Archive | Oktober, 2007

IRL – Neuer Mann bei AGR / GP2 – Noch ein Deutscher / Speed ist wieder weg

IRL – Hideko Mutoh bei AGR
Bei Andretti-Green-Racing hat die Suche nach einem Nachfolger für Dario Franchitti ein Ende gefunden. Man hat den 25 jährigen Japaner Hideko Mutoh verpflichten können. ‘Wer issn ditte?’ dürften sich einige Fragen und ich gebe gern zu, dass bei mir zwar im Hinterkopf was klingelte, aber ich musste dann doch mal suchen. Der junge Mann hat nach einer Odysee durch verschiedene europäischen, amerikanischen und japanischen Serien, die bisher nicht sonderlich erfolgreich waren, in diesem Jahr seinen Durchbruch in der IndyPro Serie feiern können. Das ist die Nachwuchsserie der IRL, die es seit 2002 gibt und die bisher schon ein paar Fahrer nach oben gebracht hat. Darunter Marco Andretti, A.J. Foyt IV, Arie Luyendyk, Jr. und Aley Lloyd, der in diesem Jahr Meister geworden ist und bei Chip Ganassi unter Vertrag steht.

Man kann sich natürlich die Frage stellen, warum AGR nicht nach besseren Ersatz gesucht hat. Nur wen sollte man nehmen? Open Wheel Experten wachsen in den USA seit einigen Jahren nicht mehr auf den Bäumen und die Top Fahrer sind alle vergeben. Dazu kommt, dass Mutoh wohl auf Empfehlung von Aguri Suzuki kommt, für dessen Team er die vergangene Saison bestritten hat. Und Suzuki ist ein Honda-Mann, AGR baut für Acura, der Nobelmarke von Honda, die ALMS Autos. Also dürfte man sich auch seitens des Sponsors gefreut haben. Unterschätzen sollte man den Japaner trotz seiner mauen Karrierebilanz aber nicht. Immerhin gewann er in diesem Jahr das Rennen der Indy Pro Serie in Indianapolis.

GP2 – Maro Engel zum Fisichella Team
Maro Engel dockt wohl beim Team von Giancarlo Fisichella an. Der Deutsche gehört vermutlich zu den eher unbekannteren Piloten hier in Deutschland. Von dem weiß ich ehrlich gesagt auch nur wenig, außer dass er seit mindestens zwei Jahren in der britischen Formel 3 Meisterschaft unterwegs ist. Letztes Jahr fiel er schon auf, weil er ziemlich flott unterwegs war, aber auch dadurch, dass er dies nicht immer auf der Strecke dauerhaft umsetzten konnte. In dieser Saison hatte er einen Vertrag bei Carlin Motorsport, einem der Top Teams in England, die immerhin dreimal den F3 Titel holen konnten (05, 03, 01). Immerhin konnte Engel drei Rennen in dieser Saison gewinnen, wurde aber “nur” Vize-Meister, weil der Este Marko Asmer die Saison nach belieben dominierte. Den wird man vermutlich 2008 auch in der GP2 sehen.

Und sonst?
Kaum war es da, ist es wieder weg. SpeedTV ist heute wieder bei TVU verschwunden und wenn man sich anschaut, wie schnell das ging, würde ich mal sagen, dass der Sender so schnell auch nicht mehr wieder kommt. Muss man sich also nach einer Alternative umschauen. Sollte jemand fündig werden, würde ich mich über einen Hinweis freuen.

01.11.2007

Aufz. 11:50 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM
Aufz. 12:45 Uhr NASCAR Busch Memphis PREM

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NASCAR – Tests in Atlanta/ Interview mit Klaus Graf / Alonso hält alles auf / Speed is back

NASCAR – Junior im Hendrick Auto
Bei den CoT Tests in Atlanta ist Dale Earnhardt jr. das erste Mal in einen Wagen von Hendrick Motorsport eingestiegen. Er drehte gestern und heute etliche Runden in der #5. Die Zeiten waren nicht schlecht und brachten ihn in die Top5. Auch die anderen Fahrer, die im nächsten Jahr in einem neuen Auto sitzen, waren unterwegs. Erwähnenswert vor allem Kyle Busch in der #18 bei Joe Gibbs und Regan Smith in der #8 bei DEI. Während Busch mit die schnellsten Zeiten hinlegte, blieben die DEI Wagen eher im Hintergrund. Gestern waren auch Jacques Villeneuve und Dario Franchitti unterwegs, die aber weit hinten landeten.

Am Rande der Tests tauchte das Gerücht auf, dass Roger Penske einen Punktetausch zwischen dem Team von Kurt Busch und Sam Hornish jr. durchführen will, damit Hornish in den ersten fünf Rennen der Saison 2008 auf jeden Fall dabei ist. Der Ex-IRL Champion ist bisher regelmäßig an der Quali Hürde gescheitert und gab kein gutes Bild ab. Das gilt aber auch für die Busch Rennen, in denen er bisher angetreten ist. So richtig gerockt hat er da auch noch nicht.

Interessantes Interview mit Klaus Graf bei den Kollegen von Stockcar News

ABC/ESPN geraten weiter unter Druck. Obwohl das Rennen wirklich gut war und obwohl die Meisterschaft wirklich gut läuft, sind die Rating wieder in den Keller gegangen. Man erreichte am Wochenende gerade mal 3.5, was wirklich nicht so dolle ist. Die Berichterstattung durch ESPN ist auch weiter stark unter Druck. Die Kritikpunkte haben sich da auch nicht geändert. Miese Berichterstattung, zuviel unnützer Krempel, zu “mainstreamig”, langweilige Interviews, verpasste Restarts usw. Allerdings hat sich ESPN auch schon etwas verbessert. Immerhin zeigte man am Wochenende die letzten Runden ohne Werbeunterbrechung, trotz Caution.

Formel Eins – Alonso hält den Betrieb auf
So viel offene Cockpits gab es in der Formel Eins zum Ende einer Saison auch noch nicht. Zur Zeit sieht das so:

Force India: Beide Cockpits unbestätigt
Renault: Beide Cockpits unbestätigt
Super Aguri: Beide Cockpits unbestätigt
Williams: Ein Platz frei
Toyota: Ein Platz frei

Gut, Sutil gilt bei FI als gesetzt, die beiden Aguri Fahrer gelten auch als sicher. Bleiben immer noch fünf Cockpits, bei denen sich absolut nichts tut, weil Fernando Alonso und McLaren noch keine Entscheidung getroffen haben. Mercedes ist wohl eher dafür, den Spanier los zu werden, bei Ron Dennis sieht das wohl aus finanziellen Gründen etwas anders aus. Denn Alonso hat auch ein paar Sponsoren mit gebracht, die man erst mal ersetzen muss. So langsam wird die Zeit aber etwas knapp, denn am 13. November gehen die Testfahrten los, und da hätte man ja gerne die neuen Fahrer im Einsatz. Auf der anderen Seite ist Kimi Räikkönen in diesem Jahr auch erst im Januar in den Ferrari gestiegen, weil McLaren ihn vorher nicht aus dem Vertrag gelassen hat. Geschadet hat es ihm offensichtlich wenig.

Jedenfalls ist die “Reise nach Jerusalem” in der Formel Eins immer noch im vollen Gang und man darf schön weiter spekulieren, was passieren wird. Auch in Sachen Alonso drehen die Gerüchte hohl. Jetzt ist die Rede davon, dass er zu Red Bull wechselt, dort ein Jahr fährt um dann zu Ferrari zu gehen, wo man Massa abschiebt, dessen Vertrag man ja gerade bis 2010 verlängert hat. Klar ist Red Bull eine Alternative, aber dort würde man den Spanier sicher gerne länger als ein Jahr halten. Weiterhin auch im Rennen: Toyota, die mit viel Geld und einem Nummer Eins Status locken.

Und sonst?
SpeedTV ist bei TVU zurück und heißt jetzt nicht mehr Wheels, sondern halt SpeedTV. Der Stream hat nicht mehr die Qualität des alten, aber besser als wie nix.

