Auch der komplette Verkauf an einen anderen Hersteller ist durchaus möglich. Es geistert immer noch die Meldung rum, dass die Koreaner scharf auf die Formel Eins sind.

Und sonst?
Am kommenden Wochenende gibt es den letzten Live-Motorsport in diesem Jahr. Die A1 fährt in Zuhai/China und es gibt das “Race of Champions”. Zu letzterem schreibe ich noch was ausführlicheres am Freitag.

10.12.2007

Aufz. 14:00 Uhr NASCAR Nextel Richmond II PREM
Aufz. 14:55 Uhr NASCAR Nextel NEw Hampshire II PREM
Aufz. 15:20 Uhr DTM Saison 2007 MotorsTV
Aufz. 21:00 Uhr ChampCar Saison 2007 MotorsTV
Aufz. 23:00 Uhr WTCC Saison 2007 Euro

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Nicht so überraschende Eilmeldung: Alonso wieder bei Renault

Nur zwischendurch, ein längerer Artikel folgt heute Abend noch:

Fernando Alonso wird zu Renault zurückkehren, das melden gerade sämtliche Agenturen, nachdem Alonso dies auch auf seiner Webseite bestätigt hat. Der Deal gilt aber wohl nur ein Jahr, denn Renault spricht in der Pressemeldung nur von 2008. Offenbar stimmen die Gerüchte, dass der Spanier schon längst einen Vertrag mit Ferrari für 2009 in der Tasche hat und Massa abgeschoben werden soll. Kann auch sein, dass Ferrari nur eine Option auf den Spanier hat, und das diese von Alonso eingelöst werden muss.

An der Seite von Alonso soll Nelson Piquet jr. eine Chance bekommen. Damit können sich Fisischella und Kovalainen neue Jobs suchen, was im nächten Jahr nicht so ganz einfach werden sollte.

Wie gesagt – später mehr.

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Formel Eins – Verwunderung über die FIA

Formel Eins – Warum keine Strafe
Auch einen Tag nach der Verkündigung des Nicht-Urteils gegen Renault wundert man sich schwer. Renault wurde schuldig gesprochen, aber nicht bestraft. Wer soll diese Haltung verstehen? Wie kann man offensichtlich etwas falsch gemacht haben, dafür aber nicht bestraft werden? Sicher, der Fall von McLaren hatte deswegen eine größere Dimension, weil McLaren:

a) wissentlich Informationen eines Spions über Monate genutzt hat
b) die FIA in der ersten Anhörung belogen hat
c) tatsächlich nachweisbare Vorteile aus den erhaltenen Informationen für die Rennstrategie erhalten hat
d) weitaus mehr Informationen erhalten hat, als das bei Renault der Fall war

Doch McLaren ist auch dafür verurteilt worden, weil sie durch die Infos gewusst haben, wie man etwas nicht macht, da Ferrari schon eine bessere Idee hatte. Der Anwalt von Ferrari hat dies bei der Anhörung im September immer wieder in seine Argumentation eingebaut. Und genau dies ist auch der Fall bei Renault. Als man die Informationen erhalten hat, war der neue Wagen zwar fast fetig, aber man hat ja vor allem sehen könne, wie McLaren bestimmte Dinge anderes anfasst, als man das selber macht. Das ist ein eindeutiger Vorteil und es ist ja nun keiner so doof zu glauben, die Techniker hätten den Krempel gleich wieder vergessen. Was soll also dieses lächerliche Urteil?

Dahinter steckt vermutlich jede Menge Politik. Einerseits will man Renault nicht verlieren, die angesichts einer Strafe von sagen wir mal 50 Millionen Dollar vermutlich der Formel Eins pikiert den Rücken zugedreht hätten. Andererseits ist es schon interessant, dass man die Überprüfung des neuen McLaren Wagens in den Februar 2008 verlegt hat. Die Vermutung liegt nahe, dass man McLaren in Ruhe lassen will und die Überprüfung im Februar nur eine Formsache ist. Was auch dafür spricht: McLaren hat sich nach dem Urteil gegen Renault nicht zu Wort gemeldet. Vielleicht gab es hinter den Kulissen einen Kuhhandel. Unmöglich ist das sicher nicht, belegbar allerdings auch nicht.