31.10.2007

Aufz. 12:05 Uhr NASCAR Busch Memphis PREM
Aufz. 13:05 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM
Aufz. 16:55 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM

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NASCAR – Analyse Atlanta / F3 Euro Kalender / NASCAR – CoT für Nationwide

NASCAR – Besser als gedacht
Das gestrige Rennen in Atlanta war wirklich richtig gut. Auch wenn sich das Feld wie erwartet schnell auseinander zog, tat sich doch an der Spitze meist ziemlich viel. Und wenn es dort mal ruhiger wurde, konnte man Junior oder Jeff Gordon dabei zu sehen, wie sie durch das Feld pflügten. Ich hatte ehrlich gesagt mit einem Alleingang der Hendrick Fahrer an der Spitze gerechnet, aber ausser Kyle Busch schien zunächst das gesamte Team ziemlich von der Rolle. Jeff Gordon schraubte an seinem Auto rum, als hätte er sonst nichts zu tun und zwischendurch klang er über Funk schon richtig panisch. Johnson fuhr eher unauffällig, aber lange sah es so aus, als könne er das Tempo an der Spitze nicht mitgehen. Dort balgten sich Martin Truex jr., Kyle Busch, Matt Kenseth und Kurt Busch. Meist war es jedoch Truex, der vorne lag und an diesem Wochenende einfach unschlagbar schien. Während es vorne gut zur Sache ging, hatten andere Fahrer ein rabenschwarzes Wochenende.

Allen voran Tony Stewart. In der Quali lief es schon schlecht, doch im Rennen wurde es noch übler. Zunächst ging es noch gut voran, und Stewart fand sich schnell in den Top Ten. Doch je mehr Gummi auf die Strecke kam und je mehr die Temperaturen runtergingen, desto bescheidener wurde die Situation. Stewart klagte über massives Übersteuern und darüber, dass die Reifen aus dem Kurven heraus keinen Grip finden würden. Und so holte man ihn für einen nicht geplanten Boxenstopp rein. Es sollte nicht der letzte sein. Nachdem man inkl. Trackbar alles nachjustiert hatte, lief es kurzeitig etwas besser, bis plötzlich der Öldruck in den Keller fiel. Stewart kam wieder rein, und damit war das Rennen für ihn gelaufen. Er ging zwar wieder ins Rennen, hatte aber sechs Runden Rückstand.

Bei Clint Bowyer lief es ebenfalls nur mäßig. Er hatte sich bei einer unglücklichen Situation an der Boxeneinfahrt die Motorhaube beschädigt, als er auf den Vordermann auffuhr und kämpfte im gesamten Rennen mit der Aerodynamik. Teilweise lag er nur auf Platz 25. Dennoch schaffte Clint Bowyer es auch Platz sechs. “Schuld” daran war die Entscheidung seines Crew Chiefs Gil Martin, zweimal nur rechts neue Reifen zu nehmen und auf eine weitere, bald folgende Gelbphase zu hoffen. Beides Mal ging die Rechnung auf und Bowyer konnte im Chase weiter dran bleiben. Dennoch war es in Atlanta deutlich zu sehen, dass die RCR Wagen zur Zeit nicht gut gehen.

Etwas, was im Übrigen auch bei Joe Gibbs Racing auffällt. Weder Denny Hamlin noch Tony Stewart haben in den Chase Rennen glänzen können. Das beste Ergebnis von Tony Stewart ist ein zweiter Platz in Richmond. Er hält sich zwar meist in den Top 10, aber er hat nicht einmal eine Chance gehabt, ein Rennen zu gewinnen. Schon erstaunlich, diese Schwäche des gesamten Teams, das im Juli und August ja noch mit drei Siegen glänzen konnte. Vielleicht hat das ja doch etwas mit dem Wechsel zu Toyota zu tun, wer weiß.

Zurück zum Rennen in Atlanta. Das ging munter weiter und wurde am Ende richtig dramatisch. Denn alle Fahrer hatten Probleme mit dem Spritt und als praktischerweise Johnny Sauter sieben Runden vor Schluss ein Reifen platzte, gingen alle an die Box. Ausser Danny Hamlin, der blieb draussen und man wunderte sich schon, wie der noch Sprit für den Rest des Rennens habe könne. Beim Restart wurde die Frage gelöst. Hamlin rollte schlicht und ergreifend einfach ohne Sprit über die Start/Ziellinie. Da es die grüne Flagge gegeben hatte, führte dies zu einem mächtigen Stau hinter Hamlin. Einige kamen vorbei, andere nicht und es war der unglückliche Martin Truex jr. der Hamlin in den Kofferraum fuhr. Für Truex war das Rennen damit gelaufen und plötzlich lag Jimmie Johnson vorne, der sich in den letzten Runden in die Top 3 gefahren hatte. Wer sollte Johnson jetzt noch aufhalten? Junior war sicher der erste Kandidat. Der hatte auch ein sehr abwechslungsreiches Rennen hinter sich, dass vor allem aus einer Bestrafung wegen eines Fehlers an der Boxeneinfahrt und einem Rückstand von einer Runde bestanden. Trotzdem schaffte es Junior vor dem letzten Restart auf Platz drei zu liegen und man war sich ziemlich sicher, dass er Johnson und dem vor ihm liegenden Carl Edwards die Hölle heiß machen würde. Die Südstaatengemeinde stand beim letzten Restart also auf den Sitzen, doch dann löste sich bei Earnhardt jr. hinten das gesamte linke Hinterrad. Junior flog über die Strecke, sammelte Jamie McMurray auf und schlug brutal hart in die Mauer ein. Der Wagen sah wirklich komplett zusammen gefaltet aus und für einen Moment musste man befürchten, dass ihm was passiert war, denn der Einschlag war wirklich extrem hart. Nach ein paar Minuten kletterte er aber unverletzt aus dem Wagen.

Damit war das Rennen gelaufen und Johnson hatte mal wieder gewonnnen. Wie erwartet war es auch ein Hendrick Wagen der am Ende siegen konnte, aber mit dem Ausgang konnte man eigentlich nicht rechnen. Gleichzeitig landete Jeff Gordon nur auf Platz sieben und der Rückstand von Jimmie Johnson beträgt nur noch läppische neun Punkte. Auch Clint Bowyer hält sich noch wacker im Chase. Sein Rückstand beträgt noch 111 Punkte, aber in den letzten drei Rennen kann ja noch viel passieren. Die Saison wird also immer spannender und man kann sich auf ein dramatisches Finale freuen.

NASCAR – CoT für Nationwide
NASCAR hat angekündigt, dass man ab 2009 in der Nationwide Series mit einem Wagen an den Start gehen wird, der dem CoT sehr ähnlich sein soll. 2008 wird man aber noch mit dem “alten” Chassis unterwegs sein. Die Teams werden es mit Freude zur Kenntnis nehmen, hat man doch durch den Start in der zweiten Klasse der NASCAR immer recht gute Informationen sammeln können, wie sich der Wagen auf der Strecke im Laufe des Rennens verhält. Die Unterschiede zwischen dem CoT und dem alten Chassis der Busch/Nationwide Serie sind aber wohl so groß, dass man die Werte nicht unbedingt übertragen kann.

F3 Euro Serie – Kalender 2008
Auch hier wenig Überraschungen. Abgesehen vom Start in Pau am 1. Juni, wo man im Rahmen der WTCC unterwegs ist, fährt man nur im Rahmen der DTM. Auch hat man 2008 die Termine wieder etwas enger gepackt, damit man nicht wie in diesem Jahr plötzlich sechs Wochen Pause zwischen April und Juni sind. Im Mai ist deswegen die etwas mehr Luft, weil ja das Monaco Masters stattfindet.

13. April Hockenheim
04. Mai Mugello
01. Juni Pau
29. Juni Norisring
13. Juli Zandvoort
27. Juli Nürburgring
31. August Brands Hatch
21. September Barcelona
05. Oktober Le Mans
26. Oktober Hockenheim

Und sonst?
Seit Freitag ist “Wheels” bei TVU verschwunden. Es wird von “technischen Schwierigkeiten” gesprochen, die die Übertragung hat. Keine Ahnung, was das heißt, und ob der Sender zurückkehrt. Es wäre schade, wenn man die Berichterstattung von Speed nicht mehr hätte. Ist aber nicht das erste Mal, dass es bei TVU Probleme mit SpeedTV gibt.

Vorschau auf nächstes Wochenende: V8 Supercars in Bahrain. Die Rennen werden von MotorsTV live gezeigt. Die NASCAR fährt aufs nächste 1.5 Meilen Oval in Texas

Wer das Busch Rennen noch nicht gesehen hat: die Zusammenfassung läuft heute auf Premiere. Bin mal gespannt, ob die alle 25 Cautions drin haben…

Keine Ahnung, ob die Zeiten von MotorsTV stimmen. Meine Programmsoftware (texxas) hat Motors seit einigen Tagen nicht mehr im Angebot und die Zeiten, die der Sender auf der eigenen Webseite angibt, stimmten am Wochenende hinten und vorne nicht. Die Angaben im EPG des Senders waren auch falsch, also kann man nur raten und hoffen, dass es jetzt wieder geht.

29.10.2007

Aufz. 16:00 Uhr ETC Adria EURO 2
Aufz. 18:10 Uhr NASCAR Busch Memphis PREM
Aufz. 19:05 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM
Aufz. 22:00 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM
Aufz. 22:50 Uhr   ALMS   Laguna Seca   MotorsTV

30.10.2007

Aufz. 12:00 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM
Aufz. 14:00 Uhr   ALMS   Laguna Seca   MotorsTV
Aufz. 15:00 Uhr NASCAR Busch Memphis PREM
Aufz. 15:20 Uhr   Gruppe C   Spa   MotorsTV
Aufz. 16:20 Uhr   Super GT   Autopolis   MotorsTV
Aufz. 19:00 Uhr NASCAR Busch Memphis PREM
Aufz. 20:00 Uhr ChampCar Surfers Paradies PREM
Aufz. 21:00 Uhr ETC Adria EURO 2

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NASCAR – Atlanta

UPDATE 27.10.07, 19:17 Uhr: Keine CTS Übertragung, da Wheels down ist. ABER: ich hab das Busch Rennen in Memphis heute völlig vergessen. Zu sehen auf nascar.com ab 3.30 pm (Rennstart) Ortszeit, also müsste das so um 21.00 Uhr hier sein.

UPDATE 27.10.07, 16:05 Uhr: Die Programmdaten von MotorsTV stimmen nicht. In deren TV Programm seht was anderes, als gerade läuft. Mal wieder.

NASCAR Atlanta
Da sonst nix los ist, kann man sich am Wochenende auf den Nextel Cup konzentrieren. Der Nextel Cup fährt das vierletzte Rennen in Atlanta. Eine Strecke, die man jetzt nicht unbedingt dafür in Erinnerung hat, dass sie extrem spannende Saisonläufe abliefert. Es ist halt das üblich 1,5 Meilen Oval, hat aber 24° Grad Überhöhung, was immerhin mehrere Linien zulässt. Vermutlich wird man Junior wieder ganz oben an der Mauer kleben sehen, während Jeff Gordon und Jimmie Johnson die untere Linie wählen. Die Strecke zählt zu den schnellsten im Kalender und es werden höhere Geschwindigkeiten als in Daytona und in Talladega erreicht. Im Windschatten kann mal vor den Kurven schon die 200 Meilen Barriere druchbrechen. Da ohne Restictor plates gefahren wird, führt das aber schnell dazu, dass sich das Feld weit auseinanderzeiht und man ein eher dröges Rennen hat, dass gegen Ende gerne mal mit einer “Debris Caution” unterbrochen wird, damit wieder etwas Spannung reinkommt.

Es ist schwer einen Favoriten auszumachen. Zudem wird mit dem alten Auto gefahren, was die Sache nicht einfacher macht. Im letzten März gewann Jimmie Johnson knapp vor Tony Stewart, der sich auch in diesem Rennen wieder gute Chancen ausrechnet. Die Wagen von Joe Gibbs sind mit dem alten Chassis einfach noch besser, als mit dem CoT. Auch RCR sollte mit Clint Bowyer und Kollegen gut aufgestellt. Nicht vergessen sollte man die Toyota. Da Atlanta eine Strecke ist, auf der Leistung und weniger Drehmoment gefragt ist, könnten die Toyota, vor allem Dave Blaney und Michael Waltrip, vorne ein Wörtchen mitreden.

Auf der Grund der meist langen Grünphasen ist die Tankstrategie besonders wichtig. Das pit window liegt so bei rund 50 Runden, also werden einige Fahrer darauf spekulieren, dass es innerhalb der letzten 20 Runden noch mal kracht und man nachtanken kann. Andere werden versuchen im Windschatten mit zu segeln, um so vielleicht das pit window um fünf bis zehn Runden verschieben zu können.

Das Rennen ist die absolut letzte Chance für Tony Stewart, doch noch in den Meisterschaftskapm eingreifen zu können. Er liegt 249 Punkte hinter Jeff Gordon und müsste das Rennen gewinnen, während Gordon und am besten auch noch Johnson das Rennen nicht in den Top 30 beenden. Bei einer solchen Konstellation könnte aber Clint Bowyer der lachende vierte sein, denn der liegt nur 115 Punkte zurück und hat ebenfalls kein schlechtes Auto.

Die meiste Spannung wird das Rennen also daraus ziehen, wieviele Caution es geben wird, und wie die Hendrick Truppe aufgestellt ist.

Und sonst?
Ich hab mich gestern im Programm mal wieder mit der Zeitverschiebung verheddert. Ich hab die aktuellen Daten für heute in Wochenendprogramm mit reinpackt.

26.10.2007

LIVE 19:30 Uhr NASCAR Vorberichte Atlanta SpeedTV
LIVE 20:00 Uhr NASCAR CTS Training Atlanta SpeedTV

27.10.2007

LIVE 15:00 Uhr NASCAR Vorberichte Atlanta SpeedTV
LIVE 15:30 Uhr NASCAR CTS Quali Atlanta SpeedTV
Aufz. 15:50 Uhr Gruppe C Spa MotorsTV
Aufz. 16:20 Uhr Super GT Autopolis MotorsTV
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins GP Brasilien PREM
LIVE 19:00 Uhr NASCAR CTS Atlanta SpeedTV
Aufz. 20:00 Uhr NASCAR Nextel Martinville PREM
Aufz. 22:50 Uhr V8 Supercars Surfers Paradies MotorsTV

28.10.2007

Aufz. 12:30 Uhr Formel Eins GP Brasilien PREM
Aufz. 14:00 Uhr ChampCar Surfers Paradies MotorsTV
LIVE 17:00 Uhr NASCAR Raceday Atlanta SpeedTV
LIVE 19:00 Uhr NASCAR Nextel Atlanta PREM

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Termine / FIA GT – Große Änderungen

Termine – Der Rest von 2007
Das sind die noch ausstehenden Renntermine für dieses Jahr.

28.10 NASCAR Atlanta
03.11 V8 Supercars – Bahrain
04.11 NASCAR – Texas
11.11 NASCAR – Phoenix
11.11 ChampCar – Mexiko
11.11 ELMS – Interlagos
18.11 WTCC – Macau
18.11 V8 Supercars – Symmons Plains
18.11 NASCAR – Miami
25.11 A1 GP – Sepang
02.12 V8 Supercars – Phillip Island
16.12 A1 GP – Zuhai
16.12 Race of Champions

Der November ist also noch erstaunlich gut gefüllt. Immerhin steht noch die Meisterschaftsentscheidung in der NASCAR, der V8 Supercars, der WTCC und in der ELMS aus. Richtig dünn wird es erst ab dem 18., denn danach sind die restlichen Rennen alle in Asien.