Der Formel Eins hat das Urteil nicht geholfen, denn in Zukunft werden Verurteilungen durch die FIA schwieriger werden, da man als Beschuldigter immer auf das Renault-Urteil zeigen kann. Bernie Ecclestone hat durchaus Recht, wenn er sagt, dass sich die FIA aus solchen Dingen raushalten sollte. So etwas erledigen normalerweise ordentliche Gerichte.

Und sonst?
In Jerez hat Sebastian Vettel heute auf Slicks die beste Runde gefahren. Mit dem werden wir nächstes Jahr noch viel Spaß haben.

Tja, Wochenende, aber keine Rennen. Dafür schlechtes Wetter. Wie gut, dass ich noch die komplette Aufzeichnung der Rennen in Macau auf Platte habe und damit zumindest ein wenig Abwechslung haben werde.

Motors hat eine knapp dreistündige Zusammenfassung der ChampCar Saison am Start.

07.12.2007

Aufz. 10:55 Uhr   V8 Supercars   Phillip Island   MotorsTV
Aufz. 16:10 Uhr   Dutch Supercar   Saison 2007   MotorsTV
Aufz. 19:15 Uhr   ChampCar   Saison 2007   MotorsTV
Aufz. 22:45 Uhr   V8 Supercars   Phillip Island   MotorsTV

08.12.2007

Aufz. 12:10 Uhr   ChampCar   Saison 2007   MotorsTV
Aufz. 18:45 Uhr   V8 Supercars   Phillip Island   MotorsTV
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Renault freigesprochen

Soeben hat die FIA in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass man in der Spionageaffäre zwischen Renault und McLaren, die Franzosen zwar schuldig gesprochen wurde, aber diese keine Strafe erhalten werden. Das ist ein wenig überraschend, weil das Urteil sehr zweischneidig ist. Einerseits erkennt man, dass Renault durch die Daten, die Phil Mackereth von McLaren mitgebracht hatte, sich der Spionage schuldig gemacht hatte, doch erkannte man auch, dass Renault die Daten nicht verwendet hat. Die ganze Meldung ist noch so dünn, dass sie sich so liest:

An extraordinary meeting of the World Motor Sport Council was held in Monaco on December 6, 2007.

The World Council found Renault F1 to be in breach of article 151c of the International Sporting Code but imposed no penalty.

Detailed reasons for this decision will be issued on December 7, 2007, and a transcript of the proceedings will be published as soon as possible thereafter.

Das ist eine ziemliche Ohrfeige für McLaren, die sich vermutlich erhofft hatten, das man im Zuge der sich umgreifenden Spionageskandale, auch bei Renault ein Exempel statuieren wollte. Die FIA sieht das nicht so. Damit wird auch deutlich, dass das – vorsichtig formuliert – zögerliche Informationsverhalten von Ron Dennis die FIA in erster Linie auf die Palme gebracht hat. Das Urteil gegen McLaren war also durchaus mehr persönlicher Natur, als man nach außen hin dargestellt hat. Sicher, die beiden Fälle sind sehr verschieden. Renault hat Daten von einem ehemaligen McLaren Mitarbeiter bekommen, der den Arbeitgeber gewechselt hat, während McLaren über Monate über einen Spion Daten erhalten und nach der Entdeckung der Affäre auch noch gelogen hat. Renault hat dagegen die Karten auf den Tisch gelegt. Dennoch ist das Urteil schwach, denn egal ob man die Daten nun verwendet hat, geht es auch hier darum, dass man durch die Daten eventuell gelernt hat, wie man etwas nicht macht. Und das ist ja nun auch ein Vorteil.