FIA GT – Kalender 2008
Heute wurde bekannt, dass sich auch die FIA GT Serie den Regeln des ACO (Veranstalter der 24 H von Le Mans) ab 2009 anschliessen wird. Man wird die Serie in eine Weltmeisterschaft für Fahrzeuge der (neuen) GT1 Klasse und eine Europameisterschaft für Fahrzeuge der GT2 Serie aufspalten. Wie die neue GT1 Klasse aussehen wird, ist noch nicht bekannt, aber es sieht so aus, als würde es massive Änderungen geben. Es kann gut sein, dass man die jetzige GT2 zur GT1 Klasse befördert, während die GT3 Klasse zu GT2 Klasse wird. Das ist bisher eine Klasse, in der die Fahrzeuge eher seriennah bleiben und jede Menge Privatfahrer unterwegs sind. (FIA GT3, ADAC GT Master usw.). Klar ist, dass die bisherige GT1 ziemlich tot ist. Eigentlich fahren da ja nur noch die Corvette die Aston Martin, ein paar Saleen und hier und da ein Ferrari 550. In der ALMS sind nur noch die Corvette unterwegs. Dagegen ist in der GT2 der Teufel los. Wie man das Problem lösen will, das man in einer GT1 Klasse die Corvettes gegen die Ferrari 430 antreten lassen kann ist mir allerdings nicht so klar. Vielleicht über ein Gewichtshandicap je nach Hubraum. Wird auf jeden Fall interessant sein. Der Maserati C12 dürfte damit 2008 seine letzte Saison fahren. 2009 ist zwar ein Übergangsjahr im Reglement, aber man dürfte den C12 schon da so einbremsen, dass er keine Chance hat. Die FIA und der ACO erhoffen sich durch diese Regeländerung, dass man endlich Ruhe in den unzähligen GT Klassen bekommt und dass das Starterfeld in der neuen GT2 richtig groß wird.

Im Übrigen: der ACO hat auch die ALMS eingenordet. Die müssen 2008 die LMP1/P2 Regeln des ACO wieder einhalten, sonst verlieren sie das Prädikat “Le Mans”.

Der neue Kalender der FIA GT ist raus und er sieht ganz hübsch aus. Das Rennen in Zuhai ist verschwunden, dafür findet Saisonabschluss auf einer mir nicht bekannten Strecke in Argentinien statt. Ob sich die Team darüber freuen werden, dass es ausgerechnet zum Saisonende noch mal so weit geht?

20. April – Silverstone
18. Mai – Monza
21. Juni – Adria
6. Juli – Oschersleben
3. August – Spa
31. August – Bukarest
14. September – Brünn
28. September – Nogaro
19. Oktober – Zolder
23. November – San Luis (Argentinien)

WTCC – Kalender 2008
Wenig Neuigkeiten gibt es von der WTCC. Zandvoort ist wegen der dortigen Lärmschutzbestimmung aus dem Kalender geflogen. Dafür fährt man ein Rennen in Japan in Okayama (Aida). Was diese zweimonatige Pause am Anfang der Saison soll, weiß vermutlich auch keiner.

2. März – Curitiba
18. Mai – Valencia
1. Juni – Pau
15. Juni – Brünn
6. Juli – Estoril
27. Juli – Brands Hatch
31. August – Oschersleben
21. September – Anderstorp
5. Oktober – Monza
26. Oktober – Okayama
16. November – Macao

Und sonst?
Wer mir ein frühes Weihnachtsgeschenk machen will, wird hier fündig :)

26.10.2007

Aufz. 15:50 Uhr   ALMS   Laguna Seca   MotorsTV
Aufz. 17:10 Uhr ChampCar Surfers Paradies MotorsTV
LIVE 17:30 Uhr   NASCAR Vorberichte   Martinsville   SpeedTV
LIVE 18:00 Uhr   NASCAR CTS   Training Martinsville   SpeedTV
Aufz. 19:00 Uhr NASCAR Nextel Martinsville PREM

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NASCAR – Carl Edwards unter Druck / Formel Eins – Keine Bio Motoren / A1 GP – Deutsches Team ohne Fahrer

NASCAR – Carl Edwards hat Ärger
Der Ausraster von Carl Edwards nach dem Rennen in Martinsville gegenüber seinem Teamkollegen Matt Kenseth sorgt weiter für Wirbel in der NASCAR. In einer TV Sendung (ESPN “Inside Nextel Cup”) äußerten sich sowohl Michael Waltrip als auch Edwards Teamkollege Greg Biffle äußerst kritisch über Edwards. Er ging vor allem auf dessen Fahrweiese ein. Biffle sagte:

Carl came from a few rows back, bombed down into turns one and two, and door-slammed Matt up the racetrack. Then, to make matters worse, as they were on the corner exit ran him off into the back stretch wall. You would expect that Carl would figure if he drives like that, somebody is going to race him the same way, especially a team mate.

Es ist in Ordnung, wenn man sich über einen Teamkollegen aufregt, aber einen so harten, körperlichen Angriff sollte man sein lassen. Michael Waltrip, auch kein Kind von Traurigkeit, meinte:

When Carl came up to Matt after the race with the TV cameras rolling and started pushing on Matt it really made me sick to my stomach. I’m a car owner now and I see it through Jack’s eyes and I don’t like what I saw.

Es ist offensichtlich, dass es erhebliche Probleme mit im Roush Lager unter den Fahrern gibt. Das hat wohl vor allem etwas damit zu tun, dass die Stimmung auf Grund der schlechten Leitungen von Ford eh angespannt ist, und jeder versucht sich die beste Ausgangsposition zu verschaffen, um wiederum ans beste Material zu kommen. Carl Edwards hat sich mittlerweile per Pressemitteilung auch gemeldet. Er entschuldigt sich zwar, legt den Finger aber trotzdem auf die Wunde.

…I was definitely wrong for showing my anger and putting on an aggressive display towards Matt Kenseth after the race at Martinsville. I definitely want to apologize to my fans, to Office Depot, to Matt Kenseth, to DeWalt, to everyone at Roush Fenway for letting it come to that. That was definitely the wrong thing to do.

[...]

What led up to the deal that happened after the race with me confronting Matt wasn’t a one-day deal. It wasn’t just Sunday’s on-track incident, where I bumped into Matt and then he bumped into me harder and I got madder all day. As a team, we need to do a better job of working together. I’ve won three races this year in the Nextel Cup Series and when I win people call and congratulate and people are happy for me, it’s just the wrong people. I’ve got Jimmie Johnson calling me every time I win to say, ‘good job’, and my teammates aren’t the ones doing that. I’m just as guilty.

Mit anderen Worten. Nicht nur in der Formel Eins spricht man in manchen Team nicht mehr miteinander, so etwas gibt es auch in der NASCAR. Allerdings gibt es hier ja noch Figuren wie Jack Roush, der in seinem Laden schon für Ordnung sorgen wird. Man kann davon ausgehen, dass das Donnerwetter für alle Fahrer nicht klein ausfallen wird.

Ein wenig enttäuscht bin ich alledings schon von Carl Edwards. Er machte auf mich während dieser Saison einen erfrischend offenen Eindruck. Vielleicht war ihm die “nice guy” Nummer auch zu langweilig. Schön ist das jedenfalls nicht.

Formel Eins – Keine “Bio” F1
Ich fand die Idee von Max Mosley ja sehr zukunftsträchtig. Während alle Autofahrer in den nächsten Jahren zur Kasse gebeten werden, wenn ihr Auto die Umwelt zu sehr belastet, blasen die Formel Eins Wagen den Sprit wie irre raus und es gibt noch nicht mal Ethanol als Treibstofflösung. Das man “Bio” Motoren einführen wollte, fand ich einen richtigen Schritt, auch um die Formel Eins aus der sicher aufkommenden Diskussion über Sinn und Unsinn einer solchen Veranstaltung raushalten zu können. Allein – die Hersteller konnten sich einerseits nicht auf ein technisches Reglement einigen, andererseits wiesen (zu Recht) auch darauf hin, dass man nicht verlangen könne die Kosten zu senken, wenn man gleichzeitig komplett neue Technologien entwickeln müsse. Die FIA hat demnach heute beschlossen, das bestehende Motorenreglement bis 2018 einzufrieren. Änderungen können nur erfolgen, wenn die Hersteller einstimmig etwas verabschieden und dann gibt es auch einen Vorlauf von zwei Jahren. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine kluge Entscheidung war. Der Druck auf die Hersteller, sich auch mit Technik zu profilieren, die die Umwelt weniger belastet, wird sicher nicht kleiner. Alle Welt stellt auf Bio-Sprit um, und in der F1 fahren V8 Motoren mit gekühltem Benzin. Ich hoffe sehr, dass man sich in den nächsten zwei Jahren noch mal zusammen setzen wird.

A1 GP – Deutsches Team in Problemen
Der Start des Titelverteidigers in die neue A1 Saison war mehr als holprig. Christian Vietoris konnte bisher nicht überzeugen aber man muss dem Piloten sicher noch etwas mehr Zeit geben, als diese zwei Rennen. Immerhin hat er schon bewiesen, dass er es kann, wenn alles passt. Trotzdem hat das A1 Team Deutschland wohl ein Problem beim nächsten Rennen. Denn wenn es nach Sepang geht, wird Vietoris am gleichen Wochenende einen F1 Test für BMW erledigen. Bei Timo Scheider hat man wohl auch angeklopft, aber der hat schon abgewunken. Bleibt also die Frage, wenn man sonst noch ins A1 Cockpit setzen könnte. Wenn ich Willi Weber wäre, würde ich ja mal bei Markus Winkelhock anfragen…

Und sonst?
Immer noch nix.

25.10.2007

Aufz. 11:00 Uhr ALMS Laguna Seca MotorsTV
Aufz. 12:00 Uhr NASCAR Nextel Martinsville PREM
Aufz. 15:20 Uhr V8 Supercars Surfers Paradies MotorsTV
Aufz. 19:30 Uhr Formel Eins GP Brasilien PREM

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McLaren und der Protest / NASCAR – Diverses / Mercedes SLR für FIA GT?

Formel Eins – McLaren stellt den Protest klar
Nachdem beide McLaren Piloten klargestellt haben, was sie vom Protest ihres Teams gegen die Nicht-Bestrafung von BMW und Williams in der “Benzin-Affäre” halten, hat Norbert Haug heute in einer Presseerklärung nachgelegt. Er wird mit folgenden Worten zitiert:

Es geht unserem Team nicht darum, den WM-Titel am Grünen Tisch zu gewinnen, es geht um die Klärung der Basis zur Einhaltung von eindeutigen Reglements – dies ist im Übrigen im Interesse aller Teams.

Ich hatte gestern ja schon mal darauf hingewiesen, dass der Protest von McLaren so abwegig nicht ist. Zudem sollte man der fairnesshalber deutlich machen, dass die Untersuchung der Spirttemperatur nicht auf dem Mist von McLaren-Mercedes gewachsen ist. Es war die übliche FIA Untersuchung nach dem Rennen, die zu der Untersuchung führte. McLaren hatte damit nichts zu tun. Man hat auch keinen Protest gegenüber BMW und Williams eingelegt, sondern gegen das Urteil der Rennleitung in der Sache. Das relativert die Sache schon mal etwas. Natürlich ist es schon so, dass eine mögliche Untersuchung auch mit dem Ergebnis enden könnte, dass alle vier Wagen aus der Wertung genommen werden. Doch das sind zwei paar Schuhe. Es obliegt der FIA zu urteilen, ob man die Wagen nachträglich disqualifiziert und dann müsste man zusätzlich im Rahmen der Strafbemessung festlegen, wie die überhaupt aussieht. Eine Strafe kann von einer Verwarnung bishin zur Aberkennung der WM Punkte für das Team und/oder die Fahrer reichen. Und letzteres darf man getrost als vergessen, denn die FIA wird sich nicht lächerlich machen wollen.

Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass so ein Vergehen zum Beispiel beim ersten oder fünften Rennen der Saison vermutlich tatsächlich bestraft werden würde. Ungeachtet der Verwirrung um die Temperaturen haben die Teams ja nun die Verpflichtung auf die Temperatur des Benzins zu achten. Wenn sie sich unsicher sind, müssen sie halt die Kühlung reduzieren, oder einfach mal nachfragen, welche Temperaturmessung denn nun angesagt ist. In sofern ist der Protest von McLaren schon berechtigt, wenn auch etwas unglücklich. Und offenbar ist es ja auch so, dass sich weder Toyota noch Super Aguri dem Protest angeschlossen haben, obwohl beide Teams ja massiv von einer Disqualifikation der BMW und Williams profitieren würden. Vor allem für Aguri wäre ein weiterer Punkt bares Geld wert. Aber McLaren steht weiterhin alleine da.

Die FIA könnte sich und den Teams den ganzen Blödsinn aber ersparen, wenn sie sagen würden, dass der Sprit unabhängig von der Außentemperatur einfach 30° Celsius haben muss, wenn er die Tankanlage verlässt. Man kann sich das Leben auch selber schwer machen.

Wie dem auch sei – McLaren muss den Protest bis heute Abend bei der FIA schriftlich eingereicht haben, und bis jetzt gibt es da keine Bestätigung der FIA, dass der Protest auch angekommen ist. Der Aussage von Norbert Haug lässt aber darauf schliessen, dass man die Sache durchzieht.

Während ich die Zeilen geschrieben habe, kam die Bestätigung von der FIA.

Auf einem anderen Schlachtfeld geht es noch um das Getriebeproblem von Lewis Hamilton, dass ihn vermutlich die WM gekostet hat. Eine kanadische Zeitung hatte gemeldet, Hamilton hätte zugegeben, dass es sein Fehler gewesen wäre, weil er im Rennen auf den Knopf gekommen wäre, der die Startprozedur auslöst. McLaren hat das sofort dementiert und geht davon aus, dass es ein “kurzzeitiges” Hydraulikproblem war.

NASCAR – Diverses
- Es sieht so aus, als wolle sich Jacques Villeneuve samt seines langjährigen Managers bei Bill Davis Racing etwas längerfristiger einrichten. Seit einigen Tagen gibt es Gerüchte, dass Bill Davis Teile seines Ladens veräußern will. Er selber sprach immer nur von “Gesprächen” und das es in der heutigen NASCAR ohne potente Geldgeber ja nicht mehr ginge. Craig Pollock, Manager von Villeneuve plant offen, in einem Team einzusteigen, weil er sich dadurch mehr Kontrolle über das Material für seinen Freund erhofft. Bill Davis steht auf seiner Einkaufsliste, aber er redet auch wohl mit anderen Teams. Es dürfte einige Teammanager geben, die das Geld von Pollock und Villeneuve gerne nehmen würden. Denkbar wäre auch, dass sich Pollock eine Partnershiip erkauft, etwas nach dem Modell, dass Jeff Gordon mit Hendrick Motorsport hat.

- Zwischen Carl Edwards und Matt Kenseth herrscht seit einigen Rennen dicke Luft. Nach dem Rennen in Martinsville kam es zu einem ziemlich heftigen Zusammenprall der beiden, wie man bei SpeedTV sehen kann (vorscrollen bis zur 8. Minute). Das sieht schon ziemlich heftig aus, vor allem am Schluss. Edwards hat einen dicken Hals, weil Kenseth im in einem Busch Rennen neulich in einem völlig unnötigen Manöver einen Reifen aufgeschlitzt hat, was Edwards eine gute Platzierung und die vorzeitige Meisterschaft gekostet hat. Desweiteren meinte er neulich, dass Kenseth auf der Strecke unfair unterwegs sein. Pikanterweise sind beide Teamkollegen bei RoushFenway.

- Jeremy Mayfield, bisher bei Bill Davis Racing, verlässt mir sofortiger Wirkung das Team und wechselt zu Haas CNC, wo er den eher unglücklich agierenden Jeff Green ersetzt, der aber immerhin in den Owerns Points auf Platz 27 steht. Wer Mayfield bei BDR ersetzt ist noch nicht raus.

Mercedes SLR für die FIA GT Serie
Zur Abwechslung mal gute Nachrichten von Mercedes. Bei “auto, motor und sport” sind Bilder von einem Mercedes SLR im Renntrimm aufgetaucht. Angeblich soll es eine Kleinserie von rund 20 Stück geben, die an Privatleute vergeben werden sollen. Im Artikel ist die Rede von einem Markenpokal, den man damit ausrichten will, aber da macht die Stückzahl keinen Sinn. Weitaus wahrscheinlicher scheint mir die Möglichkeit, dass Mercedes, analog zu dem was Maserati mit dem C12 gemacht hat, den SLR für eine GT Serie aufbaut. Die Frage ist nur: für welche? Will man in der FIA GT mitmischen? Oder in der GT1 Serie der ALMS? Es gibt leider keine Infos, nach welchen Regeln der Wagen aufgebaut wurde, aber es sieht von außen so aus, als sei es ein GT3 Wagen.