Ich finde das Urteil daher auch etwas enttäuschend. Es war klar, dass man Renault nicht zu hart an die Kandarre nehmen würde, da die Franzosen lange nicht so miserabel gehandelt haben wie McLaren, und man vor allem den Hersteller mit einer massiven Strafe nicht aus der Serie ekeln wollte. Dennoch habe ich eine kleinere Geldstrafe erwartet. Die Aussage, dass sich Renault schuldig gemacht hat, aber man dieses Vergehen nicht bestrafen will, ist nicht glaubwürdig und wirft ein schlechtes Licht auf die Politik der FIA.

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Formel Eins – Schumacher II enttäuscht? / NASCAR – Neues Chassis

Formel Eins – Kiesbett Orgie
Die Chancen, dass Ralf Schumacher 2008 ein Cockpit finden wird, sind wohl nach dem heutigen Test in Jerez nur noch minimal. Der ehemalige Toyota Pilot setzte den Force India
Wagen gleich zweimal ins Kiesbett und lieferte die insgesamt schwächste Zeit aller bisherigen Piloten ab. Mit 1:23.340 war er sage und schreibe fünf Zehntel langsamer als Liuzzi und es fehlten ihm enorme drei Sekunden auf die 1:20.187 von Christian Klien, die bei ähnlichen Witterungsverhältnissen gestern gefahren wurden. Dazu kommt, dass heute eigentlich noch mehr Gummi auf der Strecke war, als gestern. Zwar hatte Schumacher mit etlichen technischen Problemen zu kämpfen, doch drei Sekunden sind einfach zu viel. Man wird sich wohl darauf einrichten müssen, dass Schumacher II 2008 nicht mehr in der F1 zu sehen sein wird. Alles andere würde mich auch überraschen. Seine vermutlich letzte Chance, McLaren, hat heute auch die Tür zugeschlagen, in dem man erklärte, das man mit Paffet und de la Rosa eigentlich zwei brauchbare Einsatzpiloten hätte. Vermutlich läuft es wohl auf de la Rosa raus, der zwar kein Siegfahrer ist, aber um Platz Drei immer fahren sollte, wenn der Wagen gut ist. Zudem kennt der Spanier die Tücken und Probleme des McLaren seit Jahren und kann Hamilton wertvolle Abstimmungshilfe geben.

Schumacher I war auch unterwegs, aber aus dem “großen Duell” mit Hamilton wurde auch nichts. Bei Ferrari zog man stur sein Programm durch und testete weiter, wie man ohne die Traktionskontrolle zurecht kommt. Ansonsten gab es wenig zu vermelden. Schnellster war Robert Kubica vor Hamilton und Massa, aber die Zeiten haben wenig Aussagekraft, da man nie weiß, wer mit welcher Elektronik unterwegs war. Erwähneswert auf jeden Fall Timo Glock, der trotz großer technischer Schwierigkeiten auf den fünften Platz kam.

NASAR – Neues Chassis für Nationwide
Es gibt die ersten Infos, wie das neue Chassis der Nationwide Serie ab 2009 aussehen wird. Sicher ist, dass man als Grundchassis das CoT verwenden wird. Man wird also nicht mehr mit küzeren Chassisvarianten antreten. Dafür soll der Splitter und der Heckflügel in der Nationwide Serie verschwinden. Lustigerweise genau die beiden Dinger, die die meisten Fans am CoT so ablehnen. Vielleicht ist das auch schon eine Vorschau auf Veränderungen am Cup Wagen. Während der Heckflügel von den meisten Piloten als ok angesehen wird, ist man beim Splitter anderer Meinung. Der ist zwar, wie man in diesem Jahr bei Unfällen sehen konnte, sehr stabil, aber es gab hier und da Probleme mit abgebrochenen Bolzen. Man hat immer noch große Angst, dass auf einer Highspeed Strecke der Splitter mal nach oben klappt, und der Wagen dann abhebt.

Und sonst?
Nix.

06.12.2007

Aufz. 10:00 Uhr WRC Rally Wales Euro 2
Aufz. 17:35 Uhr V8 Supercars Phillip Island MotorsTV

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