Und sonst?
Nix.

24.10.2007

Aufz. 11:00 Uhr V8 Supercars Surfers Paradies MotorsTV
Aufz. 12:30 Uhr FIA GT Zolder PREM
Aufz. 14:00 Uhr ChampCar Surfers Paradies MotorsTV
Aufz. 17:35 Uhr British F3 Rockingham MotorsTV
Aufz. 19:00 Uhr NASCAR Nextel Martinsville PREM
Aufz. 22:50 Uhr ChampCar Surfers Paradies MotorsTV

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Interessantes Interview mit Max Mosely / Hamilton will keinen Protest / NASCAR – Diverses

Formel Eins – McLaren immer noch unter Verdacht
Ich bin gerade auf der offiziellen Seite der F1 auf ein höchstinteressantes Interview mit Max Mosely gestossen. Offensichtlich war es vor der Entscheidung in der Weltmeisterschaft geführt worden, aber es geht auch mehr um die anderen Dinge, die er sagt.

Zum Thema, dass man McLaren auch die Fahrerpunkte hätte aberkennen müssen, sagt er:

It was a decision of logic versus emotion. Logic would have demanded to slash all points, but emotion was not willing to wreck such an incredible championship with an armchair judgment. [...] …but that fundamental decision rendered by the World Council could haunt us one day

Zu den persönlichen Auftritten von Ron Dennis bei der ersten FIA Anhörung zur Spionageaffäre meint er:

At the first hearing he reassured us that he had investigated everything and everybody in his team and that only one person had knowledge of the Ferrari papers. But then it became evident that a prominent member of his team – one of his drivers – was in on this. This did not build faith in Ron Dennis.

Und dann holt er noch einen Hammer aus der Kiste. Denn die Sache mit der Spionage sei noch lange nicht ausgestanden. Man habe auch weniger Sorgen um den diesjährigen McLaren gehabt, als mehr um das nächstjährige Modell. Deswegen wird man sich nicht nur die Teile des neuen Wagens genau anschauen

We are now facing the situation of going through the ‘08 McLaren with a fine-tooth comb. And we are not speaking about a single component but of the incorporation of intellectual property and ideas in order to solve technical problems. If you look at ten technically possible solutions and somebody can precisely point out the malfunctioning ones because he has already tried them, you have a big advantage.

Sollte man etwas finden, würde man überlegen, ob man McLaren auch im nächsten Jahr von der Konstrukteurs WM aussschließt. Das ist für McLaren schon eine schwere Situation, denn im Prinzip müssen sie entweder komplett andere neue Lösungen für vorhandene Probleme finden, die zumindest Ferrari nicht hat, oder sie müssen quasi mit einem B-Modell in die Saison 2008 starten. Das Problem ist halt, das Mike Coughlan bis zum Juni am 08er Wagen gearbeitet hat. Im Prinzip musste McLaren alle Pläne von Coughlan und seinen Mitarbeitern einstampfen und neu beginnen. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem im die anderen Teams den neuen Wagen schon ziemlich weit auf dem Reißbrett entwickelt haben. McLaren könnte also 2008 gezwungen sein, mit einer Notlösung, oder einem noch nicht komplett zu Ende entwickelten Wagen an den Start zu gehen. Zumindest wird ihnen etliches an Entwicklungszeit fehlen.

Am Schluss wird er noch gefragt, was er davon hält, dass Alonso sein Team erpresst und verraten hat. Er meint, dass er sich bis heute darüber wundert, was wohl an dem Tag zwischen Ron Dennis und Alonso vorgefallen sein und meint:

I could imagine he [Alonso] will move to another team and probably then he will tell us a fascinating story.

Mosely sagt nicht “Sollte Alonso wechseln…” sondern er stellt nur trocken fest, dass Alonso das Team verlässt und dann mit der Wahrheit rausrückt.

Formel Eins – Auch Hamilton gegen Protest
Nach dem sich Fernando Alonso wenig überraschend gegen den Protest von McLaren ausgesprochen hat, meldet sich jetzt auch Lewis Hamilton zu Wort. Laut einer Meldung von Reuters sagte Hamilton wörtlich:

Being promoted after some people have been thrown out is not the way I want to do it.

Damit bekommt Hamilton ein paar Punkte auf der nach oben offenen Sympathieskala. Und wenn der Brite das schon offiziell verlautbaren läßt, kann man davon ausgehen, dass McLaren nicht darauf aus ist, das Ergebnis des Rennens zu verändern. Vermutlich geht es ihnen nur darum, dass man die Regeln noch mal klarstellt. Das sieht so aus, als ob die FIA demnächst sagt, dass die Regeln verletzt wurden, es aber auf Grund der fehlerhaften Messung der Benzintemperatur keine Bestrafung geben kann. Man wird vermutlich für 2008 diese Regel präzisieren. Und da zeigt sich mal wieder, dass man vielleicht auch mal mit weniger Technik an die Strecke gehen sollte. Warum muss der Sprit überhaupt gekühlt werden? In der NASCAR tankt man noch mit Kannen. Dieses Jahr hat sowieso mal wieder gezeigt, dass die FIA gut daran tut, wenn die Regeln vereinheitlicht. Das bringt dem Sport etwas und schützt vor zu viel Schummelei.

NASCAR – Diverses
- Nach dem siebten Motorschaden in dieser Saison ist Dale Earnhardt jr. schlecht gelaunt. Offenbar hatte sich schon in den ersten Runden des Rennens ein Schaden angekündigt und teilweise fuhr man wohl nur auf sieben Zylindern, was bei der kurzen Strecke aber nicht so viel ausmacht. Dennoch ging ihm der Motor drei Runden vor Schluss ein und er blieb nur in der Führungsrunde, weil das Rennen vor der letzte Runde eingefroren wurde. In einem Interview in der Sendung “Windtunnel” auf SpeedTV meinte er, dass er vielleicht nicht mehr ganz weit oben auf der Prioritätenliste bei DEI/RCR Motordepartment stehen würde. Eine für ihn schon erstaunliche Aussage, die unter den Fans von Junior die eh latent vorhandene Annahme, dass DEI nicht möchte, das Junior noch mal gewinnt, weiter unterstützt. Er selber wirkte im Interview leicht gereizt und ziemlich deprimiert. Das änderte sich, als er auf Hendrick Motorsport angesprochen wurde, wo sein Crew Chief Tony Eury jr. ja schon ein paar Wochen arbeitet. Von dem was er von Tony gehört habe, gäbe es dort Möglichkeiten, von denen er bisher nicht mal gehört habe.

- Das Rating des Rennens ist schon da. Man erreichte eine 3.3. Eine Verschlechterung gegenüber den 3.5 aus dem letzten Jahr, aber für ein so zähes und eher langweiliges Rennen mit einem vorhersehbaren Ausgang ist es noch ganz ok. Der sich zuspitzende Zweikampf zwischen Johnson und Gordon sorgt offenbar für ein gleichbleibendes Interesse.

- ESPN gerät immer mehr unter Druck, was die Berichterstattung über die NASCAR angeht. Mittlerweile wird das Thema nicht nur in Fanforen diskutiert, sondern auch von den Medien aufgenommen. Einerseits kritsiert man, dass ESPN/ABC andauernd die Restarts nach einer Caution verpennt. Gestern brachte man das Kunststück gleich zweimal fertig. Das ist zwar besser als die fünf verpassten Restarts beim Rennen in Richmond, aber es fällt weiter auf, dass ESPN gerade auf den Short Tracks hoffnungslos überfordert scheint. Andererseits gibt es die verwirrende Anzahl an Moderatoren. Man hat drei Kommentatoren, zwei Moderatoren und noch einen “Host” der sich ab und einschaltet. Das ist einfach zu viel, vor allem wenn gleichzeitig komplette Rennereignisse ausgelassen werden. Als Junior beim letzten Restart mit Motorschaden ausfiel wurde das ebenso wenig berichtet, wie der Dreher von David Ragan in der vorletzten Runde. Es gab nicht mal ein Replay. Bei den Kommentatoren bemängelt man, dass Dr. Jerry Punch nicht die Übersicht hat, Rusty Wallace Mist erzählt und Andy Petree der einzige sei, den man ertragen könne. Mir ist auch aufgefallen (ich höre immer die US Tonspur zum Rennen), dass Wallace sich andauernd vertut und selbst mir sind schon Fehler in seinen Aussagen aufgefallen.
Jedenfalls ist die ESPN Berichterstattung Meilen von der entfernt, die FOX im Frühjahr hinlegt. Die haben weniger hübsche Grafiken, liefern aber zusammen mit SpeedTV eine deutlich bessere Übertragung hin. Überhaupt SpeedTV. Die “Raceday” Sendungen vor dem Rennen und “Victory Lane” gehören mittlerweile zu meinem Standardprogramm, wenn ich es zeitlich hinbekomme. Dort erfährt man mehr (und hat mehr Spaß), als bei der aufgetuckten ESPN Berichterstattung.

Und sonst?
Irgendwie fühlt man sich so leer, wenn die F1 Saison vorbei ist… Noch 143 Tage bis zum Saisonstart 2008.

22.10.2007

Aufz. 14:55 Uhr ALMS Laguna Seca MotorsTV
Aufz. 15:00 Uhr NASCAR Nextel Martinsville PREM
Aufz. 16:15 Uhr V8 Supercars Surfers Paradies MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr ChampCar Surfers Paradies PREM
Aufz. 17:30 Uhr Formel Eins GP Brasilien DSF
Aufz. 21:00 Uhr ChampCar Surfers Paradies MotorsTV
Aufz. 22:50 Uhr ALMS Laguna Seca MotorsTV

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McLaren legt Protest ein / Rennen vom Wochenende

Formel Eins – McLaren protestiert

UPDATE 16:19 Uhr: Ok, man muss McLaren in sofern Recht geben, als das die Situation um BMW und Williams wohl schwieriger ist, als ich dachte. Und verwirrender.

1. BMW ist schon mal dadurch aufgefallen, dass sie das Benzin bis hart an die Grenze des Erlaubten runtergekühlt haben. Es gab da wohl in den letzten Monaten schon mal eine Warnung, bzw. einen Hinweis an BMW.

2. Es gibt wohl in den Regeln eine klare Ansage, welche Temperatur die “offizielle” Umgebungstemperatur ist. Ich konnte die aber nicht finden, habe jetzt aber auch nicht alle Regularien und Appendixe durch gelesen. Jedenfalls haben Williams und BMW die exakt gleiche Abweichung bei der Temperatur, was bedeutet, dass beide Teams unabhängig von einander die Kühlanlage falsch eingestellt haben. Das ist ein Fehler.

3. Es gibt unterschiedliche Aussagen darüber, wie die Temperatur des Sprits gemessen wurde. Also ob im Tank oder am Einlass. Auch hier sieht McLaren wohl ein Vergehen.

4. Die Rennleitung hat eine Strafe fallen lassen, weil es nicht klar war, welche Temperatur den Teams zur Verfügung stand und wie denn nun die Temperatur des Benzins gemessen wurde. McLaren ist der Meinung, dass das so ja nun auch nicht sein kann, weil a) ein Vergehen festgestellt wurde, b) die Regeln nach Ansicht von McLaren klar sind und c) man die Regeln nicht einfach vergessen kann, nur weil es das letzte Rennen der Saison war.

McLaren hat vermutlich Recht. Sollte ein Regelverstoss vorliegen kann man nicht einfach drüber weggehen. Es war allerdings mehr als unglücklich, dass ausgerechnet McLaren nur Minuten nach der Entscheidung, dass es keine Strafe geben wird, den Protest eingereicht hat. Man hätte ja auch Aguri oder Toyota dezent darauf hinweisen können, aber die hatten wohl kein Problem mit dem Ergebnis.

Wie geht es weiter? Die FIA muss erst einmal entscheiden, ob der Protest angenommen wird. Das scheint zumindest im Rahmen des Möglichen, weil sich die Rennleitung etwas unglücklich aus der Entscheidung herausgewunden hat. Sollte der Protest angenommen werden, geht es vor ein Gericht der FIA. Dort wird die gesamte Sache neuentschieden. Sollte es soweit kommen, gehe ich mal davon aus, dass die FIA im schlimmsten Fall so entscheiden wird, dass man BMW und Williams die Konstrukteurspunkte aberkennen wird, während die Fahrer ihre Punkte behalten.


Das ist ja wohl ein Witz, dachte ich heute morgen, als ich hörte, dass McLaren gegen die Entscheidung der Rennleitung, keine Strafe gegen BMW und Williams zu verhängen, Protest eingelegt hat. Sicher – rein rechtlich kann man das machen. Aber was ist das bitteschön für ein PR Supergau? Nachdem man erwiesenermaßen dieses Jahr bei Dingen wie Spionage erwischt worden ist und man auch noch nachweislich die FIA und die Öffentlichkeit angelogen hat, greift man jetzt zum Mittel des Protests, um Hamilton doch noch zum Weltmeister zu küren? Was denken die sich? Dass es nach der Saison auch egal ist, wenn man seinen Ruf jetzt völlig ruiniert? Die FIA muss diesen Protest jetzt verhandeln und man kann nur hoffen, dass sie, wie in solchen Sachen eigentlich üblich, das Urteil der Rennleitung bestätigen. Man hat im übrigen die Teams deswegen nicht bestraft, weil es einen “Messfehler” gegeben haben soll. Es gab wohl eine Diskrepanz zwischen der Messung der FIA und der Messung der Rennleitung. Die ist mir allerdings auch aufgefallen. Bei Premiere sprachen die beiden Moderatoren immer von “36°”, die Messung der FIA im offiziellen Timing zeigte aber nur “32°” an.

Wie dem auch sei: die Welt feiert und Kimi Räikkönen und McLaren-Mercedes protestiert. Herzlichen Dank.

ALMS – Laguna Seca
Mit einem brillianten Rennen hat sich die ALMS aus der Saison verabschiedet. Das Rennen in Laguna Seca war ähnlich gut wie das “Petit Le Mans” vor ein paar Wochen, nur diesmal waren die Vorzeichen umgekehrt. Waren es beim letzten Mal die Audi, die die Porsche unter Druck gesetzt haben, waren es in Kalifornien die Porsche, die die Audi hetzten. Die waren im Rennen auf dem Kurs, der nur kurze Geraden besitzt, richtig schnell unterwegs und hatten kurz nach dem Start die Führung übernommen. Begünstigt durch einige Gelblichtphasen, konnten sich die Audi auch vorne halten, kämpften aber dauernd mit dem Porsche um den Sieg. Vor allem in der letzten halben Stunde des Rennens ging es hin und her. Romain Dumas versuchte wirklich alles, um sich an Dindo Capello im Audi vorbei zu schieben und einmal gelang ihm das Kunststück auch, aber Capello ließ ihn nicht gewähren und schnappte sich den Porsche auf der etwas längeren Start/Zielgeraden. Es war ein wirklich packendes und tolles Duell mit dem sich die Serie in die lange Winterpause verabschiedet hat. Nächstes Jahr wird es in der ALMS etliche Regeländerungen geben, aber dazu schreib ich noch etwas im Saisonrückblick, der in den nächsten Wochen folgt. Nur soviel: der ACO hat durchgesetzt, dass die ALMS ihr eigenes Regelwerk einstampft und wieder nach den Regeln der 24H von Le Mans fährt.

FIA GT – Maues Ende
Die FIA GT fuhr ihr letztes Rennen in Zolder und obwohl die Ausgangsposition in der Meisterschaft (neun Fahrer hatten noch Chancen auf den Titel, davon waren sechs punktgeleich)wirklich gut war, konnte das Rennen das nicht umsetzten. Das lag zum einen daran, dass die Meisterschaftsfavoriten im ganzen Feld verteilt waren und selten gegeneinander kämpften. Zum anderen lag es am Kurs. Zolder ist halt eine alte Strecke, und deswegen nicht sehr breit. Für die sehr breiten FIA GT Wagen bedeutet dies aber, dass überholen eher schwierig ist. So plätscherte das Rennen so dahin und es passierte eigentlich recht wenig. Dafür konnte man sich noch einmal die wirklich schön anzusehenden Fahrzeuge betrachten und auf der TV-Webseite der Serie in allen Klassen noch mal onboard mitfahren. Am Ende wurde, wenig überraschend, Tomas Biaggi im Maserati C12 FIA GT Weltmeister. Der vielleicht letzte Titel des C12, denn auch in der FIA GT überlegt man, wie man im kommenden Jahr mit den Regeln umgehen wird.

NASCAR – Kaugummi
Wie ich gestern schon bei der Liveberichterstattung schrieb – das Rennen in Martinsville war ein echt zäher Brocken. Nun hatte es aber auch das Pech, dass man es direkt nach dem dramatischen Finale der Formel Eins in Brasilien sah. Dagegen kann man ja nun nicht ankommen. Aber das Rennen selber war wirklich langweilig und ein typisches CoT Rennen eben. Überholen war unglaublich schwierig und selbst bei den Restarts brauchte die äußere Linie Ewigkeiten, um an der inneren Linie mit den Überrundeten vorbei zu kommen. Das es so viele Cautions gab (21) half dem Rennen auch nicht, und die meisten resultierten aus der Ungeduld der Fahrer, die einfach nicht am Vordermann vorbei kamen, selbst wenn sie schneller waren. Selbst Junior war angenervt, weil Tony Stewart ihm rundenlang im Weg rumstand und fuhr diesem als Dankeschön in einer der Unterbrechungen mal kurz in die Seite.
Vorne war eigentlich schon früh alles klar. Hendrick Motorsport hat das Wochenende komplett beherrscht. Jeff Gordon führte das Rennen die meiste Zeit an und er hatte auch keinen echten Gegner, der ihm folgen konnte. Außer Jimmie Johnson, der aber zur Mitte des Rennens mit argen Untersteuern zu kämpfen hatte. Dank der vielen Stopps konnte man sein Auto aber umstellen und so segelte er zusammen mit Gordon an der Spitze. Mit Beginn der letzten 40 Runden wurde Johnson dann plötzlich aktiv und schnappte sich Gordon in einem sehenswerten Manöver. Der musste sich in einem der vielen Restarts in den letzten Runden auch noch Ryan Newman geschlagen geben und wurde nur dritter. Trotzdem führt er den Chase weiter souverän an. Bei noch vier ausstehenden Rennen muss Jeff Gordon eigentlich nur schauen, dass er vor Jimmie Johnson bleibt. Aber nächste Woche ist man auf dem Highspeedkurs in Atlanta unterwegs und da kann ja viel passieren.

Und sonst?
Das ChampCar Rennen war nicht so dolle, aber man sollte es sich trotzdem anschauen, denn die Onboardaufnahmen aus den Wagen auf dem Kurs von Surfers Paradies sind sensationell. Mir ist beim Zuschauen schon beinahe schlecht geworden, wenn man gesehen hat, mit was für einem Speed die durch die Schikane brettern. Absolut sehenswert.

Tja, das war es dann auch (fast) mit der diesjährigen Motorsportsaison. Nächstes Wochenende sind nur noch die NASCAR Fahrzeuge in Atlanta unterwegs, sonst ist nix los. Aber ein paar Highlights gibt es in diesem Jahr noch:
NASCAR Saisonfinale
V8 Supercars Finale
ChampCar aus Mexiko
A1 GP aus Sepang und Zuhai
Race of Champions aus London mit Michael Schumacher

22.10.2007

Aufz. 16:30 Uhr FIA GT Zolder PREM
Aufz. 19:00 Uhr NASCAR Nextel Martinsville PREM
Aufz. 20:00 Uhr Formel Eins GP Brasilien PREM
Aufz. 21:00 Uhr V8 Supercars Surfers Paradies MotorsTV

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Hamilton doch Weltmeister? – Update: Nein!

UPDATE 02:03 Uhr: Die Rennleitung in Brasilien hat das Rennergebnis offiziell bestätigt! Sowohl BMW als auch Williams behalten ihre Positionen. Allerdings gibt es noch keine offizielle Bestätigung darüber, ob nur das Ergebnis bestätigt wurde, man aber zum Beispiel noch eine Geldstrafe für die beiden Teams beschliessen will. Wichtig ist aber nur:

Damit ist und bleibt Kimi Räikkönen.

Das ist schon mal gut, denn es hätte die F1 völlig lächerlich gemacht, wenn man jetzt noch am Ergebnis geschraubt hätte. Auf der anderen Seite bin ich mal auf die Erklärung gespannt, mit der man die ganze Sache auflöst. Ob man sich “vermessen” hat, oder ob da ein technischer Defekt der Tankanlagen vorlag, für den die Teams nichts können.

Ich kann jetzt zumindest ins Bett gehen und muss nicht befürchten, dass es morgen einen anderen Weltmeister gibt.


Oh wei, die Benzinaffäre um Williams und BMW ist doch ernster als gedacht. Mittlerweile ist es offiziell, dass der Sprit in allen vier Einsatzwagen zu weit runtergekühlt war. Die FIA erlaubt eine Abweichung der Sprittemperatur von der Außentemperatur um zehn Grad. Das Benzin in den Rennwagen von BMW und Williams war aber mindestens zwei Grad über dem erlaubten Limit. Das ist eine sehr ernste Sache, denn die FIA versteht keinen Spaß in Sachen Sprit. Hintergrund der strengen Regel ist, dass runtergekühltes Benzin einen signifikanten Leistungsvorteil bringt.Da feststeht, dass ein Vergehen geben hat, ist jetzt die Frage, wie die FIA mit der Sache umgeht. Bei der “Benzin Affäre” um Honda 2005, als die Japaner eine Zusatzballasttank hatten, wurde dem Team aus dem letzten Rennen aberkannt. Auch die Fahrerpunkte. Sollte BMW und Williams ausgeschlossen werden, würde Hamilton auf Platz vier gewertet und damit 112 Punkte haben. Zwei mehr als Räikkönen.

Entscheidend wird sein, ob die FIA beiden Teams vorwirft, den Sprit absichtlich zu weit runtergekühlt zu haben, oder ob man von einem technischen Problem bei den Tankanlagen ausgeht. Es ist schon erstaunlich, dass das Problem bei beiden Teams auftaucht. Desweiteren wäre der Versuch eines solchen Betrugs schon sehr dämlich, da die Messung der Benzintemperatur ja zum Standardprogramm bei Überprüfung der Fahrzeuge im Parc Fermé gehört.

Für die FIA ist die Sache sehr unangenehm. Wie doof steht man da, wenn man Stunden nach einem Rennen und einer sehr schwierigen Saison was Skandale angeht, doch noch einen anderen Weltmeister aus dem Hut zieht? Die F1 Weltmeisterschaft wäre ganz schön diskreditiert. Man wird also versuchen, die Sache vorsichtig zu behandeln. Auf der anderen Seite: würden die BMW und die Williams disqualifiziert, würden folgende Fahrer noch die Punkte rutschen: Ralf Schumacher (6.), Takuma Sato (7.) und Liuzzi (8.). Selbst wenn die FIA die beiden Teams nicht bestraft ist es möglich, dass Aguri oder Toyota noch einen Protest einlegen, der dann vor einem FIA Gericht entschieden werden müsste. Im schlimmsten Fall würde das bedeuten, dass es noch Wochen dauern kann, bis feststeht, wer Weltmeister ist.

Es wäre in meinen Augen schon ein Witz, würde man Ferrari und Räikkönen den Titel wieder aberkennen und ausgerechnet einem McLaren Fahrer zu sprechen würde. Ferrari hat den Titel in Brasilien auf der Strecke gewonnen. Hamilton ist während des Rennens nicht von einem BMW oder einem Williams passiert oder aufgehalten worden. Er hatte mit allen vier Wagen nicht einmal zu tun und kam nie in ihre Nähe, abgesehen von der Runde, in der er Nakajima überholt hat. Hamilton wäre auch dann nicht näher gekommen, wenn die BMW ohne das runter gekühlte Benzin ein oder zwei Zehntel pro Runde langsamer gewesen wären.

Eine salomische, bzw. politische Entscheidung wäre es, wenn denn ein absichtliches Vergehen der Teams vorliegt, würde man beiden Teams die Konstrukteurspunkte aus Brasilen aberkennen, die Fahrerpunkte aber lassen. Also quasi das, was man mit McLaren in diesem Jahr gemacht hat.

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